Health Headlines am Freitag, 16. Oktober 2020

wdr.de
Krankschreibung per Telefon ab Montag wieder möglich: Wie der Gemeinsame Bundesausschusses im Gesundheitswesen am Donnerstag beschlossen hat, sind Krankschreibungen per Telefon ab Montag, dem 19. Oktober, wieder möglich. Die Regelung gilt zunächst bis Jahresende. Auf diese Maßnahme war bereits während der ersten Corona-Welle im Frühjahr zurückgegriffen wurden. Damit soll unter anderem verhindert werden, dass sich das Virus in Wartezimmern von Arztpraxen verbreitet. Telefonisch sei eine Krankschreiben für sieben Tage möglich, die einmalig um weitere sieben Tage verlängert werden könne, ist der Mitteilung zu entnehmen. Dass die Möglichkeit der telefonischen Krankschreiben kurz nach Abebben der ersten Welle eingestellt worden war, sorgte für Kritik in Fachkreisen. So sprach Wieland Dietrich, Vorsitzender der Freien Ärzteschaft, von einer „Unverantwortlichkeit“.

scinexx.de Digitale Medizin – eine Chance, auch für Angstpatienten: Die Digitalisierung der Gesundheitsbranche wirkt sich positiv auf Menschen mit Iatrophobie, also Angst vor Ärzten aus. Allein in Deutschland leiden über zwei Millionen Menschen an einer „Arzt-Phobie“. Der rechtzeitige Besuch eines Facharztes bei Beschwerden wird damit zur schier unüberwindbaren Hürde – mit fatalen Folgen für die eigene Gesundheit. Die neuen Möglichkeiten der Telemedizin, z.B. Videosprechstunden und Telefonkonferenzen könnten beim Abbau von Ängsten, die durch den persönlichen Kontakt entstehen, enorm helfen.

apotheke-adhoc.de Oberhänsli: „Zur Rose will kein Arzt sein“: Die Übernahme der teemedizinischen Plattform Teleclinc durch das schweizerische Unternehmen Zur Rose, Mutterkonzern der Onlineapotheke DocMorris, hat in Fachkreisen für Unruhe gesorgt. Beim Digitalkongress des Bundesverbands Deutscher Versandapotheken (BVDVA) hat Zur Rose CEO Walter Oberhänsli Befürchtungen eine Absage erteilt. Zur Rose werde damit nicht zum ärztlichen Leistungserbringer. „Die Plattform ist nicht der Leistungserbringer, die Plattform verbindet lediglich Leistungserbringer mit den Patienten“, so Oberhänsli. Nichtsdestotrotz müsse man sich fragen, ob das über 800 Jahre alte „Edikt von Salerno“ nicht überholt sei. Im sogenannten Edikt von Salerno wird die Trennung von Arzt und Apotheker festgeschrieben.

saechsische.de Gesunder Lifestyle der Generation Y: Die Millenials oder Generation Y genannte Gruppe der in den 80er und 90er Jahren geborenen Menschen scheint ein größeres Bewusstsein für Gesundheit zu besitzen, als es ihre Lebensvoraussetzungen vermuten lassen würden. Denn obwohl der Alltag der Generation Y in der westlichen Welt durch ein Überangebot an Nahrung und zu viele Tätigkeiten im Sitzen geprägt sei, deutet das Konsumverhalten der Millenials auf einen Trend zu gesundem Lifestyle hin. Wie eine Studie des Londoner Marktforschungsinstituts Nielsen zeigt, ist neben der Ernährung die Verbreitung digitaler Fitness-Apps ein Indikator für das Streben nach körperlichem Wohlbefinden der Millenials.

kma-online.de BMG fördert Projekt der MHH zur digitalen Kontakte-Nachverfolgung: Das Forschungsprojekt „Kadoin“ der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) wird vom Bundesgesundheitsministerium gefördert. Das Projekt soll bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie die digitale Kontaktdatennachverfolgung ermöglichen und so die an ihre Belastungsgrenze geratenden Gesundheitsämter unterstützen. Die Kontaktverfolgung soll über eine kartenbasierte Anwendungssoftware erfolgen, mit deren Hilfe positiv auf Corona getestete Personen selbstständig ihre Kontakte transparent machen könnten.Per Mausklick führt die Software die Nutzer an ihre letzten Aufenthaltsorte, wo per Gedächtnisprotokoll die gegenüber dem Gesundheitsamt getätigten Aussagen ergänzt werden sollen. Die Erprobung und Evaluierung der Software erfolgt ab Oktober durch die Studenten der Hochschule.

