– NACHRICHTEN –
Ernährungsbericht 2020: Abnehmende Fleischeslust. Im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums untersuchte das Meinungsforschungsinstitut Forsa die Ernährungsgewohnheiten der Deutschen. Bei dem sogenannten Ernährungsreport gaben 26 Prozent der Befragten an, regelmäßig Fleisch zu essen – vor fünf Jahren lag der Wert bei 34 Prozent. Über die Hälfte der Bürger bezeichnet sich mittlerweile als „Flexitarier“ – zwar isst diese Gruppe Fleisch, allerdings selektiv und bevorzugt vegetarische Alternativen. Regionale und als „Bio“ gekennzeichnete Produkte werden indes immer beliebter. Das veränderte Ernährungsverhalten ist gut für die Umwelt, denn insbesondere Rindfleisch sorgt für einen hohen CO2-Ausstoß.
sueddeutsche.de, stuttgarter-nachrichten.de
Gold: schmutziges Investment vom Amazonas. Wegen der wirtschaftlichen Turbulenzen infolge der Corona-Pandemie ist die Nachfrage an Goldvorräten als Geldanlage gewachsen. Allerdings hängen damit ökologische und soziale Herausforderungen zusammen. Insbesondere im Amazonas bedrohen Minenunternehmen den Regenwald sowie die Gesundheit der Bevölkerung. Bei der Goldförderung wird Quecksilber eingesetzt, welches in die Flüsse gespült wird – dieses Metall greift bei direktem Kontakt das Nervensystem sowie die Organe an. Insbesondere in Peru, Brasilien und Kolumbien steigt der Abbau wegen des hohen Goldpreises. Der WWF fordert mehr Transparenz von Unternehmen für Gold-Lieferketten und empfiehlt Anlegern bei ihren Investitionen auf Goldkauf zu verzichten oder auf die recycelte Variante umzusteigen. Goldhändler und Anbieter goldgestützter Fonds sollten Recyclinggold Vorfahrt gewähren und Kunden lückenlos Aufschluss über die Herkunft des gehandelten Goldes geben. Nur so hätten Anleger eine Chance, giftiges Gold aus ihren Portfolios herauszuhalten.
rnd.de, ueberleben.podigee.io
Wasserstoff in der Warteschleife. Die Bundesministerien konnten sich am vergangenen Freitag wieder nicht auf eine Wasserstoffstrategie einigen. Vor allem in der Frage um die Kapazitäten der Produktion sowie die Geschwindigkeit der Förderung von Wasserstoff soll es zwischen den Ressorts Unstimmigkeiten geben. An der Strategie sind das Wirtschafts-, Verkehrs-, Finanz-, Umwelt- sowie Forschungsministerium beteiligt. Die Ressorts Finanzen und Forschung fordern ehrgeizigere Ziele als das, was das Wirtschaftsministerium umsetzen möchte. Das Umweltministerium hingegen betont, dass es ausschließlich auf „grünen“ Wasserstoff, der ausschließlich mit erneuerbaren Energien gewonnen wurde, setzen wolle. Allerdings sei diese Methode kaum umsetzbar für den Schwer- und Industrietransport.
de.reuters.com
Unendliche Geschichte: Die Abwrackprämie. Am heutigen Dienstag will die Regierung ein Konjunkturpaket vorlegen – Teil davon soll eine Kaufprämie für Autos sein. Dabei gibt es längst Kritiker aus den eigenen Reihen gegen diese Maßnahme – wie den Chef der Mittelstands- und Wirtschaftsunion von CDU und CSU, Carsten Linnemann. Dieser beklagt, dass es sich bei dem Instrument um eine kurzfristige Methode handelt, bei der sich die Autolobby durchsetzen würde. Auch innerhalb der SPD rührt sich Widerstand gegen die Kaufprämie – der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans fordert, dass eine Prämie lediglich für Elektroautos gelten soll. Die Kaufprämie gilt als gesetzt – dagegen wollen mehrere Initiativen und Verbände demonstrieren. Aktionen in 20 bis 30 Städten gegen die Abwrackprämie sollen geplant sein.
merkur.de
Fliegen zählen! Nabu startet in den Insektensommer nabu.de
Elbvertiefung vor dem Kadi welt.de
Waldbrandgefahr am Polarkreis derstandard.at
– ZAHL DER WOCHE –
In den letzten 100 Jahren sind fast 550 Landwirbeltierarten ausgestorben.
