Health Headlines am Mittwoch, den 22. April 2020

cio.de IoT-Revolution im OP: Vom OP-Roboter bis zur KI-gestützten Krebstherapie setzen viele Mediziner heute auf fortgeschrittene Technologien. Bei der Nutzung verschiedener Geräte stellt der Datenaustausch untereinander bisher jedoch eine Schwierigkeit dar. Viele Hersteller benutzen eigene Codes und Formate, die von Geräten anderer Unternehmen nicht richtig dargestellt oder erkannt werden. Das neue Protokoll IEEE 11073 SDC nimmt sich diesem Problem an. Es ermöglicht den einfachen und schnellen Datenaustausch in Krankenhäusern. Medizinisches Personal kann sich so beispielsweise Messwerte sowohl am Gerätebildschirm als auch an weiter entfernten Monitoren anzeigen lassen. Das Protokoll könnte dafür sorgen, dass sich Arbeitsweisen in Kliniken verändern und Patienten von einer besseren Behandlung profitieren.

aerztezeitung.de DMEA findet 2020 als Online-Event statt: Auch die diesjährige Health-IT-Fachmesse DMEA (Digital Medical Expertise & Applications) muss wegen der Corona-Krise ausfallen. Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg) will stattdessen eine digitale, kostenlose Version der Messe ausrichten. Am 16. Juni soll es Livestreams unter anderem mit gematik-Chef Dr. Markus Leyck Dieken geben. An den darauffolgenden Tagen wollen die Veranstalter weitere Vorträge, Talks und Panels online zur Verfügung stellen.

faz.net Corona-App verstößt angeblich gegen eigene Datenschutzerklärung: Ein Gutachten des Chaos Computer Clubs (CCC) bemängelt Verstöße gegen die eigene Datenschutzerklärung der Datenspende-App des Robert-Koch-Instituts. Die Daten von Geräten verschiedener Marken würden direkt vom Server des Herstellers an das Robert-Koch-Institut gesendet werden, statt den Umweg über das Smartphone zu gehen. Deshalb könne nicht sichergestellt werden, dass die Daten tatsächlich anonymisiert werden. Auch seien die Daten aus der App leicht manipulierbar. Ein Abgleich der IP-Adressen finde nicht statt. Angreifer könnten daher gefälschte Daten an das Institut übertragen.

kma-online.de 15 Millionen Euro für Digital Health Start-Up Smart Reporting: Das Gesundheits-Start-up Smart Reporting befasst sich mit der medizinischen Dokumentation und klinischer Anleitung in der Diagnostik. Das Unternehmen bietet Lösungen für die Standardisierung von Diagnostik-Daten und macht diese somit für verschiedene Geräte austauschbar. Nun bekam das Start-up eine Finanzierung in Höhe von 15 Millionen Euro. Zu den Investoren gehört unter anderem das Unternehmen Yabeo.

background.tagesspiegel.de „Digitaler Impfpass“ als Weg aus dem Lockdown? Ein Konsortium aus Köln will eine digitale Lösung für die Zeit, in der die Corona-Beschränkungen allmählich auslaufen, finden. Ein „digitaler Impfpass“, der auf der Blockchain-Technologie beruht, soll nachweisen, ob Personen infiziert oder nach überstandener Krankheit möglicherweise sogar immun sind. An der Uniklinik in Köln wird schon jetzt ein Teil des Systems getestet. Hauptbeteiligter an dem Projekt ist der Kölner Verein Digital Health Germany.

aerzteblatt.de Spahn verspricht „personelles und digitales Update“ des Öffentlichen Gesundheitsdienstes: Gesundheitsminister Jens Spahn will den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) personell und digital besser ausstatten. Die Testlabore sollen bald in der Lage sein, Erregernachweise direkt elektronisch an die zuständigen Behörden und das Robert-Koch-Institut zu senden. Damit könne das Personal entlastet und die Aktualität der Daten sichergestellt werden. Die kommunalen Gesundheitsämter sollen zusätzliche 150.000 Euro bekommen, um die nötige Hard- und Software zu beschaffen. Außerdem werden diese mit einer Plattform ausgestattet, mit der diese Symptome von Patienten digital abfragen können.

spiegel.de Digitalisierung gegen Corona Daten teilen – besser heilen: Der Sachverständigenrat Gesundheit schreibt im Gastbeitrag über die Bedeutung der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Der Rat bemängelt, dass die nun eingeleiteten Schritt nicht schon in der Vergangenheit umgesetzt wurden. Dieser Fehler erschwere nun die Bewältigung der Corona-Krise. So hätte die elektronische Patientenakte dafür sorgen können, dass Risikopatienten deutlich schneller erfasst werden. Die Analyse umfassender Gesundheitsdaten hätte möglicherweise bisher unbekannte Zusammenhänge aufgezeigt, die bei der Bekämpfung des Virus von Bedeutung sein könnten.

kma-online.de Bluetooth-Einschränkungen: Frankreich will von Apple Zugeständnisse für Corona-App: Der französische Digitalminister Cédric O fordert den iPhone-Hersteller Apple auf, technische Hürden für die Entwicklung einer Corona-App zu beheben. Konkret geht es um eine Beschränkung beim Bluetooth-Betrieb. Die Smartphones lassen es momentan nicht zu, dass über Bluetooth dauerhaft Daten gesammelt werden. Diese Funktion ist für eine Corona-App, die auf Bluetooth basiert, jedoch essentiell.

faz.net Bundesregierung prüft drei Modelle für Corona-App: Neben dem Konzept der europäischen Initiative PEPP-PT prüft die Bundesregierung derzeit zwei weitere Lösungen für die Entwicklung einer Corona-App. Während PEPP-PT die Daten zentral speichert, werden diese beim Konurrenz-Konzept DP3T dezentral gelagert. Eine weitere Möglichkeit ist das Konzept des Anbieters Accenture, das in Österreich bereits zum Einsatz kommt. Die Variante von PEPP-PT war in der letzten Zeit verstärkt in die Kritik geraten.

cnbc.com Google unveils tech to make it easier for doctors and patients to share health info: Die neue Google Healthcare API ermöglicht es Gesundheitsdienstleistern, Systeme für die Übersetzung und Konvertierung von Daten zu entwickeln. Diese Daten stammen oft von verschiedenen Geräten und Softwares. Die API verbessert die Zusammenarbeit der Systeme. Die Daten müssen dabei nicht zwingend in der Google Cloud gespeichert werden.

nypost.com Bluetooth apps that track coronavirus exposure show positive early results: Singapur war der erste Staat, der eine auf Bluetooth basierende Corona-App veröffentlichte. Inzwischen wird eine vergleichbare Anwendung auch in Indien genutzt. Rund 50 Millionen Mal wurde die App dort bereits heruntergeladen. Insgesamt zeigt sich der Nutzen solcher Anwendungen in den beiden Ländern noch nicht. Frederic Giron, ein Analyst aus Singapur, sagt, die App erfordere für die Nutzer einen zu großen Aufwand. Ein großes Problem solcher Apps ist, dass sie wegen der Bluetooth-Funktion bislang nicht im Hintergrund laufen können. Google und Apple arbeiten derzeit an einer Lösung für diese Beschränkung.