– NACHRICHTEN –
Australischer Premier schützt Kohle statt Klima Seit Oktober plagen Australien gewaltige Feuersbrünste, die kaum zu beherrschen sind. Viele Urlauber mussten das Land verlassen oder flüchteten mit Einheimischen an die Strände, um von Schiffen in Sicherheit gebracht zu werden. Für den australischen Premier Scott Morrison ist derweil klar, womit die Feuer nichts zu tun haben: mit den Folgen der Klimakrise. Darum sieht er auch keine Notwendigkeit politische Weichen neu zu stellen. Das ist nicht überraschend. Australien ist wirtschaftlich abhängig von der mächtigen Kohleindustrie. Doch viele Australier verlangen eine nachhaltigere Politik. Doch ob die mit Morrison zu machen ist, ist fraglich. Er relativiert die Brandkatastrophen lieber und warnt vor „unbesonnener Klimapolitik“.
spiegel.de, tagesspiegel.de
Deutsche Umweltziele: Verpasst, Verschoben oder vergessen. Die Politik hatte sich in Sachen Klima- und Umweltschutz viel vorgenommen bis 2020. Allein, in den meisten Fällen blieb es bei Ankündigungen statt Taten. Gleich in mehreren Fällen verpasst die Bundesregierung die Erreichung ihrer Ziele, oder verschiebt sie gleich bis 2030. Um 40 Prozent sollten die Treibhausgase bis 2020 im Vergleich zu 1990 gesunken sein. Geschafft wurden 35 Prozent. Im Biolandbau sollten bis heuer 20 Prozent der Ackerflächen biologisch bebaut werden. Stand 2018 waren es 9,1 Prozent. 2030 soll es dann aber mit den 20 Prozent klappen. 2001 nahm sich die damalige Bundesregierung den Verlust der Artenvielfalt bis 2010 zu stoppen. 2010 wurden 13 Ziele zur Erreichung des Stopps auf 2020 verschoben. Erreicht wurden von den Zielen nur zwei. Ebenso mangelhaft fällt die Bilanz bei Waldschutz, Nitrat, Flächenversiegelung und Fahrverboten aus.
taz.de
SPD will Windkraft-Bürgergeld Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD im Bundestag, Matthias Miersch hat ein Bürgergeld für Windkraftanlagen ins Spiel gebracht. Anwohner, die den Bau von Windrädern in ihrer Nachbarschaft akzeptieren, könnten dafür finanziell belohnt werden. Dadurch solle die Akzeptanz von Windkraftanlagen gestärkt werden. Lob für den Vorschlag kam von den Grünen und von den Kommunen. Kritik äußerten Windkraftgegner. Sie sehen darin eine weitere Spaltung der betroffenen Orte, ohne, dass substanziell auf Bedenken eingegangen werde.
ndr.de
Müller fordert EU-Klimapartnerschaft mit Afrika: Entwicklungsminister Gerd Müller hat die EU-Kommissionspräsidentin Ursula Von der Leyen aufgefordert, Afrika stärker in ihren Green Deal mit einzubeziehen. „Von der neuen EU-Kommission erwarte ich im Rahmen des Green Deal ein ambitioniertes Investitions- und Innovationsprogramm für den Ausbau erneuerbarer Energie in Afrika“, sagte er. Als erster Schritt sollten im neuen Jahr gemeinsame Forschungsplattformen aufgebaut werden, vor allem in Nordafrika.
handelsblatt.com
Akw-Phillipsburg ging vom Netz Das letzte Atomkraftwerk in Baden ist vom Netz gegangen. Der Atomreaktor Philippsburg 2, genannt KKP 2, im Landkreis Karlsruhe, wurde kurz vor Silvester abgeschaltet. Das Kraftwerk war immer wieder wegen Sicherheitsbedenken in der Kritik. Aufgrund seiner Relevanz für die Netzsicherheit für Baden-Württemberg dauerte es jedoch, bis man sich zum Abschalten entschied. KKP 2 produzierte ein sechstel des Strombedarfs im Ländle. Zurück bleiben werden nach Erhebungen des Fachportals Atommüllreport 951 Tonnen Schwermetall aus Brennelementen.
taz.de
Krefeld: Brand im Affenhaus ksta.de
Korallensterben: Sonnencremeverbot in Palau spiegel.de
Umweltsau: Skuriller Streit um WDR-Satire cicero.de
Deutschlands CO2-Ausstoß gesunken klimareporter.de
– ZAHL DER WOCHE –
480 Millionen Wirbeltiere sind nach Schätzungen seit Oktober bei den Bränden in Australien ums Leben gekommen. Nicht muteingerechnet sind Insekten, Fledermäuse und Frösche.
