Health Headlines am Mittwoch, 6. Januar 2020

heise.de Wegen potenzieller Verstöße gegen Corona-Auflagen: Apple muss „Party-App“ löschen: Der Internetgigant Apple hat bekannt gegeben, die zunehmend populäre iOS-Anwendung Vybe Together aus dem App-Store verbannt zu haben. Grund dafür sei die durch die App propagierte Erleichterung von Verstößen gegen geltende Corona-Schutzmaßnahmen. Das Tool warb unter dem Slogan „Get your rebel on. Get your party on“ mit der Organisation privater Partys, auch unter Unbekannten, in Zeiten der Pandemie. Nach Herstellerangaben verzeichnete Vybe Together zuletzt einige tausend Nutzer und wurde auf Plattformen wie Tiktok beworben. Die New York Times hatte zuerst über die App berichtet.

aerzteblatt.de Positive Corona-Tests müssen digital an Gesundheitsämter gemeldet werden: Mit dem neuen Jahr treten neue Regeln bezüglich der Bekämpfung des Corona-Virus in Kraft. So müssen Labore von jetzt an positive Corona-Testergebnisse digital an die Gesundheitsämter des Landes übermitteln. Gesundheitsminister Jens Spahn erhofft sich dadurch, dass sich „Infektionsketten schneller nachvoll­zie­hen und unterbrechen“ lassen. Die digitalen Mitteilungen laufen über das Deutsche Elektronische Melde- und Informationssystem (DEMIS) und sollen die Praxis der Faxbenachrichtigungen über positive Testergebnisse der Vergangenheit angehören lassen.

welt.de Kontaktnachverfolgungs-App „Luca“ soll Gesundheitsämter entlasten: Seit Wochen wirbt der Frontmann der Fantastischen Vier, Smudo, für die Software „Luca“. Sie verspricht, Kontaktnachverfolgungen datensicher zu digitalisieren und somit Infektionsketten schneller unterbrechen zu können. Dafür sollen Nutzer über einen QR-Code einen Schlüssel auf ihr Handy, über den sie sich bei Restaurant- oder Konzertbesuchen einloggen können. Die auf der App hinterlegten Kontaktdaten würden so in einer Datenbank gespeichert, auf die Betreiber und Veranstalter keinen Zugriff hätten. Im Falle einer Infektion des Nutzers gingen die gesammelten Daten auf einen Schlag ans Gesundheitsamt, dem so eine vollständige Kontakt-Übersicht vorliegen würde. Noch allerdings haben erst 40.000 Nutzer die Anwendung heruntergeladen.

emerging-europe.com Wie der Spagat zwischen Datenschutz und Innovationen im Gesundheitsbereich funktionieren kann: Im Zuge der Corona-Pandemie ist einer breiten Öffentlichkeit die Wichtigkeit von Daten für den Gesundheitsbereich deutlich vor Augen geführt worden. Der Zugang zu ihnen und die zielgenaue Auswertung kann bei der Entwicklung innovativer medizinischer Lösungen enorm hilfreich sein. Etwa wenn es darum geht, Epidemien vorherzusagen und damit umzugehen, Krankheiten zu heilen und die Lebensqualität zu verbessern. Gleichzeitig hat die Pandemie die große Sensibilität in Teilen der Bevölkerung beim Thema Datenschutz und ein gewisses Misstrauen in staatliche Akteure zutage gefördert. Mikołaj Gurdała, Innovationsmanager bei EIT Health, einem Netzwerk von branchenführenden Gesundheitsinnovatoren, plädiert deshalb für EU-weite einheitliche Regulierungen und Aufklärungskampagnen zum Themenbereich Daten. Patienten müsse klar sein, dass sie zwar immer Eigentümer ihrer Daten sein sollten, aber die sichere Bereitstellung dieser zu erheblichen Fortschritten im Gesundheitsbereich führen werde.

pharmazeutische-zeitung.de Apps auf Rezept – ein Überblick über den Ist-Zustand: Seit Oktober vergangenen Jahres dürfen Ärzte in Deutschland digitale Gesundheitsanwendungen auf Rezept verordnen. Dies ist, weltweit derzeit einmalig, auch als Kassenleistung möglich. Zwar ist die Nutzung der Gesundheitsapps bislang eher wenig verbreitet – gerade einmal 12 Prozent der Bevölkerung nutzen sie momentan – das Potenzial wird aber erheblich höher eingeschätzt. Damit die Kosten solcher Anwendungen aber von den Krankenkassen übernommen werden, müssen diese im DiGA-Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte gelistet sein. Das trifft bislang auf neun Anwendungen zu.

kma-online.de Paracelsus eröffnet digitales Wissensmanagement-Portal: Das Gesundheitsunternehmen Paracelsus hat zum Jahreswechsel gemeinsam mit bfd und Thieme eRef ein digitales Wissensmanagement-Portal eingeführt, durch das medizinisches Fachwissen in Form von E-Books, E-Zeitschriften und weiteren digitalen Wissensquellen jederzeit online verfügbar sein soll. Ziel ist es nach eigenen Angaben, damit einerseits eine Steigerung der Versorgungsqualität und Patientensicherheit zu forcieren, andererseits Fortschritte in den Bereichen medizinische Behandlungsqualität und technologische Modernisierung zu erzielen.

