– NACHRICHTEN –
Zurück zum Absender- Kampfansage an Retouren. Umweltministerin Svenja Schulze sagt der Vernichtung von Retouren den Kampf an. Laut einem neuen Gesetzesentwurf möchte sie Unternehmen verbieten zurückgesandte Ware – meist aus Online-Versandhäusern erworben – zu zerstören. Dies sei in vier Prozent der Fälle der Fall. Von den 280 Millionen Paketen, die jährlich in Deutschland verschickt werden, landen elf Millionen im Müll – oft um Platz in den Regalen der Lagerhallen zu schaffen oder weil es teurer wäre, das zurückgeschickte Produkt wieder anzubieten. Genaue Details zum Wirken des neuen Gesetzes sind noch nicht klar. Im Gespräch sind zusätzliche Unterstützungen für die Recycling- und Reparaturwirtschaft.
tagesschau.de
Für die Tonne – Lebensmittelverschwendung unterschätzt. Die weltweite Lebensmittelverschwendung könnte ein bedeutend höheres Ausmaß erreichen, als bisher vermutet. Neuen Berechnungen zufolge könnte sie doppelt so hoch sein, als angenommen. Die Deutschen werfen 6,7 Millionen Tonnen weg und weltweit wird ein Drittel der landwirtschaftlichen Erzeugnissen direkt vernichtet. Die Verschwendungen aus der Landwirtschaft könnten allerdings in der Summe höher liegen. Laut Berechnungen der Wageningen-Universität in Den Haag werden auf bedeutend mehr Flächen Lebensmittel angebaut, die nicht verzehrt werden. Bisher ging man davon aus, dass dies bei 15 Prozent der Agrarflächen der Fall sei – in Wahrheit sollen es jedoch 30 Prozent sein. Die Forscher bestätigen jedoch eine gängige Annahme: besonders in Wohlstandsländern werden viele Lebensmittel weggeworfen.
geo.de
Bioboom zum Dumpingpreis? Das Landwirtschaftsministerium bestätigt in einer Studie den Trend zu Bio: beim sogenannten Ökobarometer gaben knapp die Hälfte der Befragten an, regelmäßig Bioprodukte zu kaufen. Damit hat sich die Akzeptanz der Bioprodukte im Vergleich zu 2018 nahezu verdoppelt – damals gaben 28 Prozent an, regelmäßig Bioprodukte zu kaufen. Empfehlungen aus dem eigenen Umwelt sowie die Neugier der Konsumenten seien ausschlaggebend für den Trend. Als Bezugsquelle für Bioprodukte bleibt der Supermarkt am wichtigsten – 90 Prozent kaufen dort ein, doch auch Discounter und Bäckereien sind für über zwei Drittel wesentlich. Die Nachfrage ist vor allem nach Biokartoffeln sowie Brotwaren gestiegen.
topagrar.com
Bundesrat stimmt gegen Tempolimit. Der Bundesrat stimmt gegen eine Nouvelle der Straßenverkehrsordnung, die ein allgemeines Tempolimit von 130 km/h vorsah. Der Umweltausschuss hatte den Vorschlag zur Abstimmung eingereicht. Allerdings war die Ablehnung des Tempolimits für viele keine Überraschung. Dies liegt auch daran, dass es oft keine Einigkeit in den Koalitionen der Bundesländer zur Frage gibt – in so einem Fall müssen sie sich im Bundesrat enthalten.
