WWF 10. März

– NACHRICHTEN –

Meldung 1 Titel. Text
link.de

Meldung 2 Titel. Text
link.de

Knapp daneben ist auch vorbei: Klimaziele, ein Scheitern mit Ansage. Die Bundesregierung gibt sich gerne umweltfreundlich. Umweltministerin Svenja Schulze freute ich kürzlich über CO2-Ziele, die in den nächsten zehn Jahren fast eingehalten werden. Im Sektor Verkehr hingegen, hakt es: weniger als die Hälfte der angestrebten CO2-Senkung soll dort erreicht werden. Finanzminister Olaf Scholz und Verkehrsminister Andreas Scheuer sträuben sich dennoch gegen eine großangelegte Verkehrsreform und stellen sich gegen die Abschaffung der Diesel-Subventionen oder ein generelles Tempolimit. Auch im Streit um die Windräder gibt es bislang noch keine Lösung.
deutschlandfunk.de

Grünes Geld: Regierungsbeirat legt Zwischenbericht vor. Der Sustainable-Finance-Beirat der Bundesregierung legte am Donnerstag einen ersten Zwischenbericht vor. Der Beirat besteht aus hochrangigen Vertretern verschiedener Branchen wie der Finanzwirtschaft und der Industrie sowie der Forschung und der Zivilgesellschaft. Er soll sich um nachhaltige und grüne Finanzwirtschaft in Deutschland kümmern. Der Bericht stellt nun einige Forderungen auf, wie lenkungswirksame Gestaltung des CO2-Preises und die Entwicklung von Transformationspfaden für alle Sektoren. Auch verlangen die Experten, dass ab 2022 alle börsennotierten Unternehmen verpflichtend über die Umsetzung nachhaltiger Ziele berichten sollen. In Übereinstimmung mit der EU-Kommission fordern sie weiterhin, ein Klassifizierungssystem einzuführen, um den Beitrag von Finanzprodukten zum Klimaschutz bewerten zu können. Doch um die Defintion von Nachhaltigkeit bahnt sich auf europäischer Ebene ein Streit an. Für Frankreich beispielsweise gehört die Atomkraft zu einem Übergang zu einer klimafreundlichen Energiegewinnung dazu, während Deutschland dies ablehnt. Kritik an dem Zwischenbericht kommt vom Dachverband der Banken und Sparkassen, der Deutschen Kreditwirtschaft (DK), und dem Fondsverband BVI. Sie halten nationale Regelungen parallel zu einer europäischen Lösung für Kontraproduktiv.
faz.net

Zoff um Klimarat: Die Berliner Wirtschaftswissenschaftlerin Claudia Kemfert, die als Beraterin für Klimapolitik für die Bundesregierung und die EU-Kommission tätig war und möglicherweise einen Platz im neuen Klimarat haben wird, steht seit einigen Tagen in der Kritik.  Kemfert setzt beim Klimaschutz vor allen Dingen auf einen CO2-Preis. Kritiker hingegen wollen statt auf eine Verteuerung von klimschädlichen Produkten lieber auf den Emmissionshandel setzen. Im Handelsblatt erschien kürzlich ein Artikel, in dem Kemfert gleich von mehreren Seiten für ihre Forderungen angegriffen wurde. So unter anderem von Justus Haucap, der das DICE-Institut an der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität leitet, im Beirat des Kohle-Konzerns RWE sitzt und Verbindungen zu wirtschaftsliberalen Politikern und Instituten hat, die Maßnahmen wie einer CO2-Bepreisung eher ablehnend gegenüber stehen. Dieser warf Kemfert vor, ihre Behauptungen seien „völlig falsch“. Auch vom Dachverband Vernunftkraft, der sich gegen die Windenergie stellt, wurde Claudia Kemfert angegriffen. Dieser nannte sie den „Chefideologen der Energiewende“.
spiegel.de

Das Moor kehrt zurück. Deichöffnung am Bodden n-tv.de
FDP meldet klimaneutrale Bundestagsfraktion rnd.de
Ausgebrannt: Feuer in New South Wales gelöscht zeit.de
Bauerndemo vor dem Umweltbundesamt mdr.de
Kurzmeldung 5 link.de

– ZAHL DER WOCHE –

5,6 Prozent der Stimmen erhalten die Grünen bei der Bundestagswahl im März 1983 und ziehen erstmals in den Bundestag ein.
welt.de

