ft.com Digitalisierung des Gesundheitswesens sorgt für nie dagewesene Kontrollmöglichkeiten für Staaten und Konzerne: Zweifelsohne hat die Corona-Pandemie die Digitalisierung des Gesundheitssystems vorangetrieben und neue technologische Tools haben Ärzten, Patienten und Politikern neue Möglichkeiten zur Verfügung gestellt, auf medizinische Herausforderungen zu reagieren. Gleichzeitig warnen Experten vor den Gefahren der Digitalisierung: Nie zuvor waren so viele private Daten im Umlauf, nie zuvor waren die Möglichkeiten des Datenmissbrauchs zu politischen und kommerziellen Zwecken so groß. So befürchtet Richard Sullivan vom Londoner King’s College, dass bereits jetzt einige Staaten die Pandemie als „trojanisches Pferd“ benutzt hätten, um staatliche Kontrolle über die Gesellschaft auszuweiten. Und der britische Thinktank Ada Lovelace Institute warnt vor einer „Datafizierung“ der Gesellschaft durch digitale Gesundheitstools, deren Auswirkung auf Gleichheit, Privatsphäre und fundamentale Menschenrechte unterschätzt würden.
onetoone.de Studie plädiert für Roboter-Einsatz gegen soziale Isolation von Senioren: Eine internationale Kooperation von Wissenschaftler aus den Niederlanden, Schweden, der Türkei und der Universität Hohenheim plädiert auf der Grundlage einer Studie für den Einsatz von „sozialen“ Robotern gegen die verbreiteten Phänomene der Einsamkeit und Isolierung von Menschen, insbesondere im Zuge der aktuellen Corona-Pandemie. Soziale Roboter ließen sich demzufolge in vier Haupttypen einordnen: unterhaltsame Roboter, soziale Wegbereiter, Mentoren und Freunde. Die beiden letztgenannten seien jedoch noch nicht kommerziell erhältlich. Der Studie zufolge zeigen sich insbesondere Kinder und ältere Menschen offen für die Anerkennung der Prototypen solcher Roboter als Freunde und Wegbegleiter. Jedoch warnen die Forscher davor, soziale Roboter als Ersatz und nicht nur Ergänzung menschlicher Kontakte, z.B. Pflegekräfte, einzusetzen. Dies könne die Isolation und Vereinsamung von Menschen gar verstärken.
fortune.com Großbritannien plant KI-Einsatz um Nebenwirkungen möglicher Corona-Impfstoffe aufzuspüren: Die britische Regierung plant den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI), um mögliche Nebenwirkungen beim eigenen Impfprogramm gegen das Coronavirus aufzuspüren. Großbritannien will bereits gegen Ende des Jahres einen oder mehrere Corona-Impfstoffe genehmigen. Um auf potenzielle Nebenwirkungen und Komplikationen beim Impfen von immerhin 68 Millionen Bürgern vorbereitet zu sein, hat die medizinische Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Arzneimittel des Landes das US-amerikanische Unternehmen Genpact beauftragt, ein auf KI-Technologie basierendes System zu entwickeln, dass den Impfprozess überwachen soll. Auch die USA setzen auf KI-Technologie gegen Nebenwirkungen bei Impfstoffen.
aerztezeitung.de KBV-Vorstand: Praxen können Corona und Digitalisierung nicht gleichzeitig bewältigen: Das Vorstandsmitglied der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Dr. Thomas Kriedel, mahnt angesichts der derzeitigen Corona-Pandemie eine digitale Entschleunigung im Gesundheitsbereich an. Arztpraxen würden sich derzeit in einem Dilemma befinden, mit Corona und der ePA Probleme lösen zu müssen, die sie nicht geschaffen hätten. So herrsche auf Ärzteseite große Unsicherheit bezüglich der technischen Umsetzung der elektronischen Patientenakte (ePA) im nächsten Jahr. Kriedel plädierte auf der „22. Plattform Gesundheit“ dafür, dass den Praxen möglich sein solle, Corona und Digitalisierung nacheinander abzuarbeiten. Der Vorstoß stieß auf Ablehnung vonseiten der Politik.
