– NACHRICHTEN –
Bauern auf den Barrikaden Die deutschen Landwirt sind sauer. Sie fordern Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und Umweltministerin Schulze auf, mit ihnen über aktuelle Agrar- und Klimapläne zu diskutieren. Die aktuelle Politik gefährde Familienbetriebe. In mehreren Städten machten sie mit Treckerdemos auf ihr Anliegen aufmerksam. Die Demonstrationen richten sich gegen die Pläne der Bundesregierung unter anderem für mehr Natur- und Tierschutz in der Landwirtschaft und zum Schutz des Grundwassers vor Nitrat, das etwa durch Überdüngung in den Boden gelangt. Diesen Plänen hat auch die Landwirtschaftsministerin und stellvertretende CDU-Chefin Klöckner zugestimmt. Der Deutsche Bauernverband stellt sich hinter die Proteste. Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) Martin Schulz liefert eine differenziertere Einschätzung. Besser als Gesetze seien positive Anreize für Höfe, die sich für die Umwelt einsetzen.
morgenpost.de, taz.de
Koalition macht Tempo bei Klimagesetzen Die Koalition in Berlin hat hat Details zu ihren Plänen für die CO2-Bepreisung genannt. 2021 kostet die Tonne noch 10 Euro. Bis 2025 steigt der Preis auf 35 Euro. Ab 2026 sollen ein Stück weit Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen, aber zunächst mit einer Obergrenze bei 60 Euro. 25 Euro pro Tonne würde zum Beispiel bedeuten, dass Diesel und Heizöl um etwa 11 Cent pro Liter teurer würden, Benzin um nicht ganz zehn Cent. Voraussichtlich 4045 Unternehmen sollen dem Entwurf zufolge künftig ermitteln, wie viele Treibhausgase durch die von ihnen in einem Jahr in Verkehr gebrachten Brennstoffe entstanden sind, und dies bis 31. Juli des folgenden Jahres mitteilen. Bis 31. August müssten die Unternehmen demnach dann entsprechende Zertifikate vorlegen. Auf den Emissionshandel hatten sich die Koalitionspartner Union und SPD nach langem Streit in ihrem Klimapaket geeinigt.
weser-kurier.de, sueddeutsche.de
So schmeckt der Regenwald: bitter Der Regenwald wird nicht erst seit Jair Bolsonaro illegal abgeholzt. Doch unter ihm gibt es keinen Grund zur Hoffnung. Nun gibt es erstmals Untersuchungen, die zeigen, wie die deutsche Fleischindustrie in die Abholzungen verwickelt ist. Das Londoner Bureau of Investigative Journalism hat errechnet, dass deutsche Handels- und Steakhausketten in den vergangenen fünf Jahren mehr als 40.000 Tonnen Rindfleisch von drei brasilianischen Fleischkonzernen, die nachweislich an der Abholzung des Regenwaldes beteiligt sind: JBS, Minerva und Marfrig Global Foods. Zu den deutschen Importeuren gehören Tönnies, die Steakhauskette Block House und Händler, die Supermarktketten beliefern. Für das Fleisch auf deutschen Teller müssen jährlich 2,5 Quadratkilometer Regenwald weichen: das sind 350 Fußballfelder. Der WWF forderte ein Lieferkettengesetz, um Importeure aus Deutschland für Umweltschäden in Herkunftsländern wie Brasilien haftbar machen zu können.
welt.de
Flughafen baut belasteten Umweltradweg Der Flughafen München muss sich gegen Kritik an seinem neuen Umweltradweg verteidigen. Im August wurde die 18 Kilometer lange Strecke eröffnet. Besucher können sich darauf über die Nachhalitgkeitsaktivitäten des Flughafens informieren. Ein Bürgerverein aus Freising hat nun Messungen unternommen, die ergeben, dass die Feinstaubbelastung auf diesem Radweg im Schnitt 6,5 mal höher ist, als in Gegenden mit unbelasteter Atemluft. Die Initiatoren halten es für unverantwortlich, dass der Flughafen Menschen anlockt und sie der schädlichen Luft aussetzt.
sueddeutsche.de
Campact verliert Gemeinnützigkeit taz.de
Nabu bremst bei Windkraftausbau in Nord- und Ostsee merkur.de
Asiatische Hornisse in Hessen entdeckt sueddeutsche.de
Asiatische Tigermücke auf dem Vormarsch spiegel.de
– ZAHL DER WOCHE –
Ein Ausstoß von 7,5. Gigatonnen (7,5 Mrd. Tonnen) CO2 Äquivalenten stünde Deutschland noch zu, um die Pariser Klimaziele zu erreichen. Die Bundesregierung plant aber mit fast 13 Gigatonnen.
spiegel.de
– KOMMENTAR –
Freie Wähler in Bayern entdecken Klimaschutz als Markenkern Die Freien Wähler in Bayern halten sich was den Klimaschutz angeht, für gut aufgestellt. Auf ihrer Landesversammlung in Veitshöchheim ließ der Vorsitzende Hubert Aiwanger Nisthäuschen an alle Delegierten verteilen. In seiner Rede lobte der Vize-Ministerpräsident seine Partei für ihren pragmatischen Ansatz in der Klimafrage: „Während andere sich ideologisch die Köpfe einhauen, ob der Diesel jetzt noch in die Zeit passt oder nicht, arbeiten wir als Freie Wähler an einer bayerischen und deutschen Wasserstoffstrategie, dass wir den Energieträger der Zukunft entwickeln – wir schauen in die Zukunft und gehen nicht in den Keller runter, um zu sterben.“
br.de
– ZITAT DER WOCHE –
„Die Leute lehnen diese Klima-Hysterie ab“
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer ärgert sich über einen angeblich vorherrschenden Öko-Moralismus in Deutschland.
