Health Headlines für Mittwoch, 29. Januar 2020

gruenderszene.de Healthtech-Gründerin: „Es hätte mir nicht genügt, online Schuhe zu verkaufen“: Im Interview spricht die Gründerin des Startups Temedica über die wachsende Healthtech-Branche und über Hürden im Gesundheitsbereich. Temedica entwickelt und vertreibt Gesundheits-Apps aus dem Therapiebereich, etwa für Menschen mit Übergewicht. Im Gegensatz zu Apps aus anderen Bereichen, müsse in der Geshundheitsindustrie von Anfang an auf hohe Standards geachtet werden, um zugelassen zu werden, was zusätzliche Kosten verursacht. Dafür erstatten inzwischen schon einige Krankenkassen die Kosten für zwei Gesundheit-Apps des Unternehemens. Zwar sei Health-Tech aufgrund der vielen Regulierungen noch nicht ganz in Deutschland angekommen, Seibert rechnet jedoch fest damit, dass die Branche in den nächsten Jahren stark wachsen wird.

welt.de Wie Sie wieder gut und lange schlafen können: Viele Menschen besitzen inzwischen ein sogenanntes Wearable, zum Beispiel eine Apple Watch, mit dem der Schlaf überwacht werden soll. Experten warnen jedoch vor zu viel Vertrauen in die Ergebnisse dieser Geräte. Anderls als bei medizinischen Messgeräten sei nicht klar, ob die Produkte wirklich den Schlaf messen. So würden viele Apps anhand des Puls eine Angabe zur Dauer der Schlafphasen machen. Zuverlässig ließe sich diese aber nur per EEG bestimmen. Im schlimmsten Fall kann die Überwachung des Schlafs sogar zu mehr Druck führen und die Problematik noch verstärken.

berliner-zeitung.de Vivantes-Klinikum: Einbrecher stehlen Festplatte mit sensiblen Patienten-Daten: In der Klinik für Urologie im Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum wurden 18.000 Patientendaten entwendet. Diese waren auf einer externen Festplatte gespeichert worden. Der Einbruch fand im November 2019 statt. Das Klinikum informierte potienziell Betroffene mit einem Brief von dem Vorfall. Auf der Festplatte sollen Identitätsdaten und zum Teil auch Informationen über Diagnosen und Krankheitsbilder der Patienten gelegen haben.

apotheke-adhoc.de Bei Medizinern wächst die Bereitschaft, digitale Angebote in den eigenen Service zu integrieren. Das geht aus dem Praxisbarometer Digitalisierung 2019 hervor, der von der kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) vorgestellt wurde. So hat sich die Hälfte aller Kassenärzte inzwischen zum Thema Digitalisierung fortgebildet. Schon 60 Prozent aller Ärzte planen ihre Termine nahezu ausschließlich digital, nur 20 Prozent nutzen dafür ausschließlich analoge Mittel. Eine große Hürde bildet weiterhin die technische Seite, die oft überfordert, wobei externe Dienstleister beispielsweise für die Online-Terminvergabe dieses Problem lösen könnten.. Auch 30 Prozent der Patienten wünschen sich ein stärkeres Online-Angebot im Gesundheitswesen.

aerztezeitung.de BDI zur Digitalisierung: Durch Datenspende Leben retten: Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat eine Studie vorgelegt, die Versorgungsdefizite identifiziert, die durch den Einsatz digitaler Technologien und Anwendungen behoben werden könnten. Als Beispiel nennt der Verband eine automatisierte Diagnoseunterstützung im Bereich Lungenkrebs, die Diagnosen und Befunde erstellen könnte. Die Studie nennt einige Defizite im deutschen Gesundheitswesen wie fehlende Dokumentationsstandards und unzureichender Zugriff auf Patientendaten. Daher empfiehtl der BDI unter anderem, Datenschutzregelungen zu vereinheitlichen und Zugang der industriellen Gesundheitswirtschaft zu pseudonymisierten, aber patientenbezogenen Gesundheitsdaten zu erleichtern.

etzhz.ch Von komplexen Daten zu einfachen Bildern: Mariëlle van Kooten, Doktorandin an der ETH Zürich gewann beim Berliner Falling Walls Lab für ihre App „SciSwipe“. Die Anwendung soll es ermöglichen, komplexe genetische Daten in einfache Bilder umzuwandeln, um sie so auch für Laien verständlich zu machen. Ein Algorithmus erstellt dafür aus den Ergebnissen einer modernen RNA-​Sequenzierung eine einfache Kurve, an der sich ablesen lässt, ob das Risiko für gewisse Krankheiten bei der vorliegenden Sequenz höher ist als im Normalfall. Diese Kurven können dann auch Nutzer, die nichts von Genetik verstehen, vergelichen und kennzeichnen. Die Kennzeichnung ist Voraussetzung für Datenbanken, aus denen künstliche Intelligenzen gespeist werden, um diesen beizubringen, wie man Erkrankungen aus den RNA-Sequenzen herausliest.

t3n.de Coronavirusausbruch: Bluedot-KI warnte schon vor drei Wochen vor dem Wuhan-Erreger: Der kanadische Warndienst Bluedot erkannte die Bedrohung durch den Coronavirus schon am 31. Dezember 2019. Um Krankheiten frühzeitig zu erkennen, nutzen die Experten eine künstliche Intelligenz, die im Internet Nachrichten, Blogs und Forenbeiträge durchsucht und sogar selbstständig Prognosen für die Verbreitung von Krankheiten erstellen kann. Spezialisten überprüfen diese Prognosen dann und sprechen gegebenenfalls Warnungen aus, wie eben in dem jetzigen Fall. Damit war das Unternehmen schneller als die US-Behörde CDC (Zentren für Seuchenkontrolle und -prävention), die erst am 06. Januar vor dem Virus warnte.

devicemed.de: Die Top-3-Investitionsbereiche für die digitale Transformation des Gesundheitswesens Eine neue Studie von Siemens Financial Services (SFS) nennt die wichtigsten Bereiche, in die investiert werden muss, um die digitale Transformation des Gesundheitswesens zu meistern. SFS befragte wichtige Akteure des Gesunheitswesens wie Unternehmensberater, wissenschaftliche Kommentatoren, nationale Gesundheitsämter. Als wichtigste Punkte wurden digitale Diagnostik, Telemedizin und intelligente und digitale Krankenhäuser genannt. Wichtig sei neben technischer Innovation jedoch auch die Finanzierung der Anschaffung neuer Technik. Dies könnte dank Bezahlmodelle wie „Pay-per-Use“ gelingen.