Health Headlines am Sonntag, den 05. April 2020

aerzteblatt.de PKV kehrt in gematik-Gesell­schafterkreis zurück: Im Jahr 2012 war der Verband der Privaten Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) wegen Sicherheitsbedenken aus dem gematik-Gesellschafterkreis ausgetreten. Nun hat sich der PKV dazu entschieden, sich am Ausbau der Tele­ma­tik­infra­struk­tur zu beteiligen und beteiligt sich dafür wieder an der gematik. Mar­kus Leyck Dieken, der gematik-Geschäfts­führer, sagte: „Die Rückkehr der PKV ist die große Anerkennung unserer Arbeit und wird die Digitali­sie­rung des Gesundheitswesens enorm voranbringen.“ Für die Beteiligung an der gematik trat der GKV-Spitzenverband 2,45 Prozent seiner Geschäftsanteile an den PKV-Verband ab.

background.tagesspiegel.de Wie weiter mit der Ideenschmiede des BMG? Vor einem Jahr war der Health Innovation Hub (hih) als Think Tank des Bundesgesundheitsministeriums gestartet. Wie es mit dem hih in naher Zukunft weitergehen wird, ist allerdings derzeit noch unklar. Das aktuelle Team wird jedenfalls kein Teil des hih mehr sein. Managing Director Henrik Matthies erklärte, noch wisse er, „was draußen passiert.“ „Doch irgendwann ist der Wissensstand aus der Praxis, den ich 2019 mit eingebracht habe, nicht mehr aktuell.“ Auch werden 2021 Bundestagswahlen stattfinden. Das Gesundheitsministerium entscheidet dann über neue Finanzierungen. Möglich ist, dass eine Fortsetzung des hih zukünftig fest in die Verwaltungsstrukturen eingegliedert werden könnte, so wie es beim Cyber Innovation Hub der Bundeswehr der Fall ist.

rp-online.de Nicht alle Ärzte favorisieren Telemedizin: Telemedizin erfreut sich derzeit einer großen Beliebtheit. Anbieter wie Jameda verzeichnen ein starkes Wachstum ihrer Nutzerzahlen. Im Oberbergischen Kreis testet das Projekt „OBERBERG_FAIRsorgt“, das vom Bund finanziert wird, die Versorgung 1000 älterer Patienten mittels Telemedizin. Der Allgemeinarzt Thomas Splittgerber, der auch Sprecher der Ärzte in Radevormwald ist, kritisiert allerdings die hohen Kosten, die mit der Einrichtung der Telemedizin auf die Arztpraxen zukommen. „Für kleinere Praxen ist das nach meiner persönlichen Meinung schwer umzusetzen“, so Splittgerber.

computerwelt.at KI ist Thema für Führungskräfte im Gesundheitswesen: Eine Studie der US-amerikanischen Firma Pure Storage zeigt, dass Künstliche Intelligenz (KI) im Gesundheitswesen immer öfter eingesetzt wird. Befragt wurden 1.238 Führungskräfte im Gesundheitswesen. Für 93 Prozent der Befragten ist KI ein wichtiger Teil ihrer Unternehmensstrategie, wobei nur 40 Prozent der Teilnehmenden KI tatsächlich nutzen. Um den Ausbau der Ki voranzutreiben wollen 20 Prozent der Führungskräfte in diesem Jahr zwischen ein und zehn Millionen Dollar investieren. Dabei setzen weniger Unternehmen auf die eigenständige Entwicklung von Anwendungen. Nur 13 Prozent entwickeln KI-Software komplett im eigenen Unternehmen.

pharmazeutische-zeitung.de »E-Rezept ab 2022 – wichtiger Meilenstein«: Christian Buse, der Vorsitzende des Bundesverbands Deutscher Versandapotheken (BVDVA) lobte den obligatorischen Einsatz des E-Rezepts ab 2022 und bezog sich dabei auf die Corona-Pandemie: „Ein flächendeckendes E-Rezept wäre schon in der aktuellen Coronavirus-Pandemie hilfreich und würde dazu beitragen, ungewollte Kontakte – und damit die Ansteckungsgefahr – weiter zu minimieren.“ Versandapotheken seien in der derzeitigen Krise besonders gefragt, so Buse.

sueddeutsche.de Mehr Infos für Nutzer von Anti-Corona-App: Lutz Hasse, der Datenschutzbeauftragte Thüringens, forderte im Zuge der freiwilligen Nutzung einer Corona-App mehr Informationen für die Nutzenden. Da die Nutzung der App nicht gesetzlich vorgeschrieben wird, würden Datenschutzrechtliche Fragen im Parlament nicht erörtert werden. Damit gebe die Legislative die Verantwortung an die Bürger ab. Hasse forderte eine „informierte Freiwilligkeit“. „Wer den Bürgern die eigenverantwortliche Nutzung der App überlasse, sollte ihnen auch die Entscheidung über alle tragenden Argumente dafür und dagegen überlassen“, so der Datenschützer.

derstandard.de Rotes Kreuz gegen App-Pflicht: „Zwang ist ein schlechter Motivator“: In Österreich hat sich das Rote Kreuz gegen die verpflichtende Nutzung seiner „Stopp Corona App“ ausgesprochen. „Wir glauben an die Freiwilligkeit. Zwang ist immer ein schlechter Motivator“, so Bundesrettungskommandant Gerry Foitik. Zuvor hatte Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka gefordert, die Nutzung der App verpflichtend zu machen.

m.tagesspiegel.de Überwachung wegen Covid-19 – Auch in Deutschland überwachen Drohnen die Corona-Maßnahmen: Weltweit werden Drohnen eingesetzt, um die Einhaltung der Ausgangssperren im Zuge der Corona-Krise zu überwachen. Teilweise werden die Geräte dabei per KI gesteuert. Andere Drohnen fordern Menschen per Lautsprecherdurchsage dazu auf, den Mindestabstand einzuhalten. In Deutschland setzen unter anderem Dortmund und Düsseldorf Drohnen ein, um die Verbreitung des Virus zu bekämpfen.

vice.com We Saw NSO’s Covid-19 Software in Action, and Privacy Experts Are Worried: Die israelische Firma NSO Group entwickelt Überwachungssoftware. Unter dem Projektnamen Fleming hat die Firma ein Produkt entwickelt, dass die Verbreitung des Coronavirus verfolgen soll. Die Software basiert dabei zum Teil auf dem Überwachungstool Pegasus, die sich in Mobiltelefone einhackt, um Daten zu extrahieren. Experten kritisieren NSO Group. Fleming sei ein „zynischer Versuch“ im Zuge der Corona-Krise in die Massenüberwachung einzusteigen.

wired.com Google Reveals Location Data to Help Public Health Officials: Um das Coronavirus zu bekämpfen, stellt der Tech-Konzern Google 131 Ländern anonyme Standortdaten bereit. So kann überprüft werden, wie viele Menschen sich zu einem bestimmten Zeitpunkt an Orten aufgehalten haben. Die Daten stammen von Nutzern, die den Standortverlauf in ihrem Account aktiviert haben. Google legt dabei nach eigenen Aussagen Wert darauf, dass die Anonymität gewahrt wird.