– NACHRICHTEN –
Rufe nach Grünem Konjunkturpaket. Kurzfristig scheint die Umwelt von der Corona-Krise und sinkenden Emissionen zu profitieren. Doch für dauerhafte Fortschritte muss die Politik nun handeln. Weltweit fordern Umweltschützer im Zuge der Corona-Krise deshalb, Wirtschaftshilfen mit Umweltauflagen zu verknüpfen. So beispielsweise der BUND, der ein „weitsichtiges Konjunkturprogramm, das akutes Krisenmanagement mit Investitionen in die sozial-ökologische Transformation verbindet„, fordert. Ebenso Abgeordnete der Grünen, der Chef des Umweltbundesamts, Dirk Messner, der Thinktank Agora Energiewende und Extinction Rebellion. Sie alle verlangen die Wirtschaftshilfen an den Umweltschutz und die Investition in neue Technologien zu binden. Auch für den Mannheimer Ökonom Tom Krebs sind die Maßnahmen der Bundesregierung zwar angemessen, für die Zeit nach dem Ende der Krise fordert er jedoch ein „Transformationspaket“, das den Ausbau der erneuerbaren Energien fördern soll.
taz.de, bizz-energy.com, tagesspiegel.de
Bundesrat gibt Grünes Licht für schärfere Düngemittelregelung. Nachdem der Europäische Gerichtshof 2018 feststellte, dass Deutschland gegen die Nitratrichtlinie der Europäischen Union zum Schutz der Gewässer verstößt, hat der Bundesrat nun einer neuen Düngemittelverordnung zugestimmt. Damit will Deutschland Strafzahlungen von bis zu 800.000 Euro pro Tag verhindern. Umweltministerin Svenja Schulze nannte den Weg zur Verordnung einen „Kraftakt“. Wegen der Corona-Krise wurde die Frist für Umsetzung der Richtlinie bis zum Ende des Jahres verlängert. BUND-Chef Olaf Bandt wies darauf hin, dass neben dem Düngerecht strukturelle Lösungen benötigt würden. Die Massentierhaltung wird von vielen Umweltschützern weiterhin als großes Problem gesehen. Deutsche Bauern hingegen protestieren gegen die Regelung. Sie fürchten geringere Erträge und eine schlechtere Qualität der Ernte.
zeit.de
Fleischkonsum steigert das Pandemie-Risiko. Bereits im Jahr 2007 wiesen Forscher darauf hin, dass der Konsum von Fledermäusen in Südchina zu einer Sars-Pandemie führen könnte. Doch auch der Verzehr von weniger exotischen Tieren trägt zur Entstehung von Pandemien bei. Die verheerende Spanische Grippe stammte aller Wahrscheinlichkeit nach aus dem US-amerikanischen Kansas, wo Menschen durch Schweine mit dem H1N1-Virus in Berührung kamen. Eine ähnliche Variante des Virus verursachte später die Schweinegrippe. Diese entstand vermutlich ebenfalls durch den Kontakt mit einem infizierten Tier. Es ist daher nicht auszuschließen, dass die nächste Pandemie wieder durch die Infektion von Nutztieren entstehen wird.
spiegel.de
Erneuerbare Energien: Auf der Bremse. Jürgen Trittin, der frühere Bundesumweltminister wirft der Bundesregierung vor, den Ausbau der erneuerbaren Energien zu verzögern, was zum Verlust zehntausender Arbeitsplätze geführt hätte. „Diese Ausbaubremse hat fatale Folgen für Arbeitsplätze, Konsumenten und das Klima“, so Trittin. Obwohl die Kosten für Ökostrom wegen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes stark gesunken seien, würde die Bundesregierung auf die „Ausbaubremse“ treten. Weiter kritisiert Trittin, dass sich große Teile der Produktion von Solaranlagen nach China verlagert hat. „Das ist bitter. So werden die Menschen in Deutschland um den Lohn ihrer Mühen gebracht. Denn es sind die deutschen Stromkunden, die die EEG-Umlage finanzieren, die die globalen Innovationskosten schulterten und schultern.“
zeit.de
Meldung 5 Titel. Text
link.de
Blühende Landschaften welt.de
Russland legt neue Klimaschutzstrategie vor klimareporter.de
Kurzmeldung 3 Corona bedroht Menschenaffen taz.de
Kurzmeldung 4 link.de
Kurzmeldung 5 link.de
– ZAHL DER WOCHE –
Text 123 Zahl Text
link.de
– KOMMENTAR –
Thomas Stillbauer (Frankfurter Rundschau) zur Earth Hour. Trotz Corona-Krise wurden auch in diesem Jahr weltweit die Menschen dazu aufgerufen, sich an der Earth Hour zu beteiligen. Frankfurts Umweltdezernentin Rosemarie Heilig betonte, es sei „besser, zu Hause zu bleiben und dort das Licht für eine symbolische Stunde zu löschen,“ was auch für die Unternehmen gelte. Neben vielen Menschen beteiligten sich offiziell insgesamt 167 Firmen mit 187 Gebäuden sich an der Aktion.
fr.de
– ZITAT DER WOCHE –
„Krise und Rezession sind keine kluge Klimaschutzpolitik.“
Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamts auf die Frage ob, die Corona Krise den Klimaschutz voranbringe
sueddeutsche.de
– PODCAST oder EVENT-TIPP –
Das Bundesinnenministerium lobt 2020 zum ersten Mal den Bundespreis Stadtgrün aus. Städte und Gemeinden in Deutschland können sich mit ihren Projekten bewerben. Einreichungsfrist ist der 30. April.
