t3n.de Alphabet-Tochter gibt Suche nach Biomarker für Depressionen und Angststörungen auf: Die Suche nach einem Biomarker, der bei Diagnose und Therapie psychischer Erkrankungen hätte helfen sollen, ist eingestellt. Das teilte die verantwortliche Experimental-Firma X mit, die wie Google zum US-amerikanischen Unternehmen Alphabet gehört. Alphabets Moonshot-Firma X hatte drei Jahre lang zu dem Thema geforscht. Dabei ging man von der Annahme aus, es gebe einen messbaren Indikator, der die klare Diagnose Depression erlauben und Ansatzpunkte für eine entsprechende Therapie liefern könnte. Diese Hypothese sehen die Forscher mittlerweile als widerlegt an.
sciencetimes.com Selbsthilfe-App soll mentale Gesundheit von Teenagern steigern: Forscher der Universität Exeter in Großbritannien forschen derzeit in einer pan-europäischen Studie an einer App, die die mentale Gesundheit von Teenagern steigern soll. Dazu werden Jugendliche im Alter von 16 und 22 aus acht europäischen rekrutiert, die an der Untersuchung teilnehmen sollen. Ziel ist es, mittels einer App Angststörungen und Depressionen zu bekämpfen, also Zustände, die zunehmend unter jungen Menschen um sich greifen. Die Nutzer sollen dabei Erfahrungen, die ihr Selbstwertgefühl beeinträchtigen, aufzeichnen. Basierend auf den neuesten Erkenntnissen der Kognitiven Verhaltenstherapie soll die App den Jugendlichen so zielführende Selbsthilfe-Strategien an die Hand geben.
aerztezeitung.de Erste Forschungserfolge mit Brain-Computer-Interfaces: Wie die Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurologie und funktionelle Bildgebung (DGKN) im Vorfeld ihrer virtuellen Tagung Mitte November meldet, gibt es erste Erfolge bei der Erforschung von Gehirn-Computer-Schnittstellen (Brain-Computer-Interfaces, BCI), mit deren Hilfe Schlaganfallpatienten oder solche mit fortgeschrittener Amyotropher Lateralsklerose (ALS) beim Wiedererlernen der Sprache unterstützt werden sollen. In Anknüpfung an die Arbeit von Dr. Anumanchipalli von der University of California in San Francisco sollen bei solchen Patienten BCI-Elektroden direkt auf dem motorischen Sprachzentrum der Großhirnrinde platziert werden. Die dort entstehenden Signale, so hofft man, würden die Motorik von Zunge, Lippen und Kehlkopf beim Sprechen aktivieren. Bei Tests mit Epilepsie-Patienten durch kalifornische Mediziner konnten entsprechende Ergebnisse erzielt werden, die man nun auf ALS- und Schlaganfallpatienten zu übertragen versucht.
aerztezeitung.de Elektronische Patientenakte auch für Privatpatienten?: Der fünftgrößte private Krankenversicherer Signal Iduna hat bekannt gegeben, mit dem Anbieter Research Industrial Systems Engineering (RISE) eine elektronische Patientenakte (ePA) für seine Kunden entwickeln zu wollen. Das Unternehmen plane demnach die Gründung eines Joint Ventures, welches den Privatversicherten Kunden „eine zertifizierte elektronische Patientenakte für PKV-Versicherte mit weiteren Mehrwertdiensten“ bereitstellen soll. Solche Mehrwertdienste werden nach Angaben von Jörg ter Schmitten, Leiter des Projekts „Signal Iduna Gesundheitswelt“, die Möglichkeit der digitalen Einreichung von Abrechnungen über die ePA umfassen.
newsgram.com Vermehrte Benutzung von Dating-Apps kann Depressionen bei Frauen zur Folge haben: Forscher der Ryerson University aus Toronto haben herausgefunden, dass Symptome von Depressionen und Angststörungen häufiger auftreten, wenn die betreffende Person häufig Dating-Apps benutzt. Besonders Frauen seien gefährdet. Die Studie wurde im Fachjournal „Cyberpsychology, Behaviour, and Social Networking“ veröffentlicht. Demnach führt auch das Vorhandensein depressiver Symptome zum häufigeren Gebrauch von Dating-Apps, insbesondere wenn andere Formen sozialer Kontakte durch die eigene Unsicherheit reduziert werden. Für die Untersuchung wurden 474 Teilnehmer befragt. Bei Männern führte eine starke Ausgeprägtheit von Symptomen der Depression und Angstzuständen dazu, seltener auf Interaktionen durch Dating-Apps zu reagieren.
