– NACHRICHTEN –
Green Deal ausgebremst. Wegen der Corona-Krise wird sich die Umsetzung des europäischen Green Deals in Teilen verzögern. Die EU will sich nun vorrangig auf essenzielle Teile des Plans konzentrieren. Da die UN-Klimakonferenz, die für kommenden November geplant war, in diesem Jahr nicht stattfinden wird, kann sich die EU bei der Umsetzung des Programms mehr Zeit lassen. Punkte, die erst nach 2020 umgesetzt werden sollen, beinhalten die Regeln zur Landwirtschaft, der Offshore-Windenergie, zur Anpassung an den Klimawandel und zur Artenvielfalt. Auch Programme, die die Unterstützung von Bio-Treibstoffen für Flugzeuge und Schiffe vorsehen, sollen verschoben werden. Weiterhin umgesetzt werden soll dagegen die Erhöhung der Klimaziele für 2030, eine neue Strategie für nachhaltige Finanzen und ein großes Programm zur energetischen Sanierung von Gebäuden. Ob Themen wie der Ausbau der Offshore-Windkraft und die Digitalisierung im Energiesektor verschoben werden, ist derzeit noch unklar.
taz.de, euractiv.com
PopUp-Radwege: Verkehrswende durch die Hintertür. Die Corona-Krise zwingt städtische Behörden dazu, bei der Mobilität umzudenken. In Berlin werden derzeit immer mehr sogenannte PopUp-Radwege geschaffen. Diese sind zwar nur provisorisch und mit Klebefolien und Warnbanken begrenzt. Der ADFC lobt die Entwicklung dennoch und spricht von einem „Zustand, hinter den es kaum zurückgehen wird.“ Im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg wurden im letzten Monat allein 8,2 Kilometer temporäre Radwege geschaffen. Weitere 4,5 Kilometer sollen folgen. Der Bezirk spricht in einer Empfehlung für andere Berliner Stadtteile davon, dass sich die Notwendigkeit der Corona-Radwege aus der Pandemiesituation ergebe. Die bisherige Infrastruktur sei „nicht umfassend geeignet“, um den gebührenden Abstand einzuhalten.
tagesspiegel.de
Waldbrand bei Tschernobyl: Dicke Luft in Kiew. Wegen der Waldbrände im Gebiet um Tschernobyl zieht zurzeit eine radioaktive Wolke über die ukrainische Hauptstadt Kiew. Bürgermeister Witali Klitschko versicherte die Bewohner der Stadt, es gäbe nur Rauch, „keine Radioaktivität“. Die Kiewer wurden trotzdem dazu angehalten, Fenster zu schließen und nicht auf die Straßen zu gehen. Die internationale Ärzteorganisation zur Verhinderung eines Atomkriegs IPPNW warnte dennoch vor einer radioaktiven Wolke über der Ukarine. „Bei ungünstiger Wetterlage und Windrichtung könnte auch der Rest Europas, könnte auch Deutschland von den radioaktiven Wolken betroffen sein“, so die IPPNW-Co-Vorsitzende Alex Rosen. Unabhängig von möglicher Radioaktivität registrierte das Schweizer Unternehmen IQ Air eine der weltweit schlimmsten Luftverschmutzungen in Kiew.
derstandard.at, zeit.de
Naturschützer kritisieren Insektenschutz in Zeitlupe. Obwohl der Bienenschutz Teil des Koalitionsvertrags der Bundesregierung ist und Umwelt- und Landwirtschaftsministerium den Insektenschutz zur Priorität erklärt hatten, hat sich bisher kaum etwas bei dessen Umsetzung getan. Katrin Wenz, Agrar-Expertin beim BUND kritisiert, dass bisher weder ein Insektenschutz-Gesetz noch ein Anwendungsverbot von Glyphosat zustande kam. Auch Nabu-Expertin Verena Riedl warnt, dass der Insektenschutz vergessen werde. Unklar sei laut Riedl bisher auch noch, wie viele Flächen von einem Glyphosat-Verbot betroffen sind und welche Pflanzenschutzmittel künftig als „biodiversitätsschädigend“ eingestuft werden. Ein Sprecher des Umweltministeriums sagte, die Umsetzung des Aktionsprogramms Insektenschutz werde „unter Hochdruck“ vorangetrieben. Wegen der Corona-Krise sei es derzeit jedoch schwer, zeitliche Abläufe zu planen. In diesem Jahr will der Bund 50 Millionen Euro für den Insektenschutz bereitstellen. In den nächsten sechs bis acht Jahren soll es noch einmal 60 Millionen Euro geben.
