– NACHRICHTEN –
Umweltweisen drängen auf mehr Klimaschutz im Verkehr. Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) empfiehlt, eine Pkw-Maut und teurere Parkgebühren in Städten einzuführen, um den umweltfreundlichen Verkehr zu fördern. „Eine bundesweite Maut erzielt eine deutlich bessere Lenkungswirkung als eine City-Maut und vermeidet einen Flickenteppich aus verschiedenen Regelungen in deutschen Städten“, so ein Gutachten des SRU. Dort heißt es weiter, dass die Klimaschutzziele der Bundesregierung zu niedrig gesetzt seien, um dem Pariser Klimaabkommen zu entsprechen. Außerdem schlagen die Berater der Bundesregierung ein CO2-Budget für Deutschland un die EU vor: „Das CO2-Budget ist die maximale Gesamtmenge an CO2-Emissionen, die wir insgesamt noch in die Atmosphäre emittieren dürfen, wenn wir die Klimaziele mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit einhalten wollen“, so Prof. Wolfgang Lucht vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und Mitglied im SRU.
faz.net, dw.com
Einigung bei Solardeckel und Abstandsregelung . Die Große Koalition konnte sich nach langen Verhandlungen auf eine Regelung für die Mindestabstände für Windräder einigen. Die Bundesländer sollen mehr Spielraum bei der Regelung der Abstände zu den Siedlungen erhalten. Bis zu maximal 1000 Metern dürfen die Länder selbst über die Abstände entscheiden. Neben der Einigung bei der Windkraft gibt es nun auch Konsens über die Aufhebung des Solardeckels. Bundesumweltministerin Svenja Schulze zeigte sich erfreut über die Einigungen:“Ich bin sehr erleichtert, dass es eine Einigung zwischen den Koalitionsfraktionen gegeben hat, wie wir nun bei Windenergie an Land und Photovoltaik richtig durchstarten können“.
spiegel.de
Natur: Die Lage ist ernst. Die großen deutschen Umweltverbände fordern im Zuge der Veröffentlichung des Berichts zur „Lage der Natur“ des Umweltministeriums einen verstärkten Einsatz der Bundesregierung gegen das Artensterben. „Die Bundesregierung muss jetzt einen Neustart der Wirtschaft organisieren, in dem sie die Gelder für Wirtschaftshilfen an Klima- und Naturschutz koppelt“, so Greenpeace-Chef Martin Kaiser. Der Rückgang der Vogel- und Insektenbestände dürfte in dem Bericht besonders verdeutlicht werden. Kaiser fordert deshalb ein Verbot der industriellen Massentierhaltung sowie eine Unterstützung von Bauern beim Übergang zu einer ökologischen Landwirtschaft.
rp-online.de
Meldung 4 Titel. Text
link.de
Offshore Windkraft: Abbau wird teuer. Bis zum Jahr 2030 werden mehr als 1000 Offshore-Windkraftwerke in der Nordsee überaltert sein und müssten deshalb abgebaut werden. Noch in diesem Jahr sollen 22 Windräder aus der Nordsee entfernt werden. Deutschland ist von dem Rückbau bislang noch nicht betroffen, es handelt sich vor allem um Anlagen in Skandinavien, den Niederlanden und Großbritannien. Der Abbau der Anlagen könnte deutlich teurer werden, als zunächst erwartet. Das zeigt eine Studie des Hamburgischen Wirtschaftsforschungsinstituts HWWI und anderer Institutionen. Probleme bereitet die mangelnde Dokumentation bei bisherigen Rückbau-Projekten, so der HWWI-Forscher Mirko Kruse. Auch würden einige Firmen, die die Anlagen damals gebaut haben, heute nicht mehr existieren. Unterschiedliche rechtliche Rahmenbedingungen würden den Rückbau weiter erschweren. Von dem Abbau der Anlagen könnten jedoch auch viele Firmen profitieren, sofern es gute Konzepte gibt, „um ökonomisch und ökologisch effizient zu agieren und somit auch nachhaltig zu arbeiten“, so Silke Eckardt, Professorin für Zukunftsfähige Energieversorgung und Ressourceneffizienz an der Hochschule Bremen.
