WWF 21. 07.

– NACHRICHTEN –

Mehr Plastikmüll durch Corona. Die Corona-Krise hat zu einem deutlichen Anstieg des Plastikverbrauchs geführt. Das zeigt der Grüne Punkt des Dualen Systems Deutschland (DSD). Demnach stieg die Menge des Plastikmülls in den deutschen Haushalten im Zuge der Maßnahmen wie Home-Office um rund zehn Prozent. Dabei trennen weiterhin viele Bürger ihren Müll falsch, was zu  einem größeren Recyclingaufwand führt. Ein weiteres Problem stellen die historisch niedrigen Ölpreise dar. Hersteller von Plastik greifen derzeit kaum noch auf Recycling zurück, sondern benutzten vermehrt günstiges Rohöl. Für Reinhard Schneider, Inhaber des Reinigungsmittelunternehmens Werner & Mertz ist dies ein „riesiger Rückschritt für den Klima- und Umweltschutz und ein schwerer Schlag für die Kreislaufwirtschaft“. Auch Grüner-Punkt-Geschäftsführer Michael Wiener weist darauf hin, dass Recyclingkunststoff deutlich umweltverträglicher sei. Die europäische Politik, darunter EU-Ratspräsident Charles Michel, setzt sich deshalb für eine EU-Steuer auf nicht-recycelte Kunststoffverpackungsabfälle ein.
sueddeutsche.de

Gib Gummi! Reifenabrieb ist Hauptquelle von Mikroplastik. Eine neue Studie des Norwegian Institute for Air Research (NILU) und der Universität Wien verdeutlicht anhand von Hochrechnungen den Zusammenhang zwischen Reifenabrieb und Mikroplastik in den Meeren. Demnach verliert ein Autoreifen in seiner gesamten Nutzungsspanne rund vier Kilogramm Material. Größere Teilchen setzen sich meist lokal ab, kleinere Partikel werden hingegen vom Wind über weite Distanzen getragen. Auf diese Weise landen jährlich bis zu 140.000 Tonnen Mikroplastik in den Weltmeeren. 48.000 Tonnen setzen sich auf Schnee- und Eisflächen ab, was laut Forschern gerade empfindlichen Ökosystemen wie der Arktis problematisch sei. Da die Plastikpartikel zu einer dunkleren Färbung der Flächen beitragen, könnte deren Erwärmung noch stärker steigen.
spiegel.de

Teslas Gigafabrik und das Grundwasser. Dass Tesla seine Gigafabrik in Brandenburg zum Teil auf Pfählen bauen will, stößt bei Umweltschützern auf Kritik. Diese fürchten, dass sich der neue Plan des Autoherstellers negativ auf die Grundwasserreserven in der Umgebung der Fabrik auswirken könnte. Sollte das Gelände versiegelt werden, „wird kein Regenwasser mehr versickern können und kein Trinkwasser hineinkommen“, warnt die Naturschützerin Julia Neigel. Außerdem sei es möglich, dass tief gelegenes Salzwasser nach oben steige und damit das Trinkwasser zusätzlich belaste. Das brandenburgische Umweltministerium gab bekannt, den Plan Teslas zu prüfen.
faz.net

Klimafreundliche Agrarreform. Im Zuge der deutschen EU-Ratspräsidentschaft will Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner ein Konzept für eine klimafreundliche Agrarreform entwerfen. Grundsätzlich würde die Mehrheit der EU-Staaten dem Green Deal und damit einer klimafreundlicheren europäischen Landwirtschaft zustimmen, sagte Klöckner. Bei ersten Beratungen mit den europäischen Kollegen sei auch über die Frage der Finanzierung einer solchen Reform gesprochen worden: „Mehr Umweltschutz, mehr Nachhaltigkeit, mehr Tierschutz kostet mehr Geld, und es wird nicht immer nur an der Theke beim Verbraucher zu erzielen sein.“ Auch um die Produktion von Nahrungsmitteln wettbewerbsfähig zu halten, seien finanzielle Hilfen nötig. Künftig sollen nach Willen der EU-Kommission die Mitgliedstaaten individueller entscheiden können, wie Klima- und Naturschutzziele erreicht werden, wobei die nationalen Pläne weiterhin genehmigt werden müssen. Der Green Deal sieht außerdem eine Reduzierung des Einsatzes schädlicher Pflanzenschutzmittel und von Dünger sowie einen starken Ausbau des Ökolandbaus.
fr.de

Illegales Soja im euopäischen Viehfutter spiegel.de
Waldbrände: Hitzewelle in Sibirien dauert an de.euronews.com
Auf den Elch gekommen blog.wwf.de
Kurzmeldung 4 link.de
Kurzmeldung 5 link.de

– ZAHL DER WOCHE –

463 Wölfe in Kanada sind umsonst gestorben, weil nicht sie sondern die Ölindustrie für den Rückgang den Rentierherden verantwortlich sind Text
orf.at

– KOMMENTAR –

Kommentar Summary. Text
link.de

– ZITAT DER WOCHE –

Der Mensch ist nicht fürs Autofahren gebaut. Deswegen irrt er, wo er rast. Wenn Sie im Schnitt zehn Prozent schneller fahren, verbrauchen Sie zwanzig bis dreißig Prozent mehr Sprit. Sie haben bei einer höheren Geschwindigkeit auf längeren Strecken also mehr Tankstopps, bei denen Sie die Zeit wieder verlieren, die sie zuvor durch Schnellfahren gewonnen haben.
Verkehrspsychologe Jörg-Michael Sohn über den Irrglauben, beim Autofahren ein Ziel durch hohes Tempo schneller zu erreichen.
sz-magazin.sueddeutsche.de

