WWF 24.3.

– NACHRICHTEN –

Corona Krise in der Klimapolitik? Das Coronavirus sorgt dafür, dass weltweit weniger gereist und produziert wird – die Luftqualität in China hat sich per Satellitenbild nachweislich verbessert, aus Venedig werden Fotos verschickt, die klares Wasser in den Kanälen der Stadt zeigen. Wenn Flugzeuge am Boden bleiben und die Produktion zurückfährt, scheint es plausibel, dass die Coronakrise zumindest für die Umwelt positive Folgen haben könnte. Dies könnte sich jedoch als Trugschluss erweisen, denn Klimawandel-Skeptiker nutzen den Moment, in dem die Wirtschaft unter Druck gerät, um Klimaschutzmaßnahmen zu verringern. Perspektivisch könnte die Rettung der Wirtschaft so viel Energie und Ressourcen in Anspruch nehmen, dass das Klima wieder zurückgestellt wird.
spiegel.de

Pandemie aus der Wildnis. Viele Krankheitserreger im 20. Jahrhundert sind auf tierischen Ursprung zurückzuführen. Dieser deutet aber nicht auf die Aggression von Tieren hin, sondern auf die gefährlichen Verhaltensmuster von Menschen, die Tieren bspw. durch Abholzung den Lebensraum nehmen und sie dazu drängen sich dem Menschen zu nähern. An der Ausbreitung von Ebola konnte man beispielhaft beobachten wie die Abholzung den Lebensraum von Fledermäusen zerstörte, die den Erreger in sich trugen – sie waren gezwungen auf Bäume in besiedelten Gegenden auszuweichen und dies ermöglichte erst die Begegnung mit Menschen. Wenn Menschen zunehmend in wilde Lebensräume drängen – auch für den Fang von wilden Tieren – erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass man auf Mikroben und Erreger trifft, die noch nie mit dem menschlichen Immunsystem in Kontakt gekommen sind und potenziell schwere Krankheiten auslösen können. Doch auch der Umgang mit Tieren ist gefährlich – in China nahm das Coronavirus seinen Ursprung voraussichtlich auf einem Markt, auf dem lebendige oder frisch geschlachtete Tiere verkauft werden. In dicht gedrängten Käfigen können sich Spezies begegnen, die sonst nicht miteinander in Berührung gekommen wären und so die Grundlage für neue Virenmutationen bilden.
taz.de

Weltwassertag: Sind private Versorger besser? 2,2 Milliarden Menschen haben keinen sicheren Zugang zu Trinkwasser, der Klimawandel verschärft die Lage zusätzlich. Gleichzeitig ist der Wasserverbrauch pro Kopf sechs Mal höher als noch vor 100 Jahren. Laut UNESCO haben 55 Prozent der Weltbevölkerung keinen Zugang zu sicheren Sanitäranlagen. Weil sich durch den Klimawandel die Extreme verstärken – es gibt mehr Dürren sowie mehr Starkregen – ist ein besseres Wassermanagement gefordert. Dabei sei Wasser laut UNESCO ein Schlüsselelement im Kampf gegen den Klimawandel – 90 des weltweiten Abwassers wird nicht aufbereitet. Würde es eine gezielte Abwasseraufbereitung geben, könnten Treibhausgase reduziert werden. Ein weiterer Aspekt betrifft die Rolle der privaten Lebensmittelversorger. Der WWF kritisiert, dass solche Akteure zur Wasserknappheit beitragen können, wenn sie in die Süßwasservorräte auf der ganzen Welt für ihre Lieferketten zugreifen.
tagesschau.de

Grüne Corona-Hilfe zdf.de
Dem Virus davonradeln tagesspiegel.de
Dunkle Wolken über dem Amazonas morgenpost.de
Mehr Nashörner n-tv.de
NRW verbietet Haltung gefährlicher Tiere welt.de

– ZAHL DER WOCHE –

Die Forscherin Kate Jones fand 2008 heraus, dass zwischen 1960 und 2004 neue Krankheiten entstanden – mindestens 60 Prozent stammen von einer Übertragung von Tier zu Mensch.
scientificamerican.com

– ZITAT DER WOCHE –

Die Welt hat einen kollektiven Burn-out erlebt.
Fußballbundestrainer Joachim Löw kommentiert die Corona-Krise.
blog.wwf.de

– HINWEIS –

Tierische Rätsel, Lernvideos, umweltfreundlich Basteln und Hörgeschichten zum Naturschutz: Nützliche Tipps für die Corona-Zeit mit Kindern.
Foto: © Anastasiia Boriagina, iStock Getty Images
blog.wwf.de

