Health Headlines am Mittwoch, den 06. Mai 2020

br.de Corona-Immunitätsausweis als App: Kommen digitale Impfpässe? Neben der Corona-Tracing-App wurde zuletzt vermehrt über die Nutzung eines sogenannten Immunitätsausweises diskutiert. Dieser könnte bei der Lockerung von Beschränkungen helfen, besonders im Kontext bestimmter Berufe wie der Pflege. Gesundheitsminister Jens Spahn sagte zwar, eine solche Lösung werde es in naher Zukunft nicht geben. Einige Projekte arbeiten jedoch trotzdem an dem digitalen „Impfpass“, auch abseits von Corona. So können Nutzer bei der App Vivy ihre Impfdaten speichern. Diese können dann per Mail an Ärzte versendet werden, die die Daten nur dann einsehen können, wenn auch der Nutzer seine App geöffnet hat. Nutzer können so selbst bestimmen, wer Zugriff auf die Impfdaten hat und wie lange der Zugriff gewährt wird.

apotheke-adhoc.de eRezept: Bundesrat will Ausnahmen vom Makelverbot: Ab 2022 sollen ärztliche Verordnungen laut Patientendaten-Schutzgesetz nur noch per eRezept erfolgen. In dem Gesetzt enthalten ist außerdem ein sogenanntes Makelverbot, für dass sich die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Abda) eingesetzt hatte. Dieses geht dem Bundesrat jedoch zu weit. Die Ländergesundheitsminister forderten eine Änderung des Makelverbots, da dieses „dem Versorgungsalltag in Bezug auf elektronische Verordnungen nicht gerecht wird“. Abda hatte das Makelverbot gefordert, um Patienten die freie Wahl ihrer Apotheke beim Bezug des Rezepts zu gewähren. Der Bundesrat argumentiert jedoch, dass die Telemedizin Situationen schaffe, in denen eRezepte direkt an Apotheken versandt werden. „Für solche Situationen bedarf es zukünftig gesetzlich definierter Ausnahmetatbestände und der engmaschigen Kontrolle des Zuweisungsverhaltens. Nur so kann das aktuell stattfindende Makeln von Rezepten unter anderem per Fax zukünftig vermieden beziehungsweise zumindest transparent abgebildet werden“, so der Gesundheitsausschuss.

aerzteblatt.de Grüne rufen nach gesetzlicher Grundlage für Corona-Warn-App: Die Grünen im Bundestag fordern eine gesetzliche Grundlage für die Corona-Tracing-App. Konstantin von Notz, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende, erklärte, man müsse „nun dringend notwendige Korrekturen zum Schutz von Grund- und Freiheitsrechten vornehmen, ohne das Erreichte zu gefährden“. Auch für weitere Anwendungen wie die Datenspende-App des RKIs forderten sie höchste Sicherheitsstandards. Außerdem schlagen die Grünen vor, den Quellcode der zu entwickelnden App öffentlich überprüfbar zu machen, was laut Bundesgesundheitsministerium auch geplant ist.

background.tagesspiegel.de Deutschland muss „ePA-ready“ sein: Susanne Ozegowski und Daniel Cardinal, Bereichsleiter Unternehmensentwicklung und Versorgungsinnovation der Techniker Krankenkasse fordern in ihrem Beitrag, relevante Gesundheitsdaten zeitnah in der elektronischen Patientenakte (ePA) zu speichern. „Jeder Patient muss zukünftig direkt nach der Verschreibung eines Medikaments das Rezept in seiner ePA finden können“, so die beiden Autoren. Damit sich die ePA durchsetze, müsse sie einfach zu handhaben sein und von Anfang an einen Mehrwert für Patienten bieten.

aerztezeitung.de RKI-Zwischenbilanz: Mehr als eine halbe Million nutzt „Datenspende“-App: Die Datenspende-App des Robert-Koch-Instituts ist nach eigenen Angaben erfolgreich. Mehr als eine halbe Million Menschen würde die Anwendung inzwischen Nutzen. Rund 15 Millionen Daten seien so bislang zusammengekommen. Damit handele es sich dem RKI zufolge um ein weltweit einzigartiges Projekt.

