KW3: US-Rückzug aus Syrien beginnt, Netanjahu bestätigt Luftangriff in Syrien, Trump droht Türkei, Rekrutierung Minderjähriger rückläufig

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NACHRICHTEN

US-Rückzug aus Syrien beginnt: Am Donnerstagabend begann der offizielle Rückzug der US-Truppen aus Syrien, wie ein Sprecher der US-geführten Anti-IS-Allianz bestätigte. Diverse Fahrzeuge und Maschinen sollen von der US-Basis in der ostsyrischen Provinz Hasaka abgezogen worden sein. Das Außenministerium Russlands erklärte, dass die geräumten Gebiete nun unter die Kontrolle der syrischen Regierung gestellt werden sollen. Währenddessen verlegt Ankara in Vorbereitung auf die Offensive gegen kurdische Truppen in Nordsyrien weiterhin Kriegsgeräte in Richtung der syrischen Grenze.
jungewelt.de

Netanjahu bestätigt Luftangriff in Syrien: In einem seltenen Schritt bestätigte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu Luftangriffe des israelischen Militärs auf iranische Waffenlager am Flughafen von Damaskus. Laut syrischen Staatsmedien seien die meisten der Raketen jedoch abgefangen worden. Israel ist bemüht, einen Einfluss des Irans in Syrien mit allen Mitteln zu bekämpfen. Der Iran ist ein Verbündeter des Machthabers Baschar al-Assad. Am 9. April wird in Israel gewählt – Netanyahu will sich als Hardliner profilieren.
tagesspiegel.de

Trump droht Türkei bei Angriff auf Kurden: Die Türkei will den Kampf gegen die syrische Kurdenmiliz YPG  ungeachtet massiver Drohungen von US-Präsident Trump fortsetzen. Trump twitterte am Sonntag, dass die USA die Türkei „wirtschaftlich zerstören“ würden, sollte die Türkei die Kurden angreifen. Der Umgang mit der syrischen Kurdenmiliz YPG ist seit Jahren ein Stachel im Fleisch der amerikanisch-türkischen Beziehungen. Gleichzeitig zeigte sich die Türkei offen für Trumps Forderungen nach einer Sicherheitszone, deren genaue Lage jedoch nicht bekannt ist.
welt.de

Rekrutierung Minderjähriger rückläufig: Laut einem Medienbericht ist die Anzahl der minderjährigen Rekrutierten in der Bundeswehr zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder rückläufig. Dies berichtet die Neue Osnabrücker Zeitung unter Berufung auf Zahlen des Verteidigungsministeriums. 1679 Soldatinnen und Soldaten waren bei Dienstantritt 2018 noch nicht volljährig. Im Jahr 2017 waren es noch 2128 Minderjährige. Hans-Peter Bartels, Wehrbeauftragter des Bundestages, warnte, dass die Rekrutierung von Minderjährigen eine Ausnahme bleiben müsse. Minderjährige dürfen ab 17 Jahren mit Einschränkungen zur Bundeswehr.
focus.de

Polen fordert von EU und Nato Debatte über Huawei-Boykott: Am Freitag wurde der Vertriebsmanager von Huawei in Polen zusammen mit einem polnischen Cyber-Sicherheitsexperten durch den polnischen Inlandsgeheimdienst ABW festgenommen. Ihm wird die Zusammenarbeit mit chinesischen Geheimdiensten vorgeworfen. Bei dem polnischen Festgenommenen soll es sich um einen ehemaligen hochrangigen ABW-Mitarbeiter im Bereich Cybersicherheit handeln. Eine U-Haft wurde angeordnet, beiden drohen bis zu zehn Jahren Haft. Die polnische Regierung fordert gegenüber Huawei eine gemeinsame Position von EU und Nato.
zeit.de