itij.com Gesundheitsanbieter in Schweiz bündeln Kräfte auf neuer Plattform: Über eine zentrale Gesundheitsplattform, die ab dem zweiten Quartal 2021 allen Akteuren des Gesundheitswesens zur Verfügung stehen soll, soll den Eidgenossen ein interaktiver Zugang zur Gesundheitsversorgung ermöglicht werden. Kunden sollen über die Plattform bei ihrer persönlichen Gesundheitsversorgung in allen Behandlungsphasen unterstützt werden – darunter fallen Symptomprüfer für Erstdiagnosen, Terminvergaben beim Facharzt wie auch die Bestellung von Medikamenten. Die von Allianz Care, CSS, Visana und der Zur Rose Group finanzierte Plattform ist über eine Smartphone-App für Nutzer erreichbar.

sueddeutsche.de Corona-Chatbot der Landesregierung Baden-Württemberg „erfolgreich“: Seit April 2020 konnten sich die Einwohner Baden-Württembergs mit ihren Fragen zur Corona-Pandemie und rechtlichen Verordnungen in Zusammenhang mit dem Virus an einen Chatbot der Landesregierung wenden. Mit dem Experiment begonnen hatte einen Monat zuvor der Ortenaukreis. „Corey“ wurde bis jetzt rund 1,7 Millionen mal von mehr als einer Million unterschiedlicher Nutzer befragt. Laut CDU-Innenminister Thomas Strobl ein erfolgreicher Test. Bis heute werden die Antwortmöglichkeiten des Chatbots regelmäßig aktualisiert.

forbes.com Rückgang der Mammographie während Corona könnte schwerwiegende Auswirkungen haben: Im vergangenen Jahr haben aufgrund der Herausforderungen der Corona-Pandemie viele Krankenhäuser und Kliniken deutlich weniger präventive Krebsvorsorgeuntersuchungen durchgeführt als zuvor. Viele Patienten wurden stattdessen auf telemedizinische Angebote verwiesen, um das Krankenhauspersonal zu schützen. Der damit einhergehende Rückgang von Verfahren wie Mammographie oder Abstrichtests könnte allerdings in den kommenden Jahren gravierende Auswirkungen haben. Die Wohltätigkeitsorganisation Breast Cancer Now schätzt nun, dass etwa 8.600 Menschen, die ihr Mammogramm 2020 verpasst haben, möglicherweise mit unentdecktem Brustkrebs leben.

stern.de Singapur: Polizei hat Zugriff auf Corona-Kontaktdaten: Entgegen früherer Verlautbarungen hat die Regierung Singapurs nun doch eingeräumt, dass die staatlichen Sicherheitsbehörden Zugriff auf die erhobenen Kontaktdaten zur Bekämpfung der Corona-Pandemie haben. Die Polizei kann demnach die Angaben der App „Trace Together“ zur „kriminalpolizeilichen Untersuchung“ nutzen, wie Innenminister Desmond Tan am Montag mitteilte. Die App wird von über 80 Prozent der 5,7 Millionen Einwohner Singapurs genutzt. Besonders heikel ist, dass die Benutzung der Anwendung „Trace Together“ zwar freiwillig ist, jedoch mit erheblichen Vorteilen im Alltag einhergeht, etwa beim Zugang zu Supermärkten, wo die Nutzung obligatorisch ist.

derstandard.at Potenzial von Smartwatches bei Früherkennung von Krankheiten untersucht: Durch die Möglichkeit moderner Smartwatches und Fitness-Tracker, regelmäßig über einen langen Zeitraum Daten wie die Herzfrequenz, das Schritttempo, die Schlafqualität oder den Sauerstoffgehalt des Blutes zu messen, könnten die Tools in Zukunft eine wichtige Rolle bei der Früherkennung von Krankheiten spielen. Mehrere Universitäten forschen derzeit in diesem Feld und werden dabei von den großen Anbietern unterstützt. So lässt Apple eine Untersuchung an der Washington University und der Seattle Flu Study durchführen, um zu sehen, ob die Gerätesensoren für Blutsauerstoff und Herzfrequenz Krankheiten wie die Grippe und Covid-19 erkennen könnten. Der Mediziner Michael Snyder von der Universität Stanford zeigt sich optimistisch, was das Potenzial angeht: Schon jetzt sei die Identifikation von zwei Dritteln aller Covid-19-Infizierten möglich, sofern diese Smartwatches trügen.

netzathleten.de App soll Gehirnerschütterungen im Sport erkennen: Nicht sofort oder gar nicht erkannte Gehirnerschütterungen gehören zu fast allen Mannschaftssportarten dazu und bergen enorme gesundheitliche Risiken für die Athleten. Die Kampagne „Schütz deinen Kopf!“ leistet seit Jahren Aufklärungsarbeit in diesem Bereich und hat nun die „Gehirn-Erschütterungs-Test-App“ entwickelt. Laut Dr. Axel Gänsslen, Mannschaftsarzt des Eishockey-Erstligisten Grizzlys Wolfsburg, betont deren Potenzial als „Empfehlungs-App“. Der Grundgedanke des Tools sei es, live und am Seitenrand des Spielgeschehens Symptome einer Gehirnerschütterung zu ermitteln. So könnten Athleten und Ärzte rechtzeitig weitergehende Untersuchungen einleiten.