kma-online.de Hightech Agenda Bayern: FAU richtet KI-Department mit Schwerpunkt Gesundheit ein: Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) hat ein neues Department für Künstliche Intelligenz im medizinischen Kontext gegründet. Unter dem Namen „Artificial Intelligence in Biomedical Engineering (AIBE)“ soll in den Bereichen „Prozesse am Menschen“, „Daten, Sensoren und Geräte“ sowie „Medizinrobotik“ geforscht werden. Zusätzlich soll es an dem Department künftig einen neuen Studiengang „Artificial Intelligence (AI)“ geben.

aerzteblatt.de Apple und Google wollen eine Corona-Warn-App pro Land unterstützen: Um mehr Nutzer für die geplanten Corona-Tracing-Apps zu gewinnen und zu verhindern, dass zu viele Apps entstehen, wollen Google und Apple im Idealfall eine App pro Land unterstützen. Sollte ein Land jedoch verschiedene Apps für einzelne Regionen wollen, werden die Unternehmen dem nicht im Wege stehen. Google und Apple liefern die Schnittstellen für die Corona-Tracing-Apps, die die Entfernung zwischen Smartphones per Bluetooth messen sollen, um so Kontaktpersonen von Infizierten benachrichtigen zu können.

kma-online.de Stiftung Münch: Reformkommission entwickelt neue Berufe für digitale Gesundheit: Die Reformkommission der Stiftung Münch kommt zu dem Schluss, dass drei neue Berufe benötigt werden, um das Gesundheitssystem zu digitalisieren und die Gesundheitsversorgung zu verbessern. Die drei Berufe, für die die Stiftung detaillierte Kompetenzprofile erstellt hat, nennen sich „Fachkraft für digitale Gesundheit­“, „Prozessmanager für digitale Gesundheit“ und „Systemarchitekt für digitale Gesundheit“. Sebastian Kuhn, der Leiter der Reformkommission, sagte, die Corona-Pandemie sei „Katalysator für die digitale Transformation“. Die vorgeschlagenen Berufe seien von Bedeutung, „da sie sowohl die Patientenversorgung als auch die Innovationfähigkeit im Gesundheitssystem stärken.“

forbes.com Britain’s Billion-Dollar Babylon Health App Set To Launch For ‘Millions’ Of New Yorkers: Die britische Gesundheits-App „Babylon Health“ plant ihren Start in den USA. Die Anwendung bietet unter anderem Videosprechstunden mit Angestellten des Unternehmens, die Protokollierung von Symptomen sowie virtuelle Arztkonsultationen. Der Start der App soll in New York erfolgen. Robert W. Fields, Chief Medical Officer bei Mount Sinai Health Partners, einem Netzwerk von Anbietern, sagte, New York sei „das Epizentrum der COVID-19-Pandemie“ und betonte die Notwendigkeit, „mit unseren Patienten in ihren Häusern zusammenzuarbeiten“ um medizinisches Personal zu entlasten.

wired.com This Mental Health App Is Tailor-Made for Your Pandemic Woes: Die App „Covid Coach“, die vom US-amerikanischen National Center for PTSD entwickelt wurde, wendet sich an Personen, die wegen der Corona-Pandemie unter psychischen Beschwerden leiden. Die Anwendung bietet unter anderem Atemübungen sowie Leitlinien für den Umgang mit Einsamkeit und Reizbarkeit. Nutzer können dank der App ihre Ängste und Stimmungen dokumentieren. Beth Jaworski, Teamleiterin von Covid Coach und Psychologin am National Center for PTSD, sagte, die App biete außerdem eine Anleitung, um sich arbeitslos zu melden oder nahegelegene Essensausgabestellen zu finden. „Wir haben versucht, all das zusammenzustellen und für Leute, die im Moment vielleicht mit vielen Dingen zu kämpfen haben, ordentlich zu organisieren“, so Jaworski.