Health Headlines am Mittwoch, 26. August 2020

medical-tribune.de Digitalisierung in der Neurologie: Die Diagnostik und Therapie von Gedächtnisstörungen wurde durch neue digitale Ansätze ergänzt: Patienten können mithilfe von Virtual Reality Brillen oder speziellen Bildschirmen eine dreidimensionale Welt gezeigt werden, in der sie agieren und interagieren können. Forscher erhoffen sich damit auch bisher schwer zu testende kognitive Funktionen erfassen zu können, etwa die visuell-räumliche Navigation.

sueddeutsche.de Brandenburgs Gesundheitsämter werden digitalisiert: Das Land Brandenburg erhält knapp 1,5 Millionen Euro für die technische Modernisierung der öffentlichen Gesundheitsämter. Die Landesregierung wolle technische Geräte wie Computer und Smartphones anschaffen. Mit neuen Softwares sollen ebenfalls Daten zu Neuinfektionen und Testergebnisse schneller erfasst, ausgewertet und weitergeleitet werden. Vor allem die digitale Ausstattung der Gesundheitsämter in Deutschland habe erheblichen Nachholbedarf, meint Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher.

morgenpost.de Corona-App: Übermittlungsschwierigkeiten via QR-Code: Das neue Formular der Corona-Tests mit QR-Code, mit dem getestete Personen ihr Ergebnis online einsehen können, funktioniert nicht reibungslos. Nutzer und Arztpraxen berichten über Probleme bei der Übermittlung der Testergebnisse. Die QR-Code-Eingabe funktioniere nur in den seltensten Fällen. Dies sei auf die fehlende technische Anbindung der Labore zurückzuführen, wie das RKI dazu ausführt. Doch ein getesteter Patient wird auch ohne App über den Befund informiert.

aerztezeitung.de Datenschutz und ePA: Die elektronische Patientenakte gewährleistet keinen ausreichenden Datenschutz, erklärt Professor Ulrich Kelber, Deutschlands oberster Datenschützer. Sie sei nicht vollständig mit der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) konform. Viele Lücken müssen noch geschlossen werden.

pharmazeutische-zeitung.de Neue Gesundheitsplattform als Schnittstelle für Apotheken: Bayer entwickelt zusammen mit der US-amerikanischen Firma Informed Data Systems Inc. eine digitale Gesundheitsplattform. Besonders die Schnittstellen zu Apotheken seien möglich und für die Zukunft interessant. Die Plattform soll Patienten bei der Fernversorgung und Nachsorge durch medizinisches Fachpersonal unterstützen. Sie soll helfen mit chronischen und komplexen Erkrankungen selbstständig umgehen zu können.

aerzteblatt.de Neuer Kommunikationsdienst der KBV: Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat den neuen Kom­mu­nikationsdienst ‚kv.dox‘ vorgestellt, mit dem Ärzte und Psychotherapeu­ten künftig Arztbriefe und andere sensible Gesundheitsdaten sicher und elektronisch versenden können. Sensible Pa­tienten- und Arztdaten sind sicher und zuverlässig geschützt, erklärt die KBV. Geplant ist den ge­samten elektronischen Austausch von Patientendaten im Gesundheitsbereich über KIM-Dienste („Kommunikation im Medizinwesen“) laufen zu lassen.

aerzteblatt.de Sorge um Über­nahme der Münchner TeleClinic durch die Schweizer Zur Rose-Gruppe: Die Ärztekammer und die Apothekerkammer in Brandenburg kritisiert das Vorhaben der Schweizer „Zur Rose“-Gruppe, den Münchner TeleClinic zu übernehmen, da es zu steigenden Arzneimittelausgaben und eventuell zu einem uner­wünschten Mehrverbrauch an Medikamenten kommen könnte. Dies teilte der Prä­sident der Landesapothekerkammer Brandenburg, Jens Dobbert, mit. Mit TeleClinic können Arztgespräch via Videochat oder Telefon abgehalten werden und bei Bedarf auch Rezepte ausgestellt werden. Zur Rose hingegen hat sich auf den Arzneimittelversandhandel spezialisiert.

e-fundresearch.com Revolution des amerikanischen Gesundheitssystems: Das multinationales Unternehmen für Telemedizin und virtuelles Gesundheitswesen „Teladoc Health“ übernimmt E-Health-Unternehmen Livongo und könnte damit das amerikanische Gesundheitssystem revolutionieren. Livongo ist ein vernetztes Messgerät, das Patienten mit Diabetes, Bluthochdruck, Gewichtsmanagement, Diabetesprävention und Verhaltensgesundheit hilft gesund zu bleiben. Mit dem Merge könnte eine erste Plattform entwickelt werden, die über die finanziellen Möglichkeiten verfügt, sich zu einem vollintegrierten Virtual-Care-Anbieter zu entwickeln.

m.tagesspiegel.de Wie Digital Health die medizinische Arbeitswelt umkrempelt: Die Studie „Digital Health 2020“ des IT-Branchenverbandes Bitkom hat gezeigt, wie sehr sich das Gesundheitswesen durch die Covid-19-Pandemie verändert und weiterentwickelt hat. Von Telemedizinischer Beratung für Schwangere und Eltern kleiner Kinder bis zu Operationen mit ferngesteuerten Robotern. Während Ende April/Anfang Mai acht Prozent der Teilnehmenden Erfahrungen mit Video- Sprechstunden hatten, ist diese Anfang Juli auf 13 Prozent gestiegen. Ebenfalls kann sich jeder zweite vorstellen, in der Zukunft auch online „zum Arzt zu gehen.“ Trotzdem entwickelt sich die Telemedizin Deutschland noch recht langsam, da es schwierig ist, telemedizinische Angebote durch die gesetzlichen Krankenkassen abrechnen zu lassen.

medinside.ch Nicht alle amerikanischen Patienten ziehen Nutzen aus Telemedizin: Laut einer Studie der Universität von Kalifornien in San Francisco kam es zwar zu einer grossen Verlagerung der Telemedizin, allerdings haben vor allem ältere Altersgruppen nicht von ihr profitieren können. Dies lag zum Teil am fehlenden Internetzugang oder an ungenügenden technischen Fähigkeiten. Ältere, arme Männer, insbesondere in ländlichen Gebieten seien am stärksten betroffen. Aber auch für Patienten mit Seh-, Hör- oder kognitiven Behinderungen sei die Telemedizin zum Teil fast unmöglich.