aerzteblatt.de Charité und Barmer starten telemedizinische Betreuung von Herzinsuffizienzpatienten Die Charité, die Universitätsklinik in Berlin und die Krankenkasse Barmer werden künftig kooperieren, um Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz mittels Telemedizin zu betreuen. Laut Versorgungskonzept sollen Patienten verschiedene Instrumente erhalten, mit denen diese ihre Gesundheitswerte messen können. Dank einem Tablet werden diese Werte dann an das Telemedizinzentrum der Charité gesendet. Das Konzept beruht auf einer Studie, die nachwies, dass Telemedizin die Lebenserwartung von Menschen mit Herzinsuffizenz verlängert und Krankenhausbesuche reduzieren kann.
heise.de Apps auf Rezept: Datensammeln soll erlaubt sein, „umfassendes Tracking“ nicht Gesundheitsminister Jens Spahn nannte in einem Verordnungsentwurf Kriterien für Gesundheits-Apps, deren Kosten von den Krankenkassen übernommen werden sollen. Insebsondere drehen sich die Anforderungen um Datensicherheit und Qualität der Apps. Hersteller solcher Anwendungen sollen verpflichtet werden, persönliche Daten mit Zustimmung der Nutzer nur zur „dauerhaften Gewährleistung der technischen Funktionsfähigkeit und der Nutzerfreundlichkeit der digitalen Gesundheitsanwendung“ zu verwenden. Auch dürften Daten nicht ohne weiteres in anderen Staaten verarbeitet werden, vor allem nicht zu Werbezwecken. Weiterhin will Spahn Vorgaben für Methoden und Verfahren festgelegen, anhand derer der positive Effekt der Apps gemessen werden kann. Mittels dieser Vorgaben soll dann ein Verzeichnis für Gesundheits-Apps entstehen.
aerztezeitung.de App-Innovation: Fingerkuppe verrät Stresslevel des Nutzers Das Berliner Start-up Kenkou hat eine App entwicketl, durch die sich Stressfaktoren messen lassen. Mittels der üblichen Kamera eines Smartphones soll die Anwendung in der Lage sein, neben anderen Vitaldaten beispielsweise die Herzratenvariabilität (HRV) zu messen. Indem der Finger auf die Kamera des Handys gelegt wird, misst die App, wie schnell Blut durch die Gefäße gepumpt wird. Neben der Analyse bietet die App auch Angebote zur Stressbewältigung wie Meditation oder Sportübungen. Die gemessenen Daten sollen dafür genutzt werden, diese Stressbewältigungsstrategien individuell an den Nutzer anzupassen. In Deutschland wird die App von etwa 400.000 Menschen genutzt und von der AOK Sachsen-Anhalt und der IKK Classic angeboten.
aerzteblatt.de Ärzteschaft: Ruf nach mehr Vermittlung digitaler Kompetenzen im Medizinstudium Hans-Albert Gehle, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, fordert die verstärkte Ausbildung von Medizinstudierenden für den digitalen Bereich. Er geht davon aus, dass Videosprechstunden und Gesundheits-Apps künftig zur Versorgung dazu gehören werden. Daher sollen Ärzte in Zukunft in diesen Feldern dazu fähig sein, über sinnvolle Angebote entscheiden und diese sicher anwenden zu können. Auch die Ärztekammer befürworte laut Gehle die Aufnahme von digitalen Kompetenzen in das zweite Staatsexamen. Weiterhin fordert er, das Thema verstärkt in den Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalogs Medizin aufzunehmen, der momentan entwickelt wird sowie in die überarbeitete Version der Approbationsordnung. Das Bundesgesundheitsministerium hatte im November einen Entwurf für eine neue Approbationsordnung veröffentlicht.