aerzteblatt.de Spahn für stärkere Digitalisierung der Pflege: Gesundheitsminister Jens Spahn hat bei der Eröffnung der Berliner Pflegekonferenz angekündigt, die Pflege in fünf Bereichen stärker digitalisieren zu wollen. Erstens sei geplant, über die elektronische Patientenakte (ePA) Pflegeheime und ambulante Pflegedienste künftig besser mit Krankenhäusern und Arztpraxen zu vernetzen. des Weiteren sollen Abrechnungen digitalisiert und auch die Arbeitsorganisation digitaler gestaltet werden. Selbiges plant Spahn für Weiterbildungen der Beschäftigten. Zudem sollen neue digitale Anwendungen wie Apps zur Sturzprophylaxe, Telepflege oder Robotik vorangetrieben werden. Spahn zeigte sich optimistisch, dass sich Widerstände gegen diese Prozesse überwinden lassen werden, wenn die Menschen erleben, dass ihnen die Digitalisierung im Alltag nütze.
it-times.de Starke Quartalszahlen bei CompuGroup: Das Softwareunternehmen CompuGroup Medical hat die Zahlen für das dritte Quartal 2020 vorgelegt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sei der Umsatz um 30 Prozent auf knapp 231,33 Mio. Euro gewachsen. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen liege zudem bei 67,13 Mio. Euro, was einem Plus von 42 Prozent entspreche. Angesichts eines Nettoergebnisses in Höhe von knapp 34,87 Mio. Euro zeigte sich der Gründer und CEO der CompuGroup Medical, Frank Gotthard, äußerst zufrieden. Man sehe daran, dass sich die jahrzehntelangen, weltweiten Anstrengungen um die Digitalisierung des Gesundheitswesens auszahlen würden. Die CompuGroup produziert Anwendungssoftware zur Unterstützung ärztlicher und organisatorischer Tätigkeiten in Arztpraxen, Apotheken, medizinischen Laboratorien und Krankenhäusern.
aerztezeitung.de Pneumologen warnen vor doppeltem Risiko bei E-Zigaretten: Erneut hat die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie vor der Benutzung von E-Zigaretten zur Tabakentwöhnung gewarnt. So heißt es in der aktuellen Stellungnahme: „Die DGP spricht sich dagegen aus, E-Zigaretten und Tabakerhitzer zur Tabakentwöhnung zu propagieren.“ Als Gründe dafür werden hauptsächlich die langfristigen Gesundheitsgefahren genannt, die noch nicht alle erforscht seien. Zudem gefährde zunehmender E-Zigarettenkonsum die Tabakprävention, da die Werbung vor allem auf Jugendliche und junge Erwachsene abziele. Hochaktuell ist die Warnung der Pneumologen vor einem erhöhten Risiko, an COVID-19 zu erkranken.
haufe.de Digitale Helfer gegen die Corona-Pandemie vorgestellt: Im Gegensatz zum ersten Lockdown im Frühjahr stehen der Bevölkerung nun vielfältige digitale Möglichkeiten zur Verfügung, um zum Kampf gegen die steigende Zahl der Corona-Infektionen beizutragen und Acht auf die eigene Gesundheit zu geben. Auch Menschen, denen Home-Office nicht möglich ist, haben digitale Helfer zur Verfügung. So habe Sensor-Hersteller kleine Tools entwickelt, die proaktiv vor einer Begegnung mit zu geringem Abstand und somit vor einer potenziellen Übertragung von Viren warnen. Die Tools sind als Halsband oder Armband verfügbar.