bundespreis-stadtgruen.de
– HINTERGRUND –
Umweltschutz ist Seuchenschutz. Im Interview sprechen der Vizevorsitzende des Weltbiodiversitätsrats, Josef Settele und der Wissenschaftler Joachim Spangenberg über den Ursprung des Coronavirus und die Rolle des Umweltschutzes bei der Verhinderung von Pandemien. Zwar könne zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden, wie und über welchen Wirt das Coronavirus auf den Menschen übertragen wurde, klar sei jedoch laut Spangenberg, dass die Zerstörung der Natur die Entstehung von Pandemien stark begünstigt. Das Vordringen in bisher unberührte Natur und deren landwirtschaftliche Nutzung würden zu einem stärkeren Kontakt zwischen Menschen und potenziellen Wirtstieren führen. Viele Arten, die aus ihrem natürlichen Lebensraum verdrängt werden, ändern ihr Verhalten und passen sich an ein Leben mit dem Menschen an. Mit der zunehmenden Naturzerstörung müsse mit einem Anstieg der Pandemien gerechnet werden.
spektrum.de
Wasserstoff, der Stoff aus dem die Träume sind. In der Bundesregierung herrscht weiter Uneinigkeit über die deutsche Wasserstoffstrategie. Eigentlich hätte bereits ein Beschluss vom Bundeskabinett verabschiedet werden sollen. Dieser wurde jedoch wegen der Corona-Krise bis auf weiteres verschoben. Für Forschungsministerin Anja Karliczek geht der Entwurf von Wirtschaftsminister Peter Altmaier nicht weit genug. Während Altmaier auf herkömmliche Mittel wie staatliche Hilfen und Subventionen setzen will, fordert Karliczek einen mit Vollmachten ausgestatteten Koordinator und Taskforces. Sie drängt auf einen baldigen Beschluss, um bis 2050 den Aufbau der Branche zu gewährleisten. Der grüne, umweltneutrale Wasserstoff könnte nicht nur eine wichtige Rolle beim Umweltschutz spielen, Karliczek sieht mit bis zu 470.000 Arbeitsplätzen auch „Potenzial für einen neuen Job-Boom in Deutschland – insbesondere für die vom Strukturwandel betroffenen Regionen.“ Wann sich die Regierung auf einen Beschluss einigen wird, ist noch unklar. Karliczek rechnet damit im Frühjahr.
augsburger-allgemeine.de
Füße, das vernachläßigte Verkehrsmittel. Roland Stimpel, Sprecher des Fachverband Fußverkehr Deutschland (Fuss e.V.), setzt sich für freie Gehwege in Deutschland ein. Der Verband setzt sich für städteplanerische Veränderungen ein, um das Laufen in der Stadt attraktiver zu machen. Auch das Umweltbundesamt hat erkannt, dass zu Fußgehen gut für das Klima ist und die Städte lebenswerter macht. Deshalb will das Amt bis 2030 die Zahl der Fußwege um die Hälfte steigern. In dem Strategiepapier „Geht doch“ fordert das Umweltbundesamt außerdem, ein Tempolimit von 30 Kilometer pro Stunde, höhere Bußgelder für fußgängerfeindliches Verhalten, breitere Gehwege und bessere Ampelschaltungen. Städte im europäischen Ausland, darunter Paris, Madrid und Wien sind schon etwas weiter als in Deutschland. In Madrid wurde die Innenstadt für den Autoverkehr gesperrt.
riffreporter.de
– FOTO DER WOCHE –
Ein Vergleich zeigt, wie stark der europäische Flugverkehr zwischen dem 08. und dem 28. März abgenommen hat.
twitter.com
– TIERISCH –
Asiatische Hornisse: Weniger gefährlich als gedacht? Die Asiatische Hornisse hält Einzug in Europa. Vor allem im europäischen Süden hat sich die Hornissenart bereits etabliert. In Frankreich verbreitet sich das Tier derzeit mit einer Geschwindigkeit von 78 Kilometern im Jahr. Inzwischen wurde die Hornisse sogar in Norddeutschland nachgewiesen. Für die Europäische Kommission gilt das Insekt als invasive Art. Sie stufte die Asiatische Hornisse als gefährlich für die Honigbiene und sogar für ganze Ökosysteme ein. Experten widersprechen dieser Einschätzung. „Die Asiatische Hornisse ist weder ein ‚Monster‘, noch haben wir aktuell Hinweise darauf, dass sie besonders gefährlich ist“, so der deutsche Insektenkundler und Wespenexperte Rolf Witt. Es gebe einen „Riesenbohei“ um die Asiatische Hornisse. „Diese Tiere werden viel gefährlicher eingeschätzt, als sie sind.“
sueddeutsche.de
– NICHT MEHR GRÜN –
China empfiehlt Bärengalle gegen das Coronavirus. Eine Liste der chinesischen Regierung propagiert die Verwendung von Bärengalle, um schwere Fälle der Coronavirus-Infektion zu behandeln. Bärengalle wird in der chinesischen traditionellen Medizin als Tan Re Qing bezeichnet und wird dort unter anderem zur Behandlung von Bronchitis verwendet. Tierschützer kritisieren die chinesische Regierung dafür, im Zuge der Corona-Krise auf der einen Seite den Handel mit lebenden Tieren für den Verzehr zu verbieten und auf der anderen Seite den Handel mit Tierteilen für die Medizin zu fördern.
nationalgeographic.com