n-tv.de
Nächste Dürre in Sicht. Zwar lässt sich das Wetter für den kommenden Sommer noch nicht verlässlich vorhersagen, der trockene Frühling in diesem Jahr könnte jedoch auf eine erneute Dürre hinweisen. Mathias Herbst, Leiter des Zentrums für Agrarmeteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sagt: „Wenn es so trocken weitergeht wie momentan, wird es wieder eine Dürre geben.“ Trotzdem seien die Bedingungen etwas besser als in den beiden vergangenen Jahren, da es letzten Winter deutlich mehr geregnet habe, wodurch die Böden in vielen Teilen Deutschlands wieder mit Wasser aufgefüllt wurden. In Thüringen und Sachsen reichten die Niederschläge hingegen nicht aus, um die trockenen Böden aufzufüllen. Die Wälder im Südosten Deutschlands könnten in diesem Jahr daher erneut stark von Schädlingen betroffen sein. Was die Ernte betrifft, ruhen die Hoffnungen auf ausreichendem Regen in den kommenden Monaten. Dann könne es noch „ein ganz normales Jahr für die Landwirtschaft werden“, so Andreas Marx, Klimaforscher am UFZ.
faz.net
Atomstrom Frankreich stuttgarter-nachrichten.de
Nichts gelernt: Zehn Jahre nach Deepwater Horizon www.nzz.ch
Corona und die Folgen für die Landwirtschaft blog.wwf.de
Österreichs letzter Kohlemeier geht vom Netz www.diepresse.com
Kurzmeldung 5 link.de
– ZAHL DER WOCHE –
In den ersten drei Monaten nahm die Abholzung im Amazonasgebiet um 50 Prozent zu, schätzt das brasilianische Nationalen Instituts für Weltraumforschung (Inpe).
rnd.de
– KOMMENTAR –
Gastbeitrag von Frans Timmermans und Bertrand Piccard. Die Autoren fordern im Gastbeitrag eine neue Art des Wirtschaftens nach der Corona-Krise. Um ein „qualitatives Wachstum mit einer kreislauforientierten, nachhaltigen und in hohem Maße wettbewerbsfähigen Wirtschaft“ zu erreichen, benötige es eine neue, saubere und effiziente Infrastruktur in allen Wirtschaftsbereichen. Neben der besseren Umweltverträglichkeit würde dies für ein besseres Bruttoinlandsprodukt und neue Arbeitsplätze sorgen.
spiegel.de
– ZITAT DER WOCHE –
„Zitat„>
Urheber und warum
link.de
– PODCAST oder EVENT-TIPP –
Bild
Text
link.de
– HINTERGRUND –
Luftverschmutzung als Corona-Katalysator. Eine neue Studie scheint den Verdacht zu bestätigen, dass Gebiete mit hoher Luftverschmutzung eine höhere Covid-19-Sterblichkeit aufweisen. Menschen, die lange Zeit in belasteten Regionen leben, seien demnach anfälliger für die Infektion mit dem Coronavirus. Der Studie von Forschern der Harvard T.H. Chan School of Public Heath zufolge steigt das Sterblichkeitsrisiko mit jedem Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft zusätzlich um 15 Prozent. Für das New York County rechnen die Forscher bis zum 4. April mit 248 Toten weniger, wenn die Luftverschmutzung ein Mikrogramm pro Kubikmeter Luft geringer ausgefallen wäre. Die Ergebnisse der Untersuchung sollten jedoch mit Skepsis betrachtet werden. Belege für eine Kausalität zwischen Luftverschmutzung und Sterblichkeit liefert die Studie nicht. Das New York County und andere untersuchte Gebiete nicht nur von feinstaubbelastet, auch das Gesundheitssystem wurde dort besonders stark strapaziert. Ein anderer Verdacht, den weitere Studien aufbringen, bezieht sich auf die aktuelle Luftverschmutzung. Ein Aufsatz sieht einen Zusammenhang zwischen der Wetterlage in Norditalien im Dezember und Januar, als besonders wenig Wind wehte, und der dortigen starken Ausbreitung des Virus. Das Virus habe dort bedingt durch die Wetterverhältnisse minutenlang in der Luft schweben können.