rnd.de Pflegeschutzbund warnt vor sozialer Isolation von Pflegebedürftigen im Lockdown: Pflegeheimbewohnern sind im derzeitigen Teil-Lockdown erneut von sozialer Isolation bedroht. Davor warnte der Sprecher des Pflegeschutzbundes Biva, David Kröll, gegenüber der Deutschen Presseagentur (DPA). Kröll sprach von drastischen Folgen der Isolation und Einsamkeit, die der Pflegeschutzbund in den vergangenen Monaten der Corona-Pandemie vor Augen geführt bekommen habe. Dazu zählten der Verlust von motorischen und kognitiven Fähigkeiten, aber auch Depressionen und Selbstmordgedanken. Unter Einhaltung der vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen müssten diesmal Besuche durch Ärzte und Angehörige möglich sein. Bei der Entscheidung, ob ein Bewohner eines Pflegeheims Besucher empfangen könne, solle berücksichtigt werden, wie dieser mit sozialer Isolation umgehen könne oder ob er in der Lage sei, digital zu kommunizieren
t3n.de App will Nachhilfe in gesünderer Smartphone-Benutzung geben: Exzessive Smartphone-Nutzung birgt erhebliche psychische und physische Gesundheitsrisiken. Doch in der digitalisierten Welt ist ein Totalverzicht für die meisten keine Option. Die neue App „Not less but better“ will nun Smartphone-User im gesunden Gebrauch der Geräte trainieren. Richtiger und achtsamer Umgang statt ständiger Digital Detox ist das Motto. Dafür bekamen die App-Entwickler bereits positives Feedback in der Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“. Nun ist die App für iOS- und Android-Geräte verfügbar.
aerztezeitung.de Infrastruktur hemmt Telemedizin-Verbreitung in Deutschland: Getrieben durch die Herausforderungen der Corona-Pandemie sind telemedizinische Anwendungen, etwa Sprechstunden per Video oder Telefon, im ersten Halbjahr 2020 sprunghaft angestiegen. Das ergeben aktuelle Zahlen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland. Gleichzeitig klagen 40 Prozent der Psychotherapeuten auf dem Land und 25 Prozent in der Stadt in einer Umfrage der Bundespsychotherapeutenkammer über wackelige Internet-Verbindungen bei Videosprechstunden. Angesichts der Erwartungshaltung vieler Patienten, dass die Telemedizin besonders dem Fachärztemangel auf dem Land entgegenwirken solle, ein alarmierender Befund.
pharmazeutische-zeitung.de Recherche stellt Qualitätslücken bei Online-Praxen fest: Die Möglichkeit der Online-Praxen verspricht einen unkomplizierten Zugang zu ärztlichen Diagnosen und Rezepten ohne lange Aufenthalte in Wartezimmern. Einem Bericht der pharmazeutischen Zeitung zufolge gehen damit aber oftmals qualitative Mängel einher. So könnten Patienten auf Online-Seiten mitunter selbst Medikamente gegen die eigenen Beschwerden auswählen, ohne fachärztliche Beratung im Vorfeld. Ein Mediziner prüfe das Ganze dann lediglich im Nachhinein auf Plausibilität. Dafür seien nur die Beratungen einiger weniger Online-Praxen über die Kassen abrechenbar. Fachleute bezweifeln, dass Befunderhebung und Arzneimittelverordnung allein auf Basis eines ausgefüllten Online-Formulars der ärztlichen Sorgfaltspflicht entsprechen würden.
netzwoche.ch Telemedizinboom im Nachbarland Schweiz vorbei?: Während der ersten Hochphase der Corona-Pandemie im Nachbarland Schweiz konnten Telemedizinanbieter einen Aufschwung verzeichnen. Der scheint nun schon wieder vorbei zu sein. Nach Zahlen des Vergleichsdienstes Comparis hätten im Oktober dieses Jahres 20,6 Prozent der über 25-Jährigen nach Versicherungsprodukten mit einem medizinischen Callcenter als erste Anlaufstelle im Krankheitsfall gesucht. Ein Jahr zuvor waren es sogar 0,1 Prozentpunkte mehr. Und auch die Nachfrage nach telemedizinischen Angeboten ging in der Alterskohorte der unter 25-jährigen um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück. Dass ausgerechnet die Gruppe der „Digital Natives“ seltener telemedizinische Angebote wahrnimmt, überrascht zwar, werde aber auch 2021 zu beobachten sein, heißt es in der Mitteilung.