– NACHRICHTEN –
Klimabilanz Deutschland. Eigentlich hat niemand mehr erwartet, das Deutschlands Klimaziel für 2020 erreicht wird. Das Ziel sah einen Rückgang des CO2-Ausstoßes um 40 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990 vor. Bislang wurde jedoch nur ein Rückgang um 35,7 Prozent erreicht. Durch die Auswirkungen des Coronavirus scheint das Ziel nun wieder in greifbarer Nähe. Der Effekt, den die Pandemie auf die Industrie hat, könnte zu einer Senkung des CO2-Ausstoßes um 40 Prozent führen.
reuters.com
Corona: Ein Virus und das Klima. Im Interview spricht Jakob Graichen vom Öko-Institut über die Auswirkungen des Coronavirus auf das Klima. Zwar habe der wirtschaftliche Abschwung durchaus einen Effekt auf die Klimaerwärmung. Schätzungen gehen beispielsweise von einem Rückgang der Emissionen in China um 200 Megatonnen aus. Der positive Effekt sei jedoch nur kurzfristig. Nach der Krise werde die Produktion wieder anfahren und der CO2-Ausstoß damit steigen. Eine Aufhebung der Luftverkehrssteuer, wie sie die FDP fordert, um Flugunternehmen in der Krise zu helfen, lehnt Graichen ab. Durch die fallenden Ölpreise könnten die Gesellschaften bereits eine Entlastung spüren.
deutschlandfunk.de
Solardeckel und Abstandsregelung. Die Große Koalition hat es erneut verfehlt, sich auf eine Lösung zum Ausbau der Windkraft zu einigen. Auch die Solarbranche leidet weiter an Unsicherheit. Die Union beharrt auf ihrer Position, einen Mindestabstand von 1000 Metern zu Siedlungen für neue Windparks einzuführen. Die SPD weist hingegen darauf hin, dass die verfügbaren Flächen bei einer solchen Regelung nicht für den Ausbau ausreichen würden. Neben der Windenergie drängt die Zeit bei den Problemen von Solaranlagen. Neue Anlagen dürfen gemäß des von der GroKo beschlossenen Solardeckels nur gefördert werden, bis eine Gesamtleistung von 52 Gigawatt erreicht ist, was in wenigen Monaten der Fall sein dürfte. Die GroKo wollte diesen Deckel eigentlich abschaffen. Die Union will dies nun jedoch mit einer Neuregelung bei der Windenergie verknüpfen. In der Solarbranche ist daher unklar, ob kommende Projekte überhaupt finanziert werden können.
taz.de, sueddeutsche.de
Forscher fordern neue Agrarpolitik. In einem Positionspapier, das von 3600 Wissenschaftlern aus allen 27 EU-Staaten unterschrieben wurde, wird die EU aufgefordert, Biodiversität und Klimaschutz in den Mittelpunkt der reformierten Agrarförderung zu stellen. Die EU-Kommission hatte vorgeschlagen, die Direktzahlungen an Landwirte fortzuführen und andererseits Kürzungen beim Klimaschutz in der Landwirtschaft vorzunehmen. Die Forscher fordern die Direktzahlungen abzuschaffen, da die Umweltvorschriften, die an diese geknüpft sind, zu vage formuliert seien. Die EU hat zwischen 2014 und 2020 etwa 400 Milliarden Euro für die Agrarpolitik ausgegeben.
presse-augsburg.de
Meldung 5 Titel. Text
link.de
Tempo 100 auf Hollands Autobahnen daserste.de
Australien: Giftiger Artenschutz spektrum.de
Woher kommt der Strom für Teslas Gigafabrik? rbb24.de
Kann grünes Geld die Welt retten? zdf.de
Kurzmeldung 5 link.de
– ZAHL DER WOCHE –
Bis zu 1300 Jahre dauert es, bis ein Legostein im Meer abgebaut wird.
scinexx.de
– KOMMENTAR –
Kommentar Summary. Text
link.de
– ZITAT DER WOCHE –
„Zitat„>
Urheber und warum
link.de
– PODCAST oder EVENT-TIPP –
In der neuesten Folge des Podcasts „Mission Energiewende“ geht es um klimafreundliche Mode.