– KOMMENTAR –

Malte Kreutzfeldt über Deutschlands Klimaziele. Malte Kreutzfeldt schreibt in seinem Kommentar über die Klimaziele Deutschlands. Zwar könnten die CO2-Emissionen dank des Klimapakets bis 2030 um 51 bis 52 Prozent sinken, was den angestrebten 55 Prozent nahe kommt, in einigen Sektoren bleibe jeoch weiterhin viel zu tun. Dazu zählt Kreutzfeldt besonders Verkehr, Gebäude und Landwirtschaft. Auch beim Ausbau der Windenergie würde es noch hapern, solange die Teile der Union sich querstellen. Und selbst wenn das Ziel von 2030 erreicht werden sollte, sei dieses von Anfang an zu niedrig gesetzt worden.  Deshalb fordert Kreutzfeldt eine Verschärfung des Ziels mit neuen Maßnahmen.
taz.de

– ZITAT DER WOCHE –

Wenn Sie mich in meiner Apo-Zeit gefragt hätten, hätte ich Ihnen erklärt, wie die Atomkraft die Menschen voranbringen kann. Dass das Giftzeug ist und man sie abschaffen muss, das kam bei mir erst später an.“
Hans-Christian Ströbele erinnert sich in einem Interview mit dem Spiegel.
spiegel.de

– PODCAST oder EVENT-TIPP –

Tierwelt-live ist ein Video on Demand Portal, das Tierfilme und -dokus aus TV und Kino kostenlos anbietet.
tierwelt-live.de

– HINTERGRUND –

Green Deal: Ursulas Mondfahrt. Ursula von der Leyen hat große Pläne für ihren europäischen Green Deal. Am vergangenen Mittwoch präsentierte von der Leyen nach einem Treffen mit Greta Thunberg einen vorläufigen Entwurf ihres Klimagesetzes. Der Green Deal soll dafür sorgen, dass der Klimaschutz künftig integraler Bestandteil der Europäischen Union sein wird. Er hätte damit maßgebliche Auswirkungen auf alle Aspekte der EU. Dabei musste die Kommissionspräsidentin bereits erste Rückschläge hinnehmen, beispielsweise was die Finanzierung des Plans angeht. Einige Länder wie Schweden, die Niederlande, Dänemark und Österreich wollten für das EU-Budget des Green Deals nicht mehr als ein Prozent der Wirtschaftsleistung zahlen. Andere Staaten wiederum forderten aus nicht uneigennützigen Gründen ein größeres Budget für die EU. Auch der sogenannte Just Transition Fund, der 100 Milliarden Euro betragen und dafür sorgen soll, Ländern beim Übergang von der Kohle zu nachhaltiger Energie zu helfen steht in der Schwebe. Unklar ist, wie der Just Transition Fund, dessen Gelder aus verschiedenen Quellen kommen sollen, finanziert werden wird.
zeit.de

Soja aus Sibirien. Die Vereinten Nationen rechnen damit, dass sich die Nahrungsmittelproduktion verdoppeln muss, um bis 2050 alle Menschen ausreichend zu versorgen. Der Klimawandel sorgt schon heute dafür, dass in europäischen Ländern wie Italien und Spanien exotische Früchte angebaut werden können. Doch bald könnte es auch möglich sein, in der sibirischen Tundra oder im nördlichen Kanada Gemüse anzubauen. Laut einer Studie, die im Fachjournal Plos One veröffentlicht wurde, könnte sich die weltweite Fläche, die für Landwirtschaft genutzt werden kann, in den nächsten 50 bis 100 Jahren um etwa 30 Prozent vergrößern. Russland und Kanada könnten einen Zuwachs jeweils mehr als vier Millionen Quadratkilometer für die landwirtschaftlich nutzbarer Flächen verzeichnen. Vor allem Weizen, Kartoffeln, Mais und Soja könnten dort angebaut werden. Bei dieser Entwicklung handelt es sich jedoch auch um eine Verschiebung von agraischen Flächen. Land, das heute in fruchtbaren Regionen liegt, könnte aufgrund des Klimawandels in einigen Jahren schon nicht mehr nutzbar sein, was einen Wechsel in nördliche Regionen forcieren könnte. Da es sich hierbei jedoch um bislang unberührte Natur handelt, könnte der Umweltschaden immens sein, würde man dieses Land für die Agrarindustrie nutzen. So könnte am Ende der Klimawandel noch verstärkt werden, denn in den nördlichen Regionen der Erde speichern die Böden bislang große Mengen an CO2, die bei einer landwirtschaftlichen Nutzung freigesetzt werden könnten. Würden die Gebiete voll ausgenutzt, ergäbe sich laut Forschern eine Freisetzung von 177 Gigatonnen gebundenen Kohlenstoffs.
sueddeutsche.de

