– NACHRICHTEN –
Öko-Check fürs Konjunkturpaket. Das Konjunkturpaket der Bundesregierung soll die Wirtschaft wieder in Schwung bringen. Allerdings beinhalten die Maßnahmen des Pakets auch einen grünen Anstrich – viele Ideen zielen auf die Transformation der deutschen Wirtschaft ab. Neun Milliarden Euro sind beispielsweise für die Wasserstoffstrategie angesetzt, die EEG-Umlage wird gesenkt und der Ausbau der erneuerbaren Energien vorangetrieben und es wurde auf die Kaufprämie für Verbrenner verzichtet. Allerdings gibt es auch Kritikpunkte – Umweltschützer sehen beispielsweise in der Förderung von Plugin-Hybridautos eine „Kaufprämie durch die Hintertür“ für Verbrenner. Zudem seien die Maßnahmen nicht ambitioniert genug, um die Investitionsausfälle auszugleichen. In puncto Infrastruktur und öffentlichem Nahverkehr seien die Bestrebungen auch nicht ausreichend, kommentieren Branchenexperten.
zeit.de, handelsblatt.com
Gut für Schwimmer, schlecht für Fische: Widersprüchliches aus deutschen Gewässern. Die Europäischen Umweltagentur EEA hat 92,5 Prozent der deutschen Seen, Flüssen und Küstengewässern eine exzellente Wasserqualität für das Baden bescheinigt – 98 Prozent erfüllen die Mindeststandards. Nur acht Gewässer fielen mit der Note „Mangelhaft“ durch. Insgesamt wurden 2291 Badestellen untersucht. Die EEA hat 22.295 europaweit Gewässer auf die Konzentration von Fäkalbakterien untersucht, die bei Menschen zu Krankheiten führen können. Mit Hinblick auf einen anderen Parameter sind die Werte in norddeutschen Gewässern alarmierend: eine bedenklich hohe Quecksilberkonzentration ist aufzufinden – dies reduziert den Fischbestand. Außerdem nehmen die Tiere das giftige Metall auf und werden bei Verzehr auch für den Menschen gefährlich. Insbesondere chlorierte Kohlenwasserstoffe, Schwermetalle und Hormone werden zunehmend gefährlicher für die Fische und bedrohen die Artenvielfalt.
tagesschau.de, taz.de
Leere Meer – FAO konstatiert Überfischung auf Rekordkurs. Laut einer Untersuchung der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) ist der Fischbestand bis Ende April um 6,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken. Der Konsum von Fisch steigt weiterhin, eine Trendabkehr ist laut FAO gegenwärtig nicht zu erwarten. Jeder Mensch isst im Durchschnitt 20,5 Kilo Fisch pro Jahr. Insbesondere das Mittelmeer und das Schwarze Meer gelten als überfischt – 60 Prozent der Fischbestände seien von Überfischung betroffen. Die Fischzucht in Aquakultur würde den Trend sogar verstärken. Die FAO erklärt, dass die Bestände gesichert werden müssen – auch weil Fisch als eine gesunde und klimaschonende Nahrungsquelle betrachtet wird.
fao.org, aachener-zeitung.de
Öl-Unfall in Russland. In der russischen Region Krasnoyarsk sind 21.000 Liter Diesel in einem Fluss ausgelaufen. Russlands Präsident Wladimir Putin verhängte den Notstand und kritisierte den Gouverneur der Region scharf. Die Behörden hätten erst zwei Tage nach dem Unglück vom Unfall erfahren, während die Katastrophe bereits in den sozialen Medien kommentiert wurde. Gutes Wetter ist notwendig für die Reinigung – diese könnten innerhalb von zwei Wochen abgeschlossen sein. Allerdings machen die Winde den Arbeitern zu Schaffen, sodass das Öl länger im Gewässer bleiben könnten.
t-online.de
Exotische Haustiere im Trend welt.de
Naturschutz ist Gesundheitsschutz geo.de
Corona ist auch eine Umweltkrise zeit.de
„Alles ist so“: Popband Selig widmet Geenpeace einen Song youtube.com
– ZAHL DER WOCHE –
Auf 40 Gigawatt soll die Leistung der deutschen Windparks bis 2040 steigen. Das ist das deutlich ambitionierte Ziel das die Bundesregierung jetzt vorgegeben hat. Bislang hatte man 15 Gigawatt bis 2030 angepeilt.
