Health Headlines am Mittwoch, 16. Dezember 2020

devicemed.de E-Patientenakte geht am 1. Januar 2021 in die Testphase Am 1. Januar 2021 geht die elektronische Patientenakte in ihre erste Testphase. Krankenkassen und Versicherten steht die Akte dann zur Verfügung. Mit der E-Akte sollen Versicherte ihre persönlichen Gesundheitsinformationen einstellen und verwalten können. Es erweist sich als größtes IT-Projekt im deutschen Gesundheitswesen und sei „ein herausfordernder Gesamtprozess für alle Beteiligten“, wie das Bundesgesundheitsministerium erklärt. Ziel ist es 200.000 Leistungserbringern und potenziell 73 Millionen Versicherte miteinander zu vernetzen. Praxen müssen bis 1. Juli 2021 über die für Zugriffe auf die E-PA notwendigen technischen Komponenten und Dienste verfügen.

aerztezeitung.de Orientierungshilfen für Ärzte zu den neuen DiGAs Das Angebot Digitaler Gesundheitsanwendungen (DiGA) wird immer größer und ermöglicht Ärzten neue Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten. Gleichzeitig ergeben aber auch viele Fragen zum Umgang der neuen Gesundheitsapps. Die Bundesärztekammer (BÄK) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) haben daher Orientierungshilfen herausgegeben, die Abhilfe schaffen soll. Ärzte erhalten allgemeine Informationen über Gesundheits-Apps und über die bereits neun zugelassenen DiGAs.

KI könnte therapeutische Entscheidungsfindung bei Brustkrebs präziser und erschwinglicher machen US-Wissenschaftler des „Salesforce Research“ haben mit dem Ellison Institute in Kalifornien einen Deep-Learning-Algorithmus „ReceptorNet“ entwickelt, der mit hervorragenden Sensitivitäts- und Spezifitätswerten den Hormonrezeptor-Status bestimmen kann. Der Hormonrezeptor-Status ist ein wichtiger Biomarker für Ärzte bei der Entscheidung über den geeigneten Behandlungspfad für Brustkrebspatientinnen.  „Der Algorithmus ist in der Lage, einzelne Pixel zu betrachten und subtile Muster zu erkennen, die das menschliche Auge unmöglich wahrnehmen kann“, erklärt Andre Esteva, Leiter des Bereichs Medical AI und Mitglied des Salesforce-Forschungsteams.

aerztezeitung.de KI-basiertes Frühwarnsystem gegen Engpässe medizinischer Schutzausrüstung Mit dem Forschungsprojekt „corona.KEX.net“ will das Land Nordrhein-Westfalen Engpässe bei der Versorgung medizinischer Schutzausrüstung entgegenwirken. Hierfür wurde ein KI-basiertes Frühwarnsystem entwickelt, das dafür sorgen soll, dass beispielsweise Kliniken und Pflegeeinrichtungen bei kurzfristigen Engpässen ihre benötigten Materialien weiterhin erhalten. Die Versorgungssicherheit medizinischer Einrichtungen könne so gesichert und das Gesundheitssystem krisenfester gemacht werden, erklärt Landeswirtschaftsminister Professor Andreas Pinkwart (FDP). Das Projekt wird vom Wirtschaftsministerium NRW mit drei Millionen Euro gefördert.

pnn.de Corona-Warn-App: Update für ältere iPhone-Modelle Wie das Robert-Koch-Institut am Dienstag mitteilte, wird die Corona-Warn-App künftig auch für iPhones mit dem Betriebssystem-Version iOS 12.5 bereitgestellt werden. Apple arbeite derzeit daran, die spezielle Bluetooth-Schnittstelle abzuwandeln. Mit der angepassten Version können noch mehr iPhone-Modelle als bisher die Corona-Tracing-App verwenden. Wann die Anwendung auf iPhones 5s und 6 heruntergeladen werden kann, lasse sich gegenwärtig noch nicht abschätzen, erklärten die Deutsche Telekom und SAP, die zusammen mit Apple an den nötigen Anpassungen arbeiteten.

