Nachrichten am Montag, 18. Juli:

Nach dem Putschversuch in der Türkei: Die türkische Regierung hat den Putschversuch für gescheitert erklärt und geht nun gegen Teile des Militärs sowie der Justiz vor. Präsident Recep Tayyip Erdogan kündigte ein massives Vorgehen gegen Anhänger des Klerikers Fethullah Gülen an. Mindestens 290 Menschen kamen ums Leben, mehr als 1.400 wurden verletzt. Rund 6.000 mutmaßliche Umstürzler wurden festgenommen und mehr als 2.700 Richter entlassen. Auf einem Luftwaffenstützpunkt in Konya und am zweiten Istanbuler Flughafen gerieten Putschisten und türkische Sicherheitskräfte aneinander. Die Soldaten widersetzten sich ihrer Festnahme. In zahlreichen Städten kam es zu Demos von Regierungsanhängern.
welt.de, faz.net, euronews.com

Unbehagen über Erdogan wächst in Europa: In Brüssel werden die Ereignisse in der Türkei aufmerksam verfolgt. Die “Säuberungen” mit denen Präsident Erdogan seine Macht zementieren will, werfen Fragen auf – auch für die künftigen Beziehungen zu dem ohnehin schon schwierigen Partner. In einer Erklärung der Präsidenten der EU-Institutionen wurde die Rückkehr zur verfassungsmäßigen Ordnung und Respekt für die demokratischen Institutionen verlangt. Acht türkische Soldaten, die sich am Samstag mit einem Hubschrauber von der Türkei nach Nordgriechenland abgesetzt hatten, wurden der Staatsanwaltschaft von Alexandroupolis vorgeführt. Die Männer hatten offiziell in Griechenland Anträge auf politisches Asyl gestellt.
tagesspiegel.de, derstandard.at, spiegel.de (Soldaten)

Frankreich will mit Bürgerwehr gegen Terroristen kämpfen: Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve hat nach dem Anschlag vom Nationalfeiertag alle patriotischen Franzosen zum freiwilligen Polizeidienst aufgerufen. In Nizza wurden zwei weitere Personen festgenommen. Sie stünden im Verdacht, dem Täter geholfen zu haben, an eine Schusswaffe zu kommen. Damit befinden sich derzeit insgesamt sieben Personen in Polizeigewahrsam. Die Behörden gehen davon aus, dass der Täter sich sehr schnell als Islamist radikalisiert habe. Zudem soll er seinen Anschlag vor Ort geplant haben. Demnach war er sowohl am Dienstag als auch am Mittwoch am Tatort, bevor er am Donnerstag in die Menschenmenge raste.
euronews.com, handelsblatt.com, dw.com

Bundeskriminalamt: Politiker häufiger Ziel rechter Hetze zeit.de
Neuwahl des Bundesvorstandes: AfD erwägt Sonderparteitag faz.net
Regierungsparteien: Geheimabsprachen in Baden-Württemberg taz.de
Mogherini: Erklärung im Namen der EU anlässlich des Tages der Internationalen Strafjustiz consilium.europa.eu
Agrarkommissar: EU signalisiert neues Hilfspaket für Milchbauern sueddeutsche.de
Armenien: Geiselnahme in Polizeiwache von Eriwan euronews.com