faz.net
– HINTERGRUND –
Natur mit Preisschild Vor dreißig Jahren fand der „Erdgipfel von Rio“ statt. Damals hatte sich die Weltgemeinschaft fest vorgenommen, die ökologischen Auswirkungen des ökonomischen Handelns stärker zu berücksichtigen. Passiert ist wenig. Die Naturflächen gehen immer weiter zurück. Die Folgen für Mensch und Umwelt sind verheerend. Und teuer. Durch die intensive Dünung durch Nitrat verbreiten sich die schädlichen Algenblüten in Süßgewässern weltweit. Das verursacht Kosten von geschätzt vier Milliarden Dollar. Fischer, Bauer, Touristenbetriebe – alle leiden darunter. Das Ökosystem zu zerstören, ist billig. Es wieder herstellen zu wollen, weil man merkt, dass der Mensch nicht aßerhalb leben kann, geht dagegen richtig ins Geld.
faz.net
Bleirecycling in Kenia Bleirecycling gilt als eine der giftigsten Arbeiten überhaupt. Nun kämpft eine junge mutige Frau für bessere Arbeitsbedingungen in Kenia. Phyllis Omido arbeitete bei einer indischen Firma, bis ihr Sohn schwer krank wurde. Er litt an einer Bleivergiftung, die er sich zuzog, als sie ihn mit ins Büro nahm. Daraufhin kündigte und widmet sich der besseren Aufklärung über die schädlichen Wirkung von Bleirecycling. Dafür hat sich auch das Buch „Mit der Wut einer Mutter“ geschrieben. Darin will sie auch die deutschen Verbraucher aufklären, denn auch deren Autos fahren mit Batterien, die von Menschen wie Phyllis Omido produziert wurden.
zdf.de
Grüner Stahl aus Schweden Schweden ist auf vielen Gebieten Vorreiter. Nun will das Land auch bei der Stahlproduktion neue, grüne Wege gehen. Bislang fallen auf die schwedische Stahlindustrie elf Prozent aller schwedischen CO2-Emissionen. Das soll sich ändern. Durch ein neues, wasserstoffbasiertes Verfahren will die die Stahlindustrie in dem skandinavischen Land komplett auf fossilie Energieträger, vor allem Kohle, verzichten. Dafür wird 2026 eine Pilotanlage eröffnet, in dem das neue Verfahren getestet wird. Bis 2040 soll dann die komplette Produktion umgestellt werden.
taz.de
Warum Zugfahren teuer und fliegen billig ist Wer innerhalb von Europa von A nach B will, hat ein Problem. Wie reisen, ohne zu Fliegen? Das ist oft gar nicht so einfach. Denn Zugreisen sind unverhältnismäßig teuer. So kostet ein Nachtzug von Wien nach Berlin im Schnitt 48 Euro. Für den Preis kann man schon fast hin und zurück fliegen. Warum? Flugreisen sind im Gegensatz zu Zugreisen standadisiert. Jedes Land hat seine eigenen Regularien und an den Grenzen muss oft das Personal ausgetauscht werden. Das kostet. Ferner sind Flugreisen subventioniert und von Steuern befreit. Bahnbetriebe müssen für ihren Stromverbrauch Abgaben zahlen. Airlines für ihren Kerosinverbrauch nicht.Würden die EU-Länder Kerosin ähnlich hoch besteuern wie Autosprit, könnten sie 27 Milliarden Euro pro Jahr einnehmen, eine Mehrwertsteuer auf Flugtickets würde 30 Milliarden bringen. Helfen würde auch schon eine zentrale Plattform mit allen Zugverbindungen in ganz Europa. Dann müsste man sich nicht durch alle Seiten der diversen Bahnbetreiber klicken, nur um von A nach B zu kommen.
derstandard.at
– FOTO DER WOCHE –

Foto: Johann Groder/dpa
Skifahren in Zeiten der Klimakrise. Kitzbühel eröffnete Wintersportsaison bei 20 Grad Celsius und so sieht das dann aus.
– TIERISCH –
Unmusikalischer Bär Das Bären auf der Suche nach was zu essen, gerne mal Mülltonnen durchwühlen, oder sogar ins Haus einbrechen, ist keine Seltenheit. Was eine junge Amerikanerin aus Vail, Colorado, aber auf ihrer Überwachungskamera aufgenommen hat schon. Darauf ist ein Bär zu sehen, der es sich in ihrer Wohnung gemütlich macht und ein Klavier findet. Kurzerhand stellt er sich auf die Beine und fängt an zu spielen. Besonders gut hat er es aber nicht gemacht. Die Polizei aus Vail nannte es „unbearable“, untragbar.
adn.com
– NICHT MEHR GRÜN –
Schmutziges Streamen Gemütlich auf der Couch Netflix, Amazon oder andere Streaming-Dienste zu nutzen, ist gemütlich. Aber für die Umwelt nicht viel besser als Autofahren. 2018 wurden 300 Megatonnen CO2 durch Streaming verursacht. Das ist so viel wie ganz Spanien im Jahr in die Luft gehauen hat. 60 Prozent davon gingen auf das Konto von Netflix, Amazon und Co. Die weniger familienfreundliche Variante Pornos verbuchte immerhin ein Viertel. Insgesamt werden vier Prozent der globalen Treibhausgasemissionen durch digitale Medien verursacht – mehr als die zivile Luftfahrt, wie der Thinktank „The Shift Project“ ausgerechnet hat. Bis 2025 dürfte sich die Menge verdoppeln.
tagesspiegel.de