Health Headlines am Sonntag, den 19. April 2020

heise.de Corona-App: Datenspende mit langer Vorgeschichte: Die Datenspende-App des Robert Koch Instituts beruht auf einer Idee, die schon seit einigen Jahren diskutiert wurde. Der Deutsche Ethikrat empfahl bereits 2017 Regelungen zu schaffen, die es „Individuen erleichtern, die umfassende Nutzung ihrer Daten für die medizinische Forschung zu erlauben“. Die zwei Autorinnen Alena Buyx und Barbara Prainsack formulierten schon 2013 Grundsätze, um Gesundheitsdaten solidarisch teilen zu können.

sueddeutsche.de Das Liechtenstein-Experiment: Das Fürstentum Liechtenstein verzeichnet zwar bisher nur wenige Fälle des Coronavirus, der für Gesundheit zuständige Regierungsrat fürchtet jedoch eine zweite Ansteckungswelle im Herbst, die das Land treffen könnte. Liechtenstein besitzt nur ein Krankenhaus mit zwei Beatmungsgeräten. Rund 2000 Liechtensteiner werden deshalb künftig mit Armbändern ausgestattet, die nachts Gesundheitswerte wie Körpertemperatur, Puls, Atmung und Blutfluss messen sollen. Eine künstliche Intelligenz soll aus diesen Daten lernen, welche Anzeichen einer Infektion mit dem Coronavirus vorausgehen und Besitzern des Armbands eine Benachrichtigung zukommen lassen.

berliner-zeitung.de Corona-App: EU-Staaten wollen Daten des Standorts nicht erfassen: Die EU-Kommission und die EU-Staaten haben sich auf Standards für Corona-Apps geeinigt. Das Konzept betont die Bedeutung des Datenschutzes bei der Entwicklung solcher Anwendungen. EU-Kommissar Thierry Breton sagte: „Wir sollten zwar innovativ sein und die Technik bestmöglich nutzen, um die Pandemie zu bekämpfen, aber wir werden unsere Werte und Anforderungen an den Schutz der Privatsphäre nicht aufs Spiel setzen.“ Standortdaten sollen für die Ermittlung von Kontaktpersonen nicht erhoben werden.

dw.com Coronavirus pandemic driving tech solutions in sub-Saharan Africa: In der Corona-Krise sind viele afrikanische Staaten auf sich allein gestellt, was die Bekämpfung des Virus und seiner Folgen angeht. Viele Institutionen und Firmen setzen deshalb auf innovative Lösungen. In Nigeria bietet die Firma Wellvis anhand eines Fragebogens eine Risikoeinschätzung zur Infektion mit dem Coronavirus und in Südafrika haben zwei Entwickler eine App entwickelt, die Informationen über das Virus sammelt, um der Verbreitung von Falschnachrichten vorzubeugen. Der Mobile Money-Service M-Pesa, der von rund 20 Millionen Menschen  genutzt wrid, verzichtet in Kenia für die Zeit der Krise auf Gebühren bei Geldtransfers bis zu einer Höhe von 10 Euro.