WWF 5.11.

– NACHRICHTEN –

Insektensterben schreitet schneller voran als gedacht Laut einer neuen Studie der Technischen Universität München, ist das Insektensterben noch dramatischer als bislang vermutet. Die Forscher untersuchten zwischen 2008 und 2017 Vielfalt und Anzahl der Insekten. Ein Drittel der Insektenarten ist verschwunden, die Häufigkeit der Insekten nahm sogar um 78 Prozent ab. Dies sind durchschnittliche Werte, die jedoch das Ausmaß der Entwicklung abbilden. Die Vielfalt der Tiere nahm nicht nur auf konventionellen Wiesen und Wäldern ab, sondern auch in Naturschutzgebieten. Selbst die Wissenschaftler sind verblüfft. Ko-Autor Wolfgang Weisser kommentierte die Studienergebnisse: „Dass solch ein Rückgang über nur ein Jahrzehnt festgestellt werden kann, haben wir nicht erwartet – das ist erschreckend, passt aber in das Bild, das immer mehr Studien zeichnen.“
Die Forscher fanden heraus, dass am stärksten Betroffen landwirtschaftlich kultivierte Flächen vom Insektensterben betroffen sind – Tiere, die keine weiten Distanzen zurücklegen können, sind dort am häufigsten verschwuden.
spektrum.de

Autogipfel will E-Mobilität anschieben Die Bundesregierung hat gemeinsam mit den Partnern aus der Industrie ein Paket zur Förderung von Elektroautos beschlossen. Vor allem die Kaufprämie soll ein stärkerer Anreiz sein, um mehr E-Autos auf die Straßen zu bringen. Diese soll für Autos bei einem Listenpreis von 40.000 Euro bei 50 Prozent liegen. Das Programm der Kaufprämie soll bis 2025 fortgeführt werden – die Automobilbranche beteiligt sich weiterhin paritätisch an den Kosten. Insgesamt sollen 700.000 Fahrzeugkäufe dadurch unterstützt werden. Doch nicht nur die Kaufprämie, sondern auch ein Plan für den Ausbau der Ladestationen soll die Beliebtheit der E-Autos fördern.
tagesspiegel.de

Erste Klimaschutz-Klage gegen Bundesregierung Drei Bio-Landwirte aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Brandenburg hatten gemeinsam mit der Umweltschutzorganisation Greenpeace Klage gegen die Bundesregierung wegen der Klimapolitik eingereicht. Für die Bauern sind die Klimaziele existenziell – sie kämpfen bereits jetzt mit der Dürre der Böden, aber auch mit mehr Schädlingen, die durch die milden Winter nicht mehr sterben. Schwache Ernten und verdorbene Früchte sind die Folge. Das Berliner Verwaltungsgericht hat die Klage jedoch als unzulässig abgewiesen. Die Landwirte möchten jedoch nicht aufgeben und mahnen die Regierung zum Handeln, um den Klimawandel zu bremsen.
ndr.de

Klimakonferenz soll in Spanien stattfinden Die zweiwöchige UN-Weltklimakonferenz soll in Madrid ausgetragen werden, nachdem Chile wegen anhaltender Unruhen im Land die COP 25 abgesagt hatte. Der Vorschlag wird von der zuständigen Gremien geprüft, man sei jedoch optimistisch über die Austragung vom 2. bis 13. Dezember. Als Backup wäre eigentlich Bonn der Austragungsort, da das UN-Klimasekretariat dort seinen Sitz hat, allerdings sei dies ob der Kurzfristigkeit aus logistischen Gründen nicht möglich. Madrid hatte daher seine UN-Räumlichkeiten für die COP 25 angeboten.
In Chile gibt es derweil kein Ende der Massenproteste um soziale Ungleichheit, niedrige Löhne und hohe Lebenshaltungskosten. Es gab Tote und Verletzte unter den Protestierenden.
tagesspiegel.de

Dänen geben Grünes Licht für Nord Stream 2 n-tv.de
Greta Thunberg lehnt Preis ab faz.net
USA steigen offiziell aus Paris Abkommen aus spiegel.de
Stopfleberverbot in New York zeit.de

– ZAHL DER WOCHE –

Anderthalb Tonnen, das Gewicht zweier Kühe, bringen die Würmer auf einem Hektar Erde auf die Waage.
faz.net

– KOMMENTAR –

Markus Feldenkirchen greift Bundesregierung an SPIEGEL-Journalist Markus Feldenkirchen bezieht Stellung zur Klage der Bio-Bauern gegen die Bundesregierung und zieht ein klares Urteil: Das gesamte Bundeskabinett sitzt wegen Untätigkeit in der Klimapolitik zurecht auf der Anklagebank, meint der Autor.
radioeins.de

– BUCHTIPP –

Sea-Watch-3-Kapitänin Carola Rackete hat ihr neues Buch vorgestellt – es handelt von den globalen Krisen und einer Aufforderung ihnen mutig zu begegnen.
berliner-zeitung.de

