WWF 28. 04.

– NACHRICHTEN –

Fahrplan zur Klimaneutralität. Rund 60 deutsche Unternehmen fordern im Zuge des Petersberger Klimadialogs von der Politik ein deutliches Bekenntnis für den Klimaschutz. Unter den Unterzeichnern finden sich Dax-Konzerne wie Thyssen-Krupp, Bayer und Allianz aber auch Firmen aus dem Mittelstand. In dem Aufruf heißt es, die Unternehmen „appellieren an die Bundesregierung, wirtschaftspolitische Maßnahmen zur Bewältigung der Corona- und der Klimakrise eng zu verzahnen“. Um den Klimaschutzzielen der EU gerecht zu werden, müssen viele Unternehmen, darunter besonders solche aus der Stahl- und Chemiebranche, ihre Produktion in den kommenden Jahren stark umstellen. Die Salzgitter AG, die den Aufruf unterzeichnete, hält beispielsweise den Ersatz von Kohlen- durch Wasserstoff für einen vielversprechenden Weg, um die CO2-Neutralität zu erreichen. Für solche Projekte fehlt es vielen Unternehmen jedoch derzeit an politischer Sicherheit. Sie fordern von der Politik daher einen klaren Fahrplan für die Umstellung und klimaschutzfreundliche Investitionen.
handelsblatt.com

Giftige Geschäfte. Deutsche Unternehmen sollen in außereuropäischen Ländern in Europa nicht zugelassene Pestizide und andere giftige Chemikalien verkaufen. Dies werfen Umweltgruppen aus Brasilien und Südafrika den Firmen in einem Bericht, der zusammen mit dem kirchlichen Hilfswerk Misereor, der Rosa-Luxemburg-Stiftung und dem Entwicklungsnetzwerk Inkota verfasst wurde, vor. So soll der Konzern Bayer in Brasilien unter anderem die Stoffe Fenamidon, der für Wasserorganismen gefährlich sein soll und dessen Genehmigung 2018 von der EU widerrufen wurde, vertreiben. BASF wird vorgeworfen, in Brasilien das Herbizid Cyanamid zu vertreiben, das in der EU gar nicht erst zugelassen wurde. Auf ganzen zwei Seiten werden diese und andere Stoffe aufgezählt. Die beschuldigten Unternehmen Bayer und BASF sehen die Schuld nicht bei sich. Landwirte seien „zwingend auf moderne Pflanzenschutzmittel angewiesen, um ihre Ernten gegen Unkraut, Schädlinge und Pflanzenkrankheiten zu schützen“, so ein Sprecher von Bayer. Der Konzern halte sich an die Vorgaben der WHO und nehme im Zweifel auch bestimmte Produkte vom Markt.
sueddeutsche.de

Petersberger Klimadialog, diesmal digital. Der elfte Petersberger Klimadialog findet in diesem Jahr wegen der Corona-Krise nur digital statt. Vertreter der Politik sowie nicht-staatliche Akteure wurden dazu eingeladen, über Lösungen für die Klimakrise zu beraten. Umweltministerin Svenja Schulze sagte, die Pandemie erlaube „kein business-as-usual, auch nicht in der Klimapolitik“. Gleichzeitig zeige die Krise, die Bedeutung internationaler Kooperation. Die Umweltministerin forderte im Zuge des Klimadialogs, Wirtschaftshilfen mit Umweltschutz zu verbinden. Für die Wirtschaft solle es ein Update geben „das unsere Volkswirtschaften moderner und klimaverträglicher macht und so Jobs sichert und schafft“. Dabei unterscheidet Schulze zwei Phasen des wirtschaftlichen Wiederaufbaus. Derzeit würden die Unternehmen vor allem Liquiditätshilfen benötigen, um überhaupt fortbestehen zu können. Nach der Krise sollten die Hilfen auf den „sozialökologischen Fortschritt“ ausgerichtet werden. Der britische Ökonom Nicholas Stern vertritt ähnliche Ansichten. Auf der Konferenz warnte er davor, in die alten Muster zurückzufallen, um der Wirtschaftskrise zu begegnen. Stattdessen brauche es Investitionen in Infrastruktur und saubere Energien. Das Geld, das jetzt in veraltete Technologien investiert wird, sei verschwendet. „Erneuerbare Energien sind billiger als fossile Energien“, so Stern.
dw.com