– HINTERGRUND –

Feinstaub als Viren Taxi? Italienische Forscher mutmaßen über einen Zusammenhang zwischen der Feinstaubbelastung und der Verbreitung des Coronavirus. Ihre bisherige Analyse deutet darauf hin, dass in der Po-Ebene die Ausbreitung des Virus sich anomal verhalten würde – sehr viel schneller als in anderen Regionen des Landes. Die Po-Ebene ist eine der Regionen mit der höchsten Feinstaubbelastung Europas. Der Feinstaub könnte als Träger für Viren dienen und sie viel weiter tragen, als bisher vermutet. Tatsächlich können Viren über weite Strecken über die Luft reisen – dafür bedarf es jedoch einen zusätzlichen Träger. Genauso wie im chinesischen Wuhan ist auch in der Po-Ebene die Feinstaubkonzentration durch die staatlichen Eindämmungsmaßnahmen gesunken – die Forscher warten, ob dies auch zu einer Verlangsamung der Virenausbreitung führen wird.
link.de

Werden Pandemien immer wahrscheinlicher? Die Erfahrungen aus Afrika haben gezeigt, dass die enge Verquickung zwischen der Fauna und den Menschen gefährlich werden kann – sowohl HIV, als auch Ebola sind durch den Kontakt zu Tieren übertragen worden. Im Nahen Osten ist die Atemwegskrankheit Mers durch Kamele übertragen worden, das aktuelle Coronavirus soll von einer Fledermaus zum Menschen übergangen sein. Mit dem industriellen Fortschritt und der Ausbeute von Ressourcen werden Ökosysteme in zunehmend schneller Geschwindigkeit zerstört – die Wahrscheinlichkeit, dass sich in den kommenden Jahren Pandemien entwickeln steigt damit. Experten gehen davon aus, dass es lediglich eine Frage der Zeit ist bis weitere Infektionskrankheiten sich in Zukunft verbreiten.
theguardian.com

Schweiz setzt auf Wasserstoff-LKW. Die Schweiz startet ein Großprojekt, das darauf abzielt eine Lkw-Flotte aufzubauen, die mit Wasserstoff betrieben wird. Ein neues Modell des koreanischen Autoherstellers Hyundai soll bereits eine Reichweite von 400 Kilometern erreichen. Dabei stößt das Fahrzeug keine Emissionen aus – es kommt lediglich Wasserdampf aus dem Auspuff. Die Schweiz möchte damit die EU-Vorgaben für die Senkung des CO2-Ausstoßes erreichen – bis 2030 soll dieser um 30 Prozent fallen. In der Schweiz sollen bis 2025 1600 Wasserstoff-Lkws auf den Straßen fahren. Dafür muss dass Land zusätzlich eine Infrastruktur für die Beladung entwickeln.
derstandard.at

– FOTO DER WOCHE –

ZAF, 2005: Giraffe (Giraffa camelopardalis), Albino. [en] Giraffe (Giraffa camelopardalis), albino. | ZAF, 2005: Giraffe (Giraffa camelopardalis), albino. |
Eine weiße Giraffe. Wilderer haben zwei der seltenen weiße Giraffen in Kenia getötet.
Foto: Derek Lee, Caters News
nationalgeographic.de

– TIERISCH –

Thailands Affen . Bilder waren vor kurzem öffentlich geworden, die um Essen kämpfende Affen in Thailand zeigten. Weil Touristen nun ausbleiben, gibt es weniger Menschen, die die Tiere füttern – das war zumindest die Befürchtung. Allerdings geben die thailändischen Behörden an, man würde sich die Affen kümmern und sie mit Lebensmittelresten und Gemüse füttern. Für manch einen Menschen ist dies schwer zu verkraften – ein Gemüsehändler merkt süffisant an, man würde sich darum kümmern, dass die Tiere nicht verhungern, die Menschen hingegen erhielten diese Unterstützung nicht.
derstandard.at

– NICHT MEHR GRÜN –

Ersatz für Klopapier. Wer sich in Zeiten von Toilettenpapier-Hamsterkäufen nach Alternativen umschaut, sollte Vorsicht wahren – andere Papiersorten für Küchenrollen, Taschentücher, Feuchttücher oder gar Zeitungspapier sind nicht für die Kanalisation geeignet. Weil sie sich nicht auflösen, besteht eine erhöhte Gefahr, dass solche Abfälle die Kanalisation verstopfen. Viele Papiersorten sind nämlich gegen Nässe mit chemischen Substanzen stabilisiert.
klimareporter.de