merkur.de
– KOMMENTAR –
Ende der Benzinrepublik. Taz-Redakteur Markus Kreutzfeldt sieht eine positive Überraschung im Konjunkturpaket der Bundesregierung. Die Macht der Autobranche sei damit gebrochen, obwohl eine parteiübergreifende Koalition von Ministerpräsidenten sich für eine Kaufprämie stark gemacht hatten. Das Konjunkturpaket sei kein großer Schritt in die falsche, sondern ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, meint Kreutzfeldt. Klimapolitisch seien die Ambitionen zwar zu gering, allerdings sieht man die Bestrebungen der Großen Koalition nachhaltige Akzente zu setzen.
taz.de
– EVENT-TIPP –
#WWFthink – der Online-Video-Talk für eine bessere Welt
wwf.de
– HINTERGRUND –
Die Stunde der Strippenzieher. Eine Reihe von Organisationen, die sich der Transparenz und dem Monitoring von Lobbying verschrieben haben, stellen eine erhöhte Aktivität diverser Branchenverbände. Dabei reicht die Bandbreite von der Autoindustrie über Digitalverbände bis hin zu Landwirtschaftsvertretern. Die Corona-Krise wird dabei als Rechtfertigung genutzt, um bestimmte Standards in puncto Ökologie oder Bürgerrechte zurückzudrehen oder aufzuschieben. Die Verbände argumentieren damit, dass die Krise gegenwärtig zu hohe Kosten verursache. Wesentlich sei dabei das Netzwerk, das die Verbände jeweils haben – sie erreichen damit in der Regel nicht nur Politiker, sondern auch die administrative Ebene, nämlich Referenten in Ministerien.
sueddeutsche.de
Überdachte Biotope. Ein Forschungsprojekt der regionalwerke (Bodenkirchen), der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (Freising) und Prof. Schaller UmweltConsult (München) in Bayern hat gezeigt, dass die Erzeugung von erneuerbaren Energien durchaus mit Artenschutz einhergehen kann. Oftmals wird die Kritik geäußert, dass die Flächen, die beispielsweise für Solarzellen oder Windkraftanlagen genutzt werden zwar grünen Strom herstellen, aber dafür die Umwelt belasten. Im konkreten Fall wurde untersucht wie sich eine Umrahmung mit Streuobstwiesen, Büschen und Feuchtgebieten um ein Solarfeld auswirken würde. Das Ergebnis war positiv – die Artenvielfalt auf der Fläche der Solarzellen stieg. Die Anwendung sei leicht auf andere Flächen zu adaptieren.
topagrar.com
Edel: Schmuck nur noch aus Recycling-Gold. Der dänische Schmuckhersteller Pandora steigt auf Recycling-Gold um. Bis 2025 soll das gesamte selbst oder von Zuliefern verarbeitete Gold künftig wiederverwendet sein. Der größte Schmuckhersteller weltweit möchte bis 2025 CO2-neutral sein und weicht deshalb auf die klimaschonende Schmuckproduktion aus. Recycling-Gold würde zu 99 Prozent weniger CO2 verursachen. Auch bei Silber möchten die Dänen konsequent zu Recycling-Produkten übergehen – dort könnten immerhin zwei Drittel CO2 eingespart werden.
sueddeutsche.de
– FOTO DER WOCHE –
Foto: ex-situ conervation program
Am 11. Juni ist der Tag des Luchses. Im ÜberLeben Podcast des WWF ist dazu die Soulsängerin Cassandra Steen zu Gast, die den Pinselohren ein Lied gewidmet hat.
ueberleben.podigee.io
– TIERISCH –
Nepal: Zu viele Nashörner? Im nepalesischen Chitwan-Park wurde in den vergangenen zwei Jahren ein erhöhtes Nashornsterben beobachtet. Möglicherweise sei die Kapazitätsgrenze für das Nashornvolk überschritten, sodass eine Umsiedlung nötig sei. Allerdings stellen Umweltschützer fest, dass es immer weniger geeignete Flächen verfügbar wären. Wenn das Gebiet für Nashörner zu klein wird, reicht die Nahrung oft nicht, es kommt zu Kämpfen unter den Tieren und Problemen mit den Menschen – dies würde die Todesrate in die Höhe treiben.
greenpeace-magazin.de
– NICHT MEHR GRÜN –
Beschwerden über Waschbären. In einigen Landkreisen beschweren sich Menschen über gefräßige Waschbären – sie seien zur Plage geworden. Jäger werden daher häufiger gerufen, um die Population zu Verringern. Umweltschützer raten zur sanften Vertreibung, indem man Herausforderungen für Waschbären schafft – Mülltonnen können beispielsweise mit Plastikfolie bedeckt werden, sodass die Tiere nicht zur Nahrungssuche kommen.
freiepresse.de

