WWF 26.11. Greenpeace klaut C der CDU, Krise der Windkraft, Seeminen-Sprengung tötet Schweinswale, DUH verklagt Niedersachsen und NRW

– NACHRICHTEN –

Greenpeace klaut C der CDU. In der vergangenen Woche fand der Bundesparteitag der CDU statt – vorab sorgte die Umweltorganisation Greenpeace für Aufruhr. Das C des Parteilogos an der gläsernen Fassade des Konrad-Adenauer-Hauses, der Parteizentrale der Regierungspartei, fehlte. Dahinter steckten Greenpeace-Aktivisten. Sie ergänzten das verbliebene „DU“ mit dem Slogan „sollst das Klima schützen!“. Mit einer passenden Social-Media-Kampagne machte Greenpeace darauf aufmerksam, dass die CDU ihre christlichen Werte – dafür steht das C – ernst nehmen soll, denn dazu gehöre die Bewahrung der Schöpfung. Die CDU wird wiederholt wegen des langsamen Tempos bei der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen kritisiert.
fr.de, spiegel.de

Aufbrausende Debatte um die Windkraft. Der Ausbau der Windenergie kommt zum Erliegen: im ersten Halbjahr 2019 sind 80 Prozent weniger Windkraftanlagen in Betrieb genommen worden. Nun will Wirtschaftsminister Peter Altmaier mit einer Abstandsregelung auch noch dafür sorgen, dass Windräder künftig erst in einer Distanz von 1000 Metern zu Siedlungen gebaut werden dürfen. Er erntet für diesen Vorschlag einen Sturm der Entrüstung, zumal schon jetzt tausende Arbeitsplätze durch die Krise der Windenergie bedroht sind. Setzt sich der Vorschlag durch, stünden kaum noch Flächen für neue Anlagen zur Verfügung. Kritik am vorgesehenen Mindestabstandkommt auch vom Umweltbundesamt, weil dadurch die deutschen Klimaziele gefährdet seien.
zeit.de, heise.de

Munitionsaltlasten in Nord- und Ostsee. Schweinswale gehören zu den streng geschützten Tierarten in der Ostsee, doch nun sind 18 von ihnen infolge einer Sprengung von Seeminen durch die Marine im August umgekommen, wie nun öffentlich wurde. Der schleswig-holsteinische Umweltminister Jan Philipp Albrecht fordert die Bundesregierung zu alternativen Möglichkeiten der Beseitigung der Kriegsaltlasten: „Ich erwarte von Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer, dass sie den umfangreichen internationalen Schutzstatus der Schweinswale endlich achtet und auf Sprengungen von Munition verzichtet“.
welt.de

Nitrat im Grundwasser – DUH verklagt Bundesländer. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat Klage gegen die Länder Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen eingelegt. Der Grund: zu viel Nitrat im Grundwasser. Erlaubt sind 50 mg Nitrat pro Liter, in der Ems-Gegend kam es zum Teil zu dreifachen Überschreitungen dieses Werts. Die DUH fordert die Gerichte dazu auf, geltendes Gesetz durchsetzen. Ferner fordert die DUH einen kompletten Umbau der Landwirtschaft mit mehr Bio-Höfen und weniger Tieren pro Hektar.
tagesschau.de

Vatikan macht auf Öko handelsblatt.com
NABU gegen Uber nabu.de
Musikalischer Klimaschutz: Coldplay bleibt zuhause bild.de
Klima schützen durch Bier trinken fr.de
Student gründet klimafreundliches Reisebüro derstandard.at

– ZAHL DER WOCHE –

Dicke Luft: Schmutziger Rekord für Kohlenstoff in der Atmosphäre: er liegt jetzt bei 407,8 Teilen pro Million (ppm). Im Vergleich zur vorindustriellen Zeit ist dies ein Zuwachs um 147 Prozent.
deutschlandfunk.de

– KOMMENTAR –

Jost Maurin in der taz zu Bauernprotesten. Taz-Redakteur Jost Maurin kritisiert die Landwirte, die gegen Umweltbestimmungen wie Pestizidrichtlinien protestieren. Dieses Verhalten sei langfristig gegen die eigenen Interessen der Bauern, denn so zerstören sie die Grundlage für ihre eigene Produktion. Gerade die Nitratbelastung im Grundwasser ist primär auf die Landwirtschaft zurückzuführen – viele Bauern haben bei dem Thema jedoch taube Ohren. Maurin fordert, dass die Bauern lieber für Agrarsubventionen für Umweltschutz protestieren, anstatt gegen die Naturschutzstandards.
taz.de

