WWF KW24 Plastik-Atlas 2019 veröffentlicht, EU verpasst Klima-Ziele, Flüssiggas-Terminals

– NACHRICHTEN –

„Plastikatlas 2019“ veröffentlicht. Wie aus dem „Plastikatlas 2019“ hervorgeht, werden in Deutschland lediglich 16 Prozent des Plastikmülls recycelt. Der große Rest des angefallenen Mülls werde verbrannt oder verschifft.  Im Jahr 2018 wurden allein in die Türkei  rund 50000 Tonnen geschickt.  Damit sei Deutschland nach den Vereinigten Staaten und Japan der drittgrößte Exporteur von Plastikmüll. China und Malaysia, die bislang größten Abnehmer von Plastikmüll, haben jedoch mittlerweile den Müll-Import reduziert. Der Bericht geht auch auf die Auswirkungen der Plastikherstellung auf das Klima ein. Demnach dürfte sich der Ausstoß von Kohlendioxid auf 52,5 Gigatonnen belaufen. Zudem wächst der Plastikberg stetig weiter.  Daher fordern die Initiatoren des Plastikatlasses , der Bund für Umwelt und Naturschutz sowie die Heinrich-Böll-Stiftung, die Politik zum Handeln auf. Ein Problem sei laut WWF Deutschland auch der Tourismus in der Mittelmeerregion, der das Müllaufkommen saisonal so sehr vergrößere, dass die kommunale Abfallentsorgung nicht hinterherkäme.
zeit.de, spiegel.de, derwesten.de

EU droht Ziele bei Erneuerbaren zu verpassen: Die EU könnte ihr Ziel für 2020 für den Ausbau klimafreundlicher Energie verfehlen. Deutschland und sieben andere Staaten müssen aus Sicht der Europäischen Rechnungsprüfer deutlich mehr Tempo machen, um ihre Zusagen noch zu schaffen. Sechs weitere Staaten dürften ihre Ziele sogar verfehlen. Mit Blick auf das EU-Gesamtziel sei man skeptisch. Die Experten kritisierten die Förderpolitik und forderten Auktionen zum Ausbau der Kapazitäten, mehr Bürgerbeteiligung, weniger bürokratische Hürden und bessere Stromnetze. In Deutschland und drei weiteren Staaten seien anfangs zu hohe Subventionen vorgesehen gewesen, was steigende Strompreise oder Haushaltsdefizite zur Folge gehabt habe. Als die EU-Staaten die Förderung 2014 dann gesenkt hätten, habe dies das Vertrauen der Investoren erschüttert und den Markt einbrechen lassen. Danach habe sich der Ausbau verlangsamt.
faz.net, n-tv.de

Unverwüstliche Maikäfer. Auch wenn er schon oft von Land- und Forstwirten verflucht wurde und im Mittelalter gar vor Gericht landete: Bislang konnte sich der Maikäfer immer wieder durchsetzen. Nachdem es unter anderem 1938 in Schles­wig-Hol­stein zu einem Massenflugjahr gekommen war und die Insekten zu Millionen getötet worden waren, wurden nach dem zweiten Weltkrieg das Insektizid DDT eingesetzt.  Nach dessen Verbot 1972 erholte sich die Population jedoch rasch, allerdings seien die Zahlen regional immer noch niedrig. Dies lasse sich zum Teil mit na­tür­li­chen Be­stands­schwan­kun­gen er­klä­ren. Ein weiterer Grund sei die Landwirtschaft und Verstädterung.  faz.net

Bundesrat erlaubt Förderung des Baus von Flüssiggas-Terminals. Durch Gesetzeserleichterungen und Zuschüsse soll der Bau von Flüssiggas-Terminals an der deutschen Küste gefördert. Vergangene Woche billigte der Bundesrat eine entsprechende Verordnung. Gemäß dieser Verordnung liegen die Kosten in Zukunft hauptsächlich bei den Gasnetzbetreibern. Diese dürfen dann jedoch die Nutzer zur Kasse bitten. Während die Bundesregierung die Verordnung als wichtigen Schritt in der Energiewende ansieht, stößt sie bei Linkspartei und Umweltverbänden auf Unverständnis. welt.de

Deutsche im Kampf gegen Klimawandel zu Verzicht bereit. Zur Bekämpfung des Klimawandels kann sich eine Mehrheit der Deutschen vorstellen, weniger zu fliegen oder weniger Fleisch zu essen. Eine Verteuerung der Preise ist für viele jedoch nicht akzeptabel. Das geht aus einer einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov hervor. Die Große Koalition betont daher auch, dass die angestrebte Energiewende für alle bezahlbar bleiben müsse. zeit.de

Klimawandel im Finanzsektor bmu.de
Aldi bittet für Plastikbeutel zur Kasse faz.net
Bär auf dem Weg nach Bayern merkur.de
Waldbrand auf ehemaligem Truppenübungsplatz unter Kontrolle rbb24.de

– ZAHL DER WOCHE –

135 Luchse streifen inzwischen wieder durch die deutschen Wälder, so das Ergebnis der neuesten „Volkszählung“ des Bundesamtes für Naturschutz.
haz.de

