Health Headlines am Mittwoch, den 01. April 2020

heise.de Corona-App der Telekom ist katastrophal unsicher: Die Telekom veröffentlichte kürzlich eine App, die bei der Bekämpfung des Coronavirus helfen soll. Die OVID-19-App kann den QR-Code auslesen, den Patienten nach einem Test auf das Coronavirus bekommen. Damit solle die „zeitintensive telefonische Abfrage der Ergebnisse“ ersetzt werden, so die Telekom in einer Pressemitteilung. Offenbar hato die Anwendung jedoch eine schwere Sicherheitslücke, die es Hackern theoretisch ermöglicht, Testergebnisse mitzulesen oder sogar zu verfälschen.

aerzteblatt.de Corona-Pandemie: Digitale Werkzeuge für den medizinischen Alltag: Telemedizinische und andere digitale Medizinanwendungen werden im Zuge der Corona-Krise immer wichtiger. Der Softwareproduzent Compugroup Medical vermeldete einen Anstieg der angeschlossenen Arztpraxen von 700 auf circa 17.500 innerhalb eines Monats. Neben der Telemedizin gibt es einige andere Dienste, die in dieser Zeit der medizinischen Versorgung nutzen. So bietet beispielsweise die App „mRay“ eine Möglichkeit, radiologische Bilder sicher an Mitarbeiter ins Homeoffice zu senden. Die App „Mika“ wiederum bietet eine Hilfe für Krebspatienten und deren Angehörige. Patienten werden dank Machine-Learning bei der Therapie unterstützt.

tagesspiegel.de So funktioniert die Corona-App: 130 Wissenschaftlern aus acht europäischen Ländern haben eine Technologie entwickelt, auf deren Grundlage in den nächsten Wochen eine Corona-App entstehen soll. Auch das Robert-Koch-Institut war im Auftrag der Bundesregierung beteiligt. Ziel ist es, eine Lösung für die Nachverfolgung von Kontaktpersonen von Corona-Infizierten zu finden. Die App soll dabei länderübergreifend funktionieren. Die Installation der Anwendung geschieht auf freiwilliger Basis. Damit die Nachverfolgung funktioniert, muss sie jedoch von möglichst vielen Menschen heruntergeladen werden.

aerztezeitung.de Corona-Hygiene: Immer öfter desinfiziert Kollege Roboter in Klinken Desinfektionsroboter, die sich um die Hygiene in Krankenhäusern kümmern, werden immer beliebter. Der dänische Hersteller Blue Ocean Robotics verkauft einen Roboter, der mittels konzentriertem UV-C-Licht Bakterien und andere Mikroorganismen abtötet. Damit soll eine Desinfektionsrate von 99,99 Prozent erreicht werden. Chinesische Krankenhäuser hätten laut der International Federation of Robotics (IFR) seit Ausbruch der Corona-Pandemie schon 2000 solcher Roboter bestellt. In insgesamt 40 Ländern wird die Maschine eingesetzt, um Krankenhäuser zu desinfizieren. Besonders nützlich sind die Roboter in Quarantänezonen, die nur von wenigen Menschen betreten werden sollen.

background.tagesspiegel.de Die Stunde der digitalen Medizin: Jörg Debatin und Henrik Matthies vom Health Innovation Hub (hih) des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) sind der Meinung, Deutschland erlebe momentan „die Stunde der digitalen Medizin.“ Ein wichtiger Faktor sei, dass viele Anbieter derzeit ihre Anwendungen kostenlos anbieten. Von der virtuellen Terminplattform bis zur Physiotherapie-App zeige sich eine stark wachsende Nachfrage nach digitalen Anwendungen, die von zuhause aus genutzt werden können, um sich schnell und einfach medizinische beraten zu lassen. Chatbots wie die CovApp bieten Anhand von Fragebogen Handlungsempfehlungen, wie mit der Gefahr der Corona-Infektion umgegangen werden sollte. Jens Spahns Digitalisierungsagenda trage nun Früchte. Die beiden Autoren stellen fest: „Kein anderes Land weltweit hat in den letzten zwei Jahren derart viele Projekte auf den Weg gebracht.“