Bedrohte Arten profitieren von Corona Krise. In China ist der illegale Handel mit Wildtieren seit langem ein Problem. Das Coronavirus könnte nun dazu führen, dass sich der Schutz von bedrohten Tierarten in China verbessert. Im Februar wurde dort landesweit ein Verbot des Verzehrs von Wildtieren ebenso wie deren Jagd und Transport für diesen Zweck beschlossen. Tierschützer zeigen sich zwar noch skeptisch, sehen diese Entwicklung aber grundsätzlich positiv. Der britische Umwelschützer Terry Townshend, der in China lebt, sagte: „Der Ausbruch von Covid-19 hat ein Licht auf den illegalen Handel mit Wildtieren geworfen wie nie zuvor“. Auch die Bevölkerung würde die Ausbeutung der Natur inzwischen verurteilen. Das bestätigen auch Studien, die zeigen, dass eine große Mehrheit der Bevölkerung das Verbot des Verzehrs von Wildtieren unterstützt. Trotz der positiven Entwicklung gibt es Kritik an dem Vorstoß. Die Verwendung von Wildtieren für Zwecke der traditionellen chinesischen Medizin bleibt nämlich weiterhin erlaubt. Tiere wie Tiger, Elefanten, Nashörner und Schuppentiere, die dafür häufig verwendet werden, sind also weiterhin in Gefahr.
spektrum.de

Second Hand: Mode statt Müll. Die Modeindustrie gilt als eine der umweltschädlichsten Branchen der Welt. Trotzdem kauft jeder Mensch im Schnitt etwa 20 Kilogramm neue Kleidung und Schuhe im Jahr, wovon vieles allerdings nie genutzt wird. Allein in Deutschland entstehen so jedes Jahr etwa 1,35 Millionen Tonnen Alttextilien. Etwa eine halbe Million Tonnen davon werden aufbereitet und wieder getragen, eine weitere halbe Million wird für andere Zwecke genutzt. Der Rest landet im Müll. Die EU hat sich deshalb das Ziel gesetzt, die Textilwirtschaft nachhaltiger zu machen. Eine Petition des Verbands Vernetzt e.V. will das ebenfalls erreichen und hat deshalb eine Petition gestartet, mit der Forderung, beim Verkauf von Second-Hand-Produkten null Prozent Mehrwertsteuer anzusetzen. Damit ließen sich Second-Hand-Geschäfte, deren Gewinnspanne oft niedrig ist, stark entlasten. Mehr als 49.000 Menschen haben die Petition schon unterschrieben. Somit fehlen noch 1000 weitere Unterzeichner, damit diese dem Wirtschaftsministerium  übergeben wird.
faz.net

– FOTO DER WOCHE –

Ganz unten! Ein Flohkrebs namens Plasticus. Forscher haben im Mariannengraben in 6500 Metern Tiefe einen Flohkrebs entdeckt, der Plastikteilchen enthielt. Um ein Zeichen gegen die Umweltverschmutzung zu setzen, gaben die Forscher der Tierart den Namen Plasticus.
dw.com

– TIERISCH –

Unwahrscheinlich schlau: Gefiederter Matheprimus . Forscher, die ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichten, haben herausgefunden, dass einige Papageien mit Wahrscheinlichkeitsrechnung umgehen können. Dabei brauchen sie diese Fähigkeit in ihrer natürlichen Umgebung eigentlich gar nicht. Laut der Autoren des Artikels haben die Vögel diese Fähigkeit, da sie im Laufe der Evolution gelernt haben, sich an unterschiedliche Verhältnisse anzupassen und auf verschiedene Fragestellungen zu reagieren. Dies benötige zwar mehr kognitive Ressourcen, schränke jedoch die geistige Leistungsfähigkeit ein.
sueddeutsche.de

– NICHT MEHR GRÜN –

Lebensmittelverschwendung mal anders: Lambrusco aus dem Wasserhahn. In einem italienischen Ort in der Region Emilia-Romagna kam für kurze Zeit statt Wasser Lambrusco aus den Leitungen. Dies lag an einem technischen Defekt eines lokalen Weinguts. Der Wein sei ausversehen in die Wasserleitungen geflossen. Gesundheitliche Gefahren hätten zu keiner Zeit bestanden.
abendzeitung.de