– NACHRICHTEN –
Klimawandel in der CDU-Fraktion. Die Unionsfraktion fordert eine Änderung des Verteilungsschlüssel, um die höheren Klimaschutzziele des europäischen „Green Deal“ zu erreichen. Kanzlerin Angela Merkel hatte sich für die ambitionierten Ziele der EU-Kommission stark gemacht. Auch CDU-Parteifreundin und EU-Kommissionspräsidentin Ursula Von der Leyen möchte, dass die Mitgliedsstaaten ihren CO2-Ausstoß drastisch senken und sich zu nachhaltigen Lösungen verpflichten. Ziel ist es, dass die EU bis 2050 Klimaneutral wird und bis 2030 50, bzw. 55 Prozent der CO2-Emissionen iim Vergleich zu 2030 einspart. In einem Positionspapier der Unionsfraktion heißt es allerdings: „Eine Erhöhung des EU-Klimaziels für 2030 ohne Änderung am bestehenden Lastenverteilungsschlüssel lehnen wir ab“. Zwar erklärte die stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende Katja Leikert, dass CDU Und CSU hinter den Klimaschutzzielemn stünden, sie es allerdings als Frage der Fairness betrachten, dass sich andere Staaten stärker beteiligen.
n-tv.de, handelsblatt.com
Virenimport durch Wildtierhandel. Die Nachfrage an exotischen Tieren ist weltweit trotz der Corona-Pandemie ungebrochen. Dabei stehen Wildtiere in Verbindung mit der Entstehung und Verbreitung neuer Krankheiten, denn um die seltenen Tiere zu fangen, drängen Tierfänger immer tiefer in das Wildhabitat vor und kommen dabei mit neuen Viren und Bakterien in Kontakt. Dabei handelt es sich um ein Phänomen, das auch in Europa besteht – die Suche nach exotischen Haustieren ist im Online-Handel ungebremst. Ein Verbot von Wildtierimporten ist gegenwärtig nicht in Sicht, obwohl Arten- und Naturschützer den Handel mit den Exoten immer stärker kritisieren. Tiere aus Südostasien oder Afrika werden weiterhin für europäische Privathaushalte geschmuggelt, jedoch gibt es auch heimische Wildtiere, die gesucht werden – allen voran Fledermäuse. Potenzielle Risiken für die Gesundheit werden von den oft wohlhabenden Käufern ignoriert – der Markt floriert wegen der zahlungskräftigen Kundschaft vorerst weiter.
deutschlandfunk.de
Alternativen zur Auto-Kaufprämie. Durch die Corona-Krise ist der Autoabsatz in Deutschland um nahezu zwei Drittel im April eingebrochen. Die Politik möchte gegensteuern und eine Kaufprämie für Kunden anbieten, um den Autokauf schneller anzukurbeln. Allerdings gibt es nachhaltigere Alternativen für die Investitionen in die Mobilität. Experten schlagen sechs Optionen vor: 1. ein Mobilitätsbudget für die Bürger nach Riester-Modell um die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und Sharing-Optionen durch Vergünstigung anzukurbeln. 2. Buskaufprämie für Kommunen einführen, um effiziente, elektrobetriebene Busse zu erwerben. 3. Carsharing und Rufbusse fördern. 4. Ausbau der Innenstädte für Fahrräder. 5. 365-Euro-Nahverkehrsticket einführen. 6. Komfort in den öffentlichen Verkehrsmitteln erhöhen. Die Förderung der Autoindustrie ist nicht alternativlos – es gibt eine Reihe von Vorschlägen und Modellen, die auf eine bessere Mobilität abzielen, ohne dabei individuelle Fahrzeuge zu bevorzugen.
spiegel.de
DBU-Umweltmonitor. Eine repräsentative Umfrage der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat ergeben, dass die Mehrheit der Bürger die Klima-Krise langfristig als gravierender betrachten als die Corona-Krise. Im DBU-Monitor sehen 59 Prozent den Klimawandel als größeres Problem. Über 80 Prozent der Bürger hoffen, dass bei den Investitionsprogrammen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie der Umwelt- und Klimaschutz sowie das Artensterben nicht vergessen werden. 86 Prozent der Bürger sehen infolge der Corona-Krise einen Wandel hin zu mehr Videokonferenzen und weniger Geschäftsreisen. Insbesondere Jüngere unter 30 Jahren sind optimistisch, dass digitale Lösungen persönliche Treffen ersetzen können. 78 Prozent der Befragten halten es für wichtig, dass jetzt zudem verstärkt in erneuerbare Energien investiert wird. Aus der vom Forschungsinstitut Forsa durchgeführten Studie wird deutlich, dass das Klimabewusstsein der Deutschen trotz der Corona-Pandemie ungebrochen ist – vielmehr zeigen sich konkrete Anwendungsfälle für nachhaltige Alltagslösungen.
presseportal.de
Forschungsministerin drängt auf Wasserstoffstrategie. Forschungsministerin Anja Karliczek drängt auf mehr Tempo bei der Nationalen Wasserstoffstrategie. Ein Kabinettsbeschluss lässt auf sich warten. Die strategische Ausrichtung für den Einsatz von Wasserstoff als Energiequelle wird jedoch immer klarer. Daher sei es wesentlich, dass nicht noch mehr Zeit verloren wird und Wasserstoff stärker in die Planung der nationalen Versorgung integriert wird.
handelsblatt.com
AKW-Kühltürme werden gesprengt swr.de
Agrarminister rufen nach Konjunkturpaket agrarheute.com
Fischstäbchen aus dem „Aquarium“ sueddeutsche.de
Das Comeback der Einwegbecher vice.com
– ZAHL DER WOCHE –
Erderhitzung: 3,5 Milliarden Menschen könnten in 50 Jahren einer Dauerhitze von 29 Grad ausgesetzt sein.
tagesschau.de
Statt Braunkohle: 50 Millionen schwimmende Solarmodule könnten auf dem Hambacher See platziert werden
radioerft.de.
