Health Headlines am Freitag, 20. November 2020

aerztezeitung.de Smarter Rollstuhl für die Reha  Der Fachbereich Informatik und Mikrosystemtechnik der Hochschule Kaiserslautern fertigt derzeit einen speziell für die Reha ausgelegten Rollstuhl an, der über eine smarte Rückenlehne und Sitzauflage verfügt. Mithilfe der eingebauten Sensorik im Rollstuhl und der App „SitWatcher“ sollen Rollstuhlnutzer bei zu langem ruhigen Sitzen durch audiovisuelle Hinweise auf ihre Inaktivität aufmerksam gemacht werden. Die Schädigung von Haut und Gewebe, die aufgrund langer Druckbelastung auftreten kann, sollen auf diese Weise verhindert werden.

pharmazeutische-zeitung.de „Amazon Pharmacy“ im europäischen Markenregister bereits zugelassen Vor einigen Tagen ging „Amazon Pharmacy“ in den USA online. Bereits anschließend wurde über eine mögliche Aktivität des US-Versandhandelsriesen in Europa spekuliert. Nun stellt sich heraus, dass der Tech-Gigant schon vor einigen Wochen die Marke „Amazon Pharmacy“ für die gesamte EU gesichert hat und in Großbritannien bereits im Januar. Ob und wann Amazon in Europa tätig wird, bleibt abzuwarten.

aerztezeitung.de Gender Bias bei Digitalen Gesundheitsanwendung Viele Gesundheits-Apps berücksichtigen die Gender-Aspekte nicht. Dies kritisierte Dr. Christiane Groß, Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes beim digitalen Medica Econ Forum der Techniker Krankenkasse (TK). Es fehle der kritische Blick hinsichtlich der Risiken, Nebenwirkungen und Grenzen. Problematisch ist zudem, dass Männer überwiegend die Apps programmierten. Auch seien die Grundlagen oft Studien, die männerbasiert sind oder auf geschlechterundifferenzierten Daten beruhen. Die Forschung rund um die KI floriere zwar, allerdings gelte dies nicht für den Gender Bias, bestätigte auch Brigitte Strahwald von der Pettenkofer School of Public Health an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

aerzteblatt.de Die EU plant europäisches Netzwerk für Gesundheitsdaten Da europäische Gesundheitsdaten in etlichen verschiedenen nationalen Systemen liegen, will die EU nun ein gemeinsames Netzwerk für Gesundheitsdaten der Mitgliedstaaten schaffen. Ziel ist es die Versorgungsqualität in allen Mitgliedsländern zu verbessern und eine Grundlage für epidemiologische Forschung in Europa zu entwickeln. Über die Chancen und Risiken eines solchen digitalen Netzwerks wurde mit internationalen Experten bei einer Digital-Health-Konferenz diskutiert.

forbes.com New Yorker Start-up Headway sammelt 26 Millionen Dollar Das in New York ansässige Start-up, Headway, ist Anbieter von Systemen zur psychischen Gesundheitsfürsorge und hilft Patienten, mit Therapeuten in Kontakt zu treten und Versicherungsansprüche online einzureichen. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, hat es nun in einer Series-A-Finanzierungsrunde 26 Millionen Dollar sammeln können.

aerztezeitung.de German Medical Award für deutsch-französische E-Health-Unternehmen Doctolib Das deutsch-französische E-Health-Unternehmen Doctolib hat im Rahmen der virtuellen Ausgabe der weltgrößten Medizinmesse Medica die Jury mit seiner Online-Terminbuchungsplattform und Videosprechstunden überzeugen können und wurde in der Kategorie Medical Digital ausgezeichnet. Die Idee der Plattform überzeuge mit klaren Vorteilen für Patienten, Arztgespräche auch von zu Hause durchführen.

aerztezeitung.de Neue Studie zeigt, Patienten wollen digitale Arztnotizen lesen Die elektronische Patientenakte (ePA) wird zu Beginn keine ärztlichen Gesprächsnotizen enthalten. Eine aktuelle, repräsentative Umfrage der Bertelsmann Stiftung zeigt aber, dass zweidrittel der Deutschen die Gesprächsmitschriften ihrer Ärzte in der elektronischen Patientenakte gerne lesen würden. Derzeit müssen Patienten medizinische Dokumente bei ihren Ärzten direkt anfordern. Auch bestehe nach dem Patientendatenschutzgesetz (PDSG) keine Pflicht seitens der Ärzte ihre Notizen in die ePA überführen zu müssen. Dabei könnte sich mit Open Notes eine tiefere Arzt-Patienten-Beziehung bilden, erklärt Brigitte Mohn, Mitglied des Vorstandes der Bertelsmann Stiftung.

aerztezeitung.de Ärzte kritisieren fehlende Transparenz vieler Digitaler Gesundheitsanwendungen Die verordnungs- und erstattungsfähigen Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) hätten nur einen Nutzen, wenn Studien ihre Evidenz belegen, erklärt Professor Reinhard Busse von der Technischen Universität Berlin. Der medizinische und direkte patientenrelevante Nutzen und Zweck müsse bei der Bewertung der DiGA eine Rolle spielen. Zudem sollten sie in Stufen nach Effekten und Evidenz gegliedert werden. Hierfür seien strukturierte Daten für notwendig. Busse forderte beim digitalen Medica Econ Forum der Techniker Krankenkasse (TK) daher mehr nach Transparenz.

sueddeutsche.de Bundesgesundheitsminister Spahn will den Bereich der Pflege digitalisieren Bundesgesundheitsminister Spahn will die Bereiche der Pflege Rehabilitation digitalisieren. Dies geht aus seinem vorgelegten Gesetzesentwurf vor. So sollen Pflegebedürftige und ihre Angehörigen auf bestimmte digitale Pflegeanwendungen und Apps künftig einen Anspruch haben.  Gute Pflege könne noch besser werden, wenn sie digital unterstützt werde. Sinnvolle Apps und digitale Anwendungen können Pflegebedürftigen helfen, ihren Alltag besser zu bewältigen, erklärt Spahn.

aerzteblatt.de Mehrwert der Digitalisierung müsse erkennbar sein Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) kritisiert den asynchronen Verlauf der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Praxen seien zwar an einer weiteren Digitalisierung interessiert, allerdings müsse hierfür auch ein Mehrwert der Digitalisierung klar erkennbar sein, erklärt Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV. Es bestehe eine „Asynchronität“ von gesetzlichen Fristen und den vorhandenen technischen Lösungen. So nannten in einer Befragung im Rahmen des PraxisBarometers mehr als 80 Prozent die Fehleranfälligkeit der EDV-Systeme als Hindernis für die Digitalisierung. Auch monatlich auftretende technische Fehler der Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) wurden von knapp einem Drittel bemängelt.