spiegel.de
Tesla muss Rodungsarbeiten in Grünheide vorläufig einstellen. Auf Beschwerde der Grünen Liga Brandenburg stoppte das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg die Rodungsarbeiten für den Bau des Tesla-Werks in Grünheide. Die Aktivisten erklärten, dass sie nicht den Bau des Werks an sich verhindern wollen, jedoch darauf drängen, mit den Arbeiten erst zu beginnen, wenn das Genehmigungsverfahren vollständig abgeschlossen ist. Ein anderer Verband aus Bayern – der Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern (VLAB) – versuchte ebenfalls Klage einzureichen. Der Antrag war jedoch gescheitert. Die Hintergründe der Aktivität von VLAB sind komplex – der Verband ist Teil der Initiative Vernunftkraft. Dabei setzt sich Vernunftkraft gegen Naturzerstörung im Namen der Energiewende ein. Ein Mitglied der Initiative nannte die Energiewende bei einem Vortrag vor der AfD-Bundestagsfraktion ein „totalitäres Projekt“. Axel Kruschat, Landesgeschäftsführer des BUND, sieht Vernunftkraft skeptisch – sie sei Teil einer Szene, die sich gegen die Energiewende einsetzt und den menschengemachten Klimawandel leugnet.
rbb24.de, handelsblatt.com
BUND und DIW-Studie berechnet Zusatzemissionen durch vezögerten Kohleausstieg spiegel.de
WWF Vorstand Brandes zu Artenstrben und Klimakrise fr.de
Eine Mauer um die Nordsee welt.de
Belgiens AKW will keiner versichern taz.de
Vom Wurstbaron zum Ökopionier-Zum Tode von Karl-Ludwig Schweisfurth sueddeutsche.de
– ZAHL DER WOCHE –
Finanzmathematiker haben errechnet, wie teuer dann eine Haftpflichtpolice für ein AKW eigentlich sein müsste: 72 Milliarden Euro jährlich. Abzudecken wäre das mit dem Zwanzigfachen des Strompreises. So wirtschaftlich ist Atomenergie.
taz.de
– KOMMENTAR –
Bernhard Pötter (taz) zur miesen Ökobilanz der potenziellen CDU Chefs. Nach der Ankündigung von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer über den Rückzug aus der Parteispitze begannen die Spekulationen über ihre Nachfolge. Im engeren Blickfeld sind NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, Gesundheitsminister Jens Spahn sowie Friedrich Merz. Bernhard Potter, Redakteur der taz, kommentiert, dass aus Klimaschutzperspektive alle drei ungeeignet seien. Alle drei Politiker haben sich bisher nicht dadurch hervorgetan den Ernst des Klimawandels bekämpfen zu wollen. Dabei gibt es in der CDU bessere Alternativen: Daniel Günther, Ministerpräsident Schleswig-Holsteins, Tobias Hans, Ministerpräsident des Saarlands, sowie Peter Altmaier und Norbert Röttgen seien bessere Kandidaten. Günther fördert in seinem Bundesland die Windenergie, Hans sieht den „Erhalt der Schöpfung“ als Kernaufgabe der CDU. Auch Altmaier und Röttgen scheinen ein klares Verständnis davon zu haben, dass der Klimaschutz in der Politik nicht mehr optional ist.
taz.de
– PODCAST oder EVENT-TIPP –
Diese Woche im Klima-Podcast: Wie Klimaleugner die Politik beeinflussen.
detektor.fm
– HINTERGRUND –
Deutsche Bank hält Klimneutralität für Illusion. Eric Hermann von Deutsche Bank Research ist skeptisch bezüglich der angesetzten Klimaneutralität für das Jahr 2050. Industriestaaten haben noch immer sehr energieintensive Wirtschaftszweige, Transport und Logistik spielen eine große Rolle. Zwar gibt es vereinzelte Fortschritte im Bereich der Effizienz wie in den USA, doch große Fahrzeuge und häufige Flugreisen sowie die Industrie hohem CO2-Ausstoß. Auch China ist ein Risikofaktor – die Wirtschaft wächst weiter und damit auch der Energieverbrauch. Dieser ist gegenwärtig nicht mit erneuerbaren Energien zu decken, China wird voraussichtlich weiterhin auf Kohleenergie setzen.