rnd.de
Baustart für Atommüllzwischenlager ndr.de
Tourismusflaute gefährdet Nashörner tagesspiegel.de
Mallorca ohne Urlauber morgenpost.de
Weltbienentag 2020 stuttgarter-nachrichten.de
Kurzmeldung 5 link.de
– ZAHL DER WOCHE –
Text 123 Zahl Text
link.de
– KOMMENTAR –
Anke Herold im Neuen Deutschland über Subventionen an Fluglinien. Text
neues-deutschland.de
– ZITAT DER WOCHE –
„Man braucht ja keinen Hochschulabschluß, um zu sehen, dass ein Kalb, das beim Bauern 7 Euro kostet, tatsächlich nicht den wahren Wert hat und zu billig ist.“
Urheber und warum
twitter.com
– PODCAST oder EVENT-TIPP –
Bild
Text
link.de
– HINTERGRUND –
Fichtensterben im Harz. Im Nationalpark Harz sterben die Fichtenwälder. Die Dürre der letzten Jahre führte dazu, dass die Bäume stark geschwächt wurden, die Borkenkäfer, die sich in diesem Klima gut ausbreiten konnten lassen die Fichten sterben. Nationalpark-Sprecher Friedhart Knolle rechnete zwar mit dem Fichtensterben, dass es so schnell kommt, hat jedoch auch ihn überrascht:“Wir dachten, wir hätten mehr Zeit. Aber wir haben offenbar einen Kipp-Punkt erreicht“. Die toten Bäume würden die Besucher des Harzes erschrecken, so Knolle. Dabei war der Wandel des Walds ohnehin geplant. Auch seien die Konsequenzen weniger schlimm, als man zunächst vermuten könnte: „Der Wald im Harz stirbt nicht. Einzelne Bäume, einzelne Baumarten sterben“. Neue Bäume, neben Fichten auch Laubbäume, würden bereits wachsen. So könnte sich der Harz von einer reinen Fichten-Monokultur zu einem Mischwald mit Buchen, Ebereschen oder Weiden entwickeln. Bis dahin wird es jedoch noch einige Jahrzehnte dauern.
mdr.de
Feinstaub als Seuchenkatalysator. Die Sterblichkeitsrate der Covid-19-Infektion unterscheidet sich von Land zu Land stark. Neben Faktoren wie der Dunkelziffer wird von einigen Forschern vermutet, dass dabei die Feinstaubbelastung eine Rolle spielen könnte. Eine italienische Studie kam zu dem Schluss, dass in der stark industrialisierten norditalienischen Lombardei deutlich mehr Menschen an dem Virus starben als in anderen Regionen des Landes. Der Feinstaub könnte demnach zu einer Schwächung des Immunsystems führen, weshalb das Virus einen größeren Schaden anrichten würde. Eine Studie der Forscherin Francesca Dominici aus den USA schien diese Annahme zu bestätigen. Pro Mikrogramm Feinstaub in der Luft würde die Sterblichkeitsrate demnach um 15 Prozent steigen. An dieser extrem hohen Zahl zweifelten von Beginna an viele Forscher. Nun wurde ein überarbeitete Version der Studie veröffentlicht, die den Zusammenhang zwischen Feinstaub und Sterblichkeit deutlich geringer darstellt. Demnach führt ein Mikrogramm Feinstaub nun nur noch zu einer acht Prozent höheren Sterblichkeit. Die unterschiedlichen Zahlen zeigen, wie schwierig es für Epidemiologen ist, statistische Modelle für die Verbreitung und Tödlichkeit des Coronavirus zu erstellen. In die Berechnungen fließt eine hohe Zahl von Faktoren mit ein, deren Bedeutung nicht immer klar ist.