background.tagesspiegel.de Kritik an Apps auf Rezept gerechtfertigt?: In Deutschland sind die ersten Digitalen Gesundheits-Apps (DiGA) erhältlich und bereits jetzt kommt Kritik an ihnen auf. Im Gegensatz zu verbreiteten Apps aus dem Gesundheitsbereich, die z.B. über App Stores für erschwingliche Preise von zum Teil wenigen Cent zu erwerben sind, kosten die derzeit zugelassenen DiGA mehrere hundert Euro. Grund dafür sind die Nachweise, die DiGA-Anbieter vor der Aufnahme ihrer Anwendung ins DiGA-Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte erbringen müssen. So fließen die Zertifizierung als Medizinprodukt, Maßnahmen zum Datenschutz bis hin zu positiven Versorgungseffekten in den Preis der DiGA ein.
pharmazeutische-zeitung.de Bedenken gegen Kooperation von Shop-Apotheke und Zava: Eine Kooperation des britischen Telemedizinunternehmens Zava mit der europäischen Versandapotheke Shop-Apotheke sorgt derzeit für Unmut. Seit April können sich Patienten auch hierzulande aussuchen, ob sie ihre durch Zava online ausgestellten Medikamentenverordnungen an eine Apotheke vor Ort oder den Versender Shop-Apotheke schicken. Letzterer bewirbt diese Kooperation aggressiv auf der eigenen Homepage. So heißt es, Patienten könnten bei Zava „schnell, diskret und kompetent“ beraten werden. Man müsse, um an ein Rezept zu kommen, „einfach“ nur einen Online-Fragebogen ausfüllen, den die Zava-Ärzte dann an Shop-Apotheke übermitteln. Dagegen wird nun Kritik laut, das Vorgehen verstoße gegen das Verbot der Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Apothekern.
stuttgarter-nachrichten.de Wie sind die Zukunftsperspektiven der Telemedizin?: Wie eine aktuelle Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der BKK Mobil Oil zeigt, hat die Telemedizin in Deutschland während der Corona-Pandemie an Bedeutung gewonnen. So habe sich ein Viertel der Befragten in den vergangenen zwölf Monaten per Telefon, Video oder Chat ärztlich beraten lassen. Und auch in Zukunft werde die Bedeutung telemedizinischer Beratung wachsen: 64 Prozent der über 2.000 Befragten wünschen auch weiterhin, sich online oder telefonisch von ihrem Arzt beraten zu lassen. Auch Prof. Dr. Gerd Glaeske, Wissenschaftlicher Leiter des SOCIUM von der Universität Bremen, erkennt die positiven Seiten des Trends, warnt aber die Nutzer, sie sollten die Möglichkeit als unterstützende Maßnahme sehen, nicht aber als Ersatz für eine ganzheitliche Diagnose.
aerzteblatt.de Psychotherapeuten: Ausschluss von Neuerkrankten von Telefonsprechstunde „befremdlich“: Psychotherapeuten in Deutschland fordern auch für neue Patienten das Recht auf Telefonsprechstunden während des zweiten, sogenannten Wellenbrecher-Lockdown. Hintergrund ist der Beschluss von KBV und GKV-Spitzenverband, dass wie im zweiten Quartal nun erneut Psychotherapeuten eine psychotherapeutische Sitzung pro Monat telefonisch anbieten dürfen – allerdings nur für bekannte Patienten. Dazu muss der Patient in den letzten sechs Quartalen, die dem Quartal der Konsultation vorausgehen, mindestens einmal in der Praxis gewesen sein. Der Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) Dietrich Munz nannte den Ausschluss von Neupatienten „befremdlich“. Auch Kollegen von Munz äußerten Kritik.
digitalhealth.net Corona-Warn-App-Panne in Großbritannien hinterlässt tausende Nutzer mit Fragezeichen: Eine Panne bei der offiziellen britischen Corona-Warn-App hat tausende Nutzer in Unsicherheit darüber gelassen, ob sie sich isolieren sollten oder nicht. Durch einen Fehler beim Sensitivitätslevel der App zeigte diese den betroffenen Personen nicht mehr an, dass sie in den letzten Tagen einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt waren und sich vorsorglich in Quarantäne zu begeben hätten. Die App wurde erst am 14. September veröffentlicht und bislang 19 Millionen mal heruntergeladen. Seitdem fielen der britischen Öffentlichkeit die „schockierend wenigen“ Warnmeldungen an Menschen mit erhöhtem Infektionsrisiko auf. Mittlerweile soll ein Update den Fehler behoben haben.
handelsblatt.com Die Health-i-Initiative zeichnet Pioniere des deutschen Gesundheitssystems aus: Ein von der Techniker Krankenkasse und dem Handelsblatt im August gestarteter Aufruf, die Health-i-Pioneers des Jahres 2020 zu küren, hat nun vier Sieger ermittelt. Der Impfstoffhersteller Curevac, das Diagnostikunternehmen Noscendo, das Digital-Health-Start-up Tricode und die Arbeitsgruppe Neuropsychologie der Uniklinik Hamburg Eppendorf wurden von einem 70-köpfigen Expertenteam ausgezeichnet. Mit dem Preis sollen wegweisende Innovationen für das Gesundheitssystems ausgezeichnet werden.