aerztezeitung.de Sicherheitslücken im Online-Anschluss von Arztpraxen entdeckt IT-Sicherheitsexperten haben gravierende Sicherheitslücken im Online-Anschluss von Arztpraxen gefunden. Dabei sei die Telematikinfrastruktur (TI) selbst nicht das Problem, sondern eine schlechte Absicherung der Arztpraxen gegen Angriffe von Außenstehenden, erklärt Christoph Saatjohann von der Fachhochschule Münster. Das Problem sei, dass es bisher an einer einheitlichen IT-Sicherheitsrichtlinie fehle, die allen Beteiligten eine Verbindlichkeit zusichere, so Saatjohann weiter.

pharmazeutische-zeitung.de Ersatzkassen stellen Versicherten bundesweiten E-Rezept-Dienst bereit Seitdem 14. Dezember können Versicherte der Techniker Krankenkasse (TK), der Barmer und der DAK-Gesundheit E-Rezepte über entsprechende Smartphone-App ihrer Kasse empfangen und diese bei einer Apotheke ihrer Wahl einlösen. Arztpraxen, die die Praxissoftware von medatixx und Medisoftware nutzen, können an dem Projekt »E-Rezept Deutschland« teilnehmen. Bisher beteiligen sich 40 Praxen. Die TK hofft noch auf weitere Arztpraxen.

aerztezeitung.de Digitalisierung-Curriculum als Pflichtbestandteil im Studium Die Universität Halle hat das „Digitalisierung-Curriculum“ als Pflichtbestandteil der Humanmedizin  aufgenommen. Künstliche Intelligenz und Big Data sowie den damit verbundenen rechtlichen und ethischen Aspekten sollen hiermit weiter vertieft werden. Ziel ist es den Studierenden den ärztlichen Berufsalltag besser meistern zu können. „Digitale Kenntnisse befähigen zu einer kritischen Haltung, die auch helfen kann, sinnvolle Gesundheits-Apps von gefährlichen oder gefährdenden besser zu unterscheiden,“ erklärt Christiane Ludwig, ärztliche Koordinatorin im SkillsLab des Dorothea Erxleben Lernzentrums der Medizinischen Fakultät.

derstandard.at FRA macht auf Missbrauchsmöglichkeiten der KI aufmerksam Die Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) fordert einen stärkeren Schutz vor Fehlentscheidungen durch Anwendungen Künstlicher Intelligenz (KI). Der FRA-Bericht „Getting the future right – Artificial intelligence and fundamental rights“ verweist auf Probleme bei der Nutzung von KI, unter anderem bei medizinischen Diagnosen oder sozialen Diensten. Automatisierten Abläufe können zu Diskriminierung und ungerechter Behandlung führen, betont die FRA. Die EU-Staaten sollen daher ein wirksames Aufsichtssystem schaffen, um in Falle einer Grundrechtsverletzung, Unternehmen und öffentliche Verwaltungen bei der Nutzung von KI zur Rechenschaft ziehen zu können.

aerzteblatt.de Supranationaler Datenraum soll die Gesundheitsversorgung verbessern Die Europäische Union strebt die Schaffung eines europäischen Datenraums für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung an. Ziel ist es die medizinische Versorgung „greifbarer und verfügbarer“ zu gestalten und Ressourcen besser zu managen. Erste Schritte seien bereits unter der deutschen Ratspräsidentschaft eingeleitet worden. Die zunehmende Verfügbarkeit und Nutzung strukturierter Daten würden zwar Chancen darstellen, allerdings bleibe vieles noch „Zukunftsmusik“, wie Andreas Gassen, Vorstandsvorsit­z­ender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) erklärt. Insbesondere sei hierfür die innerärztliche Kommunikation zu stärken, etwa durch „arztgestützte Fallakten.“