– HINTERGRUND –

Das Sterben der Straßenbäume Die Bäume in den Städten leiden unter dem Klima. Allein in Berlin sind in den vergangenen zwei Jahren 7000 Bäume abgestorben, in Karlsruhe waren es 1200. Eine fatale Entwicklung – für die Luftqualität sind Bäume in Städten nämlich essenziell. Ein Baum kann Sauerstoff für bis zu 10 Personen erzeugen, sie fungieren zudem als Schattenspender und Feinstaubfilter. Die Städte versuchen mit unterschiedlichen Mitteln die Bäume zu stabilisieren und trotz der Dürre und den vergangenen Sommern zu stabilisieren. Auch die hohe Oberflächenversieglung belastet die Bäume, denn Beton kühlt nachts nicht ausreichend ab – die Boden bleiben warm und trocken.
sueddeutsche.de

„Druckbetankung“ – Batterieladung in zehn Minuten US-Forschern ist ein Meilenstein in der Entwicklung von Autoakkus gelungen – sie haben ein Modell konzipiert, das in nur 10 Minuten zu 80 Prozent geladen werden kann. Die geringe Reichweite und Ladedauer war bisher ein wesentliches Hindernis für die Popularität der Elektroautos, die als Übergangstechnologie auf dem Weg zur sauberen Mobilität betrachtet werden. Besonders raffiniert waren die Entwickler beim Bau einer Akku-Heizung – denn je schneller eine Batterie lädt, umso heißer wird sie und die Gefahr für einen Kurzschluss wächst. Dieses Problem kann nun umgangen werden.
spiegel.de

Ganz unten: Weltatlas der Regenwürmer Die Vermessung der Regenwurmwelt – so könnte man das Wissenschaftsprojekt nennen, aus dem nun ein Atlas der Regenwürmer entstanden ist. Eine Sammlung über Arten, Lebensweisen und Funktionen für das Ökosystem ist dabei herausgekommen. Regenwürmer werden nämlich unterschätzt – obwohl sie taub und blind sind, leisten sie einen wesentlichen Beitrag für die Gesundheit der Böden. Um dies zu unterstreichen, taten sich 141 Regenwurmforscher aus 57 Ländern zusammen und untersuchten welche Bedingungen für das Überleben der Würmer wesentlich sind – und weshalb die kleinen Wesen großen Respekt verdienen.
faz.net

Ölpest vor Brasilien Die Ölpest vor Brasilien ist noch immer außer Kontrolle und droht nun die Inselgruppe Abrolhos zu erreichen – eine Katastrophe für Flora und Fauna. Am dortigen Nationalpark befinden sich einzigartige Korallenriffe und seltene Tierarten.Der Ölteppich wurde 150 Kilometer vor der Inselgruppe gesichtet, primär ehrenamtlich organisierte Helfer versuchen Öl abzuschöpfen. Die Maßnahmen reichen nicht, doch staatliche Hilfe ist zu gering. Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro gilt als zögerlich bei Naturkatastrophen und mit einem größeren Interesse an wirtschaftlichen Extraktionen.
dw.com

– FOTO DER WOCHE –

Foto: Jörg Farys
twitter.com

– TIERISCH –

Besuch bei den dicken Seejungfrauen Seekühe waren an der Küste Floridas im vergangenen Jahrhundert nahezu ausgestorben. Nun sind die Dickhäuter, die am ehesten mit dem Elefanten und nicht mit Rindern artverwandt sind, zu einer Attraktion für Touristen geworden. Zwar machen Kollisionen mit Motorbooten sowie Kälteschocks den Seekühen das Leben schwer, doch ihre Population hat sich vergleichsweise stabilisiert. Für die Seekühe ist eine neue Faszination ausgebrochen, die bereits schon den Erkundet Christopher Columbus ereilt hatte – er bezeichnete die nicht gerade grazilen Meeresbewohner als Seejungfrauen.
sueddeutsche.de

– NICHT MEHR GRÜN –

H&M hat Angst vor „Konsumscham“ Die schwedische Modekette hat Angst vor Umweltaktivisten – genauer vor der „Konsumscham“, die Käufer von Fast Fashion abhalten soll. Das ständige Kaufen von billiger Kleidung mit fraglichen Wertschöpfungsketten und gefährlichen Ökobilanzen soll verpönt sein. Die Geschäftsführung von H&M sieht das natürlich ganz anders – es sei der Konsum, der wirtschaftlichen Aufschwung und die Schaffung von Arbeitsplätzen fördere. Die Menschen sollten also schön weiterkonsumierten. Dabei ginge sozial und ökologisch nachhaltiges Produzieren von Kleidung – H&M hat sich selbst eine Agenda für Verbesserungen von Standards gesetzt. Die Kriterien dafür sind aber auch Jahre später noch nicht erfüllt worden.
zeit.de