– EVENT-TIPP –

Am 29.11. findet der nächste Klimastreik statt. Weitere Infos:
klima-streik.org

– HINTERGRUND –

Ocean-Plastic – was ist dran an der Müllmode aus dem Meer. Unternehmen versuchen mit „Ocean Plastic“ zu suggerieren, dass sie Mode aus Plastikmüll herstellen, der im Meer landet. Einen Bedarf dafür gäbe es, denn jährlich werden 5 und 13 Millionen Tonnen Plastikmüll in die Ozeane gespült. Bei dem Material, das für die Herstellung von Trikots und anderen Produkten genutzt wird, stammt jedoch lediglich zu knapp einem Prozent aus Plastikmüll aus den Meeren. Ein Unternehmen in Italien stellt den Stoff her. Der WWF kritisiert, dass es sich bei „Ocean Plastic“ in Textilien lediglich um eine Marketingmaßnahme handelt.
taz.de

Easy Jet will grüner fliegen: was bringen Kompensationen im Flugverkehr?. Die Fluggesellschaft EasyJet ist für 8,5 Millionen Tonnen CO2 im Jahr verantwortlich und möchte deshalb seine Emissionen kompensieren. Mit Emissionsminderungszertifikaten von Klimaschutzunternehmen möchte das Unternehmen dieses Ziel erreichen. 30 Millionen Euro sollen jährlich in diese Zertifikate fließen. Dabei werden von den Unternehmen gezielt regionale Klimaprojekte gefördert – beispielsweise die Wiederaufforstung von Wäldern oder den Ausbau von Solarenergie. Die tatsächlichen Passagierzahlen dürfte dies allerdings nicht berühren, denn EasyJet bietet weiterhin sehr günstige Tickets an. Flugscham greift bisher nicht.
zeit.de

Extinction-Rebellion-Mitgründer Hallam schockiert mit Holocaust-Vergleichen. Roger Hallam, einer der Mitbegründet der Klimabewegung Extinction Rebellion schockierte zunächst mit einer Relativierung der Shoa – er bezeichnete sie als „nur einen weiteren Scheiß in der Menschheitsgeschichte“ – und irritierte mit weiteren Vergleichen aus der Nazi-Zeit. Zwar ruderte er bei der Relativierung zurück, doch blieb im Bild: er vergleicht die Klima-Aktivisten mit der Weißen Rose und zieht Bezug zu den Nürnberger Prozessen. Politiker hätten sich in der Nazi-Zeit schuldig am Genozid gemacht und wurden dafür belangt, ähnlich würde Politiker heute agieren und einen Genozid aufgrund der Klimaerhitzung in Kauf nehmen.
welt.de

– FOTO DER WOCHE –

Der Hype um Greta Thunberg treibt skurrile Blüten: jetzt ist ein 120 Jahre altes Foto mit einer Doppelgängerin aufgetaucht und im Netz wird wild spekuliert, ob die Klimaaktivistin eine Zeitreisende sein könnte. Quelle: Bildarchiv der University of Washington.
faz.net

– TIERISCH –

Malaysias letztes Nashorn. Malaysias letztes Sumatra-Nashorn ist im Alter von 25 Jahren auf der Insel Borneo gestorben. Damit ist die Tierart in Malaysia ausgestorben. Der WWF geht davon aus, dass die Art jetzt nur noch in Indonesien überlebt hat. In den dortigen Regenwäldern werden noch maximal 80 Exemplare vermutet. Wilderei und Zerstörung des Lebensraums bedrohen die Tiere.
deutschlandfunk.de

– NICHT MEHR GRÜN –

Vergifteter Advent: BUND testet Lichterketten. Der BUND testete vier Lichterketten unterschiedlicher Hersteller und schlägt Alarm: in drei der weihnachtlichen Dekorationen wurden gesundheitsschädliche Chemikalien gefunden, Grenzwerte wurden teilweise deutlich überschritten. Der BUND fordert, dass Hersteller kenntlich machen müssen, welche Chemikalien sie nutzen. Häufig werden diese als Weichmacher in Plastik genutzt und können Brustkrebs oder Fettleibigkeit infolge eines beeinträchtigten Hormonhaushalts zur Folge haben.
rtl.de