– NACHRICHTEN –
Klimapaket ausgepackt Das Klimapaket hat die letzte legislative Hürde genommen. Zumindest in Teilen. Der Bundesrat verzichtete beim Gesetz zur Einführung des nationalen Emissionshandels für die Bereiche Verkehr und Wohnen, beim Klimaschutzgesetz, das verbindliche jährliche CO2-Ziele für alle Sektoren festlegt, und beim Gesetz zur Erhöhung der Flugticketabgabe den Vermittlungsausschuss anzurufen. Gestoppt wurden dagegen die steuerlichen Aspekte wie Senkung der Mehrwertsteuer für die Bahn, und der steuerlichen Förderungen von energetischer Gebäudesanierung und neuen Heizungen und der Anhebung der Pendlerpauschale. Linke und Grüne fordern bei der Pendlerpauschale Nachbesserungen. Insgesamt monieren die Länder, dass ihnen durch die Steuersenkungen Einnahmen verloren gingen.
taz.de
EU-Parlament ruft Klimanotstand aus Das Europaparlament in Straßburg hat mit einer überraschend großen Mehrheit en „Klimanotstand“ für Europa ausgerufen. 429 Parlamentarierinnen und Parlamentarier sprachen sich dafür aus, es gab 225 Gegenstimmen, 19 Abgeordnete enthielten sich. Bei der Resolution handelt es sich zunächst um einen rein symbolischen Akt. Allerdings soll dadurch Druck auf nationale Gesetzgebungen ausgeübt werden. Der Vorsitzende des Umweltausschusses, Pascal Canfin, sagte nach der Abstimmung, er sei stolz, eine Mehrheit im Europaparlament erreicht zu haben, um Europa zum ersten Kontinent zu machen, der den Klima- und Umweltnotstand ausruft.
zeit.de
Abstandsregelung: Widersprüchliche Signale aus dem Wirtschaftsministerium Der Gesetzentwurf, wonach die Abstandsregel für Windräder auf 1.000 Metern zu Wohnbebauungen festgelegt werden sollte, ist offenbar vom Tisch. Im jüngsten Entwurf des Kohleausstiegsgesetzes ist die Abstandsregelung nicht mehr enthalten. Allerdings wurde damit auch ein Passus zu Offshore Anlagen gestrichen. So enthielt der Entwurf des Gesetzes zunächst auch den Wegfall des 52-Gigawatt-Ausbaudeckels für die Photovoltaik sowie die Erhöhung des Ausbauziels für die Offshore-Windkraft von 15 Gigawatt (GW) auf 20 GW im Jahr 2030. Für den Bundesverband der Windparkbetreiber Offshore ist nicht nachvollziehbar, wie der Zusammenhang zwischen beiden Regeln hergestellt wurde.
handelsblatt.com
BfN: zählt 105 Wolfsrudel in Deutschland Die Wolfspopulation in Deutschland wächst. Laut dem aktuellen Monitoring des Bundesamts für Naturschutz (BfN) und der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) gibt es 105 Wolfsrudel in Deutschland. Die meisten davon leben in Brandenburg. Dazu kommen 25 erfasste Wolfspaare sowie 13 sesshafte Einzelwölfe. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bewertet die Entwicklung grundsätzlich positiv, sieht die Zahl für einen günstigen Erhaltungszustand. Kritik kam vom Deutschen Jagdverband (DJV). Demnach gäbe es viel mehr Wölfe, als die in dem Monitoring erfassten.
rbb24.de
Agrargipfel im Kanzleramt Nach dem großen Bauernprotest letzte Woche, treffen sich am heutigen Mittwoch Bauernvertreter mit Kanzlerin Angela Merkel und Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner zum Agrargipfel. In einem Interview erklärt der Agrarwissenschaftler Hubert Wiggering die verzwickte Lage. Seiner Meinung nach, seien die Demonstrationen der Bauern verständlich. Diese würden lediglich den Spielraum ausnutzen, den ihnen die Politik vorgebe. Diese habe es verpasst rechtzeitig die Weichen in Sachen nachhaltiger Landwirtschaft zu stellen.
tagesschau.de
Oxfam legt Bericht zu Klimaflüchtlingen vor zdf.de
Artensterben: Hessische Klimaverlierer hessenschau.de
Trampen für Rentner br.de
Minister plädieren für Steuerbefreiung von fairem Kaffee deutschlandfunk.de
Grüne Heuschrecke: Der Hedgefondsmanager Chris Hohn sueddeutsche.de
– ZAHL DER WOCHE –
Rund siebzehn Milliarden Lämpchen leuchten jedes Jahr in deutschen Haushalten zur Weihnachtszeit. Rund 660 Millionen Kilowattstunden benötigt die jährliche Dekoration laut Schätzungen. Dabei entstehen Stromkosten von 190 Millionen Euro, und ein Ausstoß von 390.000 Tonnen CO2.
