WWF 01. Oktober

– NACHRICHTEN –

Lebensmittelampel ante portas Wie nährstoffreich Lebensmittel sind, ist für Bürger oft nicht klar erkennbar. Dies soll sich bald ändern. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat in einer Bürgerumfrage untersuchen lassen welches Modell am verständlichsten sei – die Bürger entschieden sich für den Nutri Score. Die Lebensmittelampel gibt anhand von fünf Stufen von A bis E Auskunft darüber, wie ein Produkt abschneidet. Für die Bewertung fließen die Werte von Zucker, Salz, Fetten, Proteinen und Ballaststoffen in Relation zum Tagesbedarf ein.
Der Weg für den Nutri Score ist jedoch noch nicht frei. Zunächst muss Klöckner einen Verordnungsentwurf entwickeln und diesen danach dem Kabinett vorstellen.
tagesschau.de, sueddeutsche.de

Klimapaket hinterläßt Spuren im Politbarometer Die Mehrheit der deutschen Bürger ist mit den Ergebnissen im Klimapaket unzufrieden. Dies spiegelte sich prompt in den Ergebnissen im Klimapaket wider. Während Union und SPD, einen, bzw. zwei Prozentpunkte verloren, legten die Grünen um drei Prozentpunkte zu. Gleichzeitig ist die Mehrheit der Bürger dennoch für den Fortbestand der Großen Koalition.
zdf.de, handelsblatt.de

Geldregen auf den deutschen Wald Lange Dürreperioden und der Befall durch den Borkenkäfer – die Bedingungen für die deutschen Wälder sind schlecht. Auf dem Nationalen Waldgipfel in Berlin stellte Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner ein Maßnahmenpaket vor, das unter anderem 800 Millionen Euro für die Aufforstung vorsieht. Es ginge dabei auch um eine Anpassung an die neuen Gegebenheiten des Klimawandels. Das Bundesumweltministerium geht mittlerweile von 180.000 Hektar geschädigtem Wald aus.
tagesschau.de

Die AfD entdeckt das Klimathema Die AfD möchte das Thema Klimaschutz stärker auf die eigene Agenda setzen – jedoch in entgegengesetzte Richtung. Man wolle sich gegen die aktuelle Klimaschutzpolitik positionieren, da diese „maßlos“ und ein „Irrsinn“ sei. Parteichef Alexander Gauland erklärt, dass dies auch ein Alleinstellungsmerkmal für die Partei sei. Alle anderen Parteien würden sich dem „Hype“ um die schwedische Aktivistin Greta Thunberg anschließen. Die Rolle von CO2 bei der Klimaerwärmung bezeichnet Gauland als „umstritten“.
spiegel.de

PAN-Studie: in Deutschland verbotene Ackergifte werden weiter exportiert Das Pestizid-Aktionsnetzwerk (PAN) schlägt Alarm: ein Viertel der aus Deutschland ausgeführten Pflanzenschutzmittel seien „hochgefährlich“. Darunter würden sich Substanzen finden, die in Deutschland längt verboten seien. Die PAN klagt an dass jährlich 41 Millionen Menschen weltweit Opfer von Vergiftungen durch Pestizide werden würden – Deutschland trägt mit bedenklichen Exporten dazu bei.
taz.de

Akw Hinkley Point wird deutlich teurer iwr.de
Österreich ruft Klimanotstand aus tt.com
Müllabfuhr für Geisternetze gesucht abendblatt.de

– ZAHL DER WOCHE –

AKW-Betreiber fordern 276 Millionen Euro Entschädigung für die gekippte Laufzeitverlängerung.
spiegel.de

– ZITAT DER WOCHE –

Wir werden den Planeten nicht retten, indem wir einen Morgenthau-Plan für Deutschland umsetzen und die Deutschen zu veganen Radfahrern machen.
FDP-Chef Christian Lindner im Interview mit der FAZ.
spiegel.de

– HINTERGRUND –

Braune Ökos: Umwelt- und Naturschutz von rechts In ihrem neuen Buch „Völkische Landnahme. Alte Sippen, junge Siedler, rechte Ökos“ illustrieren die Journalisten Andrea Röpke und Andreas Speit, dass Naturschutz längst auch ein Thema in rechtsradikalen Kreisen ist. Die Experten wollen mit ihrem Werk beweisen, dass Ökologie durchaus politisch ist und instrumentalisiert wird. Rechtsradikale Ideologie vermengt sich dabei mit einem patriotischen Naturschutz – damit wollen Gruppierungen in diesem Spektrum attraktiver werden.
faz.net

Top Ten der Energieverschwender Der CO2-Verbraucht steigt weltweit trotz der Sichtbarkeit von Umweltaktivisten und den Fridays-For-Future-Demonstrationen weiter an. Obwohl viele Länder darin investieren die Emissionen zu senken, ist der Pro-Kopf-Verbrauch in manchen Staaten noch immer auffällig hoch. Dies hängt auch mit dem Verbrauch an Primärressourcen zusammen. Die zehn Staaten, die ihren Verbrauch am meisten aus fossilen Primärquellen schöpfen sind: Katar, Island, Singapur, Vereinigte Arabische Emirate, Trinidad und Tobago, Kanada, Kuwait, Norwegen, Saudi-Arabien sowie die USA. Katar hatte dabei einen Pro-Kopf-Verbrauch von 749,7 Gigajoule, in Deutschland liegt der Verbrauch bei 164,8 Gigajoule.
capital.de

Lithium, das weisse Gold aus Bolivien Lithium ist ein wesentlicher Bestandteil für Batterien und Akkus. Seit 2004 hat sich der Preis von Lithium verachtfacht und hat sich derweilen auf ein Niveau von 16 000 Dollar eingependelt. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Bevölkerung Boliviens von der gewachsenen Nachfrage profitiert. Der belgische Fotograf Cédric Gerbehaye zeigt in eindrucksvollen Bildern, was der Abbau des „weißen Goldes“ tatsächlich bedeutet und welche Rolle die Bevölkerung darin spielt.
nzz.ch

– FOTO DER WOCHE –

Kersti Kaljulaid, Estlands Präsident, setzt modischen Zeichen gegen abschmelzende Pole. picture alliance/AP Photo/Richard Drew
rp-online.de

– TIERISCH –

Ein Wurm mit drei Geschlechtern lebt in Giftsee Unerwartete Entdeckung im kalifornischen Mono Lake: Forscher fanden Würmer mit drei Geschlechtern. Die Würmer können zudem die 500-fache Menge von Arsen überleben, die für einen Menschen tödlich wäre und sie tragen ihren Nachwuchs ähnlich wie Kangaroos. Das Forscherteam entdeckte jedoch nicht nur diese skurrilen Würmer, sondern auch acht sonderbare neue Spezies in dem See, der einen PH-Wert von 10 hat.
caltech.edu

– NICHT MEHR GRÜN –

Ökobilanz des Oktoberfests Während munter geschunkelt und Weißbier getrunken wird, verbrauchen die Wiesn-Besucher auch ordentlich Strom: In den 16 Tagen des Oktoberfests werden Drei Millionen Kilowattstunden verbraucht – allerdings handelt es sich dabei zu 100% um Ökostrom. Erfreulich ist die gesunkene Plastikbilanz, denn während 1991 jeder Besucher im Schnitt zwei Kilogramm Plastikmüll verursachte, sind es gegenwärtig lediglich 180 Gramm. Das Zusammenspiel aus politischer Unterstützung, guter Planung und kooperationsbewussten Unternehmen auf der Wiesn führen dazu, dass sich das Oktoberfest zunehmend in punco Ökobilanz verbessert.
sueddeutsche.de