Health Headlines am Mittwoch, 20. Januar 2021

haeusliche-pflege.net Kabinett beschließt neues Digital-Gesetz: Das Bundeskabinett hat über den Entwurf des Gesetzes zur digitalen Moder­nisierung von Versorgung und Pflege (Digitale-Versorgung-und-Pflege-Modernisierungs-Gesetz – DVPMG) entschieden. Das Gesetz soll Mitte des Jahres in Kraft treten und die Modernisierung des Gesundheitswesens durch Digitalisierung, beispielsweise durch digitale Helfer für die Pflege, mehr Telemedizin und Vernetzung, vorantreiben.

t3n.de Corona-Warn-App ist nicht kaputt – das muss so: Bereits seit Mitte Dezember wundern sich viele Nutzer darüber, dass ihre Corona-Warn-App keine Risikobegegnungen mehr anzeigt, obwohl sich an Gewohnheiten oder Begegnungshäufigkeit nichts verändert hat. Dies ist aber keine Fehlfunktion der App, sondern ein Softwareupdate. Vereinfacht gesagt hat sich die Zählweise der App verändert: „Grüne“ Begegnungen werden von der App im Hintergrund gespeichert, da diese im Einzelfall kaum epidemiologische Relevanz hat. Sofern ein Nutzer oder eine Nutzerin viele „grüne“ Begegnungen in einem gewissen Zeitraum hat, schaltet die App auf rot (erhöhtes Risiko) um. Zudem bewertet die Risikobegegnungen nun anders als vor dem Update. So wird beispielsweise der Abstand zwischen Personen und die Dauer eines Kontakts genauer erfasst.

businessinsider.de Zava übernimmt Essener Sprechstunden-Portal: Der britische Telemedizin-Dienstleister „Zava“ hat „Sprechstunde.online“, ein Essener Videosprechstundenportal, gekauft. In den kommenden Monaten soll das telemedzinische Angebot für Kassenpatienten erweitert werden. Die 2010 gegründete Plattform „Zava“ verfügt über rund 200 Beschäftigte in London und Hamburg.

forbes.com Mit gruppengestützten Apps die mentale Gesundheit verbessern: Der Markt für Mental Health Apps ist groß: Egal ob virtuelle Therapiesitzungen oder Chatbots, die Ratsuchende unterstützen. Ein besonderer Siegeszug ist der amerikanischen, peer-gestützten App „Cope Notes“ gelungen: 2020 machte Florida den Anfang und erteilte der App die offizielle Genehmigung, Ratsuchende zu unterstützen und übernahm die Kosten dafür. Binnen kürzester Zeit zogen viele weitere Bundesstaaten nach. „Cope Notes“ wurde 2018 vom Musiker Johnny Crowder gegründet, nachdem dieser einen Selbstmordversuch begangen hatte. Die Idee: Registrierte Nutzer erhalten täglich Nachrichten von Gleichgesinnten, die die mentale und emotionale Gesundheit fördern sollen. „Der Austausch mit Gleichgesinnten ist nicht nur für Menschen mit einer diagnostizierten, psychischen Erkrankung wichtig. Jeder, der ein Gehirn hat, sollte der psychischen Gesundheit Priorität schenken“, meint App-Gründer Crowder.

juedische-allgemeine.de: Corona, Israel und der Datenschutz: Im Zusammenhang mit der israelischen Impf-Kampagne wurden Vorwürfe laut, dass dem Pharmariesen Pfizer weiträumiger Zugriff auf die israelische Impfdatenbank eingeräumt wurde. Datenschützer kritisieren dies. Als Reaktion darauf veröffentlichte das Gesundheitsministerium a Wochenende ein 20-seitiges „Memorandum of Understanding“ mit Pfizer, welches auf den 6. Januar datiert ist. Einige Passagen hiervon wurden vor Veröffentlichung geschwärzt. Im Zuge der Zusammenarbeit sollen die Behörden Pfizer wöchentlich relevante Daten wie Infektions- und Sterberaten, sowie detailliert aufgeschlüsselte Daten zur laufenden Impfkampagne liefern. Doch ob auch persönliche Daten weitergegeben wurden, ist nicht ersichtlich.

nzz.ch Künstliche Intelligenz soll Covid-19 hören: Wie sicher ist ihr Einsatz in der Medizin? : Künstliche Intelligenz findet im medizinischen Bereich immer weitere Einsatzmöglichkeiten. Eine Studie der Universität Zürich zeigt, dass sich die Zahl der jährlichen Zulassungen von KI-gestützten Medizinprodukten verzehnfacht hat. Doch die staatliche Regulierung hinkt hinterher, sie deckt nicht die Mannigfaltigkeit des Angebots ab. „Medizinprodukte können ähnliche Risiken haben wie Medikamente und brauchen treffendere Regulierung. Bei hohen Risiken gilt es, strenge Anforderungen zu stellen,“ so die Studienleiterin Kerstin Noëlle Vokinger gegenüber der NZZ.

n-tv.de Technisierungsschub in der Krise: Bringt Corona uns den Roboterarzt? Könnte der Aufwind, den die Digitalisierung des Gesundheitswesen durch Corona erfährt, auch den Einsatz Robotern im medizinischen Bereich beschleunigten? So gibt es berichte über digitale Pförtner in indischen Kliniken oder Roboterärzte in Italien, die beispielsweise einfache Tätigkeiten wie das Pulsmessen übernehmen. Solche digitalen Unterstützer sparen Personal und direkten Kontakt ein, doch ein wirklicher Mehrwert für die Pflege ergibt sich durch „Pepper“ wohl noch nicht. Vielmehr sei die Coronakrise eine Art „Bewährungsprobe“ für digitale Lösungen: Was sich jetzt im Einsatz beweist, könnte womöglich dauerhaft in Gebrauch bleiben.

Digital auch für Ärzte das neue Normal: Ob Fach- oder Hausarzt, Medizinerinnen und Mediziner kommen an digitalen Angeboten und Lösungen kaum mehr vorbei. So stand auch die Digitalisierung des Gesundheitswesens im Fokus des kürzlich in Hannover stattfindenden Niedersächsischen Digitalgipfel Gesundheit. Auch wenn durch die Pandemie digitale Angebote einen wahren Schub erfuhren und Medizinerinnen und Mediziner alles dafür tun, mit ihren Patientinnen und Patienten in Kontakt zu bleiben, sei der direkte Kontakt immer noch der „Goldstandard“, so Dr. Martina Wenker, Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) in ihrem Grußwort.

t3n.de Digital-Health-Gründer? So schafft eine Gesundheits-App die Diga-Zulassung: Durch das Digitale-Versorgungs-Gesetz kamen 2020 verschiedene digitale Gesundheitsanwendungen auf den Markt. Seitdem können Ärztinnen und Ärzte ihren Patientinnen oder Patienten gesundheitsfördernde Apps verschreiben und die Krankenkassen kommen dafür auf. Für App-Entwickler eröffnet sich dadurch ein Markt mit 73 Millionen gesetzlich versicherten, potenziellen App-Nutzern. Das Digitalmagazin t3n.de gibt Entwicklern nützliche Tipps, wie sie es schaffen können, dass ihre App zur „App auf Rezept“ zugelassen wird.