br.de
– KOMMENTAR –
Silke Kersting fordert mehr Mut beim Klimaschutz Silke Kersting (Handelsblatt) plädiert zum Start der Klimakonferenz in Madrid für ehrgeizigere Maßnahmen . Wir haben verstanden, suggeriere die Rhetorik vieler Staaten. Doch ihr Handeln stehe in krassem Gegensatz dazu. Besonders die großen Industrie und Entwicklungsländer werden ihrer Verantwortung noch immer nicht gerecht.
handelsblatt.com
– ZITAT DER WOCHE –
„Bei Kreuzfahrten, SUVs, dem Luftverkehr, der Digitalelektronik und der Nachfrage nach noch mehr Wohnraum offenbart sich die Lebenslüge einer Gesellschaft, deren Mehrheit meint, sie sei klimakompetent, aber lebt wie ökologische Vandalen“
Im Vorfeld der Klimakonferenz geht der Ökonom und Wachstumskritiker Nico Paech mit der Gesellschaft hart ins Gericht.
tagesspiegel.de
– PODCAST oder EVENT-TIPP –
Die Schiedsrichter der Deutschen Eishockeyliga liefen in der vergangenen Saison im Panda Look aufs Eis. Die Restbestände der Trikots wurden jetzt zu Waschbeuteln upgecycelt.
scallywaghockey.com
– HINTERGRUND –
Griechenland: Milliardenprogramm für erneuerbare Energien Griechenland fängt an, auf regenerative Energien zu setzen. In den nächsten acht Jahren sollen alle Kohlekraftwerke geschlossen werden. Im Gegenzug sollen 44 Milliarden Euro in den Ausbau erneuerbarer Energien gesteckt werden. Die Investitionen sollen vor allem aus öffentlichen Geldern sowie mit Mitteln der EU gestemmt werden, wie die Regierung mitteilte. Insgesamt soll der Anteil von Wind-, Sonnen- und Wasserkraft auf mindestens 35 Prozent erhöht werden. Im Jahr 2016 waren es 15 Prozent.
reuters.com
Renaissance der Nachtzüge In Zeiten von Flugscham entdecken viele Reisende den Nachtzug wieder für sich. Vor allem die österreichische Bahn, die traditionell viele Nachtzüge anbietet, profitiert von dem Boom. Die Deutsche Bahn dagegen sträubt sich noch den Trend anzuerkennen. Sie bietet seit drei Jahren keine Nachtzugverbindungen mehr an und hat auch nicht vor, sie wieder einzuführen. Sie hängt an österreichische Nachzüge einen eigenen Wagon an. Allerdings mit Sitzen, statt Liegen.
zeit.de
Spanien: Klimakrise beim Gipfelgastgeber An diesem Montag begann in Madrid die Weltklimakonferenz. Dabei ist Spanien einer der schlimmsten Klimasünder. Schuld daran, ist die Abhängigkeit von den größten Wirtschaftsfaktoren des Landes. Der extensive Gemüseanbau in Andalusien und der exzessive Tourismus führen das Lang immer wieder an den Rand von Wasserknappheit. Durch die permanente künstliche Bewässerung ist das ökologische Gleichgewicht vieler Ortens aus dem Lot.
sueddeutsche.de
– FOTO DER WOCHE –

Eiskalter Protest in Berlin gegen das Klimapaket.
handelsblatt.com
– TIERISCH –
Mehr Regel als Ausnahme: Homosexualität im Tierreich Was bei den Menschen in vielen Teilen immer noch nicht akzeptiert ist, ist bei Tieren das natürlichste der Welt: Homosexualität. Bei 471 Tierarten ist Homosexualität dokumentiert, darunter befänden sich 167 Säugetierarten, 132 Vögel, 32 Amphibien und Reptilien, 15 Fische und 125 Insekten und andere Wirbellose. Hinzu kommen 19 domestizierte Arten wie Rinder, Schafe, Schweine, Kaninchen, Pferde, Hunde und Katzen. Im Bremerhavener Zoo sind sechs der 20 Humboldt-Pinguine schwul. Ein schwules Pärchen hat es sogar geschafft, ein herrenloses Ei erfolgreich auszubrüten.
taz.de
– NICHT MEHR GRÜN –
Chemiecocktails aus Bambus-Kaffeebechern Wer auf Plastik verzichten will, sollte nicht unbedingt Geschirr aus Bambus oder Maismehl als Alternative wählen. Denn diese können unter Umständen gesundheitliche Risiken bergen. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) fand in einer Untersuchung heraus, dass bei Hitze die Grenzwerte für Melamin zu 25 Prozent und in rund jedem zehnten Fall der für Formaldehyd überschritten werden. Grund dafür ist, dass das Geschirr fast nie wirklich aus Bambus ist. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) besteht das Geschirr, das als sogenannte Bambusware beworben wird, „in der Regel“ aus Melamin-Formaldehyd-Harz (MFH) – das ist nicht biologisch abbaubarer Kunststoff. Bambusfasern würden nur als Füllstoff verwendet.
zeit.de