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Mit Staatsgeldern auf Ökokurs taz.de
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Attentat auf Wildhüter im Kongo taz.de
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– ZAHL DER WOCHE –

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– KOMMENTAR –

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– ZITAT DER WOCHE –

Anders als beim Kampf gehen das Corona-Virus kennen wir die Impfstoffe gegen die Klimakrise bereits. Sie sind verfügbar, sie sind bezahlbar und sie machen unser Leben besser.
Urheber und warum
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– PODCAST oder EVENT-TIPP –

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– HINTERGRUND –

Mikroplastik im Ackerboden. Mikroplastik findet sich nicht nur im Meer, auch auf Äckern und Wiesen sammelt es sich. Die Partikel gelangen auf vielfältige Weise auf Felder. So wird beispielsweise Reifenabtrieb von benachbarten Straßen verweht und Folien für den Gemüseschutz setzen sich auf den Äckern ab. Die Mikrofasern führen laut einer Studie der Freien Universität Berlin dazu, dass sich Bodenaggregate schlechter halten. Regenwürmer leiden unter dem Plastik, wodurch sich die ganze mikrobielle Lebensgemeinschaft im Boden verändert.  Die Studie zeigt auch, dass dadurch die Keimung von Samen beeinflusst wird.
agrarheute.com

Rückblick auf den Supergau. Am 26. April jährte sich die Katastrophe von Tschernobyl. Die Folgen des Super-GAUs waren noch in München spürbar. Am 30. April erreichte eine radioaktive Wolke die Stadt, die zu einer sichtbaren Veränderung des Himmels über München führte. Der Strahlenbiologe Edmund Lengfelder maß damals eine zehn bis 20 Mal höhere Strahlung. Obwohl zu dieser Zeit nur wenige Informationen über das Reaktorunglück nach aussen drangen, war vielen Experten der Zusammenhang klar. Die Politik war verunsichert. Während einige Politiker die Gefahr herunterspielten, wurde im Geheimen für den Fall einer Evakuierung ein Auffanglager für 6000 Personen eingerichtet. Erst Anfang Mai reagierten die Behörden und schlossen öffentliche Anlagen wie Schwimmbäder. Die Bundesregierung empfahl ihren Bürgern, bestimmte Lebensmittel nicht mehr zu essen. Die Folgen der Katastrophe sind noch heute spürbar. Im Herbst 2019 warnte das das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) vor dem Verzehr bestimmter Pilze in Bayern. Wildfleisch aus der Region ist auch heute noch oft verstrahlt.
abendzeitung-muenchen.de

Fahrradboom in Australien. Die Corona-Krise hat in Australien zu einem starken Anstieg der Fahrradverkäufe geführt. Händler kommen zum Teil kaum mit den Bestellungen hinterher. Grant Kaplan, der Manager des Fahrradgeschäfts Giant Sydney, sagt, Fahrräder seien das neue Toilettenpapier. Der Fahrradladen bikeNOW in Melbourne berichtet, dass in der Krise vor allem günstigere Fahrräder verkauft werden. Insbesondere Familien würden den Drang verspüren, aktiv zu bleiben. Kinder können nicht in die Schule gehen und sportliche Aktivitäten wie Fußball müssten aufgrund der Beschränkungen oft ausfallen. Fahrradfahren stelle deshalb eine gute Alternative dar. Ein anderer Fahrradverkäufer erzählt von Kunden, die ihm berichten, dass sie schon seit langem mehr Fahrrad fahren wollten. Die Krise stelle für sie eine willkommene Gelegenheit dar, mit diesem Hobby zu starten. In einigen Gegenden in Melbourne wurden in einer Zählung ein Zuwachs an Fahrradfahrern um 79 Prozent gemessen. Auch wenn die Maßnahmen wieder gelockert werden, könnten viele Menschen weiterhin zum Fahrrad greifen, um dem Risiko einer Infektion in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu entgehen.
theguardian.com

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theguardian.com

– TIERISCH –

Lamas als Wildschwein-Schreck. Text
pnn.de

– NICHT MEHR GRÜN –

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