Health Headlines am Mittwoch, 25. November 2020

tagesschau.de Corona-Schub für E-Health: Bedingt durch die Pandemie haben digitale Gesundheitsangebote, Videosprechstunden und andere telemedizinische Angebote 2020 einen massiven Aufschwung erfahren. Laut einer Bitkom-Umfrage erachten zwei Drittel der Bundesbürger Videosprechstunden während der Pandemie als sinnvoll. Anwendungen wie die Corona-Warn-App der Bundesregierung haben zudem den Weg für digitale Gesundheitsangebote geebnet. Mit der Einführung der elektronischen Patientenakte 2021 wird das Thema E-Health in Deutschland weiter vorangetrieben.

pharmazeutische-zeitung.de Apothekengewerkschaft Adexa wirft Jens Spahn Unglaubwürdigkeit vor: Mit einem offenen Brief an Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Apothekengewerkschaft Adexa scharfe Kritik geübt. Durch die aktuelle Politik würde der Stellenwert der Präsenzapotheken in Deutschland gefährdet.
Im Oktober wurde das sogenannte Vor-Ort-Apotheken-Stärkungsgesetz (VOASG) beschlossen, dass Gleichpreisigkeit im Arzneimittelnmarkt sicherstellen soll. Kritiker bemängeln jedoch, dass das Gesetz nicht für Selbstzahler und Privat-Versicherte gelte. Weiteren Unmut zog die Vergabe der Entwicklung des sogenannten E-Rezept-Fachdiensts an IBM Deutschland auf sich. An dem Projekt ist zudem eine Tochter der Schweizer Zur Rose Group, E-Health-Tec, als Nachunternehmerin beteiligt. Da zur Zu Rose Group auch der Online-Apotheken-Riese DocMorris gehört, sieht die Gewerkschaft „massive Interessenkonflikte“ bei der Ausgestaltung des zentralen E-Rezept-Diensts „vorprogrammiert“.

mobihealthnews.com Orange investiert in französischen Digital-Health-Fond: Der französische Kommunikations- und IT-Dienstleister Orange investiert in den „Digital Health 2“-Fond von LBO France, um so zur Entwicklung innovativer, europäischer E-Health-Unternehmen beizutragen. Die Investition erfolgt über die Orange-Tochter Enovacom, die seit Oktober dieses Jahres den Healthcare-Bereich von Orange verwaltet und sich zum Ziel gesetzt hat eines der führenden französischen Unternehmen im digitalen Gesundheitswesen zu werden.
Ziel des sogenannten „DH2-Fonds“ ist es, rund 200 Millionen Euro in kleine und mittelständische Unternehmen aus dem E-Health-Bereich, die in Frankreich und Westeuropa aktiv sind, zu investieren.

hessenschau.de Telemedizin-App soll kleinere Krankenhäuser helfen: Im Krankenhaus des hessischen Korbachs laufen momentan Tests mit einer App, die kleineren Krankenhäusern den raschen Austausch mit Fachärzten aus anderen Kliniken ermöglicht. Dies sei insbesondere in der Intensivmedizin ein entscheidender Vorteil, da hier schnelle Entscheidungen unter Umständen lebenswichtig werden können. Die App ermöglicht den Ärzten, Patientendaten wie Laborbefunde, Röntgenbilder oder Beatmungskurven schnell miteinander zu teilen und sich per Chat, Audio- oder Videotelefonie standortunabhängig zu den Fällen zu beraten. In Korbach werden die Medizinerinnen und Mediziner momentan über die App von Kolleginnen und Kollegen aus dem Uniklinikum Frankfurt und dem Klinikum Kassel unterstützt.
Die App ist auf dem deutschen Markt bisher alleine, auch wenn es international bereits ähnliche – teurere – Angebote gibt. Das Projekt ist Teil der hessischen E-Health-Initiative und wird infolgedessen mit rund 900.000 Euro gefördert.

cnbc.com Digitalisierung des Gesundheitswesen könnte auch dessen Kosten immens senken: Der US-amerikanische Risikokapitalgeber Tim Draper geht davon aus, dass Künstliche Intelligenz und Digitalisierung zukünftig dabei helfen werden, Patientinnen und Patienten zu „sehr niedrigen Kosten“ zu diagnostizieren und die nötige Medizin zu entwickeln. Die in den vergangenen Jahren stark gestiegenen medizinischen Kosten könnten so immens gesenkt werden.
Er sagte, die medizinischen Kosten seien seit vielen Jahren „wahnsinnig hoch“. „Endlich werden wir eine Möglichkeit haben, die Gesundheitsversorgung viel billiger zu machen“. Laut Ibrahim, der für die Mubadala Investment Company in Abu Dhabi tätig ist, habe Covid-19 zu der einer bedeutenden Beschleunigung der Technologie und dazu beigetragen, dass sich die Rolle der Technologie im Gesundheitswesen verändert habe.

