Health Headlines am Freitag, 9. Oktober 2020

aerzteblatt.de Apps auf Rezept: Noch viele Unsicherheiten bei Ärzten: Nach einer Genehmigung des Bundesamtes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) dürfen Psychotherapeuten und Ärzte ab sofort digitale Gesundheitsanwendungen verschreiben. Viele Ärzte fühlen sich aber schlecht vorbereitet das gaben der Spitzenverband Digitale Gesundheitsversorgung (SVDGV), der Hartmannbund und das Bündnis Junge Ärzte (BJÄ) an. Die drei Verbände wollen nun eine Onlineseminarreihe ins Leben rufen, um Unterstützung zu leisten. In Fachkreisen wird die Einführung der Apps auf Rezept überwiegend begrüßt.

tagesspiegel.de Spahn vergibt Logistik-Auftrag ohne Ausschreibung: Gesundheitsminister Jens Spahn hat zu Beginn der Corona-Pandemie offenbar Aufträge zur Beschaffung persönlicher Schutzausrüstung ohne Ausschreibung an ein Unternehmen seines eigenen Wahlkreises vergeben. Dafür hat das beauftragte Unternehmen Fiege bislang einen dreistelligen Millionenbetrag erhalten, teilte das Bundesministerium für Gesundheit auf eine Anfrage des FDP-Bundestagsabgeordneten Karsten Klein mit. Bis heute hat der Bund Schwierigkeiten, die gelieferten Masken loszuwerden.

heise.de COVID-19: Bei Trump kam ein nicht zugelassener Antikörper-Cocktail zum Einsatz: Bei der Behandlung von US-Präsident Donald Trump wurden weder Kosten noch Mühen gescheut, so viel war bereits bekannt. Nun kommt heraus: Der Notfall-Antikörper-Cocktail, den Trump erhielt, wurde unter Verwendung einer Zelllinie entwickelt, die ursprünglich von Abtreibungsgewebe abstammte. Das teilte die Firma Regeneron Pharmaceuticals mit, die das Therapeutikum entwickelte. Allerdings kamen die Moleküle aus Zellen, die aus den Eierstöcken eines Hasen stammen.

spektrum.de KI erkennt Krankheit: Alexa, habe ich Covid-19?: Die App des israelischen Sprachanalyseunternehmens Vocalis, die Covid-19 an der Stimme eines Menschen erkennen möchte, wird nun weltweit getestet. In einem ersten Testlauf in Israel hat das Unternehmen mehr als 1500 Stimmproben von positiv getesteten Menschen gesammelt. Die maschinellen Lernsysteme der App verglich die Aufnahmen dann mit den Stimmen von negativ-getesteten Personen, um herauszufinden, ob die Krankheit einen charakteristischen Stimmabdruck verursache. Der
Ansatz ist medizinisch nicht neu: Seit zehn Jahren werden künstliche Intelligenz (KI) und Maschinenlernsysteme eingesetzt, um eine Vielzahl von Erkrankungen anhand der Stimme zu identifizieren.

schwerin-lokal.de Erfolgreiches Telemedizin-Start-Up kommt aus Schwerin: Mit dem am 6. Oktober bekannt gegebenen Inkrafttreten des Beschlusses vom Gemeinsamen Bundesausschuss von Spitzenvertretern der Ärzte, Krankenkassen und Krankenhäuser ist es amtlich: Patientinnen und Patienten können sich zukünftig per Videosprechstunde von Zuhause krankschreiben lassen. Bereits im Mai 2014 brachte die Arztkonsultation ak GmbH aus Schwerin ein Portal für Onlinesprechstunden auf den Markt. Der Umfrage „Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit 2020“ zufolge ist arztkonsultation.de unter Ärzten und Psychotherapeuten die am häufigsten genutzte Videosprechstunde, die nicht von einem Praxissoftware-Hersteller angeboten wird.

aerztezeitung.de So geht Telemonitoring bei COVID-19-Patienten in heimischer Quarantäne: Verschlechtert sich bei Covid-19-Patienten in häuslicher Quarantäne der gesundheitliche Zustand, kann telemedizinische Überwachung helfen, die Probleme frühzeitig zu erkennen und weitere Maßnahmen einzuleiten. In München etwa ist dies bereits im Rahmen einer Studie möglich. Dort soll ein Hightechsensor, der wie ein Hörgerät getragen wird, alle 15 Minuten Messungen der Sauerstoffsättigung, Herz- und Atemfrequenz sowie die Körpertemperatur vornehmen. Die Daten werden über Bluetooth an einen Klinikserver übermittelt.

