WWF KW20

Umweltministerin Schulze regt ehrgeizigeres Klimaziel für EU an. Svenja Schulze hat mehr Ehrgeiz Deutschlands im Kampf gegen die Erderwärmung angemahnt. Schon am 29. Mai bei der nächsten Sitzung des Klimakabinetts müssten alle Maßnahmen, Förderprogramme und notwendigen Gesetze auf den Tisch, forderte Schulze zum Auftakt des Petersberger Klimadialogs. Den Ausstoß von Treibhausgasen wie CO2 zu verteuern, wie es gerade in der Regierung diskutiert wird, sei nur ein Instrument in einem notwendigen Gesamtpaket. Im internationalen Klimaschutz beginne 2019 eine neue Phase. Künftig stünden weniger das Verhandeln von Regeln, sondern die Umsetzung der Ziele beim CO2-Sparen und die Zusammenarbeit dazu im Zentrum. Die Weltgemeinschaft sei noch längst nicht auf Kurs.
taz.de, tagesspiegel.de

Basler Übereinkommen: Globaler Pakt gegen Plastik. Künftig darf nur noch sortierter, gereinigter und wiederverwertbarer Plastikmüll gehandelt werden. Für den Export anderer Plastikabfälle wird weltweit eine Zustimmung der Behörden der Export- und der Importstaaten erforderlich sein. Umweltministerin Svenja Schulze begrüßte die strengeren Regeln als wirksame Handhabe gegen den zunehmenden Meeresmüll. Jetzt sei ein Exportstopp für verschmutzte und fragwürdige Plastikabfälle aus der EU nach Asien und Afrika möglich. Der Schritt werde es reichen Ländern schwerer machen, ihre gigantischen Müllberge in Entwicklungsländer abzuschieben, meinte Grünen-Chef Robert Habeck. Plastikexportweltmeister USA sprach sich nach Angaben der Nicht-Regierungsorganisation Center for International Environmental Law CIEL gegen schärfere Regeln beim weltweiten Müllexport aus. Da die Vereinigten Staaten nicht Teil des Basler Übereinkommens sind, werde dies ihre Exportmöglichkeiten aber nur in bestimmte Entwicklungsländer behindern.
n-tv.de, dw.com

Entwicklungsminister Gerd Müller will Plastiktütenverbot. Um Müllexporte in Entwicklungs- und Schwellenländer zu reduzieren, hilft ein schnelles Verbot von Plastiktüten. Das Verbot von Plastik-Strohhalben genüge nicht; Deutschland dürfe nicht auf die Europäische Union warten und müsse sofort handeln. In einigen afrikanischen Ländern wie Ruanda, Kenia oder Uganda sind Plastiktüten bereits verboten. Vergangene Woche stelle der Minister eine internationale Abfall-Allianz vor, an der bislang 30 Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Organisationen beteiligt sind; unter anderem auch der WWF. Indonesien und Ghana sind ebenfalls Partner. Kernanliegen ist es, Müll überhaupt erst nicht entstehen zu lassen.
augsburger-allgemeine.de

Britische Inseln bröckeln. Rund 9000 Gebäuden an der britischen Küste dort ein Abrutschen ins Meer. Das britische Umweltamt sieht bis zum Jahr 2080 insgesamt über 100.000 Häuser gefährdet. Sturm, Regen und Erosion nehmen wegen des Klimawandels zu, der Meeresspiegel steigt. Die Briten versuchten sich in den vergangenen Jahr mit mächtigen Hafenmauern und Betondämmen zu schützen, die Chefin der Behörde fordert aber eine ganz andere Philosophie. Natürliche Maßnahmen wie Verteilerkanäle, durchlässige Dämme und neue Wald- und Heidelandplantagen sollen Abhilfe schaffen.
tagesanzeiger.ch

Fair Finance legt Ranking von Banken vor. Die NGO prüft 14 Geldinstitute im Bezug auf Nachhaltigkeit. Banken entscheiden über Bedingungen von Krediten von Rüstungs- und Rohstoffkonzernen, können bei der Geldwäsche helfen oder Steuerhinterziehung eindämmen. Insgesamt 280 Einzelkriterien werden für das Ranking bewertet. Positiv bewertet werden die GLS Bank, Triodos Bank oder die Ethik Bank. Schlusslicht sind im Guide die Sparkassen Köln-Bonn und Düsseldorf sowie die Ärzte- und Apothekerbank. Bei den Sparkassen werden finanzielle Verbindungen zu mehreren problematischen Rüstungs- und Bergbauunternehmen kritisiert; beiden fehle ein Bekenntnis zu sozial-ökologischen Finanzierungsrichtlinien.
sueddeutsche.de