gesundheit-adhoc.de Bayer und m.Doc entwickeln digitale Gesundheitsanwendung: Bayer und das Digital-Health-Unternehmen m.Doc wollen eine digitale Lösung für Patienten mit Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern entwickeln. Die Anwendung „it’s my life“ soll den Umgang mit der Erkrankung im Alltag erleichtern und so die sogenannte Therapietreue fördern. So hielte sich beispielsweise rund ein Viertel der Patientinnen und Patienten schon ein Jahr nach einer Herzkatheter-OP nicht mehr an die Vorgaben zur Medikamenteneinnahme, wodurch das Risiko für einen Schlaganfall ansteige. Mit der neuen App soll Patientinnen und Patienten ein täglicher Begleiter mit an die Hand gegeben werden, der insbesondere in der Zeit der OP-Nachsorge eine gute Betreuung sicherstellte. Über die App soll neben Informationen zur Erkrankung auch der Austausch mit behandelnden Ärztinnen und Ärzten ermöglicht werden. Rund zwei Millionen Menschen in Deutschland leiden an Vorhofflimmern.

nzz.ch Künstliche Intelligenz erkennt Corona auf Röntgenbildern: Forscher der Northwestern University in Illinois haben einen Algorithmus programmiert, der Covid-19-Infektionen der Lunge zuverlässiger und bis zu zehnmal schneller als Radiologen erkennt. Während fünf Radiologen für die Beurteilung von 300 Röntgenaufnahmen mehrere Stunden benötigten, gelingt dies der KI „Deep-Covid-XR“ in gerade einmal 18 Minuten. Die Trefferquote der KI, die von den Forschern mit 17.000 Röntgenbildern trainiert und validiert wurde, liegt bei sage und schreibe 82 Prozent.

faz.net Saarländische Medizinstudenten üben mit Schauspielern für Videosprechstunden: In den vergangenen Monaten erlebten Videosprechstunden einen absoluten Boom. Doch nicht nur in Pandemiezeiten kann ihr Einsatz sinnvoll sein. Damit zukünftige Medizinerinnen und Mediziner auch für Tele-Sprechstunden vorbereitet sind, bietet die Universität des Saarlandes angehenden Ärztinnen und Ärzten Seminare an, in denen Videosprechstunden üben können. Die Patienten sind Schauspielerinnen und Schauspieler, die im Videocall Symptome schildern. Durch die Seminare soll die digitale Kompetenz des medizinischen Nachwuchses geschult werden.

forbes.com Digital Health Plattformen zukünftig mit größerem Fokus auf mentaler Gesundheit: Digitale und telemedizinische Angebote haben durch die Pandemie eine breite Akzeptanz und Verbreitung erfahren. Experten gehen davon aus, dass insbesondere der Bereich psychische Gesundheit langfristig als Triebkraft für Akzeptanz und Nutzung solcher Angebote dienen wird. Dies hat zweierlei Gründe: Zum einen belastet die Pandemie viele Menschen auch psychisch. So verzeichneten beispielsweise die amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention bereit im Juni 2020 eine gestiegene Nachfrage an therapeutischen Angeboten. Zum anderen gibt es im Bereich der psychischen Gesundheit einen massiven, ungedeckten Bedarf und viele Möglichkeiten, Angebote effizient und effektiv zu gestalten.

aerzteblatt.de
Sondergutachten zur Digitalstrategie im Gesundheitswesen für März erwartet: Mitglie­der des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR) setzten sich für eine verbesserte Informationspolitik im Zusammenhang mit der bevor­ste­henden Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) ein. Hierzu soll laut Angaben des Deutschen Ärzteblattes am 24. März 2021 ein „Sondergutachten zur Digitalisierung im Gesundheitswesen“ an Gesund­heitsminister Jens Spahn (CDU) übergeben werden.

kma-online.de Neue Genossenschaft Digital Health Transformation (DHT) eG ins Leben gerufen: Um die Herausforderungen, vor die die Digitalisierung das Gesundheitswesen stellt, gemeinsam zu meistern ist nun die Digital Health Transformation eG gegründet worden. Gründungsmitglieder sind die westfälische Alexianer GmbH, die Barmherzige Brüder Trier gGmbH und die St. Josefs-Hospital Wiesbaden GmbH. Mit der Genossenschaft, der auch weitere Krankenhausträger beitreten dürfen, sollen Ressourcen gebündelt und ebenso spannende wie nachhaltige Innovationen im deutschen Gesundheitswesen getätigt werden.