WWF 29.10.

– NACHRICHTEN –

Ökostrom auf Rekordkurs Der Anteil des Ökostroms wächst. Zu diesem Ergebnis kommen das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Mittlerweile haben die erneuerbaren Energien die Kohle abgehängt. 42,9 Prozent des Bruttostromverbrauchs kamen aus den erneuerbaren Energien. Das ist ein Plus von fast fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Den größten Anteil daran hatten Windkraftanlagen an Land mit 41 Prozent. Gefolgt von Photovoltaik und Biomasse mit je 20 Prozent. Die Bundesregierung hat das Ziel, 2030 einen Anteil aus erneuerbaren Energien von 65 Prozent zu erreichen.
tagesschau.de

Emissionshandel, Abschied von Ölheizungen: Klimapaket nimmt letzte Hürde Das Bundeskabinett hat das Verbot von Ölheizungen beschlossen. Der entsprechende Vorschlag kam aus dem Wirtschaftsministerium. Demnach sollen ab 2026 keine neuen Ölheizungen mehr verbaut werden dürfen. Ausnahmen gibt es nur für Haushalte, die weder mit Gas noch mit Fernwärme versorgt werden können und die Heizung auch nicht aus erneuerbaren Energien betrieben werden kann. Wer seine Ölheizung gegen ein klimafreundliches Modell austauschen lässt, soll dafür eine Prämie von bis zu 40 Prozent der Investitionskosten bekommen. Außerdem beschloss die Ministerrunde einen Gesetzesentwurf zum CO2-Preis. 2021 soll der CO2-Preis bei zehn Euro pro Tonne liegen und bis 2025 dann auf 35 Euro steigen. Ab 2026 sollen ein Stück weit Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen – aber zunächst mit einer Obergrenze bei 60 Euro.
tagesschau.de

DBU: Deutscher Umweltpreis 2019 verliehen In Mannheim hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den mit 500.000 Euro dotierten den Deutschen Umweltpreis verliehen. Ausgezeichnet wurden dieses Jahr die Bodenwissenschaftlerin Ingrid Kögel-Knabner und der Unternehmer Reinhard Schneider. Kögel-Knabner bekam die Auszeichnung für ihre Entdeckung, wie klimaschädigender Kohlenstoff im Boden gebunden wird. Schneider, Inhaber von „Werner & Mertz“, hat die Kreislaufwirtschaft in seinem Unternehmen konsequent umgesetzt. Seine Verpackungen bestehen aus Altplastik, die mit umweltverträglichen Etiketten bedruckt sind.
dw.com

Schlechter Ersatz Erdgas gilt gemeinhin als klimafreundlicher als Kohle. Eine neue Studie gibt nun Anlass, das zu hinterfragen. Das Expertengremiums Energy Watch Group (EWG) hat einen Bericht veröffentlicht, wonach auf dem Weg von den Gasfeldern zum Kraftwerk große Mengen des Treibhausgases Methan entweichen. Der Treibhausgaseffekt von Methan ist rund 23 so hoch wie der einer gleichen Menge Kohlendioxid. Und die Wege des Gases sind lang, wenn es aus beispielsweise aus Sibirien kommt. Gas aus den USA ist sogar doppelt schädlich, weil es gefrackt wird. Die Einsparungen bei den CO2-Emissionen, durch den Ersatz von Kohle- durch Gaskraftwerke, könnten so aufgehoben werden. Für die deutsche Klimapolitik ist das eine schlechte Nachricht. Denn Erdgas sollte auf dem Weg zur CO2-Neutralität ein wichtiger Baustein sein.
sueddeutsche.de

Amazonas Regenwald: Zwei Jahre vor dem Kipppunkt? Es wird eng für den Amazonas. Bislang erhält sich der Regenwald selbst, weil das Ökosystem Regen produziert und sich so am Leben hält. Das Peterson Institut für internationale Ökonomie hat einen Bericht veröffentlicht, wonach bei der derzeitigen Abholzungsrate dieses System nur noch zwei Jahre funktioniert. Danach werde sich der Amazonas in eine Savanne verwandeln. Dabei würden gewaltige Mengen Treibhausgase frei, die die weltweite Klimakrise weiter anheizen.
thegaurdian.com

Mehr Geld für Klimaschutz in armen Ländern taz.de
Hier wächst der Krombacher Wald wiwo.de
Kalifornien brennt n-tv.de
Indien: Der Anfang von Ende der Kohle independent.co.uk
Klimapaket: US-Fluggesellschaften kritisieren Bundesregierung spiegel.de

– ZAHL DER WOCHE –

Jährlich landen rund 4,5 Billionen giftige Zigarettenstummel in der Landschaft.
prosieben.de

– KOMMENTAR –

Die Schweiz wird grün Die Grünen in der Schweiz haben historisches vollbracht. Noch nie haben sie bei einer Parlamentswahl so gut abgeschnitten. Insgesamt hat noch nie an einem einzigen Wahlsonntag so viele zusätzliche Nationalratsmandate erobert. Für eine Mehrheit reicht es nicht, aber die klimapolitische Stimmung kommt auch bei den Eidgenossen an. Für die Schweizer Parteienlandschaft bedeutet das Aufbruch und ein Aufbrechen des verkrusteten Gefüges.
zeit.de

