Africa Digi-Brief KW 16

EU will „schlaue Regulierung“ von Facebook
EU-Justizkommissarin Vera Jourova übt weiterhin scharfe Kritik an Facebook. „Es ist ja schön, wenn Herr Zuckerberg über den Schaden redet, der einzelnen Nutzern entstanden ist“, sagte Jourova gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Aber über den Schaden an der Gesellschaft und der demokratischen Debatte habe er nichts gesagt. Zuckerbergs Entschuldigung gehe nicht weit genug. Facebook habe viel Macht eingesammelt, wolle dafür aber keine Verantwortung übernehmen. In der Kommission werde nachgedacht Algorithmen regulieren zu wollen. „Algorithmen greifen immer stärker ins Leben ein. Das ist recht gefährlich.“, so Jourova.
sueddeutsche.de, berliner-zeitung.de

Russland sperrt Telegram
Ein Gericht in Moskau hat angeordnet, den in Russland weit verbreiteten Messaging-Dienst zu blockieren. Telegram hatte sich zuvor geweigert, dem Inlandsgeheimdienst FSB Zugriff auf die verschlüsselten Daten der App-Nutzer zu gewähren. Die Behörde erklärte, man benötige den Zugriff um den Ermittlungen „ernster Verbrechen“ einschließlich terroristischer Attacken nachgehen zu können. Der russische Mitgründer von Telegram, Pawel Durow, weigerte sich, die Verschlüsselung seiner App aufzuheben, und verwies auf die „Gewährleistung der Privatsphäre und der Kundenrechte“. Nun soll der Dienst gesperrt sein, bis der FSB Zugang zu den geforderten Daten erhält. Durows Anwälte kündigten an, das Urteil anfechten zu wollen.
tagesschau.de, deutschlandfunk.de

EU-Kommission fordert Personalausweis mit digitalem Fingerabdruck
Um Personalausweise fälschungssicherer zu machen, schlägt die Europäischen Kommission vor, sie einheitlich mit digitalen Fingerabdrücken und anderen biometrischen Daten auszustatten. Bislang ist der Fingerabdruck in Deutschland freiwillig. Innenkommissar Dimitris Avramopoulos sagte gegenüber der Welt: „Wir müssen die Schrauben anziehen, bis es keinen Raum mehr gibt für Terroristen oder Kriminelle und keine Mittel mehr für sie, Anschläge durchzuführen. Das bedeutet, dass ihnen der Zugang zu Geld, gefälschten Dokumenten, Waffen und explosiven Stoffen versperrt werden muss und sie zugleich daran gehindert werden müssen, unsere Grenzen unentdeckt zu überqueren.“ Oberstes Ziel sei es, potentielle Täter zu identifizieren, und mögliche Anschläge frühzeitig zu verhindern. Offiziell sollen die neuen Pläne der Kommission am Dienstag vorgelegt werden.
welt.de, zeit.de

EU wants „smart regulation“ of Facebook
EU Justice Commissioner Vera Jourova has renewed calls for Facebook CEO Mark Zuckerberg to appear in Europe, following his two-day questioning in front of lawmakers in Congress. „It is nice when Mr. Zuckerberg talks about the damage caused to individual users“, Jourova told German newspaper „Süddeutsche Zeitung“. But he said nothing about the damage to society and to democratic debate. „I expect that Mr Zuckerberg will take this invitation because I believe that face-to-face communication and being available for such communication will be a good sign that Mr Zuckerberg understands the European market … is serving to people who are very, very sensitive to their privacy,“ Jourova told CNBC in a TV interview.
cnbc.com

Russia bans Telegram
A Russian court has ordered that access to the Telegram messenger service be blocked in Russia, heralding possible communication disruption for millions of users in the latest clash between global technology firms and Russian authorities. The decision came a week after state communication watchdog, Roskomnadzor, filed a lawsuit to limit access to Telegram following the company’s repeated refusal to give Russian state security services access to its users’ secret messages. Telegram founder and CEO, Pavel Durov, said the app will use built-in systems to circumnavigate the ban but could not guarantee 100 percent access without the use of a virtual private network, or VPN. Pavel Chikov, a lawyer representing Telegram, said the court decision was warning to global technology firms of the dangers of operating in Russia.
reuters.com

EU Commission proposes making fingerprints mandatory in ID cards
Identity cards held by EU citizens will be required to include digital images of the holder’s fingerprints as part of a crackdown on fraudulent documents used by criminals and extremists, the European Commission proposed on Tuesday. In a proposal likely to make waves in countries such as Germany, whose history has made data privacy a guarded asset, the Commission wants to do away with paper-based identity documents that are easy to falsify and can be used to enter the bloc from non-EU countries. The Commission said in its proposal on Tuesday that it would not oblige countries to introduce ID cards, but those countries that use them would be required to include two pieces of biometric data: an image of two fingerprints and a facial image.
reuters.com