WWF 30. 03.

– NACHRICHTEN –

Kohleausstieg wird teuer. Das Bundeskabinett hat einem Vertrag des Bundes mit den Unternehmen RWE und Leag zugestimmt, der den Ausstieg aus der Braunkohle regelt. Schon in diesem Jahr sollen die ersten Kraftwerke abgeschaltet werden. Den Unternehmen winkt dafür eine Entschädigung von 4,35 Milliarden Euro. Damit der Vertrag in Krat tritt, muss allerdings in dieser Woche noch das Gesetz zum Kohleausstieg in Bundestag und Bundesrat beschlossen werden. Wie die Entschädigungen für Steinkohle-Unternehmen aussehen werden, ist bislang noch unklar. Ein internes Papier sieht eine regelmäßige Prüfung des gesetzlichen Rahmens für Steinkohleanlagen, die seit 2010 in Betrieb sind vor. Solche Anlagen könnten dann von einer Härtefallregelung und damit Entschädigungen oder ähnlichen Maßnahmen profitieren. Außerdem konnte sich die Große Koalition darauf einigen, Förderprogramme für die Umrüstung von Kraftwerken auf den Weg zu bringen. Wirtschaftsminister Peter Altmaier betonte, das „Zeitalter der Kohleverstromung“ werde „planbar und wirtschaftlich vernünftig“ beendet. Insgesamt sollen die vom Kohleausstieg betroffenen Regionen rund 40 Milliarden Euro bekommen.
Weser-kurier.de, spiegel.de

Fischsterben in der Nordsee. Vergangene Woche wurden an der Nordseeküste und in der Elbe tausende tote Fische gefunden. Zwar ist weiterhin unklar, wie es zu dem Fischsterben kommen konnte, erste Erkenntnisse lassen jedoch auf mechanische Verletzungen schließen. Diese könnten laut Katharina Weinberg von der Schutzstation Wattenmeer bei Baggerarbeiten bei der Elbvertiefung entstanden sein. Die Fischforscherin Katja Heubel vom FTZ geht hingegen von einem anderen Grund aus. Das FTZ habe einige geschwächte Jungtiere, die von Parasiten befallen waren, gefangen. Die jungen Heringe und Sprotten seien zwar in ungewöhnlich hoher Zahl aufgetreten, dafür jedoch in schlechter Verfassung. Grund dafür könnte Nahrungsmangel in Folge des warmen Winters sein. Seit vergangenem Samstag seien keine weiteren toten Tiere gefunden worden, erklärte die Schutzstation Wattenmeer.
ndr.de

Der Tod der Plastikgabel. Das Bundeskabinett hat die Umsetzung der EU-Richtlinie zum Verbot von Einwegprodukten aus Plastik beschlossen. Damit dürfen ab Sommer 2021 Produkte wie Plastikgabeln oder Trinkhalme nicht mehr hergestellt werden. Vorhandene Lagergestände können jedoch noch verkauft werden. Patrick Hasenkamp, Vizepräsident des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), mahnt, dass Unternehmen versuchen könnten, Einwegprodukte künftig als „mehrfach verwendbar“ zu deklarieren. Auch die Deutsche Umwelthilfe übte Kritik an dem Beschluss, der „ambitionslos“ sei. Das Verbot müsse auch auf Produkte wie Einweggetränkebecher ausgeweitet werden. Außerdem fordert die Organisation eine verbindliche Mehrwegförderung.
tagesschau.de

Fleischgipfel bei Julia Klöckner. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner erntete für ihren „Fleischgipfel“, bei dem die Politik und Vertreter der Branche zusammenkamen, deutliche Kritik. Bereits im Vorfeld kritisierte Anja Piel aus dem DGB-Vorstand, dass Arbeitnehmervertreter erst kurz vor dem Gespräch eingeladen wurden. Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter sprach von einem „bloßen Show-Event“. Wirkliche Neuerungen brachte der Gipfel nicht. Gesprochen wurde unter anderem über ein Preiswerbeverbot für Fleisch. Julia Klöckner sowie die niedersächsische Agrarministerin Barbara Otte-Kinast und ihre nordhrein-westfälische Amtskollegin Ursula Heinen-Esser betonten außerdem, dass eine Förderung des Bundes für bessere Ställe in Arbeit sei. Das staatliche Tierwohlkennzeichen solle umgebaut werden. Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, zeigte sich nach dem Treffen enttäuscht. Zwar habe man geredet und sich ausgetauscht, konkrete Maßnahmen seien jedoch nicht beschlossen worden. Für das Tierwohl brauche es ein „klares und schärferes Ordnungsrecht, starken Vollzug und durchgreifende Kontrolle“.
tagesschau.de, agrarheute.com

Meldung 5 Titel. Text
link.de

Drill Baby drill! Trump erlaubt Ölbohrungen in Alaska reuters.com
Licht aus in Fessenheims Panennreaktor pdodswr-a.akamaihd.net
Alpen-Gletscher auf dem Rückzug merkur.de
Insekten Round Table agrarheute.com