deutsche-apotheker-zeitung.de BMG sieht freie Apothekenwahl nicht in Gefahr: Die Übernahme des Telemedizin-Anbieters Teleclinic durch die DocMorris-Mutterfirma Zur Rose soll keine Verschärfungen der Regeln zur Wahrung der freien Apothekenwahl nach sich ziehen. Das gab das Gesundheitsministerium in einem Schreiben an die AG Gesundheit der Unionsfraktion im Bundestag bekannt. Diese sah Anlass zur Sorge, dass die Übernahme das sogenannte Edikt von Salerno, also die strikte Trennung von Arzneimittelverordner und -bereitsteller gefährde. Dennoch seien die Entwicklungen im Apothekenmarkt zu beobachten, heißt es im Schreiben des Gesundheitsministeriums.

tagblatt.de Ärztechef nährt Corona-Hoffnung. Interview mit Klaus Reinhardt von der Bundesärztekammer: Im Interview mit dem Schwäbischen Tagblatt sieht Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, die Entwicklung der aktuellen Corona-Fallzahlen mit Sorge. Er äußerte aber die Hoffnung, bis Winter 2021 das Virus durch einen Impfstoff weitestgehend unter Kontrolle gebracht zu haben. Gleichzeitig fordert er mehr Investitionen in die Digitalisierung des Gesundheitswesens. Die positiven Erfahrungen mit der Telemedizin könnten auf andere Bereiche durchschlagen und die Bereitschaft, die Nutzen der Digitalisierung anzuerkennen, deutlich erhöhen, so Reinhardt.

gruender.wiwo.de Fastic: Abnehm-App punktet in gesättigtem Markt: Apps, die bei Diäten und gesunder Ernährung helfen, gibt es viele auf dem Markt. Die Konkurrenz ist riesig – umso bemerkenswerter der derzeitige Erfolg von Fastic. Das 2019 gegründete Start-up der Sebastian Wettcke und Phillip Waymann aus Dresden legt seinen Schwerpunkt auf Intervallfasten. Und ist damit erfolgreich: Mehr als sechs Millionen Downloads hat die App zu verzeichnen, seit Wochen hält sie sich in den Charts der Kategorie „Gesundheit und Fitness“. Mit den in der letzten Finanzierungsrunde eingesammelten 4,3 Millionen Euro will das Start-up in die USA und Spanien expandieren.

pharmazeutische-zeitung.de BMG-Digitalchef Ludewig: „Wir haben das E-Rezept nicht für Versandapotheken gemacht“.: Gottfried Ludewig, Abteilungsleiters Digitalisierung und Innovation im Gesundheitsministerium, möchte der Apothekenbranche die Angst vor der Digitalisierung nehmen. Insbesondere gegen das E-Rezept gebe es Vorbehalte. Diese Regelung würde Versandapotheken bevorzugen, so die Angst vieler Apotheker. Ludewig widerspricht dem und weist auf den Beitrag zur Sicherheit hin: So entfielen durch E-Rezepte Unklarheiten, etwa ob der Handschrift des Arztes.

finanznachrichten.de New York: Neuer Co-Direktor des Hasso Plattner Institute for Digital Health at Mount Sinai – Professor Thomas J. Fuchs forscht zu KI in der Medizin: Der deutsche Experte für Künstliche Intelligenz (KI) und Maschinelles Lernen Professor Thomas J. Fuchs ist seit diesem Monat neuer Co-Direktor des Hasso Plattner Institute for Digital Health at Mount Sinai (HPI·MS) in New York City. In seiner Funktion wird er sich maßgeblich mit Entwicklungen und Anwendungen von KI-gestützten Methoden und Modellen bei der Vorhersage und Therapie von Erkrankungen beschäftigen. Das Hasso-Plattner-Institut verbindet Datenwissenschaften und biomedizinische Forschung und fördert gemeinsame transatlantischen Forschungsprojekte im Bereich der digitalen Medizin.

med-technews.com Olympus startet neue Plattform mit Künstlicher Intelligenz für Endoskopie-Geräte: Der japanische Hersteller optischer und digitaler Präzisionstechnologie Olympus hat die Veröffentlichung einer Plattform für Künstliche Intelligenz angekündigt, die die Echtzeit-Darstellung von automatisch erkannten verdächtigen Läsionen im Körper ermöglichen soll. Die Plattform ENDO-AID CADe ist eine App für computergestützte Untersuchungen. Durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz lerne die App, Gefahren zu erkennen und könne den behandelnden Arzt in Echtzeit alarmieren, wenn eine verdächtige Läsion auf dem Bildschirm auftaucht – etwa Polypen.