– KOMMENTAR –

Drohende Klimakatastrophe: Vor dem Absturz. In seiner Kolumne vergleicht Christian Stöcker das unentschlossene Handeln der Politiker zur Bekämpfung des Klimawandels mit einem Flug über den Atlantik, bei dem auf halber Strecke ein Leck im Tank entdeckt würde. Nun gäbe es zwei Möglichkeiten, weiterfliegen, in der Hoffnung, anzukommen, oder notlanden, wie die Piloten es vorhaben. Piloten und Passagiere würden eine Diskussion über die richtige Entscheidung beginnen. In genau dieser Situation sieht der Autor Union und SPD, die begreifen müssten, dass der Klimawandel ein globales Problem sei.
spiegel.de

– ZITAT DER WOCHE –

Wenn die CDU weiter schläft, wird sie der Wind des Klimawandels aus dem Kanzleramt fegen.“

Der ehemalige Bremer Umweltsenator Jens Eckhoff ist der Ansicht, dass seine Partei zu wenig für den Klimaschutz tut.
weser-kurier.de

– PODCAST oder EVENT-TIPP –

Bild

Text
link.de

– HINTERGRUND –

Kohleausstieg verpufft ohne und CO2 Preis. Klimaforscher des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung warnen vor unerwarteten Folgen des geplanten Kohleausstiegs. Durch die Abschaltung deutscher Kohlekraftwerke wäre es möglich, dass die Preise für Emissions-Zertifikate sinken würden. Dadurch käme es zu einer Verlagerung des CO₂-Ausstoßes ins Ausland.  Durch eine CO₂-Steuer in Höhe von 30 bis 60 Euro pro Tonne könne diesen unerwünschten Effekten entgegenwirkt werden.
sueddeutsche.de

Kreuzfahrtschiffe: Nabu nennt die schlimmsten Dreckschleudern Europas. Eine nun vom europäischen Dachverband Transport & Environment, einer Partnerorganisation des Naturschutzbundes Deutschland e.V.  (Nabu) veröffentlichte Studie entlarvt die schlimmsten Umweltsünder unter den Kreuzfahrtschiffen.  Demnach habe der weltgrößte Kreuzfahrtkonzern Carnival Corporation im Jahr 2017  „fast zehnmal mehr Schwefeloxide entlang Europas Küsten ausgestoßen hat als alle 260 Millionen Pkw in Europa zusammen.“ Platz zwei belegte Kreuzfahrt-Konzern Royal Carribean Cruises, der  weltweit der zweitgrößte ist. Die Kreuzfahrt-Lobby stellte indes den wissenschaftlichen Gehalt der Studie infrage.
stern.de

Billig-Mode auf Kosten der Umwelt. Durch Shopping, insbesondere beim Kauf von Billig-Mode, werden Umweltprobleme vergrößert. Zum einen weil Indien einer der weltweit größten Exporteure von Bekleidung und Textilien ist und genverändertes Saatgut, Pestizide und Dünger eingesetzt würden. Zum anderen sei der enorme Wasserverbrauch beim Baumwollanbau ein Problem. Die Textilien müssten anschließend noch transportiert werden und würden schließlich von uns gewaschen. Dadurch könnten Chemikalien in die Umwelt gelangen. Laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik sei Faserabrieb beim Waschen in Deutschland auf Platz 10 der größten Mikroplastikquellen im Land Trotzdem kaufe laut einer Greenpeace-Studie jeder Deutsche durchschnittlich 60 neue Teile pro Jahr.
n-tv.de

CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer befürchtet gesellschaftliche Spaltung bei Klimafrage: Im Streit über weitere Schritte in der Energie- und Klimapolitik hat sich Annegret Kramp-Karrenbauer besorgt geäußert. Deutschland steige parallel aus Atomkraft und Kohleverstromung aus – das sei ein großes Experiment, das kein anderes Land so mache. Das Experiment könne funktionieren, es könne aber auch scheitern, sagte sie auf der Jahresversammlung des Ifo-Instituts in München. Mit Blick auf die von verschiedenen Seiten geforderte CO2-Steuer oder CO2-Bepreisung betonte die CDU-Vorsitzende den sozialen Aspekt: Die Klimafrage könne zur neuen Spaltungsfrage im Land werden. Die jüngsten Wahlergebnisse für die Grünen einerseits und die AfD andererseits machten dies deutlich. Es sei deshalb wichtig, dass der Klimaschutz gesellschaftliche Akzeptanz finde. Entsprechende Maßnahmen müssten sozial ausgewogen sein und wirtschaftliche Anreize setzen. Zudem dürften sie die Betroffenen nicht belasten.
faz.net, zeit.de

– FOTO DER WOCHE –

Bild

Text
link.de

– TIERISCH –

Kleiner Käfer ganz groß:  Ein gewaltiger Schwarm von Marienkäfern wurde in Kalifornien gesichtet. Die Wolke aus den Krabbeltieren erstreckte sich über eine Größe von mehr als 15.000 Quadratkilometern.
ejz.de

– NICHT MEHR GRÜN –

Dicke Luft vor Kindergärten. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat dank tatkräftiger Mithilfe aus der Bevölkerung zum dritten Mal deutschlandweit die Belastung der Atemluft mit dem Dieselabgasgift Stickstoffdioxid (NO2) gemessen. Dazu wurde an 417 Messstellen sogenannte Passivsammler montiert, die sich neben Kindergärten, Schulen, Arztpraxen, Krankenhäusern, Pflege- und Seniorenheimen befanden.  Von den Messstellen konnten 347 ausgewertet werden. Dabei konnten 58 neue Hot Spots mit Überschreitungen des derzeitigen EU-Grenzwerts für NO2 von 40 µg /m³ identifiziert werden. 
finanznachrichten.de