aerztezeitung.de Viele Patienten nehmen digitale Angebote an – wenn es sie gibt Eine Umfrage unter 1009 Versichterten der gesetzlichen Krankenkassen zeigte, dass 73 Prozent der Teilnehmer bereit wären, Arzttermine nach Möglichkeit online zu buchen. Tatsächlich tun dies jedoch nur 35 Prozent der Teilnehmer. Der Grund dafür ist laut der Umfrage, dass die Online-Terminbuchung von Ärzten häufig nicht angeboten wird. Auch würden 60 Prozent der Befragten die Möglichkeit nutzen, sich per E-Mail oder SMS an Termine erinnern zu lassen und 58 Prozent könnten sich vorstellen, das E-Rezept zu nutzen. Während für alle Befragten die Vorstellung in Betracht käme, Gesundheits-Apps zu nutzen, gaben nur 15 Prozent an, diese Anwendungen auch tatsächlich zu nutzen. Vor allem nutzen die Befragten Anwendungen, mit denen sich chronische Erkrankungen wie Diabetes dokumentieren lassen sowie Apps zur Prävention und Kontrolle von Vitalparametern. Nur 35 Prozent teilen diese Daten jedoch mit Ärzten, vor allem weil es diese die Daten nicht digital annehmen können.
merkur.de Wie Impfungen in E-Patientenakten kommen sollen Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat die Standards für den digitalen Impfpass als Teil der elektronischen Patientenakte entwickelt. Damit wird es möglich sein, den Impfstatus von Patienten ablesen zu können sowie Erinnerungen an ablaufende oder bereits abgelaufenen Impfungen zu versenden. Die Daten sollen vereinheitlicht werden und damit von Ärzten, Krankenhäusern und Apotheken gleichermaßen nutzbar gemacht werden. Um die Daten vereinheitlichen zu können, wurde das Konzept der sogenannten „Mios“ (Medizinische Informationsobjekte) entwickelt. Diese dienen als „Übersetzungshilfe“ für die vielen verschiedenen in Deutschland genutzten Standards, beispielsweise bei der Messung von Blutwerten.
handelsblatt.com Weltwirtschaftsforum: Revolution in der Medizintechnik: Der Roboter wird Arzt Laut einer Prognose des Weltwirtschaftsforums für das Jahr 2030 wird künstliche Intelligenz die Gesundheitsversorgung in drei Bereichen nachhaltig beeinflussen. So soll KI dafür genutzt werden, vorausschauend Krankheiten zu erkennen, um so Vorsorgeuntersuchungen besser durchführen zu können. Vor allem chronische Krankheiten sollen so verhindert werden. Auch die Infrastruktur von Krankenhäusern soll durch KI verändert werden. Laut dem Wirtschaftsforum könnten sich diese durch KI individuell an Patientenbedürfnisse anpassen. Zuletzt könne KI in Zukunft den Ärzten bei der Diagnose von Krankheiten helfen. Das Starup Merantix aus Berlin kündigte auf dem Wirtschaftsforum an, mit einem Fonds von 25 Millionen Euro KI-Unternehmen in Deutschland zu unterstützen, auch um die Versorgung von Patienten zu verbessern.
gruenderszene.de Was die Pharmaindustrie aus Online-Foren lernen kann Das Startup Semalytix aus Bielefeld will auswerten, was im Internet über Gesundheit geschrieben wurden. Dazu gehören Forenbeiträge, Blogs oder Beiträge in sozialen Medien. Mit dieser Technik will das Unternehmen herausfinden, wie wirksam und verträglich Medikamente sind. Damit sollen Studien über Medikamente, die oft zeit- und kostenaufwendig sind, ergänzt werden und die Entwicklung von Medikamenten beschleunigt werden. Dafür werden 25 Millionen Datenquellen anonymisiert ausgewertet. Die Technik dahinter heißt Natural Language Processing (NLP). Experten gehen davon aus, dass NLP im Bereich Healthcare jährlich um 21 Prozent wächst. Semalytix hat inzwischen 75 Mitarbeiter und zählt verschiedene Pharmakonzerne zu seinen Kunden.