– ZITAT DER WOCHE –

Wir in Niedersachsen wollen keine Erdgas- oder Erdölförderung auf dem Gebiet eines Weltnaturerbes. Der Nationalpark ist und bleibt ein Vorranggebiet für die Natur.
Der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) erteilt dem Vorhaben des Ölkonzerns Wintershall Dea im Wattenmeer zu bohren eine Absage.
taz.de

– Blog –

Diese Woche: Wie wir die Plastikflut stoppen
wwf.de

– HINTERGRUND –

Sonnenstrom vom Acker Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg testet die Verträglichkeit einer Kombination von Ackeranbau und Stromgewinnung aus Sonnenenergie. In der baden-württembergischen Hofgemeinschaft Heggelbach stehen hohe Photovoltaikanlagen unter denen der Landwirt sogar mit seinem Traktor durchfahren kann. Drei Ernten wurden bisher eingefahren. Eine abschließende Bewertung gibt es noch nicht, aber zumindest auf dem Hof sind sie zufrieden. Die Kombination aus Landwirtschaft und Photovoltaik, auch Agrophotovoltaik genannt, gilt als eine der größten Hoffnungen im Konflikt um den Boden.
sueddeutsche.de

Aufforstung: wohl doch kein Königsweg Im Sommer hatten Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich mit einem Aufsatz in der Fachzeitschrift Science für Aufmerksamkeit gesorgt. Darin behaupten sie, das effektivste Mittel gegen den Klimawandel sei die globale Auffortstung. Dem widersprechen nun Wissenschaftskollegen. Eine Studie der Leuphana Universität Lüneburg kommt zu dem Schluss, dass Aufforstung massiv überbewertet wird. Das Pflanzen von Bäumen an falschen Orten könne sogar Ökosysteme zerstören, die Intensität von Waldbränden erhöhen und die globale Erwärmung verschärfen, meinen auch Wissenschaftler der Texas A&M University in den USA. Ähnlich äußerten sich laut dpa Forscher der LMU München, der Uni Bonn und des Max-Planck-Instituts für Meteorologie in Hamburg.
faz.net, topagrar.com

„Wunderbatterie“ schafft 2400 Kilometer Reichweite Elektorautos haben bisher ein großes Manko: die Reichweite. Nun hat der Erfinder Trevor Jackson eine Aluminium-Luft-Batterie entwickelt, die einen Tesla Model S 2.400 Kilometer weit bringen könnte. Die Batterie als solche ist keine neue Erfindung. Bisher war sie jedoch nicht umsetzbar, da sie mit Elektrolyt funktioniert, das stark ätzend ist und somit ein permanentes Sicherheitsrisiko darstellt. Jackson hat ein neues Elektrolyt entwickelt, das theoretisch sogar trinkbar wäre. Die Batterien sind nicht wiederaufladbar. Aber sie könnten an Tankstellen beispielsweise rasch ausgetauscht und anschließen recycelt werden. Angaben zur Umweltbilanz bleiben allerdings abzuwarten.
derstandard.at

– FOTO DER WOCHE –

Déjà Vu: In Bayern wurde ein Bär beobachtet. Man vermutet, dass es sich um ein männliches Tier handelt. Ob sich das Tier langfristig in Deutschland niederlässt, bleibt abzuwarten. Aktuell treibt er sich wohl im Grenzgebiet zu Österreich herum und dürfte sich demnächst ein Plätzchen für die Winterruhe suchen.
merkur.de

– TIERISCH –

Der Rattenfänger von Malaysia Palmöl ist bekanntermaßen meistens kein übermäßig umweltfreundliches Produkt. Zum einen werden für Plantagen Tropenwälder abegholzt. Zum anderen werden u.a. Gifte verspritzt, die Ratten vernichten sollen. Die Nager fressen die Früchte der Palmen, aus denen das Öl gewonnen wird. Forscher haben nun entdeckt, dass Schweinsaffen sich von Ratten ernähren. Bislang wurden auch die Affen als Schädlinge für der Palmölindustrie betrachtet. Tatsächlich bedienen sie sich auch der Palmfrüchte. Sie verspeisen aber auch bis zu 3.000 Ratten pro Jahr. Im Verhältnis betrachtet sind sie somit eher Nützlinge als Schädlinge.
derstandard.at

– NICHT MEHR GRÜN –

Öko:Test: Mineralöl in jedem zweiten Veggieburger Schlechte Noten für vegetarische Burger vergab das Magazin Öko-Test. Die Tester entdeckten neben Spuren gentechnisch veränderter Zutaten vor allem Mineralöl. Dabei handelt es sich um die gesättigten Kohlenwasserstoffe MOSH oder vergleichbare Verbindungen. Eine gesundheitliche Bewertung von MOSH stehe zwar aus. Aus der Analyse menschlicher Gewebe ist aber bekannt, dass sich die Mineralölbestandteile etwa in der Leber oder im Fettgewebe anreichern.
oekotest.de