detektor.fm
– HINTERGRUND –
Der Wirtschaftsminister und die Windkraftgegner. Wirtschaftsminister Peter Altmaier pflegte über Jahre hinweg enge Kontakte zu Gegnern des Ausbaus der Windenergie. So empfing er im Juli 2017 die Gruppe Gegenwind-Saarland in seinem privaten Garten, um „unsere Fragen zu beantworten und seine Sicht von Klimawandel und der weiteren Entwicklung der Energiewende darzulegen“, wie es auf der Webseite der Gruppe heißt. An dem Treffen nahm unter anderem Edgar Jungmann von der BI Primsbogen teil. Die Initiative hatte zuvor den Bau des Windpark Hüttersdorf gestoppt. Auch Ulrich Leyhe war in Altmaiers Garten eingeladen. Leyhe gilt als Leugner des Klimawandels und hat Kontakte zur AfD. Vertreter der Gruppe „Vernunftkraft“, eine Dachorganisation von etwa 1000 windkraftkritischen Gruppierungen, trafen sich ebenfalls mit dem Wirtschaftsminister; so etwa in Altmaiers Wahlkampfbüro im Saarland und beim Akzeptanzgipfel Windkraft. Peter Altmaier antwortete auf Nachfrage nach den Kontakten zu den Aktivisten, um den Ausbau von Windparks zu fördern, benötige es „einen Konsens mit den Windkraftgegnern.“
taz.de
Glyphosat-Studien mit Monsantos Segen. Monsanto hat in der Vergangenheit mehrfach Studien finanziert, um die Auswirkungen des von dem Unternehmen hergestellten Unkrautvernichters Glyphosat zu beschönigen und dessen Wiederzulassung zu erreichen. Monsanto wurde jedoch bei mindestens zwei dieser Studien, die in einer britischen Fachzeitschrift veröffentlicht wurden, nicht als Auftraggeber genannt. In Deutschland wurde 2019 der Agrarforscher Michael Schmitz von Monsanto bezahlt, um Studien zu veröffentlichen, die Glyphosat anpriesen. Schmitz hatte zuvor behauptet, die Studien seien ohne Drittmittel entstanden. Die Fachzeitschrift, in der Schmitz‘ Aufsätze erschienen, zog diese nach Bekanntwerden der Förderung durch Monsanto zurück. Der Politikwissenschaftler Ulrich Müller von Lobbycontrol, das an der Aufdeckung der Fälle beteiligt war, geht davon aus, dass Monsanto „einen Pro-Glyphosat-Diskurs aufbauen wollte.“ Es gebe Hinweise darauf, dass die bezahlten Studien an einigen Stellen Zahlen beschönigten oder die Folgen eines Verbots von Glyphosat übertrieben darstellten. Der Konzern Bayer, zu dem Monsanto gehört, kündigte für die Zukunft an, die Finanzierung von Studien offenlegen zu wollen.
sueddeutsche.de
Klimareport der Weltorganisation für Meteorologie. Das Jahr 2019 war offiziell das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Das hat die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in ihrem neuen Klima-Statusbericht bekannt gegeben. Die WMO schätzt, dass sich die Welttemperatur in den nächsten zehn Jahren mit einer zehnprozentigen Wahrscheinlichkeit um 1,65 Grad Celsius steigen wird, womit das Ziel des Klimaabkommens von Paris, die Erwärmung auf 1,5 Grad zu beschränken, verfehlt würde. Schon jetzt habe sich das Klima um 1,1 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Niveau erwärmt. Auch der CO2-Gehalt in der Luft habe sich stark erhöht. „Im Februar lag die CO2-Konzentration bereits bei 415 ppm. Das liegt weit über den Durchschnittswerten für die letzten drei Millionen Jahre,“ so WMO-Generalsekretär Petteri Taalas. Zudem kam es auf der ganzen Welt im vergangenen Jahr zu Hitzewellen, die unter anderem zu der derzeitigen Heuschreckenplage in Ostafrika geführt hat. Im Zuge des WMO-Reports kritisierte UN-Generalsekretär António Guterres die bisherigen Maßnahmen der Industriestaaten: „Die Staaten müssen unbedingt ihre immensen Subventionen für fossile Energieträger stoppen. 2019 sind sie sogar noch gestiegen!“
deutschlandfunk.de
Auslaufmodell Kernkraft: 207 Atomkraftwerke müssen auf der Welt bis 2030 zurückgebaut werden, da sie dann älter als 40 Jahre sein werden, während nur 46 neue Werke gebaut werden sollen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). DIW-Studienautorin Claudia Kemfert widerspricht daher Stimmen, die von einer „Renaissance der Atomkraft“ sprechen. Immer weniger Strom wird mithilfe von Atomkraftwerken produziert. Im Vergleich zu 1996, als noch 17 Prozent der Energie aus Atomkraftwerken kam, sind es heute weltweit nur noch zehn Prozent. Von den 30 Ländern, die laut Listen des Atomlobby-Verbands World Nuclear Association (WNA) kurz vor dem Einstieg in die Atomkraft stehen, kooperieren drei Viertel mit Russland bei deren Ausbau. Allerdings werden in den meisten dieser Länder keine neuen Atomkraftwerke gebaut. Es gehe meistens um Kooperationen in der Atomtechnik. Ben Wealer, ein weiterer Autor der Studie des DIW sagte, es sei auffällig, dass es sich bei den meisten Staaten, die jetzt in Atomkraft investieren, nicht um Demokratien handele.
energiezukunft.de
– FOTO DER WOCHE –
Der Schnee rund um die ukrainische Forschungsstation „Akademik Wernadski“ hatte sich rot gefärbt. Laut des Wissenschaftsministerium in Kiew ist der Grund dafür eine Alge, die auf dem Schnee wächst. Deren Wachstum würde auch durch den Klimawandel begünstigt.
Quelle: Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Ukraine
sueddeutsche.de
– TIERISCH –
Kleptomanische Krabbe. Annabel Dorrestein erforscht eigentlich Flughunde, die auf der australischen Weihnachtsinsel im Indischen Ozean leben. Bekannt wurde sie in den vergangenen Wochen jedoch wegen eines Krebses. Ein sogenannter Palmendieb, das größte an Land lebende Krebstier, hatte ihre rund 3500 Euro teure Kamera geklaut. Diese war auch nach intensiver Suche nicht mehr auffindbar. Palmendiebe sind bekannt für ihre ausgeprägte Neugier und ihren guten Geruchssinn. Die Krebse klettern für ihre Nahrungssuche auf Palmen, um an Kokosnüsse zu gelangen, die sie dann wegschleppen und öffnen.
spiegel.de
– NICHT MEHR GRÜN –
Meldung Titel. Text
link.de