scinexx.de
– KOMMENTAR –
Die Abwrackprämie ist sozialökologischer Irrsinn, meint der Wirtschaftsjournalist Gerald Traufetter (Der Spiegel) und verurteilt die Bestrebungen eine Kaufprämie einzuführen. Der CO2-Ausstoß würde durch die Abwrackprämie wieder steigen, obwohl Deutschland und die Industrie genau das Gegenteil brauchen: einen Green Deal für die Schlüsselzweige der Wirtschaft. Die Autoindustrie habe laut Traufetter die Transformation ihrer Branche bereits mit dem Dieselskandal verpasst, die Politik dürfe den Forderungen der Lobby nicht weiter nachgehen.
spiegel.de
– Aktion –
Aus Fahrradsternfahrt wird Fahrradstern: Der ADFC plant einen Fahrradstern in Berlin am 7. Juni. An den Abfahrten der Siegessäule können Unterstützer dazu beitragen, dass dieses Projekt realisiert wird. Wegen der Coronakrise kann nicht wie üblich die Fahrradsternfahrt stattfinden – die Veranstalter wollen die Abstandsregeln einhalten. Stattdessen können Unterstützer sich die App Critical Maps herunterladen und an einem Punkt entlang des geplanten Fahrradsterns stehen und ihre Position markieren. Die Gruppe wird durch die App sichtbar. Damit will der ADFC mehr Platz für Fahrräder fordern. Das Motto lautet: #MehrPlatzFürsRad!
adfc-berlin.de
– HINTERGRUND –
Mangelware: Kies wird knapp. Es ist ein klassischer Zielkonflikt: die Nachfrage für Bauprojekte steigt, gleichzeitig schwindet eine der wichtigsten Ressourcen für die Herstellung von Beton: Kies. Die Förderung des Baustoffs kann mittlerweile kaum den Bedarf decken – in Großstädten wie Hamburg kam es bereits zu Lieferengpässen. Auch die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe warnt vor dem hohen Verbrauch und den schwindenden Kapazitäten. Dabei gibt es Alternativen: in der Schweiz ist das Recycling in der Baubranche bereits stark fortgeschritten, es wird immer häufiger auf Recyclingbeton gesetzt. Auch weitere Maßnahmen können dabei helfen den Kiesverbrauch zu reduzieren – dazu gehören der Verzicht auf Tiefgaragen, eine verbesserte Stellplatzverordnung sowie ein Fokus auf nachhaltigere Sanierung. Auch Steuern können ein Instrument sein, um den Betonmarkt zu regulieren.
sueddeutsche.de
Zugemüllt: Deutsche Städte immer dreckiger. Das Umweltbundesamt hat das sogenannte Litteringverhalten erhoben. Darunter versteht man das achtlose Wegwerfen von Gegenständen wie Verpackungen oder Zigarettenstummeln im öffentlichen Raum. Der Befragung zufolge hat die Verschmutzung in den vergangenen fünf Jahren in den deutschen Städten merklich zugenommen. Am häufigsten werden Kunststoff- / Verbundmaterialien (57%), Kunststoffabfälle (49%) sowie Sperrmüll (43%) als Abfall auf den Straßen vorgefunden. Unter den einzelnen Gegenständen sind Zigaretten, Getränkebecher und Kaugummis am häufigsten aufzufinden. Kommunen greifen auf eine hohe Bandbreite von Maßnahmen gegen das Littering – von Verboten bis zu Aufklärungskampagnen gibt es ein breites Spektrum an Gegenaktionen.
umweltbundesamt.de
– FOTO DER WOCHE –
Am 3. Juni ist der Tag des Fahrrades. In Zeiten von Corona erlebt der Drahtesel rund um den Globus eine Renaissance: Neue Radwege von Bogotá bis Barcelona und jetzt zieht auch Italien nach mit einer Kaufprämie für Räder.
spiegel.de
– TIERISCH –
Viraler Bär. In Italien wurde auf einem Amateurvideo ein Brenta-Bär aufgenommen. Das Video aus den Brentadolomiten wurde im Internet hochgeladen und ging viral, weil es sich nicht nur um die Sichtung eines Bären handelt, sondern um die Begegnung mit einem 12-jährigen Jungen. Dieser ist auf dem Video zu sehen wie er sehr cool bleibt und sich langsam aus der Nähe des Bären entfernt. Weltweit berichteten Zeitungen über das glimpflich abgelaufene Zusammentreffen.
stol.it
– NICHT MEHR GRÜN –
Rekordabholzung. 2019 wurden 11,9 Millionen Hektar Tropenwald abgeholzt – insbesondere in Brasilien, Bolivien, Australien und dem Kongo. Dabei handelt es sich um die dritthöchste Vernichtung von Waldlandschaften, die je aufgezeichnet wurde. Der Primärwald sei mittlerweile ebenfalls gefährdet – er ist für seine Artenvielfalt und Biodiversität bekannt.
derstandard.at

