Health Headlines für Donnerstag, 16. Januar 2020

tagesspiegel.de Spahn kündigt Digitalgesetz an: Gesundheitsminister Jens Spahn hat ein neues Gesetz zur digitalen Gesundheitsversorgung angekündigt. Insbesondere soll das Gesetz klären, „welche Ärzte unter welchen Bedingungen auf welche Teile der Patientenakte zugreifen können.“ Spahn hält weiterhin an dem geplanten Start der digitalen Patientenakte 2021 fest.

aerzteblatt.de Apps auf Rezept: Ärzte haben noch viele Fragen: Ärzte sind noch nicht überzeugt von der Möglichkeit, Patienten digitale Gesundheitsanwendungen zu verschreiben. Auf dem Telemedizin-Kongress der Fachgesellschaft DGTelemed betonte ein Mitglied, Apps seien zwar heute schon Alltagsrealität der Patienten, deren Nutzung für medizinische Zwecke müsste jedoch gut erprobt und erwiesen sein. Oft würden die Ärzte selbst die Apps nicht kennen.

horizont.at So verändern Big Data und KI das Gesundheitswesen: Die Verhaltensökonomin Julia M. Puaschunder ist davon überzeugt, dass künstliche Intelligenz das Gesundheitswesen nachhaltig verändern wird. Weiterhin würden Wearables wie Fitness-Uhren und andere Geräte mittels Big Data zu einer personalisierten, massenbasierten Medizin beitragen. Auch die Behandlungskosten könnten durch eine dezentrale und anonymisierte Gesundheitsmessung langfristig sinken.

aerzteblatt.de Telemedizin: Ein Weg, um Sektorengrenzen zu überwinden: Bei der Eröffnung des Fachkongresses Telemedizin der Fachge­sellschaft DGTelemed sprach Staatssekretär des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG), Thomas Steffen, davon, die Gesundheitsbranche schnell digitalisieren zu wollen. Bei den Artz- und Zahnarztpraxen gebe es schon Fortschritte: 80 Prozent von ihnen seien an die Telema­tik­infrastruktur angeschlossen. Aus Sicht des BMG seien Telekonsile und Videosprechstunden wichtige Faktoren, um die Grenzen zwischen den einzelnen Sektoren des Gesundheitswesens zu überwinden. In der EU wolle das BMG einen europäischen Datenraum ausgestalten und sich der Frage widmen, welche Rolle künstliche Intelligenz und Datenpools künftig spielen werden.

gruenderszene.de Call a Midwife: „Scheitern ist das Beste, was mir passieren konnte“: Sabine Kroh gründete ein Start-up, das Hebammen per Telefon vermittelt. Doch ihre Idee zündete nicht und Mitte 2019 musste sie Insolvenz anmelden. Im Interview spricht sie über die Schwierigkeiten, die sie während dieser Zeit hatte. Sie arbeitet nun unter anderem als Hebamme in Tansania und ist der Meinung, andere Länder seien in Sachen E-Health weiter als Deutschland. Hierzulande sei die Gesundheitsversorgung so gut, dass E-Health von vielen Menschen nicht genutzt werde. Um das zu ändern, schlägt sie Boni vor, beispielsweise für telemedizinische Gespräche statt Besuche in der Arztpraxis .

deutschlandfunk.de Der umstrittene Umgang mit Gesundheitsdaten: In den USA arbeiten Gesundheitsdienste oft mit Unternehmen wie Google zusammen, um ihre Infrastruktur zu modernisieren. Das Problem dabei ist, dass die Daten in diesem Fall auch auf Googles Servern gespeichert werden. Experten gehen davon aus, dass das Unternehmen diese Daten dazu nutzen will, Algorithmen zu trainieren, um daraus entwickelte Modelle an Dritte zu verkaufen. Immerhin betont Google in diesen Fällen aber, keine direkten Patientendaten verwerten zu wollen. Bei Daten aus Fitnesstrackern und ähnlichen Geräten verhält sich die Sache anders. Diese zählen offiziell nicht zu den Gesundheitsdaten. Folglich gebe es oft auch überhaupt keine Regulierungen.

pharmazeutische-zeitung.de Nach Hacker-Angriff: Spahn: »Die Telematik-Infrastruktur ist sicher«: Nachdem Hacker des Chaos Computer Club (CCC) im Dezember die Telematik-Infrastruktur angriffen, betonte Gesundheitsminister Jens Spahn, dass diese sicher sei. Die Experten des CCC konnten sich Zugriff verschaffen, indem sie sich offizielle Dokumente verschafften. Sie griffen die Struktur also nicht auf digitalem Weg an.

gruender.wiwo.de Temedica: Kräftige Finanzspritze für Gesundheits-Apps aus München: Das Start-up Temedica bekam von Investoren insgesamt 17 Millionen Euro Kapital. Das Unternehmen bietet Gesundheitsapps aus verschiedenen Themenbereichen an. Temedica hat Verträge mit verschiedenen Krankenkassen abgeschlossen und seine Apps bei der Zentralen Prüfstelle für Prävention zertifizieren lassen. So wird sichergestellt, dass Patienten sich die Kosten für die Apps erstatten lassen können.

aerztezeitung.de Neurodermitis: Persönliche App-Assistentin mit Rat und Tat: Das Berliner Startup Nia Health will mit der App Nia Eltern von Kindern, die von Neurodermitis betroffen sind, unterstützen. So stellt die App nicht nur einen persönlichen Assistenten dar, sie stehe auch mit dem behandelnden Arzt in Kontakt. Diesem können über die App Protokolle des Gesundheitsverlaufs geschickt werden. Das Projekt wird vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert. Krankenkassen und Kliniken interessieren sich nach Aussage des Unternehmens ebenfalls für das Programm.

handelsblatt.com Get.on will unter neuem Namen HelloBetter weiter wachsen: Die Online-Plattform für Therapie hat ihren Namen von Get.on zu HelloBetter geändert und will weiter expandieren. Die Plattform bietet Gesundheitstrainings in verschiedenen Bereichen an und arbeitet mit der Krankenkasse Barmer zusammen. Das Unternehmen geht davon aus, dass das Digitale-Versorgung-Gesetz dazu beitragen wird, dass mehr Menschen das Angebot nutzen werden. Für die Zukunft ist unter anderem ein Angebot, das sich mit Internetabhängigkeit befasst, geplant.