Neuer Studiengang Master of Intelligence and Security Studies: Die Bundesregierung teilte in einer Pressemitteilung mit, dass am Montag an der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung und der Universität der Bundeswehr München der erste deutsche Masterstudiengang  für Intelligence and Security Studies startet. Zwischen 60 und 70 Studenten sollen im ersten Semester aufgenommen werden, wovon die Bundeswehr rund 50 stellen soll, 10 der BND sowie weitere das Bundesamt für Verfassungsschutz sowie der Militärische Abschirmdienst. Ziel des Studienganges sei die Professionalisierung der nachrichtendienstlichen und sicherheitsbezogenen Ausbildung. Auch der Wirtschaft könnte der Studiengang offen stehen.
golem.de

Syrien: Die nächste Offensive der Djihadisten heise.de
Iran: EU verhängt neue Sanktionen euronews.com
Kurilen: Streit verhindert Frieden zwischen Japan und Russland diepresse.com
Türkei: Militär und Milizen bereiten Angriff auf syrische Kurden vor
heise.de

ZAHL DER WOCHE

Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums zeigen, dass sich die Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien und in die Türkei deutlich erhöht haben. Von Januar bis Oktober 2018 wurden Kriegswaffen im Wert von 160 Millionen Euro nach Saudi-Arabien exportiert – mehr als im gesamten Vorjahr. In die Türkei wurden Kriegswaffen im Wert von 200 Millionen Euro exportiert.
tagesschau.de

HINTERGRUND

Das strategische Dilemma der USA in Syrien ist offensichtlich: Die «Freundschaft» der USA zu Saudiarabien und die von Israel unterstützte Erzfeindschaft mit dem Iran verhindern dauerhafte Friedenslösungen in der Region. Der unbedachte, nicht abgesprochene Rückzug der US-Truppen aus Syrien ist mittlerweile an Bedingungen geknüpft und teilweise relativiert worden. Das größte Dilemma bereitet den USA jedoch der Iran. Er ist wegen seines Reichtums an Öl und Gas, seiner strategisch bedeutsamen Lage, seiner Demographie, seiner Geschichte sowie seiner Rolle als Führungsmacht der Schiiten das wichtigste Land in der Region. Ohne eine Normalisierung der Beziehungen zwischen den USA und dem Iran wird auch das strategische Dilemma der USA nicht gelöst werden.
infosperber.ch

Der Abzug der US-Truppen und seine Folgen: Der angekündigte Rückzug der US-Truppen aus Syrien ist mittlerweile relativiert und an Bedingungen geknüpft worden. Trumps Ankündigung gab Raum für die Hoffnungen und Machtambitionen der internationalen Gemeinschaft. Während Frankreich und die USA die Zerstörung der Terrormiliz IS als oberstes Ziel hochhalten, mahnt Erdogan, dass das Machtvakuum sowohl eine Zusammenarbeit mit den USA, als auch Russland zulasse. Erdogan sieht sein Land als das Einzige, dass die Macht habe, einen Rückzug im Sinne der internationalen Gemeinschaft, der USA und des syrischen Volkes zu gewährleisten.
deutschlandfunk.de

ZITAT

„November’s clash in the Kerch Strait was a taste of coming tensions. Putin continues to see Ukraine as vital to Russia’s sphere of influence. Their shared historic, political, and cultural links have undergirded Russia’s actions since long before the 2013-2014 Maidan revolution.“
Das Analysehaus Eurasia Group aus New York hat den neuen Global Risk Report für das neue Jahr veröffentlicht. Darin werden die größten geopolitischen Risiken für 2019 aufgezeigt. Eines davon sind die Spannungen zwischen der Ukraine und Russland.
eurasiagroup.net

DISCONNECTED

Cyber-Security immer mehr im Fokus: Hacker-Angriffe, Cyberwars und Datenklaus sind derzeit in aller Munde. Die Sicherheit im Netz ist damit ein Geschäft, das sehr gut läuft. Laut Statista machte der Markt für Cyber-Security im Jahr 2017 einen Umsatz von rund 137 Milliarden Dollar. Es wird geschätzt, dass dieser Markt in den nächsten 6 Jahren um 80 Prozent auf rund 250 Milliarden Dollar anwachsen soll. Im Internet of Things, der Vernetzung im autonomen Fahren sowie bei Sicherheitslösungen für das Militär erhofft man sich einen großen Nutzen durch Cyber-Security.
onvista.de