WWF 12.11

– NACHRICHTEN –

G20 kommen vom Klimakurs ab Das Netzwerk Climate Transparency hat seinen „Brown to Green“-Report veröffentlicht. Die Autoren stellen den G20-Staaten dabei kein gutes Zeugnis aus. Die G20-Staaten sind für rund 80 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich. Bislang liegt kein einziges Land auf dem selbstgesteckten 1,5 Grad-Kurs. Um das zu erreichen, müssten die G20-Staaten ihren Treibhausgas-Ausstoß bis 2030 um mindestens 45 Prozent im Vergleich zu 2010 reduzieren. Deutschland schneidet vor allem in den Bereichen Verkehr und Gebäude nicht gut ab. In drei Wochen beginnt die Weltklimakonferenz in Madrid.
zeit.de

Nuclar Waste Report: Keine Ensorgungslösung in Sicht Energie aus Atomkraft ist in vielen Ländern gang und gäbe. Allerdings haben die meisten Länder bislang keine Ahnung, was sie mit dem angefallenen radioaktiven Müll machen sollen. Lediglich Finnland ist dabei ein Endlager zu bauen. Laut dem „Nuclear Waste Report“ lagern in Europa 60.000 Tonnen abgebrannte Brennstäbe in Zwischenlagern, die nicht für die dauerhafte Aufbewahrung geeignet seien. Diese Zwischenlager stoßen aber immer mehr an ihre Kapazitätsgrenzen. In Finnland sind die Depots zu 93 Prozent ausgelastet. Insgesamt konstatieren die Forscher eine erhebliche Finanzierungslücke für die Lagerung. Die Kostenschätzungen der Regierungen basierten häufig noch auf veralteten Studien aus den 1970er- und 80er-Jahren. Die Studien haben die langfristigen Kosten weit unterschätzt.
handelsblatt.com

Bundesregierung setzt auf Wasserstoff Den Trend zum Elektroantrieb als umweltfreundlicher Alternative hat der Wirtschaftsstandort Deutschland verschlafen. Beim Thema Wasserstoff soll das kein zweites Mal passieren. Bis zum Ende des Jahres solle es eine „Wasserstoff Strategie“ geben. Darauf habe sich die vier Ministerien Wirtschaft, Verkehr, Forschung und Entwicklungszusammenarbeit verständigt. Deutschland soll in dem Bereich zur „Nummer eins in der Welt“ werden, sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier. Laut Verkehrsminister Andreas Scheuer sollen in drei Jahren 60.000 wasserstoffbetriebene Autos in Deutschland fahren. Derzeit seien es 600.
tagesschau.de

Umweltbundesamt: Luftverkehr grüner, weniger leiser Das Umweltbundesamt (UBA) will den Flugverkehr in Deutschland drastisch reduzieren. Bei der Tagung zum „Luftverkehr der Zukunft“ in Berlin legte das Amt ein entsprechendes Konzept. Demnach sollen sollen Maßnahmen ergriffen werden, die zu einem Sinken der Flüge führen. Dafür sollen unter anderem keine neuen Flughäfen mehr gebaut, mehr Verkehr auf die Schiene verlagert und die Preise angehoben werden. Kritik kommt von der Umweltgruppe „Am Boden bleiben“. Die Ansätze seihen zu zaghaft und widersprüchlich. „Das UBA macht Hoffnungen, die sich nicht erfüllen lassen“
taz.de

Windenergie in der Krise: Der große Blackout Die deutsche Windkraftbranche steckt tief in der Krise. Nun hat einer der größten Hersteller, Enercon, angekündigt, 3.000 Stellen zu streichen. Die Schuld daran gibt das Unternehmen der Bundesregierung. Die habe habe zu einem Einbruch im Markt für Windanlagen gesorgt. Eigentlich müssten viele Windräder gebaut werden, doch das Gegenteil ist der Fall. Im ersten Halbjahr 2019 kam der Ausbau der Windkraft an Land fast zum Erliegen. Nur rund 150 Windräder wurden neu errichtet, rund 80 Prozent weniger als im Vorjahr. Kritik kam auch von den Grünen. Ihr Fraktionsvize im Bundestag, Oliver Krischer, sagte: „Die Bundesregierung treibt nach der Fotovoltaik gerade eine weitere Zukunftsbranche aus dem Land.“
welt.de

Saudischer Ölkonzern vor größtem Börsengang der Geschichte nzz.ch
Die Queen verzichtet auf Pelz, fast faz.net
Umweltgebühr bei Starbucks merkur.de
Neue Chefs bei BUND und Nabu sueddeutsche.de
Schweiz entsorgte radioaktives Material im Meer nzz.ch

– ZAHL DER WOCHE –

Der Fischfang verursacht jährlich 640.000 Tonnen Plastikmüll im Meer. Das sind rund zehn Prozent des gesamten Mülls.
br.de

– KOMMENTAR –

Bojanowsky kritisiert den Klima-Aufruf der Wissenschaftler Letzte Woche veröffentlichten 11.000 Wissenschaftler einen Aufruf, in dem sie vor einem Klimanotstand warnten. Dieser Aufruf könnte der Klimabewegung jedoch einen Bärendienst erwiesen haben sagt Axel Bojanowski. Denn er war alles andere als seriös. Fakten wurden unsauber wiedergegeben. So heißt es, der Waldbestand ginge zurück, was jedoch falsch ist. Auch ist nich klar, welche Expertise die Unterzeichner haben. Einer unterschrieb sogar mit „Mickey Mouse“. Für die Glaubwürdigkeit der Klimaforschung ist das fatal.
cicero.de