faz.net
Goldrausch im Regenwald. Im brasilianischen Amazonas floriert der illegale Goldbergbau und trägt stark zur Zerstörung des Regenwalds bei. Mehr als 450 illegale Bergbaugebiete gibt es dem Geo-Referenced Socio-Environmental Information Network (RAISG) zufolge im brasilianischen Amazonas. Ein Fachbericht geht davon aus, dass der Bergbau zwischen 2005 und 2015 für neun Prozent des gesamten Waldverlustes im Amazonasgebiet verantwortlich gewesen sein soll. Im Reservat der Munduruku-Indianer wurden 2019 insgesamt 2000 Hektar Bäume abgeholzt, was einer Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Zwar schützt die brasilianische Verfassung Gebiete indigener Stämme, die häufig reich an Bodenschätzen sind. Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro fordert in einem Gesetzesentwurf jedoch die Legalisierung des dortigen Bergbaus. Die Abstimmung über das Gesetz wurde zwar bis auf weiteres verschoben, würde es verabschiedet, könnte der Bergbau aber stark ansteigen. Der amerikanische Anthropologe Glenn Shepard ist sich sicher, das Gesetz werde stark zum illegalen Bergbau beitragen. „Schon jetzt gibt es einen regelrechten Goldrausch, über den die indigenen Gruppen die Kontrolle verlieren.“
dw.com
Das Sterben der Meisen. Der Naturschutzbund (Nabu) warnt vor einer Krankheit, die vor allem Blaumeisen, in Ausnahmen aber auch Kohlmeisen und andere Vögel betrifft. Die Krankheit lässt die Tiere zunächst apathisch wirken. Der Nabu Brandenburg berichtet, dass die Vögel Atemprobleme hätten und Augen, Schnabel und Teile des Federkleids seien verklebt. Deutschlandweit wurden bereits 8000 tote Meisen registriert. Zwar ist noch nicht klar, woran die Meisen erkranken, einige der Symptome weisen jedoch auf das Usutu-Virus hin, das durch Stechmücken übertragen wird. Die Potsdamer Nabu-Naturschutzreferentin Manuela Brecht bittet die Bürger darum, verstorbene Meisen zu melden, um eine Ausbreitung der Krankheit auszubremsen. Tote Vögel können luftdicht verpackt und an das zuständige Veterinäramt geschickt werden, so Brecht. Da sich die Krankheit vermutlich über Futterstellen und Tränken ausbreitet, bittet der Nabu darum, das Bereitstellen von Futter und Wasser sofort einzustellen, wenn dort kranke Vögel gesichtet werden.
tagesspiegel.de
– FOTO DER WOCHE –
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link.de
– TIERISCH –
„Eau de Lemur“: Stinkflirten bei Halbaffen. Männliche Ringelschwanzlemuren greifen auf einen besonderen Duft zurück, um Weibchen zu betören. Die Männchen reiben die Duftdrüsen an ihren Handgelenken an ihre Schwänze, um damit den weiblichen Tieren zuzuwinken. Zu dieser Erkenntnis Kazushige Touhara, Professor und Biochemiker an der Universität Tokio, der die Tiere in einer Studie beobachtete. Die Forscher bezeichnen dieses Verhalten als „Stinkflirten“.
spektrum.de
– NICHT MEHR GRÜN –
Second Hand Brennelemente. Ein Bündnis aus Anti-Atom-Initiativen und -Organisationen klagt zusammen mit dem Umweltinstitut München e.V. gegen Versorgung belgischer Atomreaktoren mit deutschen Brennelementen. Eigentlich wollte die Bundesregierung den Export von Uranbrennstoff an grenznahe europäische AKWs einstellen. Das Umweltministerium legte im Dezember dafür einen Entwurf für eine Gesetzesänderung vor. Das Wirtschaftsministerium blockte den Entwurf jedoch. Vor allem die belgischen Atommeiler stehen in der Kritik, nicht umweltverträglich zu sein. Da Einzelpersonen stellvertretend für das Bündnis Widerspruch gegen die Ausfuhrgenehmigung eingereicht haben, muss der Transport pausiert werden, bis eine endgültige Entscheidung getroffen wird.
umweltinstitut.org
Die letzte Olive. Der Krankheitserreger Xylella fastidiosa sorgt für ein europaweites Sterben der Olivenbäume. In den nächsten Jahrzehnten könnten die Schäden, die durch das Pathogen entstehen, bis zu 20 Milliarden Euro betragen, so eine neue Studie. Das Bakterium, dass neben Olivenbäumen auch Kirsch-, Mandel- und Pflaumenbäume befällt, wird durch Insekten wie die Schaumzikaden übertragen. Die Infektion schränkt die Fähigkeit der Bäume ein, Wasser und Nährstoffe zu transportieren. Mit der Zeit sterben sie ab. Infizierte Bäume müssen zerstört werden. Seit die Krankheit 2013 in Italien entdeckt wurden, gingen die Erträge dort um 60 Prozent zurück. Neben Italien sind inzwischen auch Bäume in Spanien, Portugal und Frankreich von der Krankheit betroffen.
bbc.com