Steuer auf Flugbenzin brächte Milliarden: Eine europäische Steuer auf Flugbenzin könnte den Kohlendioxid-Ausstoß aus der Luftfahrt um 11 Prozent drücken, weil Tickets teurer würden und weniger Leute das Flugzeug nähmen. Zu diesem Ergebnis kam eine Untersuchung der EU-Kommission. Würde die traditionelle Steuerbefreiung für Kerosin abgeschafft, dann würden Flugtickets im Durchschnitt 10 Prozent teurer. Das würde die Nachfrage durch Passagiere reduzieren, was auch Jobs in der Luftfahrtbranche kosten könnte. Um ebenfalls 11 Prozent würde der Ausstoß von Kohlendioxid zurückgehen. Gleichzeitig könnten jährlich fast 27 Milliarden Euro an Einnahmen erzielt werden.
handelsblatt.com, n-tv.de

Umsatzsteuerkarussels: Betrug mit CO2-Zertifikaten zdf.de
Verkehrsminister entdeckt das Fahrrad tagesschau.de

Täglich werden in Deutschland ca. 10 Millionen Windeln gebraucht und weggeworfen. Immerhin gibt es jetzt auch welche mit dem „blauen Engel“.
blauer-engel.de

Die Politik ist zu dämlich für den Klimaschutz, meint Benjamin Bidder auf Spiegel Online. Der Kampf gegen den Klimawandel scheitere nicht nur an Industrieinteressen und passiven Verbrauchern, sondern vor allem an der verqueren Logik der Politik. Wenige Politiker und Medien verstünden, dass Einnahmen aus einer CO2-Besteuerung nicht beim Staat bleiben dürften, sondern an die Haushalte ausgeschüttet werden. Dabei sei die Rückerstattung ein Schüssel zu einem der schwerwiegendsten Problemen, nämlich der Unterstützung in der Gesellschaft für die Veränderung.
spiegel.de

Astronaut Gerst warnt Politiker vor Folgen des Klimawandels: Der deutsche Astronaut Alexander Gerst hat im Bundestag vor Ressourcenknappheit und den Folgen des Klimawandels gewarnt. Er habe die Erde bei seinen Missionen schließlich von außen gesehen, sagte Gerst am Mittwoch vor dem Wirtschaftsausschuss des Bundestags. Im vergangenen Sommer habe er auch die Dürre in Deutschland gesehen. Wenn man sich den Verbrauch der Menschen anschaue, sehe man, dass das im Moment nicht nachhaltig sei. Bei den Missionen im All werde daher auch zum Umgang mit dem Klimawandel geforscht. Gerst berichtete etwa von der Forschung zu Nutzpflanzen, die klimawandelresistent seien. Seinen künftigen Enkelkindern wolle er gern einen Planeten übergeben, dessen Zustand mindestens so gut sei wie jetzt.
tagesspiegel.de

Umweltministerin Schulze will gegen Artensterben vorgehen: Angesichts eines neuen Weltberichts zum Artensterben zeigte sich Svenja Schulze alarmiert. Die Lage sei ernst, sagte die SPD-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland – und verwies als Beispiel auf die heimische Agrarlandschaft. Früher kannte jedes Kind Kiebitz, Feldlerche oder Rebhuhn. Heute sehe man diese Arten kaum noch auf den Feldern. Der Frühling sei stumm geworden. Ihnen fehlten die Insekten und den Insekten wiederum das Blütenangebot. Ziel der Politik könne nur sein, keine Art mehr zu verlieren. Man müsse unter anderem schädliche Subventionen stoppen, weniger Pestizide einsetzen, den Regenwald schützen, die Meere nicht weiter überfischen und mehr Schutzgebiete einrichten. Ein großer Hebel sei auch die Reform der EU-Agrarförderung, die nach der Europawahl anstehe.
handelsblatt.com

Krabben auf Koks. Wissenschaftler des King’s College London und die University of Suffolk entdeckten in allen Garnelen Spuren von Kokain. Die Proben wurden in 15 Orten in der meist ländlichen Grafschaft Suffolk entnommen. Jetzt wird untersucht, ob es sich um ein lokales Phänomen handelt oder ob es sich um verbreitetes Vorkommen handelt. Neben Kokain wurde auch andere illegale Drogen wie Ketamin gefunden, ebenso Pestizide und Medikamente.
theguardian.com