– NACHRICHTEN –

Regen? Fehlanzeige! Immer mehr deutsche Gemeinden klagen über Trinkenwasserknappheit. So schlug kürzlich die niedersächsische Gemeinde Lauenau Alarm. Ihr ging das Trinkwasser am heißesten Tag des Jahres aus. Schuld ist einerseits die Corona-Pandemie, die dazu führt, dass viele Deutsche zuhause bleiben, statt in den Urlaub zu fahren, und hier mehr Wasser verbrauchen. Aber auch die anhaltende Dürre macht den Vorräten zu schaffen. Laut dem Ressourcenökonomen Matteo Roggero werden sich auch Deutschland und Europa in Zukunft mit dem Thema Wasserknappheit beschäftigen müssen. Dabei regnet es laut dem Wissenschaftler durchschnittlich nicht weniger. Problematisch sei vielmehr, dass inzwischen mehr Regen in kürzerer Zeit falle. „Das überfordert den Boden, der das Wasser nicht schnell genug aufnehmen kann“, so Roggero. Er schlägt deshalb vor, Flächen auf dem Land und in der Stadt zu entsiegeln und Flüsse langsamer fließen zu lassen, damit das Wasser wieder besser versickern kann.
n-tv.de

Umweltbewußtsein. Die Naturbewusstseinsstudie 2019 zeigt, dass die Deutschen umweltbewusster werden und sich stärker für Themen wie die Energiewende interessieren. Eine Mehrheit der Befragten würde eine Stärkung von Naturschutzgebieten unterstützen. Auch interessieren sich viele Menschen für die heimischen Tier- und Pflanzenarten und würden sich mehr Informationen über diese wünschen. Mit 95 Prozent wünscht sich die überwiegende Mehrheit der Teilnehmenden, die Auswirkungen der Gentechnik auf die Umwelt untersuchen zu lassen. 81 Prozent der Befragten würde eine Landwirtschaft frei von Gentechnik unterstützen. Viele Befragten halten die Energiewende für bedeutsam, wünschen sich aber, dass diese möglichst umweltfreundlich gestaltet wird. So wünscht sich eine Mehrheit, dass neue Solaranlagen nicht auf Freiflächen, sondern auf Gebäuden installiert werden.
world-news-monitor.de

Mäuseplage. In Sachsen-Anhalt und Thüringen herrscht derzeit eine Mäuseplage. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner setzt sich deshalb dafür ein, dass die Landwirte den Gebrauch von Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Zinkphosphid ausweiten dürfen. Eigentlich schreibt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) vor, dass die Bauern das Gift in Gebieten mit Mäusepopulationen zwischen März und Oktober nicht einsetzen dürfen. Zwar müssten bedrohte Arten besonders geschützt werden, gleichzeitig müsse jedoch auch „der Schutz der Ernte gewährleistet werden“, schreibt Klöckner. Unter anderem ließ die Ministerin verlauten, dass das BVL und das Umweltbundesamt (UBA) die Änderungen in den Anwendungsbestimmungen möglichst bald umsetzen würden. Das UBA widerspricht jedoch Klöckner. Die beiden Behörden hätten bislang keine Änderungen vereinbart. Das Umweltamt betrachtet eine Ausweitung des Giftgebrauchs gerade in Hinsicht auf den bedrohten Hamster kritisch. Pestizidanwendungen könnten die Bestände des Tieres weiter schädigen.
taz.de

Joe Biden und das Klima. Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden gilt als Favorit der US-Umweltbewegung. So wird er unter anderem vom „Sierra Club“, der größten Naturschutzvereinigung der Vereinigten Staaten unterstützt. Er versteht es dabei, umweltpolitische Themen mit wirtschaftlichen und sozialen Themen zu verbinden. In einem Konzept des Kandidaten heißt es, die Corona-Krise und US-Präsident Donald Trump hätten „Millionen von amerikanischen Jobs zerstört und ökologische Ungerechtigkeit verschlimmert“. Sollte Biden gewählt werden, soll die amerikanische Stromversorgung bis 2035 ohne Kohle, Gas und Öl laufen. Bis 2050 sollen die USA klimaneutral werden. Auch sieht der Plan die massive energetische Sanierung von Häusern sowie einen Mobilitätswandel mit neuen Radwegen und Zugstrecken sowie einem Fokus auf Elektromobilität vor. Gut möglich ist außerdem, dass die USA unter Joe Biden das Pariser Klimaabkommen wieder anerkennen.
taz.de

Frachter vor Mauritius zerbrochen welt.de
Containern bleibt verboten zeit.de
Expertenrat für Klimafragen berufen taz.de
Nationale Wasserstrategie tagesschau.de
Kurzmeldung 5 link.de

– ZAHL DER WOCHE –

54,4 Grad Celsius wurden bei einer Wetterstation im kalifornischen Death Valley gemessen. Experten gehen davon aus, dass es sich dabei um einen globalen Hitze-Rekord handeln könnte.
tagesspiegel.de