dw.com
Windkraft in Niedersachsens Wäldern. Die CDU Niedersachsen sieht Waldflächen als attraktive Option für Windkraftanlagen. Bisher sind Wald-Windräder vor allem in Hessen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gebaut worden. Allerdings schwindet unter den niedersächsischen Bewohnern die Akzeptanz für Windräder – auf offenen Flächen würde es zunehmend schwieriger werden, Genehmigungen zu erhalten, auch weil es Gegenwind von Bürgerinitiativen gibt. Daher sollen Waldgebiete genutzt werden – vor allem in Flächen, in denen Stürme und Borkenkäfer Bäume in den vergangenen Jahren zerstört haben, sei dies möglich. Die SPD Niedersachsen zeigt sich gegenüber dem Vorschlag des Koalitionspartners offen. Skeptisch hingegen äußerten sich Naturschutzbund (Nabu) und der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Für die Energiewende sei es wesentlich, dass die Raumordnung langfristig und nachhaltig geplant wird und nicht, dass Zerstörungen aufgrund von Witterungsverhältnissen die Leitlinie der Planung wird.
taz.de
Wasserstoff: Lizenz zum Gelddrucken. Bildungsministerin Anja Karliczek sieht großes Potenzial in der Wasserstoffforschung – sowohl für das Klima, als auch für die Wirtschaft. Sie fordert ambitionierte Ziele: bis 2040 sollen 800 Terawatt Energie aus Wasserstoff entstehen. Im Doppel-Interview mit Wasserstoff-Experte Robert Schlögl betont sie die Dringlichkeit für neue Energiequellen. Schlögl hingegen mahnt dazu, keine Experimente mit sogenanntem „blauen“ Wasserstoff zu machen, bei dem CO2 in die Erde gepumpt wird – vielmehr müsse man sich auf „türkisen“ und grünen Wasserstoff fokussieren, bei dem CO2 als festes Nebenprodukt entsteht. Der Unterschied liegt in der Produktion – bei der Wasserstoffproduktion mit fossilen Energien wird CO2 frei, setzt man erneuerbare Energien ein, wird dies vermieden. Es sei zu ungewiss, welche Folgen es für die Böden hätte, wenn man große Mengen von CO2 einspeist. Gegenwärtig ist in der Wasserstoff-Strategie auch die Entwicklung des blauen Wasserstoffs angemacht, Karliczek stimmt jedoch zu, dass grüner, naturfreundlicher Wasserstoff die Technologie der Zukunft sei.
app.handelsblatt.com
– FOTO DER WOCHE –
Optische Täuschung: Der Oran-Utan reicht dem Menschen, der bis zur Brust im Schlamm steckt, seine helfende Hand. Doch der erste Eindruck täuscht. Affe und Mensch kennen sich seit Jahren und vermutlich möchte der Orang nur etwas zu essen von seinem menschlichen Kumpel, der gerade dabei ist, das Gestrüpp am Ufer zurückzuschneiden.
Quelle: instagram.com
– TIERISCH –
Raben: fliegende Müllabfuhr. Frankreich hat genug von Plastikmüll und geht dagegen vor. Aktivisten sind wesentlicher Teil, um Land und Gewässer von Plastikteilen zu befreien. Unerwartete Helfer unterstützen das Vorgehen: ein Falkner hat Krähen trainiert, um Müll aufzusammeln. Am häufigsten sind es dabei Zigarettenstummel, die die Tiere aufsammeln. Sie legen diese in eine Müllkiste. Zigarettenstummel enthalten Mikroplastik – ein höchst problematischer Rückstand, der vor allem für Tiere gefährlich sein kann.
arte.tv
– NICHT MEHR GRÜN –
Not Amused: Prinz Charles fliegt mit Hubschrauber zu Klimatermin. Der britische Thronfolger Prinz Charles setzt sich in Großbritannien für den Klimaschutz sein. Im Zuge seines Engagements ist der Austausch mit Wissenschaftlers Bestandteil seiner Aktivitäten. Nun wird Prinz Charles jedoch heftig dafür kritisiert, weil er zu einem Treffen, bei dem es um die Reduzierung von CO2 im Flugverkehr ging, ausgerechnet mit einem Helikopter anreiste. Auch reiste er später mit dem Hubschrauber zu einem anderen Treffen ab. Charles diverse Hubschraubertrips hätten 2,5 Tonnen CO2 emittiert.
n-tv.de