aerzteblatt.de Elektronische Patientenakte startet als „erweiterter Feldtest“: Zu Beginn des nächsten Jahres müssen Krankenkassen ihren Versicherten eine ePA anbieten. Dies würde laut Lars Gottwald, Leiter der Business Teams bei der Gematik, bei einem virtuellen Kongress des Bundesverbands Deutscher Versandapothe­ken (BVDVA) als „offener Feldtest“ erfolgen. Als Feldtest bezeichnet man in der Verfahrenstechnik den vorletzten empirischen Versuch, die Qualität eines Produktes unter Realbedingungen zu testen. Gottwald zeigte sich optimistisch, dass die Gematik die technischen Voraussetzungen bis dahin abgeschlossen haben werde.

devicemed.de Schwachstellen bei vielen Medizin-Apps Die Digitalisierung von Gesundheitsanwendungen geht mit gravierenden Sicherheitsproblemen einher. Das ergab der „2020 Security Report on Global M-Health Apps“, der 100 weltweite öffentlich verfügbare Gesundheits-Apps testete – in den Kategorien Telemedizin, Medizinprodukte, Health Commerce und Covid-Tracking. Allein bei kryptografischen Tests fielen 91 der 100 Apps durch. Sie wären leichte Beute für Cyberkriminelle. Bei 74 Prozent wurden erhebliche Schwachstellen entdeckt, die ein hohes Risiko für Organisationen im Gesundheitswesen und deren Patienten bedeuteten. Am schlechtesten schnitten Telemedizin-Anwendungen ab.

digitalhealth.net Daten zur Nachverfolgung von Corona-Kontakten verkauft: Unternehmen, die Daten zur Kontaktnachverfolgung für Pubs und Restaurants in Großbritannien sammeln, sind in Verdacht geraten, diese zu Marketingzwecken zu verkaufen. Das teilte die britische Datenschutzbehörde mit. Den Firmen wird vorgeworfen, QR-Codes bereitzustellen ,die persönliche Daten wie Namen, Adresse und Kontaktdetails sammeln und an Vermarkter, Kreditunternehmen und Versicherungsvertreter weitergeben. Dabei besagt die britische Datenschutzverordnung, dass die Informationen ausschließlich zur Kontaktnachverfolgung zu Corona-Schutzzwecken eingesetzt werden dürfen.

n-tv.de „Videospiele sind Einstiegsdroge“: Leistungskiller E-Sport? Davor warnt der Kriminologe und langjährige Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN), Christian Pfeiffer. Dabei sei seit mehr als zehn Jahren empirisch belegt, dass der ansteigende Konsum und die zunehmende Intensität von Videospielen negative Effekte auf die Leistungsfähigkeit von jungen Männern und männlichen Jugendlichen habe. So sei der Anteil an Jungen, die täglich über 4,5 Stunden mit Videospielen verbringen, bis 2017 auf 24 Prozent gestiegen. Dafür sank der männliche Anteil an Gymnasiasten in Niedersachsen zwischen 2013 und 2017 von 49 auf 42 Prozent. Jungen stellten insgesamt drei Fünftel der Sitzenbleiber.

med-technews.com Wie Digitale Gesundheitstools zum Paradigmenwandel der medizinischen Wissenschaft während Corona geführt haben: Im Zuge der Bekämpfung der Corona-Pandemie unterliegt die Gesundheitsindustrie einem massiven Wandel, vor allem im Bereich neuer und sicherer Klinikbetreibung. Digitale Tools können besonders in drei Aspekten zur Risikominimierung durch Umgehung von Körperkontakt und physischer Präsenz beitragen – Diagnosen auf Distanz, mehr digitale Kommunikation in den Praxen und Kliniken und externe Zusammenarbeit bei der Verarbeitung und Weitergabe von Patientendaten. Der Ausbau dieser Tools bleibt ein Arbeitsauftrag für die Gesundheitsbranche – auch nach Corona.

aerzteblatt.de Corona: Videobehandlung für Logopäden Mittel der Wahl: Der Deutsche Bundesverband für Logopädie (dbl) reagiert auf die erneut steigenden Corona-Fallzahlen mit einem Plädoyer für Videobehandlungen. Diese solle so lange als abrechenbare Leistung anerkannt werden, bis die Situation wieder kontrollierbar und die Ansteckungsgefahr für Patienten und Ärzte auf ein vertretbares Maß zurückgegangen ist. Videobehandlungen waren während der ersten Welle bereits möglich, ihre Anerkennung lief aber Ende Juni aus. Derzeit würden Patienten zum Teil die Kosten der Behandlung selber übernehmen, was nicht akzeptabel sei, so dbl-Präsidentin Dagmar Karrasch.