zeit.de
Erholung für die Fischbestände. Zwar wird die EU ihr selbstgesetztes Ziel der Erholung der Fischbestände bis 2020 aller Voraussicht nach nicht erreichen, die Corona-Pandemie sorgte jedoch zumindest für einen vorläufigen Zuwachs der Populationen. Laut der Organisation Global Fishing Watch gingen die Fangfahrten industrieller Schiffe weltweit um zehn Prozent zurück. In den europäischen Meeren gab es demnach sogar einen zeitweisen Rückgang um „50 Prozent und mehr“. Hotels und Restaurants schlossen, auch kleine Fischer mussten oft zuhause bleiben. Bei den großen Fischern, die besonders auf Hilfskräfte aus Osteuropa und dem außereuropäischen Ausland setzen, kam es wegen der geschlossenen Grenzen zu Personalmangel. 2014 wurde die EU-Fischereireform verabschiedet, die eine nachhaltige Erholung der Fischbestände in den europäischen Meeren vorsah. Derzeit seien Rainer Froese vom Geomar-Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel zufolge jedoch noch mehr als 40 Prozent der EU-Bestände in kritischem Zustand. Laut WWF ist das Mittelmeer mit 80 Prozent besonders stark betroffen. Insbesondere Kabeljau und Hering in Nord- und Ostsee könnten sich dank der Pandemie nun erholen, so Froese. Die Welternährungsorganisation FAO schlägt vor, die Fangsaison zu verlängern. Froese kritisiert die vorgeschlagene Maßnahme: „Gesunde Bestände bringen allen dauerhaft bessere Fänge und Erträge.“
taz.de
– FOTO DER WOCHE –
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link.de
– TIERISCH –
Comeback der Wölfe. Vor genau 20 Jahren wurden nach 150 Jahren zum ersten Mal wieder wilde Wölfe in Deutschland geboren. Seitdem ist die Population stark gewachsen: 105 Rudel, 29 Paare und 11 territoriale Einzeltiere wurden im April nachgewiesen. Einer Studie verschiedener Universitäten, die dem Bundesamt für Naturschutz vorgelegt wurde, könnten es in Zukunt noch deutlich mehr Tiere werden. Studienleiterin Stephanie Kramer-Schadt vom Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) geht davon aus, dass große Teile Deutschlands für Wölfe geeignet wären. Insgesamt könnten hierzulande bis zu 1400 Wolfsrudel leben. In der Studie zeigte sich, dass die Wölfe nicht nur in Wäldern leben würden. Auch in Spanien zeigt sich, dass die Tiere durchaus in Agrarlandschaften überleben können. Das größere Problem für die Ausbreitung des Wolfs ist jedoch der Mensch. Kramer-Schadt zufolge würden die Tiere auch in Deutschland oft illegal gejagt. Regionen, die künftig zu Wolfsgebieten werden könnten, müssten sich deshalb auf die Rückkehr vorbereiten. Dank effektiver Schutzmaßnahmen für Schafe und Ziegen könnte ein besseres Zusammenleben zwischen Wolf und Mensch erreicht werden.
spektrum.de
– NICHT MEHR GRÜN –
Wolfsfreie Zonen. Die neue Wolfsverordnung in Niedersachsen erleichtert Jägern das Töten von Wölfen. Küstengebiete und andere Regionen könnten gar komplett wolfsfrei werden. „Am Deich hat der Wolf nichts zu suchen“, so Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD). In der Lüneburger Heide gilt nun, dass Schafe nicht mehr eingezäunt werden müssen. Zäune seien in der weiträumigen Naturschutzfläche „keine Option“, sagte Lies. Dementsprechend dürfen Wölfe dort sofort geschossen werden. Für ganz Niedersachsen gilt nun, dass Wölfe geschossen werden dürfen, sobald sie sich auf weniger als 30 Meter an einen Menschen nähern. Trotz der strengeren Regelung betonte Lies, dass Niedersachsen zum Schutz des Wolfes stehe. Gleichzeitig fordert der Umweltminister weiterhin eine deutsche Obergrenze für Wölfe.
ndr.de