– KOMMENTAR –
Autobranche braucht keine politischen Anreize. Es sei eine schlechte Idee, der Automobilindustrie auch noch die Auspuffe ihrer Verbrenner vergolden zu wollen, meint Viviane Raddatz vom WWF und erläutert, warum die Branche keine Kaufprämie braucht. Zwar habe man Probleme, doch die seien eher hausgemacht und nicht auf die Corona Pandemie zurückzuführen. So haben die deutschen Autobauer den Einstieg in die Elektromobilität viel zu lange verschlafen. Stattdessen habe man auf übermotorisierte SUV gesetzt. Die Autorin geht zudem davon aus, dass das Auto neben dem Fahrad mittelfristig als Gewinner aus der aktuellen Krise hervorgehen. ÖPNV und die Bahn werden weit härter getroffen.
blog.wwf.de
– AKTION –
Werde Teil eines weltweiten Vogel-Konzerts für die Wissenschaft und die Künste.
dawn-chorus.org
– HINTERGRUND –
Abgehört: Die Signale der Natur. Forschern der Bioakustik gelingt es Klangwelten von ganzen Ökosystemen aufzunehmen und zu deuten. Über die langfristigen Geräuschsammlungen können sie Vögel, Insekten oder Frösche in der Natur aufnehmen und sich ein Bild über den Zustand von Wiesen und Wäldern machen. Dabei können die Forscher auch Effekte des Klimawandels ableiten. In langfristigen Vergleichen kann gehört werden, welche Tiere abgewandert sind. Deutlich hörbar werden auch die Effekte der landwirtschaftlichen Aktivitäten – häufiges Mähen strapaziert Felder deutlich.
link.de
Heuschreckenplage: Die zweite Welle im Anmarsch. In Ostafrika rollt die zweite Welle der Heuschreckenplage an. Im Herbst 2019 bewegten sich bereits Schwärme, die zum Teil die Größe des Saarlandes erreichten, durch die Region und zerstörten Nahrung, die bis zu 35.000 Menschen hätte ernähren können – jeden Tag. Die feuchten Wetterbedingungen haben dazu geführt, dass die Tiere sich stark vermehren konnten. Nun schlüpfen die Heuschrecken erneut und bedrohen die Lebensmittelversorgung in Kenia, Somalia, Eritrea und Südsudan. Die Länder sind zusätzlich von extremen Naturphänomenen wie Dürren und Überschwemmungen getroffen. Die Corona-Krise verschärft die wirtschaftliche Lage zusätzlich. Für die Bevölkerung wird die Lage immer bedrohlicher, da viele ihr Gehalt wegen der Plage oder der wirtschaftlichen Krise verloren haben.
t-online.de
Konjunkturpakete mit Klimakomponente. Laut einer Studie der Universität Oxford sind Konjunkturpakete mit langfristiger und nachhaltiger Konzeption für die Wirtschaft von größerem Vorteil als kurzfristige Maßnahmen ohne Klimaschutz-Komponenten. Investitionen in erneuerbare Energien lohnen sich dabei nicht nur wegen der Energieerträge, sondern weil beim arbeitsintensiven Bau von Kraftwerken besonders viele Jobs entstehen. „Grüne“ Konjunkturpakete erzielen zudem auch eine höhere kurzfristige Rendite. Als besonders schlecht wurden Rettungspakete für Fluglinien bewertet – sie schnitten sowohl ökologisch, als auch wirtschaftlich schlecht ab.
zeit.de
– FOTO DER WOCHE –
Durch die Corona-Pandemie bedroht die indigenen Völker Brasiliens doppelt – zum einen durch die Krankheit, zum anderen durch illegale Abholzung und Bergbau im Amazonas-Gebiet.
Zur Petition zum Schutz der Bevölkerung: secure.avaaz.org
Foto: © Sebastião Salgado
fr.de
– TIERISCH –
Hoffen auf das Lama. Hilfe im Kampf gegen die Corona-Pandemie könnte aus dem Tierreich kommen: Belgische Forscher haben die Hoffnung, dass sie Antikörper aus dem Blut von Lamas gewinnen können. Die Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Lamas zweierlei Antikörper bilden, wenn sie mit Viren infiziert sind – eine Sorte ist den menschlichen Antikörpern ähnlich. Die andere hingegen ist vom Aufbau viel kleiner. Genau diese kleinen Komponenten sollen dazu beitragen, dass eine Therapie gegen die Coronavirus-Infektion entwickelt werden kann. Die kleinen Antikörper sollen dabei wie Puzzleteile zusammengesetzt werden, um zielgerichtet gegen das Coronavirus zu wirken.
derwesten.de
– NICHT MEHR GRÜN –
Spanien verlängert Laufzeit von Kernkraftwerken. Zwei Nuklearreaktoren des ältesten Atomkraftwerks Spaniens werden länger laufen als zunächst geplant – ihre Laufzeit wurde bis zum Jahr 2028 verlängert. Umweltschützer kritisieren den Schritt, da die beiden Reaktoren, die 1981 und 1983 in der Provinz Cáceres in Betrieb genommen wurden, seien über den Zeitraum der Verlängerung nicht mehr sicher. Zudem wird kritisiert, dass die Entscheidung fast ohne öffentliche Diskussion getroffen wurde, während im Land die Corona-Pandemie den meisten Diskussionsraum einnimmt.
taz.de