– KOMMENTAR –

Susanne Götze (Freitag). Die Journalistin schreibt in ihrem Kommen tar über die Ölpest vor der Küste von Mauritius. Katastrophen wie diese seien kein Zufall, sondern Teil der Entscheidung, auf diese Energieform zu setzen. Ein Ende der Energieversorgung durch Öl sei sowohl aus Klima- als auch aus Umweltgründen notwendig.
freitag.de

– ZITAT DER WOCHE –

Ich sehe überall nur Autos in Berlin. Das kommt mir altmodisch vor. Es passt nicht zu den Ambitionen, die Berlin hat.
Urheber und warum
berliner-zeitung.de

– PODCAST oder EVENT-TIPP –

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Text
detektor.fm

– HINTERGRUND –

Mit Gentechnik gegen Heuschrecken. In diesem Jahr leiden viele Staaten, darunter insbesondere in Ostafrika, unter Heuschreckenplagen, die zu einem verheerenden Verlust von Nahrung führen. Wissenschaftler setzen bei der Bekämpfung solcher Schwärme auf Botenstoffe, sogenannte „Aggregationspheromone“. Diese sorgen erst dafür, dass die Heuschrecken sich zu den riesigen Schwärmen zusammenschließen. Eine Forschergruppe aus China gab nun bekannt, einen solchen Botenstoff, der von den Tieren ausgeschieden wird, identifiziert zu haben. Der Stoff namens 4-Vinylanisol (4VA) scheint zu bewirken, dass sich die Insekten, die eigentlich vereinzelt leben, mit anderen Tieren zusammentun. Dabei steigt der Vinylanisol-Gehalt, je mehr Tiere sich in dem Schwarm befinden. Um Heuschreckenplagen künftig zu verhindern, könnten die Tiere genetisch modifiziert werden, sodass sie gegen das Pheromon immun werden. Möglich sei auch, den Stoff zu benutzen, um die Tiere in Fallen zu locken oder eine Substanz zu finden, die am gleichen Rezeptor wie Vinylanisol dockt, um den Platz für 4VA zu blockieren.
sueddeutsche.de

Strom aus dem All. Wissenschaftler träumen schon lange davon, Solarenergie aus dem Weltraum zu gewinnen. Florian Neukart, Energieexperte und Direktor von Volkswagen Advanced Technologies glaubt, dass dieser Traum nicht mehr weit entfernt ist. Die Entwicklung eines solchen Systems sei keine unlösbare Aufgabe. Bereits in fünf bis zehn Jahren könnte es soweit sein. Bis dahin müssten jedoch noch Lösungen für verschiedene Probleme gefunden werden. Da sind beispielsweise die starken Temperaturunterschiede auf der geringen Fläche der Paneele. Vor allem aber würde für die Umsetzung eines solchen Projekts Geld und der Wille der Politik benötigt werden . Wiederverwendbare Raketen wie sie vom Raumfahrtunternehmen Space X hergestellt werden, könnten finanzielle Abhilfe schaffen. Neukart glaubt, dass sich im besten Fall ein Vier-Gigawatt-Solarkraftwerk im All installieren ließe. Um die rund 4.000 Tonnen in den Weltraum zu bringen, würden 40 bis 50 Flüge benötigt, schätzt der Experte. Insgesamt würde ein solches Projekt wohl rund 11 Milliarden Dollar kosten. Die Kosten für die Energiegewinnung seien damit jedoch günstiger als für neue Atom- oder Kohlekraftwerke. Auf die Erde würde die Energie wahrscheinlich per Mikrowellenstrahlen gelangen, die hier in Strom umgewandelt werden.
derstandard.at

Lecker? Insekten als Sojaersatz im Futtertrog. Das bayerische Agritech-Start-up Farminsect will Tierfutter umweltverträglicher machen. Dafür setzt das Unternehmen auf die Larve der Schwarzen Soldatenfliege, die Soja und Fischmehl ersetzen soll. Die Insektenlarve könnte eine günstige, umweltfreundliche und gleichzeitig proteinreiche Alternative zu herkömmlichem Futtermittel darstellen. Laut Thomas Kühn, Mitgründer von Farminsect lande ein Drittel des Fischfangs in der Tiermast. Die wachsende Nachfrage nach Futtermittel trage deshalb zur Überfischung der Meere bei. Auch Soja, das für Tierfutter Verwendung findet, gilt als umweltschädlich. „Jedes Jahr müssen über 30 Millionen Tonnen Soja und Sojaprodukte in die EU eingeführt werden, um unseren immensen Bedarf an Futterprotein zu decken“, sagt Wilhelm Windisch, Professor für Tierernährung an der TU München. Auch er hält Insektenlarven für die ideale Proteinquelle. Im besten Fall würden die Insekten vor Ort von den Landwirten selbst herangezogen werden, um Ressourcen zu schonen. Bei dieser Aufgabe unterstützt  Farminsect schon jetzt die Landwirte. Das Unternehmen liefert dafür die Junglarven. Den Landwirten winken Einsparungen
rnd.de

Recycling-Federn fürs Bett. Text
ndr.de

– FOTO DER WOCHE –

Bild

Text
ueberleben.podigee.io

– TIERISCH –

Petition: Kleptomanische Wildsau soll nicht sterben. Text
welt.de

– NICHT MEHR GRÜN –

Wasser auf sein Haupt. Text
faz.net