– ZAHL DER WOCHE –

166 PS hat der durchschnittliche Neuwagen in Deutschland unter der Motorhaube. Der Trend zu Spritschluckern hält an.
zeit.de

– KOMMENTAR –

Kommentar Summary. Text
link.de

– ZITAT DER WOCHE –

Wir haben mindestens 10.000 Jahre Erfahrung mit Städten ohne Autos. Erst seit 50 Jahren sind unsere Städte voll mit Autos und die Menschen denken, das sei normal.
Hermann Knoflacher, Professor für Verkehrsplanung an der TU Wien über den öffentlichen Nahverkehr am Beispiel von Wien.
moment.at

– PODCAST oder EVENT-TIPP –

Bild

„Von Spindoktoren, Strippenziehern und Einflüsterern“ ist das Thema der neuen Episode von Überleben, in der sich alles um Loby-Arbeit dreht
link.de

– HINTERGRUND –

Ernährung: Die Wiederentdeckung alter Pflanzen und Tiere. Alte Pflanzen- und Tiersorten erleben derzeit ein Comeback. Das Netzwerk „Die Gemeinschaft“ setzt sich beispielsweise für eine „eine deutsche Esskultur mit eigener Identität“ ein, zu der auch die Haltung alter Tierrassen, die in Deutschland häufig vom Aussterben bedroht sind, gehört. Ein Mitglied der Organisation ist Olaf Schnelle, der Wildkräuter und Gemüse anbaut. Der studierte Gartenbauer betreibt das Unternehmen Schnelles Grünzeug, das sich auf alte Gemüsesorten spezialisiert hat. Im Gegensatz zu Ländern wie Österreich sei in Deutschland „der Sortenverlust nicht wirklich von Interesse oder wird nach dem Zufallsprinzip gehandhabt“, beklagt Schnelle. Dabei hätten alte Sorten einige Vorteile. Sie seien widerständiger und könnten sich gut an veränderte klimatische Bedingungen anpassen. Zudem würden viele alte Sorten deutlich besser schmecken.
zeit.de

Dürre: Abschied vom Wald. Die anhaltende Dürre in Deutschland setzt immer mehr Wäldern zu. Waren 2018 größtenteils Fichten oder Kiefern von der Dürre und ihren Auswirkungen wie der Borkenkäferplage betroffen, trifft es nun auch Buchenwälder. Große Teile Deutschlands seien von fehlendem Regen betroffen, warnt Andreas Marx, der den Dürre-Monitor in Leipzig, am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung betreut. In vielen Gebieten fehle Wasser „in einer Bodentiefe bis zu 1,80 Metern“. Normalerweise gilt der April als regenreicher Monat. In den letzten Jahren kam es in diesem Monat jedoch kaum zu Niederschlag. Grund dafür ist Meteorologen zufolge der „Jetstream“, der für den Druckausgleich zwischen subtropischen Warmluft- und polaren Kaltluftmassen sorgt. Da es in der Arktis jedoch immer wärmer wird, arbeitet der Jetstream langsamer und sorgt so für länger anhaltende Hochdruckgebiete und damit weniger Regen. Dass den Wäldern das Wasser fehlt, bestätigt auch der Deutsche Wetterdienst. Zwischen April und Oktober 2018 fiel in Deutschland 40 Prozent weniger Regen. Der April 2020 war der dritttrockenste jemals gemessene. Manfred Großmann, der Leiter des Nationalparks Hainich in Thüringen, warnt vor den Folgen der Dürre für die Wälder. In Zukunft werde der deutsche Wald wohl „nicht mehr das wüchsige, produktive Biotop sein mit seinen 20, 30 Meter hohen Bäumen“ sein.
freitag.de

Wieviel Öko steckt in Biobaumwolle? Immer mehr große Modehändler nehmen Kleidung aus Bio-Baumwolle und anderen Naturmaterialien in ihr Sortiment auf. Die Preise für die Kleidungsstücke bleiben dabei vergleichsweise gering. Katrin Wenz, Agrar-Expertin bei der Umweltschutzorganisation BUND, sieht, dass das Interesse der Verbraucher nach fairen und ökologischen Produkten steige.  Zwar sei Bio-Baumwolle „ein Schritt in die richtige Richtung“. “ Aber wie der weitere Produktionsprozess gestaltet ist – darüber sagen firmeneigene Nachhaltigkeitssiegel meist nicht viel.“ Über die Kriterien solcher Siegel können Unternehmen nämlich frei entscheiden. So verspricht das CONSCIOUS-Label von H&M lediglich, dass die Kleidung „mindestens zu 50 Prozent aus nachhaltig gewonnenen Materialien – wie Bio-Baumwolle – besteht“. Umweltorganisationen wie BUND oder Greenpeace empfehlen Verbrauchern daher, beim Kauf auf unabhängige Bio-Siegel, beispielsweise das Label Global Organic Textile Standard (GOTS) und das Siegel IVN Best, zu achten. Der IVN in Berlin bestätigt, dass Bio-Baumwolle allein nicht ausreiche, um ein Produkt nachhaltig zu machen. Kleidung werde in vielen verschiedenen Produktionsschritten hergestellt und bei jedem Schritt seien „ökologische und soziale Standards wichtig“, sagt Heike Hess, die die Geschäftsstelle des IVN in Berlin leitet. Besonders problematisch ist der sogenannte Nassbereich in der Textilproduktion. Das Abwasser, das dabei entsteht, stellt eine große Belastung für Mensch und Umwelt dar. Damit Bio-Baumwolle wirklich nachhaltig wird, müsse sie in regenreichen Regionen und insbesondere nicht als Monokultur angebaut werden, sagt die Textilexpertin Sabine Ferenschild.
dw.de