– ZITAT DER WOCHE –

Plastiktüten sind der Inbegriff der Ressourcenverschwendung.„>
Umweltministerin Svenja Schulze bei bei der Präsentation einer Kampagne gegen Plastiktüten
sueddeutsche.de

– EVENT-TIPP –

Am 29.11. findet der nächste Klimastreik statt. Jeder kann bei sich vor Ort mitmachen.
klima-streik.org

– HINTERGRUND –

Wie Autofahrer die Allgemeinheit belasten Autofahren kostet Geld, klar. Allerdings kostet es nicht nur die Besitzer, sondern alle. Also auch diejenigen, die kein Auto besitzen. Laut dem neuesten „Mobilitätsatlas“, den der Verkehrsclub Deutschland veröffentlichte, sind es 10,8 Cent, den die Allgemeinheit zahlt. Dieser Betrag entsteht durch Klimaschäden, freigesetzte Luftschadstoffe, Lärm, Schäden an der Natur, die Produktion der Fahrzeuge, aber auch durch Unfälle. Diese machen knapp die Hälfte aus. Die Kosten für Klimaschäden werden auf 1,7 Cent gerechnet. Noch schlechter als das Auto schneidet lediglich ein Inlandsflug ab, hier verursacht jeder Personenkilometer Kosten von 12,77 Cent – 7,10 davon entfallen allein auf Klimaschäden.
spiegel.de

Fettes Brot: Bier aus Lebensmittelabfällen Deutschland gilt als Land des Bieres und des Brotes. Und vielleicht bald auch als das des Bieres aus Brot. 1,7 Millionen Tonnen Backwaren werden hierzulande jährlich weggeschmissen. Daniel Anthes fand, das man mit denen auch sinnvoller umgehen kann und fing an sie für das Bierbrauen zu verwenden. Das Rezept dafür stammt schon aus dem Mittelalter. Insgesamt hat er bis jetzt 2.100 Liter gebraut, macht 2.000 weggeworfene Scheiben Brot. Um noch mehr zu brauen, hat er eine Crowdfunding-Kampagne starten. Das nächste Ziel sind 5.000 Liter Bier.
sueddeutsche.de

Moore: die tickenden Klimazeitbomben Moore sind wichtige Bestandteile für die Aufrechterhaltung des weltweiten Klimas. Als Kohlestoffsenken speichern sie CO2. Werden die Moore trockengelegt, kehrt sich das Ganze um. Dann setzen sie ihre gespeichertes CO2 wieder frei. Wie gravierend das ist, zeigt eine neue Studie
des Forschungsinstituts Agroscope in Zürich. Sie fanden heraus, dass zwischen 1850 und 2015 50 Millionen Hektar Moor verloren gegangen sind. Das entspricht der Größe Spaniens. Die Menge an freigesetzten CO2 beziffern die Forscher auf 80 Milliarden Tonnen. Das Trockenlegen der Moore ist dabei noch lange nicht vorbei. Bis zum Ende des Jahrhunderts könnte sich die Zahl verdoppeln. Die Wissenschaftler plädieren dafür, die Rolle der Moore als Kohlenstoffsenken ernst zu nehmen. Statt Moore trocken zu legen, sollten viel mehr neue angelegt werden.
nzz.ch

– FOTO DER WOCHE –


In Australien fielen Hunderte Koalas den verheerenden Buschbränden zum Opfer. Der Klimawandel verschlimmert auf dem Fünften Kontinent Hitzewellen, Dürreperioden und Waldbrände. Fast 2000 australische Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht. Archivfoto: picture alliance / ap / Mark Pardew

fr.de

– TIERISCH –

Ende einer Freundschaft Im Zoo russischen Wladiwostok kam es 2015 zu einer außergewöhnlichen WG. Der Ziegenbock Timur sollte dem sibirischen Tiger Amur eigentlich zum Fressen vorgeworfen werden. Doch der Tiger fand den Gefallen an seinem Gefährten. Und so wurden sie ein unzertrennliches Paar. Jedenfalls für einige Zeit. Keine Freundschaft kommt ohne Zwist aus und Amur hatte sich nicht mehr unter Kontrolle. Von dem Prankenschlag hatte sich Timur nicht mehr richtig erholt. Er wurde zwar wieder zusammengeflickt und in ein anderes Gehege gesteckt. Doch nun ist er an den Spätfolgen gestorben.
tagesspiegel.de

– NICHT MEHR GRÜN –

Innovative Nashornrettung Die Hörner eines Nashorns versprechen abergläubischen Menschen angeblich eine Wunderheilung. In Asien werden gemahlene Hörner mit Viagra zerpulvert, um Kunden zu täuschen. Das der Bestand der Tiere dabei weltweit dezimiert wird, schreckt weder Käufer noch Verkäufer ab. Um sie zu täuschen, haben Wissenschaftler nun einen cleveren Trick angewandt. Die Hörner bestehen aus Haaren, die zusammenwachsen und durch Talg verklebt werden. Die Forscher haben nun Pferdehaare genommen und diese präpariert, so dass es ihnen gelang ein Horn nachzubilden. Ziel ist es nun diese Fake-Hörner auf den Markt zu bringen und die Händler zu täuschen. Letztendlich soll der Markt so sehr geschwemmt werden, dass die Preise für Hörner in den Keller gehen und die Nashornjagd unrentabel wird.
spektrum.de