berliner-zeitung.de Regierung bringt E-Patientenakte auf den Weg: Das Bundeskabinett hat den Gesetzesentwurf zum Schutz von Patientendaten gebilligt. Ärzte und Krankenhäuser dürfen dank der Neuregelung nun die elektronische Patientenakte befüllen. Damit können künftig unter anderem Medikamente per elektronischem Rezept aus der Apotheke bezogen werden. Gesundheitsminister Jens Spahn erklärte: „Wir erleben gerade, wie digitale Angebote helfen, Patienten besser zu versorgen.“ Mit dem Datenschutzgesetz solle sichergestellt werden, dass die Angebote zügig im Alltag der Patienten ankommen. Für Krankenhäuser und Ärzte, die die elektronische Patientenakte zum ersten Mal ausfüllen, soll es laut Gesetzesentwurf zehn Euro geben. Weitere Vergütungen winken für die Unterstützung der Versicherten bei der Verwaltung der elektronischen Patientenakte.

aerztezeitung.de Gesundheitsweiser Gerlach kritisiert schlechte Daten und Entscheidungen im Blindflug: Ferdinand Gerlach, Vorsitzender des Gesundheit-Sachverständigenrats, sagt, es sei zu früh, um „fundierte Aussagen“ zum Ausbruchsgeschehen und der Versorgungsqualität im Zuge der Corona-Krise zu treffen. Er mahnt an, dass das Robert-Koch-Institut dafür vollständige Daten möglichst auf dem digitalen Weg erhalten muss. Die derzeitige Diskussion über Infektionsraten und die Effektivität getroffener Maßnahmen beruhe auf Daten, die qualitativ nicht hochwertig und unvollständig seien.

kma-online.de Beobachtung von zu Hause: CompuGroup Medical entlastet Krankenhäuser durch Telemonitoring: Die CompuGroup Medical hat ein Telemonitoring-System entwickelt, dass es Krankenhäusern ermöglicht, die Vitalwerte von Patienten, die sich in häuslicher Quarantäne befinden, zu überwachen. Das System wird zuerst in Italien eingesetzt. Die Anwendungen in anderen Ländern, darunter Deutschland, ist ebenfalls geplant. Vitalparameter können kabellos erfasst und an das medizinische Personal übertragen werden. Hannes Reichl, Vorstand für den stationären Bereich bei CompuGroup Medical, erhofft sich durch den Einsatz der Technologie mehr Kapazitäten in den Krankenhäusern für besonders schwer erkrankte Patienten freizuhalten.

nytimes.com The Medical News Site That Saw the Coronavirus Coming Months Ago: Stat, eine Webseite für medizinische Nachrichten, warnte schon Anfang Januar vor dem Ausbruch des Coronavirus. Veröffentlicht wurde der Artikel von der Journalistin Helen Branswell. In den folgenden Wochen berichtete Stat vor den meisten anderen Medien über die Beschaffenheit des Virus und dessen mögliche Auswirkungen. Das verschaffte der Onlinezeitung einen Besucherzuwachs um das vier- bis fünffache des normalen Traffics.

theguardian.com China’s coronavirus health code apps raise concerns over privacy: Obwohl sich die Lage in China einigermaßen entspannt hat, verlässt sich das Land weiterhin stark auf den Einsatz von Apps, um einen neuen Ausbruch des Coronavirus zu verhindern. Der „health code“-Service, der über die in China weit verbreiteten Apps Alipay und WeChat läuft, vergibt einen QR-Code an Nutzer, der von Behörden ausgelesen werden kann. Nutzern wird außerdem anhand ihres Gesundheitsstatus und ihrer Reisehistorie ein Farbcode zugeteilt. Ein grüner Code bedeutet, dass Nutzer in ihrer Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt werden. Nutzer mit dem gelben Code sind dazu angewiesen, zuhause zu bleiben. Ein roter Code zeigt an, dass die betroffene Person am Coronavirus erkrankt ist und in Quarantäne verweilen muss. Einige Nutzer kritisieren, dass die riesigen Tech-Firmen WeChat und Alibaba nun über Gesundheitsdaten von Millionen Menschen verfügen. Auch scheint es technische Probleme mit der Funktion zu geben.