– PODCAST oder EVENT-TIPP –

Text
link.de

– HINTERGRUND –

Hintergrund 1 Titel. Text
link.de

Klimawandel: Bedingungen wie vor drei Millionen Jahren. Einer Untersuchung von Wissenschaftlern der University of Southampton zufolge könnte der CO2-Gehalt in der Atmosphäre im Jahr 2025 so hoch sein wie seit 3,3 Millionen Jahren nicht mehr. Damals war die Erde durchschnittlich zwei bis vier Grad wärmer als heute. Der CO2-Anteil könnte laut den Forschern jedoch sogar noch weiter steigen und damit Werte annehmen, die zuletzt vor 23 Millionen Jahren erreicht wurden. Der deutsche Klimaforscher Mojib Latif betont, dass die damalige Situation nicht mit heute vergleichbar sei: Die Höchstwerte ließen sich „nur bedingt mit der aktuellen Situation vergleichen“. Damals veränderte sich das Klima deutlich langsamer als heute. Für das was heute passiert gebe es „keine Blaupause“, so Latif. Er warnt: „Wir spielen mit dem Feuer.“ Immerhin lässt sich den Forschern aus Southampton zufolge aus den vergangenen CO2-Werten erkennen, wie sich die Eiskappen und die Meere veränderten. Deshalb würden sich solche Untersuchungen zwar für die Erstellung von Simulationen eignen, nicht jedoch für direkte Vergleiche. Dafür seien die Zeitabstände, in denen die Veränderungen eintreten, zu unterschiedlich.
sueddeutsche.de

Australiens bittere Feuerbilanz. Eine neue Studie zeigt die Folgen der Waldbrände in Australien für die Natur. So sei ein Großteil des Lebensraums von mindestens 70 Tierarten zerstört worden. Schon vor den Bränden, die von August 2019 bis März 2020 anhielten und bei denen rund eine Milliarde Tiere starben, galten 21 Tierarten als vom Aussterben bedroht. Deren Überlebenschancen dürften sich nun weiter verschlechtert haben. Der Anteil der gefährdeten Arten könnte um 14 Prozent steigen. Michelle Ward von der Queensland University warnt: „Die Zahl vieler von den Feuern betroffener Arten war wegen Dürren, Krankheiten, Zerstörung von Lebensräumen und invasiven Arten bereits rückläufig.“ Durch gesunkene Populationszahlen sowie weniger Nahrungsquellen und Lebensraum könnte sich deren Situation noch einmal „erheblich verschlechtert haben“. Die Forscher forderten die australische Regierung auf, die Liste der bedrohten Tierarten um 49 Arten, die ausschließlich in Australien vorkommen, zu ergänzen, um weitere Untersuchungen zu den Auswirkungen der Brände zu ermöglichen. Zwar sind Waldbrände in Australien keine Seltenheit, der Klimawandel trägt jedoch dazu bei, dass deren Ausmaß immer größer wird.
spiegel.de

Auf der Spur der Holzräuber. Podcast und WWF-Blog zu illegalem Holzhandel. Der Tischler und Umweltingenieur Johannes Zahnen betätigt sich als „Holzdetektiv“. Er sucht nach illegalem und falsch deklarierten Holz und verfolgt dessen Spuren. Dafür wendet er eine Methode aus der Kernphysik. Einige wenige Sauerstoffatome, die in Wasser vorhanden sind, besitzen mehr Atomkerne und sind deshalb schwerer. Im Pflanzengewebe können diese schwereren Atome nachgewiesen werden. Angewandt wird diese Methode beispielsweise bei Lebensmitteluntersuchungen. Doch auch um falsche Herkunftsdeklarationen von Holz zu enttarnen eignet sich die Methode.  Weitere Informationen über Zahnens Arbeit, die Holzmafia und die Auswirkungen des illegalen Holz auf die Umwelt gibt es in der neuesten Folge des WWF-Podcasts Überleben.
blog.wwf.de, ueberleben.podigee.io

– FOTO DER WOCHE –

Vor der Küste Siziliens hat sich ein Pottwal in einem illegalen Fischernetz verfangen. Taucher und die Küstenwache versuchen seit mehreren Tagen, den Wal aus seiner misslichen Lage zu befreien.
krone.at

– TIERISCH –

Krimineller Papagei in Nienburg erwischt. In Nieburg wurde ein Apfeldieb erwischt. Bei dem Übeltäter handelte es sich jedoch nicht um einen Menschen, sondern um einen Ara-Vogel mit dem Namen „Helmut“. Auf Twitter wünschte die Polizei, die wegen des Apfeldiebstahls gerufen wurde Helmut „einen guten Heimflug“.
n-tv.de

– NICHT MEHR GRÜN –

Meldung Titel. In Botswana herrscht ein mysteriöses Elefantensterben. In diesem Jahr starben bereits rund 300 der Tiere. Die Gründe für das Sterben sind bislang unbekannt. Beobachter schildern, dass die Tiere desorientiert wirken, im Kreis laufen und schließlich tot umfallen. Wilderer fallen als Grund für das Sterben weg – den Tieren fehlen ihre Stoßzähne nicht. Auch Tuberkulose, die häufiger bei den Elefanten auftritt, gilt als unwahrscheinlich. Zwar sei das Sterben dem Wildtierarzt Markus Hofmeyr aus Bestandssicht nicht ernst, es sei jedoch „wichtig, dass eine Diagnose gestellt wird, damit wir eine Fremdeinwirkung ausschließen können – die würde für den Bestand ein Problem darstellen, wenn man sich nicht darum kümmert“. Als mögliche Ursachen für das Elefantensterben gelten unter anderem Verhungern oder Verdursten, Milzbrand oder das sogenannte Encephalomyocarditis-Virus.
nationalgeographic.de