Umweltskandal in Russland. Im Mai kam es in der russischen Arktis zu einer Umweltkatastrophe, ausgelöst durch ein Leck in einem Kraftwerkstank. Rund 21.000 Tonnen Dieselkraftstoff liefen aus und gelangten in Flüsse, den Boden sowie in einen See. Der Betreiberkonzern Nornickel gibt als offiziellen Grund für die Panne den auftauenden Permafrostboden an. Die Staatsanwaltschaft ermittelt jedoch. Vermutet wird, dass der Konzern bei der Wartung gespart haben könnte. Laut Nornickel seien inzwischen 90 Prozent des Diesels eingedämmt. Ob diese Zahl tatsächlich stimmt, ist jedoch kaum überprüfbar. Das Gebiet steht wegen der Corona-Pandemie derzeit unter Quarantäne. Kürzlich gelang es der Journalistin Elena Kostyutschenko, zusammen mit Greenpeace in das Gebiet einzureisen. Im Gespräch mit den Bewohnern der Gegend wurden Anschuldigungen laut, der Konzern leite schwermetallhaltiges Abwasser direkt in die Natur, was durch den Fund zweier Rohre, die aus einem Abwasserbecken in die Tundra führten, bestätigt wurde. „Als wir gesehen haben, das sie das giftige Wasser aus dem Becken über die Rohre einfach in die Natur pumpen, haben wir das sofort gefilmt und die Bilder gepostet. Und dann haben wir die Polizei und die Umweltbehörde gerufen“, sagt Kostyutschenko. Der Konzern bestätigte zwar den Vorfall, betont jedoch, dass es sich dabei um eine einmalige Aktion gehandelt habe. Die Verantwortlichen seien bereits entlassen worden. Der Einfluss von Nornickel in der Region gilt als groß. Der Chef des Konzerns unterhält gute Beziehungen zu Präsident Wladimir Putin. Dass der Konzern die Wahrheit sagt, bezweifelt die Umweltschützerin Elena Sakirko, die bei dem Vorfall ebenfalls dabei war: „An der Stelle, an die das Abwasser in den Wald abgelassen wurde, stehen lauter tote Bäume, manche gelb-orange gefärbt. Da wächst nichts mehr. Und tiefer im Wald haben wir mehrere größere übelriechende Tümpel gefunden. Die haben das nicht zum ersten Mal gemacht“.
tagesschau.de

– FOTO DER WOCHE –

Barcelonas Opernorchester spielt für 2.292 Pflanzen, die danach als Dankeschön für den Corona Einsatz an das medizinische Personal der Stadt verschenkt werden. Foto: Liceuceu Barcelona /Eugenio Ampedio
liceubarcelona.cat

– TIERISCH –

Corona gibt Pelzfarmen den Rest: Nerzzüchter vor dem Aus. Das niederländische Parlament hat einen Antrag der Sozialdemokraten sowie der Partei für Tiere beschlossen, der die Schließung der Nerzfarmen im Land vorsieht, da die Tiere besonders anfällig für das Coronavirus seien. In den vergangenen Wochen mussten rund 1.500 Nerze getötet werden, nachdem es auf mehreren Farmen zu Ansteckungen gekommen war. Derzeit werden in den Niederlanden 128 Nerzfarmen betrieben. Schon vor der Corona-Pandemie hatte das oberste niederländische Gericht beschlossen, die Nerzzucht ab dem Jahr 2024 zu verbieten.
tierwelt.ch

– NICHT MEHR GRÜN –

Gewinnspiel des bayerischen Innenministeriums zur Fahrradmobilität. 1. Preis ein Auto. Kann man sich nicht ausdenken…. Das bayerische Innenministerium hat ein Gewinnspiel zur Fahrradmobilität ausgerufen. Fokus des Gewinnspiels, das unter anderem von BMW gefördert wird, ist die Fortbewegung auf Fahrrädern aber auch E-Bikes und E-Scootern. Dem Gewinner winkt jedoch ein ungewöhnlicher Hauptpreis. Bei diesem handelt es sich um ein Auto, konkret um einen MINI Cooper S E Countryman ALL4.
sichermobil.bayern.de