– NACHRICHTEN –
Green Deal: Von der Leyens großer Wurf Die neue EU-Kommissionspräsidentin Ursula Von der Leyen hat ihren Green Deal vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein Maßnahmenpaket, dass den Klimaschutz und die dafür notwendigen wirtschaftlichen Veränderungen in der EU vorantreiben soll. Der Kern des Deals sind zwei große Vorhaben. Zum einen soll die EU bis 2050 klimaneutral aufgestellt werden. Dieses Ziel dsoll in einem Gesetz verankert werden. Dieses soll bis März 2020 vorliegen. Das andere Vorhaben ist die Senkung der Klimagase um 50 bis 55 Prozent unter den Wert von 1990. Bisher geplant war ein Minus von nur 40 Prozent. Nötig um das zu erreichen ist ein weitreichender Umbau von Industrie, Energieversorgung, Verkehr und Landwirtschaft. Dafür plant die EU-Kommission zahlreiche Gesetze und Programme. Dazu gehören eine neue Industriestrategie, Importhürden für klimaschädlich produzierte Waren und eine Strategie für sauberen Verkehr. Aber auch neue Emissionsgrenzwerte für Autos und der Handel mit Verschmutzungsrechten im Schiffsverkehr. Für Fluggesellschaften sollen die Verschmutzungsrechte verteuert werden. Ebenso geplant ist der schnellere Ausbau der Ökoenergie. Für Umweltverbände gehen all die Maßnahmen nicht weit genug. Die Wirtschaft dagegen warnt vor unmöglich zu erreichenden Zielen.
sueddeutsche.de, zeit.de
Ent-Täuschung auf dem Klimagipfel Die Weltklimakonferenz in Madrid ist ohne substantielle Ergebnisse zu Ende gegangen. Dabei wurden die Beratungen so lange überzogen wie noch nie. 41 Stunden nach dem offiziellen Ende erst konnte Konferenzpräsidentin Carolina Schmidt die Einigung auf die Abschlusserklärung verkünden. Doch darin stand nicht viel, außer dass man die meisten Probleme in die Zukunft verschieben wolle. Dementsprechend verärgert reagierten Umweltverbände. Der WWF bezeichnete die Beschlüsse als „so müde wie die Delegierten nach zwei durchverhandelten Nächten“ und betonte, die Konferenz sei „ein gruseliger Fehlstart in das für die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens so entscheidende Jahr 2020“.
taz.de, faz.net
Warten auf die Fangquoten Aktuell ringen in Brüssel die Fischereiminister der EU-Mitgliedsstaaten um die Fangquoten für das kommende Jahr. Der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) hat eine Reihe von Empfehlungen für die europäischen Gewässer veröffentlicht – auf welche Weise diese jedoch politisch umgesetzt wird, fechten die Minister auf EU-Ebene aus. Für Deutschland ist die Ostsee besonders wichtig. Vorab wurde publik, dass man sich um eine Reduzierung des Fangs von Dorsch und Hering um 60, bzw. 65 Prozent verständigt hatte. Fischer sollen entschädigt werden.
welt.de, nzz.ch
Grüne fordern Recht auf Reparatur Die Bundestagsfraktion der Grünen fordert in einem Antrag ein „Recht auf Reparatur“. In den meisten Fällen ist es für Kunden unattraktiv ein Gerät reparieren zu lassen, da ein neues im Vergleich günstiger ist. Das wollen die Grünen ändern. Elektrogeräte müssten so gebaut werden, dass sie einfach repariert werden können. Dafür müssten sie aber gebaut werden. Wichtige oder besonders anfällige Komponenten wie Akkus dürften nicht fest verbaut sein, Ersatzteile und Reparaturanleitungen müssten verfügbar sein. Zudem fordern die Grünen, dass die Bundesregierung Informationspflichten über die Mindestnutzungsdauer von Elektrogeräten sowie ein Label einführt, das kenntlich macht, wie lange Ersatzteile und Softwareupdates zur Verfügung gestellt werden. Nach Ablauf dieser Frist sollen die Hersteller Bauanleitungen der Allgemeinheit zur Verfügung stellen.
sueddeutsche.de
Kompromiss bei Klimapaket tagesschau.de
Dänemark will künstliche Insel spiegel.de
EZB und eine grüne Geldpolitik zeit.de
Schweiz: Licht aus im AKW Mühleberg derstandard.at
Spitzbergens Rentieren gehts besser n-tv.de
– ZAHL DER WOCHE –
30 Millionen Weihnachtsbäume kauften die Deutschen im vergangenen Jahr. Wer es nachhaltig mag, greift am besten zu einem Baum, der in der Region gewachsen ist und ein Bio- oder FSC-Siegel trägt. Noch umweltfreundlicher ist es, sich unter Anleitung des Försters im Wald selbst eine Tanne zu schlagen.
spiegel.de
– ZITAT DER WOCHE –
„Wir müssen aufhören, dumme Dinge zu tun.“
Der frühere US-Vizepräsident Al Gore sparte beim Klimagipfel nicht mit drastischen Worten.
derstandard.at
– BUCH-TIPP –
Der Evolutionsbiologe Matthias Glaubrecht schreibt in seinem Buch über die Auswirkungen des Artensterbens auf die Entwicklung von Mensch und Natur.