taz.de
– KOMMENTAR –
Australiens Klima-Selbstmord Der Autor Richard Flannagan hat sich in der „New York Times“ mit den Bränden in Australien auseinandergesetzt. Er bezeichnet sie als „ground zero“ der Klimakatastrophe. Seiner Meinung nach ist die verfehlte Politik Schuld an dem, was er als Klima-Selbstmord eines ganzen Landes bezeichnet.
nytimes.com
– ZITAT DER WOCHE –
„Am Ende des Feuerwehrschlauchs werden sie keinen Klimaskeptiker mehr finden.„>
Der Satz eines austarlischen Feuerwehrchefs aus Victoria, ist zu einem geflügelten Wort unter den australischen Einsatzkräften geworden.
zeit.de
– BUCH-TIPP –
Einfache Antworten auf kniffeliger Klimafragen. Rainer Griesshammer liefert Fakten gute Argumente nur Klimschützerr und alle die es werden wollen.
– HINTERGRUND –
German Zero – Neue Klimaschutzinitiative am Start Eine neue Initiative will Deutschland bis 2035 Klimaneutral machen. „German Zero“ wurde gegründet von Heinrich Strößenreuther. Er ist in Berlin als Initiator des Volksentscheids Fahrrad bekannt, der maßgeblich dafür sorgte, dass das Berliner Abgeordnetenhaus im Juni 2018 das erste Mobilitätsgesetz Deutschlands mit einer starken Betonung des Fahrradverkehrs beschlossen hat. Nun ist der Aktivist mit einer eigenen Organisation zurück. Er hat zusammen mit Unterstützern und Experten und Expertinnen ein 70-Seitiges Programm erarbeitet, dass auf fast alle wichtigen Fragen zum Klimaschutz eingeht. Außerdem will er die Klimaziele aus dem Pariser Abkommen im Grundgesetz verankern.
morgenpost.de
Das Geld wird grün Geht es nach dem Ökonom Jeremy Rifkin ist die Klimakrise auch eine große Chance. Anleger und Investoren haben die Möglichkeit ihr Kapital in nachhaltigen Projekten anzulegen. Sogenannte „Green Bonds“ sind gerade in Zeiten von negativ Zinsen eine Möglichkeit. Um die Nachhaltigkeitsziele der UN zu erreichen sind schätzungsweise 2,5 Billionen US-Dollar notwendig. Eine Billion ginge allein für erneuerbare Energien drauf. Rifkin ist überzeugt davon, dass Banken und Finanzinstitute dieses Geld locker aufbringen könnten und auch bereit sind, es zu tun. Denn eine nachhaltigere Anlage im doppeldeutigen Sinn gibt es derzeit nicht.
enorm-magazin.de
– FOTO DER WOCHE –
UNICEF kürte Ende 2019 Bild mit dem Titel “ Philippinen: die Kinder, der Müll und der Tod“ von Hartmut Schwarzenbach zum Foto des Jahres.
unicef.de
– TIERISCH –
Australische Vögel ahmen Feuerwehrsirenen nach Die Waldbrände in Australien dominieren alles. Mittlerweile auch den Gesang der Vögel. Ein Twitter-Nutzer filmte einen Vogel, wie er die Sirenen der Feuerwehr imitiert. Ofensichtlich hatte er das Geräusch in den letzten Monaten wohl zu oft gehört.
twitter.com
– NICHT MEHR GRÜN –
Ecosia-Suchmaschine stellt Klimasünder an den Pranger Die Internet-Suchmaschine Ecosia hat für ihre klimabewussten Nutzer ein neues Feature parat. Ein kleines rauchendes Kohlekraftwerk verrät ihnen zukünftig, ob ein Unternehmen, dessen Verlinkung angezeigt wird, sein Geld mit Kohle verdient. Grundlage dafür ist die Global Coal Exit List. Die von 30 Umweltorganisationen erstellte Liste zeigt, wer Geschäfte mit dem schmutzigsten aller fossilen Energieträger macht. Neben Unternehmen wie BP, Shell oder Gazprom finden sich darin auch Banken und Investmentfirmen, die Geld in Kohle stecken. Im Gegenzug zeigt Ecosia bei Umweltschutzorganisationen, aber auch nachhaltigen Marken, die sich für die Umwelt oder das Klima einsetzen, ein grünes Blatt an.
derstandard.at