Matthias Glaubrecht: „Das Ende der Evolution. Der Mensch und die Vernichtung der Arten“
C. Bertelsmann, München 2019
1072 Seiten, 38 Euro
deutschlandfunkkultur.de
– HINTERGRUND –
Buschfeuer: Sydney versinkt im Rauch Die Buschbrände haben Australien fest im Griff. Dank starker Winde und trockener haben die Flammen leichtes Spiel. Die Menschen in Sydney könnten bald von den Flammen umzingelt sein. Denn in die Stadt führt nur ein Highway. Wenn die Brände den überqueren, bleibt den Menschen nur die Flucht übers Meer. Der Qualm und die Umweltbelastung hat auch in Australien das Bewusstsein für die Folgen des Klimawandels gestärkt, sagt die Journalistin Vera Sprohten. Der Bevölkerung sei klar geworden, dass ihre Stadt in einer Reihe mit „Smogstädten“ wie Djakarta, Shenzen oder Dehli stehe.
swr.de
Kohlekraftwerk: Datteln 4 ist das Letzte Klimaaktivisten und Umweltschützer haben das Kohlekraftwerk 4 ins Visier genommen. Dieses gehört mehrheitlich dem ehemaligen E.on-Ableger Uniper, an dem der finnische Staatskonzern Fortum bereits im vergangenen Jahr die Mehrheit übernommen hat. Eine Delegation des Bunds für Umwelt und Naturschutz (BUND) und der Organisation urgewald wollen darum nach Finnland reisen, um die dortige Regierung davon abzubringen, das Kohlekraftwerk in Betrieb zu nehmen. für sich selbst einen Kohleausstieg bis zum Jahr 2029 beschlossen und sich verpflichtet, keine neuen Kohlekraftwerke mehr zu bauen. Die Umweltschützer wollen die finnische Regierung in ihren Gesprächen auf den Widerspruch zu ihrer eigenen Politik und auf die möglichen Gefahren einer Inbetriebnahme hinweisen.
spiegel.de
Nord Stream 2: Zoff um die Gaspipeline Die USA lassen nach der Androhung von Sanktionen gegen die Ostseepipeline Nord Stream 2 Taten sprechen. Das Repräsentantenhaus stimmte dafür, Strafen gegen am Bau beteiligte Firmen zu verhängen. Die Sanktionen sehen unter anderem vor, gegen Manager der Firmen im Zusammenhang mit der Erdgas-Pipeline und deren Hauptaktionäre mit Kontrollmehrheit Einreiseverbote in die USA zu verhängen. Auch bestehende Visa sollen widerrufen sowie Transaktionen der Betroffenen, die sich auf ihren Besitz oder ihre geschäftlichen Interessen in den USA beziehen, blockiert werden können. Das Gesetz muss von US-Präsident Donald Trump noch unterzeichnet werden. Zunächst muss der Senat den Maßnahmen zustimmen. Die Verlegefirmen drohen jedoch mit einem Bau-Stopp, sobald die Sanktionen greifen. Die USA kritisieren Nord Stream 2 schon lange. Sie fürchten eine verstärkte Abhängigkeit Europas von Russland.
ndr.de
– FOTO DER WOCHE –
Greta Thunberg, die 16-jährige Ikone der weltweiten Klimaschutz-Bewegung, ist vom Time Magazine zur „Person of the year 2019“ gekürt worden. Damit ist sie die jüngste Person, die jemals diesen Titel bekommen hat.
jetzt.de
– TIERISCH –
Betrunkener Waschbär auf Weihnachtsmarkt Ein Waschbär hat dem Erfurter Weihnachtsmarkt einen folgenschweren Besuch abgestattet. Das Tier schlenderte offenkundig einigermaßen angetrunken durch die Stände hindurch und legte sich irgendwann schlafend unter einen Mülleimer. Die Feuerwehr nahm das Tier an sich. Da Waschbären als invasive Art in Europa gelten, musste der Waschbär von Stadtjägern erschossen werden. Waschbären haben keine natürlichen Feinde hierzulande und gefährden den Bestand von Vögeln und Schlangen.
swr3.de
– NICHT MEHR GRÜN –
Weihnachststerne aus Uganda: unchristliche Anbaumethoden belasten Victoriasee Weihnachtssterne gelten als schöne Dekoration zur Weihnachtszeit. Die Produktion ist allerdings alles andere als besinnlich. In Uganda am Ufer des Victoriasees richten die Anbaustätten erhebliche Schäden an. Das berichten Fischer vor Ort. Angeblich würden aus den Gewächshäusern Pestizide ins Wasser geleitet, die die Fischpopulationen schrumpfen lassen. Selecta One, ein Unternehmen aus Stuttgart, bezieht seine Weihnachtssterne von dort und weißt die Vorwürfe zurück. Man läge viel Wert auf eine nachhaltige Produktion. Bei den Menschen, die dort arbeiten, kommt davon aber wenig an. Die Löhne liegen weit unter dem Existenzminimum in Uganda. Und auch von dem Geld aus den Fair Trade Zertifikaten bekommen sie nur Bruchteile.
n-tv.de

